Liebe 2.0. Religiöse Online-Dating-Portale


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsklarung und Arbeitsweise

2 EinfahrungindasOnline-Dating

3 Religioses Online-Dating im Vergleich
3.1 Anbieter, Zielgruppe und Zielsetzung der Website
3.2 Angebot und Funktionsweise der Partnersuche
3.3 Rolle der Weltanschauung auf der Online-Dating-Plattform

4 Profilgestaltung der Singleborsen im Vergleich
4.1 Moglichkeiten der Profilgestaltung
4.2 Quantitative Analyse der Profile
4.3 Qualitative Analyse der Profile

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Primarliteratur

Sekundarliteratur

Einleitung

«Drum prufe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“ (Friedrich Schiller)

Die Partnersuche war vermutlich noch nie besonders einfach. Ob es nun Aufgabe der Kinder oder der Eltern, der Manner oder der Frauen oder die Aufgabe von ihnen alien gemeinsam ist, den oder die richtige/n Partner/in zu finden und damit womoglich alle zufrieden zu stellen, es erscheint in vielen Lebenssituationen unmoglich. Vielleicht noch schwieriger ist es nach der getroffenen Wahl glucklich zu werden, seien die Ehepartner auch noch so perfekt. Fur viele Menschen ist das ein Grund, besonders viel Zeit und Muhe in die eigentliche Auswahl des Partners zu investieren. Scheint sich im personlichen Umfeld niemand zu finden, der fur eine intimere Beziehung in Frage kommt, greift man auf andere Mittel zuruck. Gab es fruher nur Kontaktanzeigen in der Zeitung und die ein oder andere uberregionale Tanzveranstaltung, stehen heute viele weitere Moglichkeiten, wie etwa Speed Dating und Internetchats, zur Verfugung.

Eine der mittlerweile beliebtesten Varianten ist das Online-Dating. Hier kann jeder einen Partnervermittler beauftragen oder sich ein Profil zur Selbstdarstellung erstellen, das Interessierten alle wichtigen Informationen in Kurze liefert. Die meisten Anbieter stellen eine Plattform zur Verfugung und uberlassen es den Nutzern, was und wie viel sie von sich erzahlen. Alter, Hobbys, Interessen, Musikgeschmack und Lieblingsbucher erlauben einen ersten Eindruck und motivieren im Idealfall zu einer Kontaktaufnahme. Doch bevor man sich fur den Kontakt zu einem oder mehrerer Nutzer einer Dating-Plattform entscheidet, muss man sich fur einen Anbieter, d.h., eine Website entscheiden. Mochte man Singles aus der eigenen Stadt oder lieber international, alleinerziehende Eltern oder Personen einer bestimmten Altersgruppe kennenlernen, fur alles gibt es eigens Websites. Ein besonderes Kriterium bei der Partnerwahl ist die Religionszugehorigkeit. In einigen Religionsgemeinschaften ist es nicht erlaubt, aufierhalb der Gemeinschaft zu heiraten. Mitglieder anderer mogen es einfacher finden, einen Partner zu haben, der scheinbar das Gleiche glaubt. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Dating-Portalen online, die sich an eine bestimmte religiose Zielgruppe wenden.

An dieser Stelle sollen einige Beispiele empirisch untersucht werden. Dazu wird einfuhrend auf die Begrifflichkeiten und Besonderheiten der Partnersuche im Internet allgemein eingegangen, bevor religios orientierte Angebote bezuglich ihrer Zielsetzung, ihrer Funktionsweise und ihren Bezugen zu Religionen vergleichend untersucht werden. Im letzten Teil geht es um die Profile der Nutzer von Singleborsen und welche Rolle Religiositat bei der Profilgestaltung und der

Partnersuche spielt. Hierzu wurden je 20 mannliche und 20 weibliche Nutzer jeder der zu vergleichenden Singleborsen zufallig ausgewahlt und auf entsprechende Angaben hin gepruft.

