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Vom "Modell Deutschland" zum "System der Corporate Governance"

Title: Vom "Modell Deutschland" zum "System der Corporate Governance"

Diploma Thesis , 2003 , 106 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Wust (Author)

Politics - Miscellaneous
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Politik und Wirtschaft sind heute die zwei bedeutendsten Bereiche eines modernen Staates. Eine reale Interdependenz dieser beiden Bereiche ist hierbei unbestritten. Die Wirtschaftsordnung der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland ist Grundlage und Voraussetzung, sie stellt aber auch Bedingungen für das Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft. Dieser Zusammenhang zwischen staatlicher Struktur und ökonomischem Prozeß ist traditionell sehr konsensbetont. Auf der Grundlage gesetzlicher Vorgaben agieren die Akteure beider Bereiche in einer Weise, daß sich ein „Modell“ herausgebildet hat: Das „Modell Deutschland“.

Dieses läßt sich aufgrund eines historischen und eines funktionalen Ansatzes definieren. Historisch wurde der Begriff „Modell Deutschland“ im Bundestagswahlkampf 1976 durch die SPD unter Bundeskanzler Helmut Schmidt geprägt. Das „Modell Deutschland“ sollte dabei für die relativ erfolgreiche Stabilitäts- und Anpassungspolitik der Bundesrepublik nach der ersten Ölkrise 1973/74 stehen und eine vorbildliche, beschäftigungswirksame Modernisierungspolitik demonstrieren. „It matched a characteristically hardheaded vision with his [Schmidts] (CTW) own policy expertise as

a professional economist who had trained under [...] Karl Schiller“ 1 . Das Modell sollte dabei indirekt auf dem „Wirtschaftswunder“ aufbauen, welches vorher fast 20 Jahre angedauert hatte.

Funktional stellt das Modell den Überbegriff für eine Reihe von einzelnen Faktoren dar, die das Wirtschaftsgeschehen und das Verhältnis von Staat und Wirtschaft charakterisieren. Dazu gehört die Institution der Mitbestimmung als einmaliges und demokratisches Element, die starke Stellung der Banken, aber auch die Gewerkschaften. Eine mindestens genauso hohe Wertigkeit haben bestimmte Qualitäten, die dem deutschen Modell zugerechnet werden: „[L]ong-termism in investment; high capital stock per employee; product excellence and reliability; an emphasis on skill-upgrading; a collaborative approach to innovation; a capacity to retain competitiveness by [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Allgemeine Einführung in die Themenstellung (Historischer und Funktionaler Ansatz)

1.2 Fragestellung, Zielsetzung und Vorgehensweise

2. „Modell Deutschland“: Theoretische Grundlagen und Charakteristika

2.1 Formaler Aufbau von Kapitalgesellschaften

2.2 Mitbestimmung

2.3 Anteilsbesitzverflechtungen und die Rolle der Banken

2.4 Planungs- und Entscheidungsstil von Unternehmensführung

2.5 Zwischenergebnis

3. Interdependenzen zwischen Politik und Wirtschaft: Veränderungsdruck durch wirtschaftliche Internationalisierung

3.1 Charakterisierung von wirtschaftlicher Internationalisierung

3.2 Mitbestimmung: Veränderungen im Mitbestimmungsgesetz und das neue Betriebsverfassungsgesetz

3.3 Banken: Von der Hausbank zum globalen Unternehmen

3.4 Machtpotential Anteilsbesitz: Nationale Verantwortung und internationaler Anspruch

3.5 Unternehmensführung: Wandel von der Stakeholder- zur Shareholder-Orientierung

3.6 Zwischenergebnis und Hinführung zu Problemfeldern

4. Darstellung aktueller Fälle und Lösungsansätze

4.1 Fusion Mannesmann AG und Vodafone Airtouch

4.2 Krise der Philipp Holzmann AG

4.3 Zusammenfassung: Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fallbeispiele

5. „Corporate Governance“: Transparenz und Kontrolle

5.1 Allgemeine begriffliche und theoretische Grundlagen von Corporate Governance

5.2 Maßnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance

5.2.1 Empfehlungen des Centre for European Policy Studies (CEPS)

5.2.2 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)

