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Die Tiersymbolik im altdeutschen Physiologus an ausgewählten Beispielen

Titre: Die Tiersymbolik im altdeutschen Physiologus an ausgewählten Beispielen

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 23 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Julia Diedrich (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Rahmen des Hauptseminars „Mittelalterliche Hermeneutik“ beschäftigten wir uns im Sommersemester 2008 mit dem Physiologus. „Der Ph[ysiologus] ist ein Zeugnis frühchr[istlicher]- m[ittel]a[lterlicher] Spiritualität, welche die geschaffene Natur als Kosmos von Zeichen verstand, durch die Gott zum Menschen spricht.“ Dieser Satz fasst jenes Werk zusammen, das im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht. Durch seine Wirkungsgeschichte, jahrhundertelange Weitergabe und reichhaltigen Handschriften hat diese Schrift eine Sonderstellung in der Geschichte der Literatur. Im Mittelalter hatte der Physiologus neben der Bibel einen sehr hohen Stellenwert und galt lange als Vorbild bei der geistlich-moralischen Exegese und Naturlehre. Die kleinen Geschichten wurden als „Berichte realer Naturgegebenheiten“ betrachtet und schon in der Spätantike wurden sie durch Augustin „als ‚unwahr‘ im naturwiss[enschaftlichem] Sinn erkannt“. Dies schränkte jedoch nicht Geltung des Physiologus ein. So behielt er lange seine Vormachtstellung als „‘Buch der Natur‘, in dem der Mensch die Offenbarung Gottes ‚lesen‘ kann“.
Die Bezeichnung Physiologus stammt von dem griechischen Wort , was Naturforscher oder Naturkundiger bedeutet. Was es aber genau bedeutet und wie dieses Werk beschaffen ist, soll in der folgenden Arbeit untersucht werden. Dafür wird zunächst über allgemeine Charakteristiken und die Entstehungsgeschichte des Physiologus informiert. Danach liegt der Fokus auf dem altdeutschen Physiologus, aber insbesondere auf der Millstätter Reimfassung, wie sie von Friedrich Maurer herausgegeben wurde. Diese ist auch Ausgangspunkt für die spätere Analyse der Tiere in dieser Arbeit. Jedoch sollen in einem weiteren Kapitel vorher noch die Grundlagen der Schriftsinne der mittelalterlichen Hermeneutik beleuchtet werden.
Den Abschluss bildet das fünfte Kapitel, das eine kurze Zusammenfassung dieser Arbeit geben wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Physiologus

2.1. Allgemeine Informationen und Entstehungsgeschichte

2.2. Der altdeutsche Physiologus

3. Der Vierfache Schriftsinn

3.1. Charakteristik und Funktionsweise der Schriftsinne

3.2. Bedeutung der Schriftsinne für den Physiologus

4. Tiersymbolik im altdeutschen Physiologus

4.1. Allgemeine Bemerkungen

4.2. „Lewe“ – Der Löwe

4.3. „Einhurn“ – Das Einhorn

4.4. „Helphant“ – Der Elefant

4.5. „Vipera“ – Die Schlange

4.6. „Piber“ – Der Biber

4.7. „Ar“ – Der Adler

4.8. „Sisegoum“ – Der Pelikan

4.9. „Fenix“ – Der Phönix

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Tiersymbolik im altdeutschen Physiologus, insbesondere anhand der Millstätter Reimfassung, um die Verknüpfung von naturkundlichen Beschreibungen mit christlich-allegorischen Deutungsmustern im Kontext der mittelalterlichen Hermeneutik zu ergründen.

  • Wesen und Entstehungsgeschichte des Physiologus als „Buch der Natur“.
  • Methodische Grundlagen der mittelalterlichen Schriftexegese (der vierfache Schriftsinn).
  • Analyse ausgewählter Tierdarstellungen und deren typologische Bezüge zur christlichen Heilsgeschichte.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen biologischer Beobachtung und theologischer Symbolik.