1 Begriffsklarung und Arbeitsweise

Im Feld der Partnersuche im Internet gibt es fur die meisten Begrifflichkeiten keine eindeutigen Definitionen. Die Hauptursache dafur liegt in der umgangssprachlichen Nutzung, die haufig nicht mehr dem eigentlichen Wortsinn entspricht. An dieser Stelle sollen daher heuristische Definitionen gefunden werden, mit denen in dem hier vorgegebenen, begrenzten Rahmen gearbeitet werden kann. Zur besseren Lesbarkeit wird auf Genderunterscheidungen verzichtet. Sollten keine geschlechtsneutralen Ausdrucke moglich sein, sind dennoch, soweit nicht ausdrucklich anders erwahnt, beide Geschlechter angesprochen.

„Online-Dating“ wird haufig als Oberbegriff fur jede Form zwischenmenschlicher Kontaktsuche im Internet genutzt. „Dating“ im ursprunglichen Sinn bezeichnet den Vorgang eines beliebigen Treffens, des „Dates“. Im derzeit gebrauchlichen Sinn dient Dating der Partnersuche, indem ein potentieller Partner getroffen und entschieden wird, ob man zu ihm passt und man einen weiteren Kontakt wunscht. Beim Online-Dating treffen sich Menschen im Internet. Die Vorteile sind die hohe Zahl an Nutzern, d. h., potentiellen Partnern, und dass unabhangig von Zeit und Ort interagiert werden kann. Die wichtigsten Formen des Kennenlernens sind hier die Internet- Partnervermittlung, Kontaktanzeigen-Portale (auch: Singleborse), Adult Dating, Alternative Dating und Singlechats. Die folgende Grafik stellt die wichtigsten Unterschiede im Uberblick dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Formen des Online-Datings

Das „Web-Date“ bezeichnet ein Date, das uber das Internet vereinbart wurde und aufierhalb desselben stattfindet, oder ein Date im Internet selbst, z. B. zum Chatten, einem Echtzeitdialog online. Ein Web-Date aufierhalb des Internets, zu dem man sich wahrend der Partnersuche verabredet, wird auch „Blind Date“ genannt, da sich die betreffenden Personen hier zum ersten Mal real begegnen. Dieser Teil der Partnersuche online kann im Rahmen dieser Arbeit leider nicht miteinbezogen werden, da es hierfur eines grofier angelegten Forschungsprojektes bedurfte. Im Folgenden werde ich mich auf die beiden meist genutzten Arten des Online-Datings beziehen: Die Partnervermittlung im Internet und die Singleborse.

Die „Partnervermittlung“ ist eine Dienstleistung, bei der eine Person im Auftrag einer anderen nach einer zum Auftraggeber passenden dritten Person fur eine Liebesbeziehung sucht. Dieses Prinzip gibt es seit vielen Jahrhunderten. Bereits im Alten Testament wird berichtet, dass Abraham seinen Diener Eliezer nach Mesopotamien schickt, um seinem Sohn Isaak eine Frau aus dem eigenen Stamm zu finden. In Deutschland entwickelte sich die heutige Form der Partnervermittlung seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Begriff ist keine geschutzte Berufsbezeichnung, sodass auch keine allgemeinen Qualitatsstandards vorhanden sind. Um damit verbundenen Problemen entgegenzuwirken, haben sich u.a. der ,,Gesamtverband der Ehe- und Partnervermittlungen e.V.“ und der „Berufsverband fur Partnervermittler in Europa e.V.“ gegrundet. Die Partnervermittlung offline, die meist kleinere Partneragenturen mit moglichst grofier Personenkartei anbieten, wird zur Unterscheidung von der Variante online als ,,klassische Partnervermittlung44 bezeichnet. Durch den Konkurrenzkampf hat sich der Umsatz der klassischen Vermittlung zwischen den Jahren 2000 und 2005 ungefahr halbiert[1]. Partneragenturen im Internet befinden sich seit den ersten Angeboten in den 90er Jahren stark im Wachstum. Mehr zu dem Thema finden Sie im Kapitel 2.