5.2.3 OECD-Prinzipien für Corporate Governance

5.2.4 Herzog-Tietmeyer-Kommission

5.2.5 Berliner Initiativkreis German Code of Corporate Governance (GCCG)

5.2.6 Grundsatzkommission Corporate Governance (German Panel on CG)

5.2.7 Regierungskommission I „Corporate Governance“

5.2.8 Regierungskommission II „Corporate Governance“

5.2.9 Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPuG)

5.3 Zusammenfassung und Bewertung der Maßnahmen

6. Zusammenfassung und Ausblick – Das System der Corporate Governance

6.1 Interpretation und Zusammenfassung der Ergebnisse

6.2 Weiterführende Fragestellungen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Interdependenz zwischen Staat und Wirtschaft in Deutschland, ausgelöst durch die wirtschaftliche Internationalisierung. Das primäre Ziel ist es, den Transformationsprozess vom traditionellen „Modell Deutschland“ hin zu einem „System der Corporate Governance“ zu analysieren, wobei die Veränderung zentraler ökonomischer und politischer Steuerungselemente im Fokus steht.

  • Analyse des Wandels der Mitbestimmung im Zuge der Internationalisierung.
  • Untersuchung der sich wandelnden Rolle der Banken von Hausbanken hin zu globalen Akteuren.
  • Bewertung der veränderten Unternehmensführung zwischen Stakeholder- und Shareholder-Orientierung.
  • Fallstudien zur Transformation (Mannesmann/Vodafone, Philipp Holzmann AG).
  • Diskussion politischer Maßnahmen zur Corporate Governance (KonTraG, TransPuG, etc.).

Auszug aus dem Buch

2.3 Anteilsbesitzverflechtungen und die Rolle der Banken

Die Banken in Deutschland sind sowohl in Bezug auf ihre Rechtsform, in öffentlich-rechtliche Banken und private Geschäftsbanken getrennt, als auch innerhalb dieser Unterteilung weiter diversifiziert. Die Sparkassen sind dabei als selbständige Körperschaften mit ihrer Gewährträgerhaftung dem öffentlich-rechtlichen Bereich zuzurechnen. Die Großbanken, Privatbanken, Regionalbanken, Auslandsbanken und Genossenschaftsbanken repräsentieren den privatrechtlichen Bereich.

Die Großbanken in Deutschland sind durch ihre Stellung als Universalbanken in der Lage, alle Arten von Bankgeschäften anzubieten. Dies umfaßt sowohl Einlagen- und Kreditgeschäft, als auch den Bereich des Wertpapiergeschäfts. „Dieses Universalbankensystem bildet daher eine Voraussetzung für dauerhafte Beziehungen zwischen einer einzigen Bank und ihrem (Industrie-) Kunden. [...] In Deutschland konnte sich so das Hausbanken-Prinzip, welches diese stabile und umfassende Beziehung des Kreditnehmers zu „seiner“ Bank beschreibt, als fester Bestandteil der Unternehmens- bzw. Wirtschaftskultur erhalten“.

Die Rolle der Banken ist dabei traditionell wesentlich wichtiger als die des Kapitalmarktes, was zu stabilen Besitzverhältnissen und auch zu festen Beziehungen zwischen den Sozialpartnern beiträgt. Aus dieser Hausbanken-Funktion und der Verflechtung der verschiedenen Bankgeschäfte ergibt sich ein großes Einflußpotential auf einzelne Unternehmen – kumuliert aber auch für die gesamte Wirtschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Modells Deutschland anhand historischer und funktionaler Kriterien sowie Darstellung der Forschungsfrage.

