1. Einleitung
2. Eine historische Begebenheit: Der Fall des Joseph Süß Oppenheimer
3. Jud Süß und der Nationalsozialismus
3.1. Der Film „Jud Süß“: Inszenierung
3.2. „Jud Süß“: Umgang, Rezeption und Forschung
4. Schlussbemerkungen
5. Literatur und Quellen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eine historische Begebenheit: Der Fall des Joseph Süß Oppenheimer
3. Jud Süß und der Nationalsozialismus
3.1. Der Film „Jud Süß“: Inszenierung
3.2. „Jud Süß“: Umgang, Rezeption und Forschung
4. Schlussbemerkungen
5. Literatur und Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Filmpropaganda anhand des Films „Jud Süß“ und analysiert, wie historische Ereignisse um die Person Joseph Süß Oppenheimer gezielt manipuliert wurden, um antisemitische Ideologien und Rassenhass in der Bevölkerung zu schüren und zu festigen.
- Die Rolle des Films als zentrales Instrument der NS-Ideologie
- Historischer Hintergrund von Joseph Süß Oppenheimer
- Propagandistische Techniken und Inszenierung im Film „Jud Süß“
- Rezeption des Films im NS-Staat und die juristische Aufarbeitung nach 1945
- Die Wandlung des Films zum „Verdiktsfilm“ in der Nachkriegszeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Film „Jud Süß“: Inszenierung
Anhand der obigen Ausführungen wurde bereits verdeutlicht, dass sich der Film „Jud Süß“ an den historischen Ereignissen um die Figur des Joseph Süß Oppenheimer orientiert. Die Betonung liegt jedoch besonders darin, diesen einzig als Vorlage zu betrachten. Mit der zu Beginn eingeblendeten Aussage „Die im Film geschilderten Ereignisse beruhen auf geschichtlichen Tatsachen“, versuchte man auf einen Wahrheits- und Wirklichkeitsgehalt der Darstellungen zu verweisen, um von dem losgelösten Umgang mit den eigentlichen historischen Begebenheiten abzulenken. Um seinen Aspekt der Unterhaltungsproduktion nicht zu verlieren, wurde der Film nur auf wenige Handlungsträger reduziert, die sowohl der emotionalen Dramatisierung des Films, als auch des Zuschauers dienen sollten. Somit erfüllte er zwei Ebenen, zum einem die Wünsche und Vorstellungen des NS- Staates, zum anderen aber auch die Konventionen des populären Kinos. Hieraus ergibt sich des Weiteren die schnelle Akzeptanz und geringfügige Hinterfragung der Historie, deren filmischer Sinn hinter einer höheren Wahrheit liegen sollte und eine lebendige Deutung des Problems der Rassenfrage bestärken musste.
Der intensiv ausgelegte antisemitische Zweck des Films, zeigt sich deutlich in dessen szenischer Ausgestaltung, bereits in der musikalischen Einleitung bzw. dem Vorspann. Jener beginnt mit dem Klagelied eines jüdischen Kammersängers, namens Grünfeld, der nur kurze Zeit nach der Fertigstellung des Filmes ermordet wurde. Deutliche Verwirrung tritt hervor, in der Frage warum für eine solche Inszenierung ein Klagelied eingesetzt wurde, wenn es doch der jüdischen Diffamierung dienlich war. Der Zweck eines solchen Einsatzes führt sich in der weiteren Einleitung fort, denn der Gesang überlagert sich schnell durch eine majestätische, schwere und feierliche Musik. Anhand dessen zeigt sich ein von Harlan immer wieder verwendetes Motiv auf, das Ziel den Kontrast zweier unvereinbarer, divergierender Welten aufzuzeigen. Sie kennzeichnen auch die im Film angesprochenen Personenkreise, von schwachen bzw. starken Deutschen und dem gänzlichen Gegensatz zu ihnen, dem Judentum.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die massenhafte Verbreitung der NS-Ideologie durch das Medium Film und die Rolle von Joseph Goebbels bei der Gleichschaltung der Filmindustrie.
2. Eine historische Begebenheit: Der Fall des Joseph Süß Oppenheimer: Das Kapitel beleuchtet das Leben und den historischen Kontext von Joseph Süß Oppenheimer sowie die Verzerrung seiner Person in der späteren Propaganda.
3. Jud Süß und der Nationalsozialismus: Hier wird analysiert, wie literarische Vorlagen und die Filmindustrie für antisemitische Zwecke instrumentalisiert wurden, um das Bild des „gefährlichen Juden“ zu etablieren.
3.1. Der Film „Jud Süß“: Inszenierung: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen filmischen und dramaturgischen Mittel, mit denen die Geschichte manipuliert wurde, um ein antisemitisches Feindbild zu konstruieren.
3.2. „Jud Süß“: Umgang, Rezeption und Forschung: Es wird der zeitgenössische Erfolg des Films sowie die spätere strafrechtliche Aufarbeitung und Einstufung als verfassungsfeindlicher „Verdiktsfilm“ nach 1945 beleuchtet.
4. Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, wie der Film bis heute als abschreckendes Beispiel für ideologische Manipulation und staatlich gelenkte Volksverhetzung dient.
5. Literatur und Quellen: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Joseph Goebbels, Filmpropaganda, Jud Süß, Joseph Süß Oppenheimer, Antisemitismus, Rassenideologie, Veit Harlan, Gleichschaltung, NS-Film, Verdiktsfilm, Volksverhetzung, historische Verzerrung, NS-Prestigefilm, Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie der nationalsozialistische Propagandafilm „Jud Süß“ zur systematischen Verbreitung von Antisemitismus und zur ideologischen Indoktrination der deutschen Bevölkerung eingesetzt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Figur Joseph Süß Oppenheimer, den methodischen Inszenierungstechniken des NS-Kinos und der rechtlichen Aufarbeitung des Films in der Nachkriegszeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Analyse?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie historische Fakten durch gezielte filmische Manipulation in ein antisemitisches Zerrbild umgewandelt wurden, um ein lang anhaltendes Feindbild zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse der Primärereignisse sowie eine filmwissenschaftliche und zeitgeschichtliche Untersuchung der propagandistischen Strategien des Dritten Reiches.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Person Oppenheimer, die detaillierte Analyse der Inszenierung des Films „Jud Süß“ sowie die Rezeptionsgeschichte von der NS-Zeit bis zur heutigen Einstufung als „Verdiktsfilm“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören NS-Propaganda, Rassenideologie, historische Verzerrung, Antisemitismus, Indoktrination und der Begriff „Verdiktsfilm“.
Welche Rolle spielte Joseph Goebbels bei der Entstehung des Films?
Goebbels betrachtete den Film als persönliches Meisterwerk und wirkte aktiv auf die Auswahl von Regisseur Veit Harlan sowie der Hauptdarsteller ein, um sicherzustellen, dass der Film alle Ebenen der NS-Ideologie optimal bedient.
Warum wird der Film heute als „Verdiktsfilm“ bezeichnet?
Aufgrund seines volksverhetzenden Charakters und des Verstoßes gegen die Menschenwürde ist der Film heute verboten und darf nur noch in einem explizit wissenschaftlich fundierten Rahmen gezeigt werden.
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- Saskia Fricke (Autor), 2010, Der Nationalsozialismus und die antijüdische Propaganda im Film: Das Beispiel des Filmes „Jud Süß“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189228