„Singlebdrsen“ sind eine Form von Kontaktanzeigen im Internet, bei der die Nutzer nach Partnern, z. B. fur Freizeitaktivitaten, Sex oder eine Ehe, suchen konnen. Der Begriff gibt die hauptsachliche Nutzung durch Singles, d. h. Alleinstehende, vor, wird heute aber auch fur weitere Zielgruppen verwendet, die etwa Personen mit dem gleichen Hobby oder fur einen Seitensprung suchen. Im Gegensatz zur Partnervermittlung im Internet suchen die Nutzer der Plattform eigenstandig nach einem Partner, indem sie sich selbst meist in Form eines Profils, bzw. einer Kontaktanzeige, darstellen und mit anderen Nutzern Kontakt aufnehmen. Da die Anspruche an die Funktionen einer Singleborse, sowie die Marketing- und Serverkosten immer hoher werden, konnen sich die meisten Anbieter nicht mehr allein uber Werbung finanzieren und bieten meist eine Kombination aus kostenpflichtigen und eingeschrankten kostenlosen Nutzeraccounts an. Lediglich Singleborsen, die sich an eine sehr kleine spezialisierte Zielgruppe wenden, konnen sich aufgrund des uberschaubaren Aufwands ein fur die Nutzer kostenloses Angebot leisten. In vielen Fallen fallen auch Singleborsen fur religiose Zielgruppen, wie sie hier behandelt werden, in diese Kategorie.

Den Begriff der „religiosen Singleborse“ oder Partnervermittlung im wortlichen Sinn gibt es nicht, zumal er nur in wenigen Fallen korrekt ware, da er ein religioses Angebot impliziert. Haufig ist die Motivation des Angebots aber unbekannt oder unterscheidet sich nicht von herkommlichen Angeboten. Der eigentliche Unterschied liegt in der Definition der Zielgruppe, die sich selbst einer bestimmten Religionsgemeinschaft zugehorig nennt. „Religion“ an sich lasst sich nicht letztgultig definieren, da immer eine Gruppe oder Eigenschaft ausgeschlossen bleibt. Burkhard Gladigow versucht das Problem zu losen, indem er Religion als ein Sinn-, Symbol- und Deutungssystem definiert. Im Rahmen dieser Arbeit werde ich „Religion“ uber die Selbstbezeichnung der Angebote bzw. Anbieter und Nutzer definieren und ihre Selbstdarstellung untersuchen. Da sich einige Nutzer Atheisten nennen oder keine Religion angeben, mochte ich im Folgenden zusatzlich den Begriff der „Weltanschauung“ einfuhren, um diese Selbstbenennung zu respektieren, obwohl der Begriff der Religion nach Gladigow auch fur den Atheismus in seiner Vielfaltigkeit zutreffend ware.

Die Auswahl der untersuchten Singleborsen bzw. Partnervermittlungen im Internet fiel eher zufallig wahrend der Vorbereitung des gehaltenen Referats zum Thema. Ich gab die Begriffe „Singleborse“ bzw. „Partnervermittlung“ und eine der untersuchten Religionsgemeinschaften, zum Beispiel „Islam“, in eine Suchmaschine ein und nahm den ersten beliebigen Treffer, der mir ins Auge fiel. Die Religionsgemeinschaften wahlte ich aufgrund meiner Interessen; eines vorangegangenen Referats, bei dem die Website esoflirt genannt worden war und das Interesse meiner Kommilitonen erregte; und dem Wunsch ein weites Spektrum zu erfassen. Die untersuchten Nutzerprofile sindjeweils die zum Downloadzeitpunkt ersten zwanzig desjeweiligen Geschlechts bei den Suchkriterien „Deutschland“ und „jedes Alter“ angezeigten. Ausgenommen davon wurden offensichtliche Doppelprofile.