2. „Modell Deutschland“: Theoretische Grundlagen und Charakteristika: Analyse der klassischen Säulen Mitbestimmung, Bankenrolle und Managementstruktur als stabiler Ordnungsrahmen.

3. Interdependenzen zwischen Politik und Wirtschaft: Veränderungsdruck durch wirtschaftliche Internationalisierung: Untersuchung der Auswirkungen globaler Märkte auf die traditionellen deutschen Strukturen.

4. Darstellung aktueller Fälle und Lösungsansätze: Praxisbeispiele zur Veranschaulichung der Systemveränderungen durch Krisen und Unternehmensübernahmen.

5. „Corporate Governance“: Transparenz und Kontrolle: Analyse der verschiedenen legislativen und korporativen Maßnahmen zur Anpassung der Unternehmensverfassung.

6. Zusammenfassung und Ausblick – Das System der Corporate Governance: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Interaktion von Staat und Wirtschaft.

Schlüsselwörter

Modell Deutschland, Corporate Governance, wirtschaftliche Internationalisierung, Mitbestimmung, Hausbanken-Prinzip, Stakeholder-Ansatz, Shareholder-Orientierung, KonTraG, TransPuG, Unternehmensverfassung, Kapitalgesellschaften, Globalisierung, Unternehmenskontrolle, Aufsichtsrat, Kapitalmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel des Wirtschafts- und Politiksystems in Deutschland. Dabei wird der Übergang vom klassischen „Modell Deutschland“ mit seiner starken Konsenskultur und Bankenmacht hin zu einem durch Internationalisierung geprägten „System der Corporate Governance“ untersucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den drei Säulen des Modells: der Mitbestimmung, der Macht der Banken durch Anteilsbesitz und Stimmrechte sowie dem Wandel des unternehmerischen Planungs- und Entscheidungsstils.

Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?

Das Ziel ist es festzustellen, inwieweit das traditionelle Modell noch existiert und wie sich das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft angesichts des ökonomischen Anpassungsdrucks neugestaltet hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Herleitung der Säulen sowie auf eine politikwissenschaftliche Analyse aktueller Praxisbeispiele und gesetzgeberischer Initiativen (wie KonTraG und TransPuG).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Säulen, eine Analyse der Auswirkungen der Internationalisierung auf diese Säulen, die Untersuchung zweier Fallbeispiele (Mannesmann-Vodafone und Holzmann) sowie eine detaillierte Darstellung der regulatorischen Maßnahmen zur Verbesserung der Corporate Governance.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Shareholder-Value, Stakeholder-Orientierung, Deutschland AG, Kontroll- und Transparenzgesetz sowie die Interdependenz zwischen Politik und Großunternehmen.

Warum war der Fall der Philipp Holzmann AG für die Arbeit besonders relevant?

Der Fall Holzmann dient als markantes Beispiel für das Versagen des traditionellen Konsensmodells und zeigt auf, wie der Staat durch massive Interventionen versuchte, ein "Auslaufmodell" zu retten, was jedoch zu ordnungspolitischen Konflikten mit marktwirtschaftlichen Prinzipien führte.

Welche Rolle spielt das KonTraG in diesem Zusammenhang?

Das KonTraG markiert einen Wendepunkt, da es die Prioritäten des Staates hin zu einer stärkeren Marktorientierung und Transparenz verschob und den Beginn einer gesetzgeberischen Aktivität einleitete, um das deutsche System moderner und konkurrenzfähiger zu machen.

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Details

Title
Vom "Modell Deutschland" zum "System der Corporate Governance"
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Politische Wissenschaft)
Grade
1,3
Author
Christian Wust (Author)
Publication Year
2003
Pages
106
Catalog Number
V18927
ISBN (eBook)
9783638231756
ISBN (Book)
9783656523734
Language
German
Tags
Modell Deutschland System Corporate Governance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Wust (Author), 2003, Vom "Modell Deutschland" zum "System der Corporate Governance", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18927
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