Auszug aus dem Buch

4.2. „Lewe“ – Der Löwe

Der Millstätter Physiologus wird durch das Kapitel über den Löwen und mit einem Rekurs auf diesen Vers der Genesis eingeleitet: „Juda ist ein junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom Raube. Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich gelagert. Wer will ihn aufstören?“ Dies ist auch die allererste Nennung des Löwen in der heiligen Schrift, die eine Fülle an Eigenarten des Löwen gibt. So heißt es später, zum Beispiel, bei Petrus: „Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ Im Physiologus hingegen geht die Tendenz der Beschreibung der Eigenschaften des Löwen eher zu seinen Vorteilen. Es wird gesagt, dass er drei Eigenheiten besitze:

Das erste Kennzeichen ist, dass der Löwe seine Spur mit dem Schweif verwischt, wenn er merkt, dass ihm Gefahr durch einen näherkommenden Jäger droht. Diese Verhaltensweise wird als Sinnbild für das geheimnisvolle Entstehen Jesus und somit auch der Menschwerdung von Gott gesehen: „entsandt vom ewigen Vater, verhüllte er die Fährte seinen Weges im Geiste, nämlich seine Gottheit. Unter Engeln wurde er Engel, unter Thronen Thron, unter Mächten Macht, unter Menschen Mensch, als herniederfahrend einging in Mariens Schoß, auf daß er das umherirrende Geschlecht der Menschen errette: Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns [...]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Physiologus als mittelalterliches „Buch der Natur“ ein und umreißt das Ziel, die allegorische Bedeutung der Tiergeschichten in der Millstätter Reimfassung zu untersuchen.

2. Der Physiologus: Dieses Kapitel erläutert die allgemeine Entstehungsgeschichte und die Charakteristik des Werkes sowie die spezifischen Merkmale der altdeutschen Fassungen.

3. Der Vierfache Schriftsinn: Hier werden die Grundlagen der mittelalterlichen Hermeneutik dargelegt, insbesondere wie Texte neben dem Buchstabensinn geistig-allegorisch ausgelegt wurden.

4. Tiersymbolik im altdeutschen Physiologus: Das Hauptkapitel analysiert die verschiedenen Tiere des Physiologus, wie den Löwen oder das Einhorn, und legt deren christlich-allegorische Bedeutung dar.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert die Bedeutung des Physiologus als didaktisches Werk, das naturwissenschaftliche Fakten bewusst zugunsten einer theologischen Botschaft in den Hintergrund stellt.

Schlüsselwörter

Physiologus, Tiersymbolik, Millstätter Reimfassung, Mittelalterliche Hermeneutik, Vierfacher Schriftsinn, Allegorie, Christliche Exegese, Naturkunde, Typologie, Christus-Symbolik, Heilsgeschichte, Naturdarstellung, Bibelstellen, Buch der Natur, mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung von Tieren im altdeutschen Physiologus und wie diese zur Vermittlung christlicher Glaubensinhalte eingesetzt wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die mittelalterliche Auslegungsmethode (Schriftsinne), die Entstehungsgeschichte des Physiologus sowie die detaillierte Deutung konkreter Tiergeschichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Physiologus naturkundliche Berichte nutzt, um komplexe theologische Lehren über Christus, den Teufel und die menschliche Seele greifbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse der Millstätter Reimfassung unter Anwendung der hermeneutischen Prinzipien des vierfachen Schriftsinns.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine systematische Untersuchung einzelner Tierkapitel (Löwe, Einhorn, Elefant, Schlange, Biber, Adler, Pelikan, Phönix) hinsichtlich ihrer biblischen Bezüge und allegorischen Interpretationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Physiologus, Tiersymbolik, Allegorie, mittelalterliche Hermeneutik und christliche Exegese.

Warum wird der Löwe im Physiologus anders dargestellt als in der Bibel?

Während der Löwe in der Bibel oft als gefährlicher Widersacher (Teufel) erscheint, konzentriert sich der Physiologus primär auf positive Eigenschaften, um ihn als Symbol für Christus und dessen Wirken zu nutzen.

Wie verhält sich der Physiologus zur Naturwissenschaft?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Physiologus kein naturwissenschaftliches Lehrbuch im modernen Sinne ist, da die biologische Korrektheit zugunsten der theologischen Aussagekraft oft vernachlässigt wird.

Welche Funktion hat die Schlange im Werk?

Die Schlange wird vielschichtig behandelt: Sie verkörpert einerseits Gefahren und Sünde, dient aber durch Verhaltensweisen wie die Verjüngung auch als Sinnbild für die christliche Läuterung und das Ablegen von Sünden.

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Résumé des informations

Titre
Die Tiersymbolik im altdeutschen Physiologus an ausgewählten Beispielen
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Cours
Mittelalterliche Hermeneutik
Note
2,0
Auteur
Julia Diedrich (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
23
N° de catalogue
V189304
ISBN (ebook)
9783656134749
ISBN (Livre)
9783656134954
Langue
allemand
mots-clé
tiersymbolik physiologus beispielen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Diedrich (Auteur), 2009, Die Tiersymbolik im altdeutschen Physiologus an ausgewählten Beispielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189304
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