2 Einfuhrung in das Online-Dating

Im Jahr 1956 wurde das erste Computerprogramm zur Hilfe bei der Partnersuche eingefuhrt. Der Entwickler, Art Linkletter, sammelte per Post Fragebogen von viertausend Singles in den USA und speiste die Informationen in die Rechenmaschine ein. Das erste von ihm vermittelte Parchen traf sich erstmalig vor Fernsehpublikum und mochte sich sofort, wie die Zeitung TIME berichtete[2]. Nach der Erfindung des Internet-Browsers im Jahr 1993 nutzten viele klassische Partnervermittlungen einen eigenen Internetauftritt als zusatzliche Marketingstrategie. Spater konnten Nutzer ihre Fragebogen auch per Internet einreichen, ausgewertet und vermittelt wurden sie aber weiterhin offline. Schliefilich wurde die erste Generation von Partneragenturen, die komplett online funktionierten, eingefuhrt, die mit einfachen Personlichkeitsangaben und Wunschvorstellungen betreffs Alter, Grofie, u. a., arbeiten konnte. 2001 schaffte die Agentur parhip.de mit vielen Funktionen, die auch heutige Partnervermittlungen im Internet bieten, den Durchbruch. Dazu gehoren etwa ein Personlichkeitstest; ein eigener Onlinebereich, in dem die Partnervorschlage sortiert werden konnen und vieles mehr.

Laut einer Emnid-Studie aus dem Jahr 2003 sind Online-Dating-Portale nach Arbeitsplatz und Freundeskreis der beliebteste Ort, um potentielle Partner zu finden, was von einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz zeugt. Im Dezember 2005 waren rund 2,75 Millionen Mitglieder bei Internetpartnervermittlungen registriert, 2,25 Millionen mehr als drei Jahre zuvor[3]. Allerdings ist nicht bekannt, wie viele Menschen sich bei mehreren Partnervermittlungen angemeldet haben. Online-Dating-Nutzer haben 4,1 Mitgliedschaften, nutzen aber in der Regel nur 2,2 davon aktiv. Manner sind im Durchschnitt bei 4,9 Online-Dating-Portalen angemeldet, Frauen bei 3,4. Das fuhrt zu einem deutlichen Uberhang von mannlichen Nutzern, weshalb manche Portale Funktionen, fur die Manner zahlen mussen, fur Frauen kostenlos anbieten. Insgesamt sind zwar 48,2 % der Online-Dating-Nutzer weiblich und 51,8 % mannlich, aber 81 % der Manner nutzen Singleborsen, wahrend es bei Frauen nur 58,7 % sind, weil viele die Partnervermittlungen bevorzugen. Das Durchschnittsalter der weiblichen Nutzer liegt bei 37,3 Jahren; mannliche Nutzer sind etwa 2,4 Jahrejunger.

Ziel der Nutzung eines Online-Dating-Services ist bei beiden Geschlechtern eine Liebesbeziehung (80,9 % der Manner gegenuber 86,2 % der Frauen). Manner suchen eher erotische Abenteuer (42,6 %), wahrend Frauen sich um neue Freunde bemuhen (38,2 %)[4].

Derzeit gibt es die Tendenz, dass Internet-Partnervermittlungen unter den uber 35jahrigen beliebter werden, wohingegen Singleborsen fur eine sehr junge Zielgruppe ein Freizeitvergnugen darstellt. Ein neuer Trend konnte durch die App Augmented ID der Firma TAT Cascades entstehen. Mit dieser App auf dem iPhone konnte man eine attraktive Person auf der Strafie fotografieren, sich automatisch anzeigen lassen, ob sie bei einem Online-Dating-Portal angemeldet ist, und ggf. Kontakt zu ihr aufnehmen.

3 Religioses Online-Dating im Vergleich

Dieses Kapitel soll sich den Online-Dating-Plattformen selbst widmen, bevor im nachsten Kapitel auf die Nutzer des Online-Datings eingegangen werden soll. Es werden funf Plattformen untersucht, davon zwei Internet-Partnervermittlungen und drei Singleborsen. Die beiden Vermittlungsangebote sind die judische Website www.jretromatch.com und der christliche Partnerschaftsdienst www.cpdienst.com. Zu den Singleborsen gehoren das muslimische Angebot www.salaamlove.com, die Baha'i-Website www.twodoves.net und die Esoterikseite www.esoflirt.de. Die Auswahl der Seiten erfolgte, wie in Kapitel 1 beschrieben, grofitenteils zufallig. Die Seiten werden, wenn moglich, in der Reihenfolge des Beginns der historischen Entwicklung der Religion, auf die sich das Angebot bezieht, dargestellt.

3.1 Anbieter, Zielgruppe und Zielsetzung der Website

Jretromatch.com ist nach eigener Aussage ein judischer Service, der von Experten angeboten wird. Die "Matchmaker" sind Juden, die die Partnervermittlung personlicher gestalten sollen, da ein Computer einen menschlichen Experten nicht ersetzen konne. Die Matchmaker nutzen ihre Erfahrung, eine ,,unique and sophisticated technology445 und fuhren personliche Interviews mit den zahlenden Mitgliedern durch. Der Dienst wendet sich an judische Singles in den USA, wobei sowohl traditionelle und konservative als auch Reformjuden zur Zielgruppe gehoren. Das Copyright der Website liegt beim ,,Woodmere Asset Management44, uber das im Internet kaum mehr zu erfahren ist als der Name. Die Seite hat kein Impressum und Kontakt kann nur uber das Kontaktformular aufgenommen werden.

Der christliche Partnerschafts-Dienst (cpd) wendet sich an alleinstehende, deutschsprachige Christenjedes Alters, die Hilfe bei der Suche nach einem ,,geeigneten Ehepartner44 brauchen. Die cpd-Mitarbeiter werden alle einzeln mit vollstandigem Namen, Foto und Aufgabenbereich vorgestellt und legen Wert auf eine individuelle und personliche Beratung. Der Dienst wurde laut eigenen Angaben 1985 von einem Ehepaar mit Erfahrung im Bereich der christlichen Eheberatung in der Schweiz gegrundet. Ziel sei es damals und heute, ,,dass gesunde christliche Ehen und Partnerschaften entstehen und gefordert werden44. Grofier Erfolg fuhrte zur Einstellung weiterer Mitarbeiter. Zudem schlossen sich andere christliche Partnervermittlungen an, „um ihren Teilnehmern besser und gunstiger dienen zu konnen“[5] [6]. Die Zentrale der Non-Profit-Organisation wurde 1998 zur besseren Koordination nach Deutschland verlegt. Kontaktadressen inklusive Telefonnummer, Faxnummer und Emailadresse sind fur die Zentrale in Birkenfeld, Deutschland, sowie die Aufienstellen in Pfaffikon, Schweiz, und Dornbirn, Osterreich angegeben. Aufierdem gibt es ein ausfuhrliches Impressum, das ebenfalls diverse Kontaktmoglichkeiten anbietet.

Salaamlove.com ist ein Angebot von World Singles, einem Unternehmen, dem viele weitere Singleborsen fur spezielle Zielgruppen gehoren. Ziel des Unternehmens ist eine ,,safe, fun and relaxed environment where compatible singles connect to share thoughts, laughs, love and friendship”[7]. Salaamlove selbst wirbt mit jahrelanger Erfahrung in der Vermittlung islamischer

Singles und stellt sich als grofiter und effektivster Dienst in diesem Bereich dar. Zielgruppe sind laut eigener Angabe intelligente, attraktive und erfolgreiche Muslime, die nach ,,true Islamic love“ suchen. Kontakt zum Anbieter ist nur uber ein Kontaktformular moglich. Ein Impressum ist nicht vorhanden, auf der verlinkten Website des Unternehmens World Singles findet sich allerdings eine Service-Telefonnummer.

Twodoves.net wirbt gleich auf der Startseite damit, 2005 von einem Baha’i-Ehepaar gegrundet worden zu sein, das sich im Internet kennenlernte. Ihre ausfuhrlich erzahlte Geschichte ist direkt verlinkt und berichtet, wie der australische Mann bei einer Singleborse eine norwegische Frau kennenlernte und sie nach langen Emails, Telefonaten und schliefilich Besuchen heiratete. Ziel der Singleborse sei es, Baha'i eine Moglichkeit zu geben, sich kennenzulernen und ihnen Hilfen fur ihren Weg zur Hochzeit zur Verfugung zu stellen. Ein Grofiteil der Nutzer kommt laut Angaben des Anbieters aus Nordamerika, aber das Angebot wendet sich an Baha'i weltweit. Der Kontakt zu den Anbietern ist nur uber ein Kontaktformular, bzw. uber Email moglich, was mit den Unterschieden in der Zeitzone und der Arbeit der Mitarbeiter auf Teilzeitbasis begrundet wird. Ein Impressum ist nicht vorhanden.

Esoflirt.de ist ein deutschsprachiges Angebot von ,,Viktie - Mystik, Schwert und Bogen“, die Bogenschiefiveranstaltungen u. a. fur Mittelaltermarkte und Privatveranstaltungen anbieten. Die Website www.viktie.de wird von „Thea“ gestaltet, die sich mit ,,weiser [sic!] Magie“ beschaftigt. Die Viktie-Gemeinschaft („Coven“) nimmt immer zur Wintersonnenwende neue Mitglieder auf. Auf der Singleborse selbst wird darauf, abgesehen vom Impressum, kein Bezug genommen. Allerdings stellt sie generell kaum Informationen zur Verfugung und besteht hauptsachlich aus der eigentlichen Plattform. Aufier im Impressum, wo man Anschrift, sowie Telefon- und Faxnummer findet, ist keine Kontaktmoglichkeit vorgesehen.

Wie zu erwarten war, konnen kommerziell arbeitende Anbieter wie jretromatch, cpd und salaamlove bessere Kontaktmoglichkeiten bieten, da Mitarbeiter fur den Kundenkontakt bezahlt werden. Wahrend die judischen Matchmaker vor der Kontaktaufnahme unbekannt sind, kann sich der Kunde bei cpd vor der Kontaktaufnahme ein Bild von den Mitarbeitern machen. Bei salaamlove erfahrt der Nutzer gar nicht, an wen das Kontaktformular versendet wird. Das Ehepaar, das die Plattform twodoves anbietet, kann per Email kontaktiert werden, allerdings kann aufgrund der Teilzeitarbeit die Antwort langer auf sich warten lassen. Esoflirt schliefilich ist die Website, uber die man - verglichen mit den anderen hier dargestellten Angeboten - am wenigsten erfahrt und die daher am unprofessionellsten wirkt. Direktere Kontaktmoglichkeiten gibt es auch nach der Anmeldung bei keiner der Singleborsen. Da die Anmeldung bei den Partnervermittlungen nicht kostenfrei ist, konnte diese Angabe fur sie nicht uberpruft werden.

[...]


[1] Singleborsenvergleich 2011: Glossar: Klassische Partnervermittlung

[2] Time-Magazine (Nov. 1956); zitiert in: Singleborsenvergleich 2011: Die Geschichte der Partnervermittlung

[3] Singleborsenvergleich (2005a): Online-Dating-Report

[4] Singleborsenvergleich (2005b): Der Online-Dating-Nutzer, Mehrfachnennung moglich

[5] Jretromatch.com: About Jretromatch

[6] cpd.de: Entstehung des cpd

[7] Worldsingles.com: Startseite

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Liebe 2.0. Religiöse Online-Dating-Portale
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Homepages und empirische Religionsforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
28
Katalognummer
V189334
ISBN (eBook)
9783656136354
ISBN (Buch)
9783656136750
Dateigröße
889 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religion, Partnervermittlung, Internet, Homepages, Onlinedating, Singlebörse, Islam, Judentum, Christentum, Esoterik, Bahai, Baha'i, Religionswissenschaft
Arbeit zitieren
Hanna Langer (Autor), 2011, Liebe 2.0. Religiöse Online-Dating-Portale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189334

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