In the paper develops graphics describing the concept of marginality of Prof. Hartmut Elsenhans and its implications for world market integration. Elsenhans defines marginality as negative marginal productivity of a significant part of the labour force in an economy with low technological capacities. The paper tries to demonstrate that marginality blocks the adjustment process towards more employment by flexible prices and world market integration. The model tries to show that full-employment cannot be achieved through market mechanisms alone. Development strategies for lifting productivity and income of the poor, as well as increasing local production of basic commodities become an inevitable pre-condition for long-term market growth. Elsenhans’ concept of marginality is not fundamentally opposed to the liberal market model. The theory does not deny the negative impact of market distortions and it´s implication for authoritarian political systems, bad governance and under utilization of recourses. The concept of marginality treats the aspect of market failure as an additional factor to the liberal diagnosis concerning rents and rent-seeking.
The paper tries to give a comprehensive explanation of the economic theory of Elsenhans. So far his contribution to developmental economic has been incorporated only marginally by theory discussion.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Grundmodell für Marginalität
3. Begrenzte Impulse für die Überwindung von Marginalität durch Weltmarktintegration
3.1 Weltmarktintegration im liberalen Modell
3.2. Einkommensverluste bei Abwertung
3.3. Absolute Abwertungsschranken
4. Kapitalistisches Wachstum und die sich für die Entwicklungsökonomien ergebenden komparativen Kosten
4.1 Arbeitsintensive und kapitalintensive Weltmarktintegration von Entwicklungsökonomien
4.1.1. Arbeitsintensive Weltmarktintegration
4.1.2 Integration nach der Theorie der Produktzyklen
4.2 Differenzierung des Außenhandelsmodells nach Branchen
5. Das Entwicklungspolitische Konzept
6. Die Verteilung von Beschäftigten in Entwicklungsökonomien
7. Einige Anmerkungen zum Marginalitätskonzept
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Marginalitätskonzept von Hartmut Elsenhans und dessen Auswirkungen auf die Weltmarktintegration von Entwicklungsökonomien, um zu demonstrieren, wie geringe Grenzproduktivität von Arbeit marktwirtschaftliche Anpassungsprozesse blockiert und alternative entwicklungsökonomische Strategien erforderlich macht.
- Analyse des Marginalitätsbegriffs bei Hartmut Elsenhans
- Untersuchung der Blockaden marktwirtschaftlicher Anpassung in Entwicklungsökonomien
- Evaluation der Effekte von Weltmarktintegration und Abwertung auf Beschäftigung und Einkommen
- Diskussion entwicklungspolitischer Instrumente und staatlicher Interventionen
- Zusammenhang zwischen Reallohnsteigerungen und kapitalistischem Wachstum
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das für die Theorie von Elsenhans zentrale Marginalitätskonzept widerspricht der neoklassischen These, dass in Entwicklungsländern Marktwirtschaft bei flexiblen Preisen zur Vollbeschäftigung tendiert. Interpretiert kann die Theorie von Elsenhans als Anwendung des „keynesschen Diagnose“ auf Entwicklungsökonomien: Der Versuch, Beschäftigung alleine mittels Lohnflexibilisierung und Liberalisierung zu mobilisieren scheitert bei Keynes aufgrund ungleicher Verteilung und führt zu entgegen gesetzten Effekten. Aus dieser Perspektive genügen sozialpolitische Abfederungsmaßnahmen bei Liberalisierung nicht. Stattdessen bedarf es einer gezielten Umverteilungspolitik, wie Agrarreformen, Ausstattung der Armen mit Produktionsmitteln oder einer längerfristigen Subventionierung von Arbeitskräften. Im Unterschied zu Keynes bildet im Marginalitätskonzept die zu geringe Grenzproduktivität von Arbeit das zentrale Strukturdefizit für den neoklassischen Anpassungsmechanismus und nicht primär eine sinkende Konsumquote oder zu geringen Investitionen aufgrund negativer Erwartungen.
Marginalität besteht, wenn „ein erheblicher Teil der verfügbaren Arbeitskräfte bei niedrigem Stand der wirtschaftlichen Entwicklung weniger zusätzlich produziert als er zur Deckung der physischen Minimalbedürfnisse verbrauchen muss“ (Elsenhans, 1995: 193). Bei Marginalität herrscht eine hohe Verfügbarkeit von Arbeit. Zudem kann Arbeit aufgrund der bei niedrigem Entwicklungsstand geringen Qualifikationsanforderungen „ausgetauscht“ werden. Wegen des dann inelastischen Angebots von Arbeit können bei Marginalität die Reallöhne durch eine Verknappung von Arbeit nicht steigen, trotz der in einzelnen Bereichen hohen oder steigenden Produktivität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das zentrale Marginalitätskonzept von Elsenhans ein und kontrastiert es mit der neoklassischen Theorie der Vollbeschäftigung.
2. Das Grundmodell für Marginalität: Hier wird das Grundmodell erläutert, das zeigt, warum Vollbeschäftigung bei angebotskonformen Lohnsenkungen blockiert sein kann.
3. Begrenzte Impulse für die Überwindung von Marginalität durch Weltmarktintegration: Dieses Kapitel diskutiert die Grenzen von Weltmarktintegration und Abwertung als Strategien zur Beschäftigungsförderung.
4. Kapitalistisches Wachstum und die sich für die Entwicklungsökonomien ergebenden komparativen Kosten: Es wird analysiert, wie sich kapitalistische Wachstumsdynamik auf die Verteilung komparativer Kostenvorteile auswirkt.
5. Das Entwicklungspolitische Konzept: Dieses Kapitel stellt entwicklungspolitische Maßnahmen vor, um die Grenzproduktivität von Arbeit zu erhöhen und Marginalität zu bekämpfen.
6. Die Verteilung von Beschäftigten in Entwicklungsökonomien: Eine Typologisierung von Beschäftigung hilft hier, die Auswirkungen von Liberalisierung und Abwertung zu differenzieren.
7. Einige Anmerkungen zum Marginalitätskonzept: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Grenzen des Modells, etwa hinsichtlich aktueller globaler Preisentwicklungen, diskutiert.
Schlüsselwörter
Marginalität, Hartmut Elsenhans, Entwicklungsökonomie, Weltmarktintegration, Grenzproduktivität, Beschäftigung, Reallöhne, Abwertung, Renteneinkommen, Marktversagen, kapitalistisches Wachstum, komparative Kostenvorteile, Industriepolitik, Unterbeschäftigung, Strukturdefizit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Marginalitätskonzept von Hartmut Elsenhans und dessen Erklärung dafür, warum Marktwirtschaften in Entwicklungsländern oft nicht zu Vollbeschäftigung führen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Ursachen von Marginalität, die Rolle der Weltmarktintegration, die Auswirkungen von Renteneinkommen sowie die Notwendigkeit interventionistischer Wirtschaftspolitik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Scheitern marktwirtschaftlicher Anpassungsprozesse in Entwicklungsländern durch das Konzept der zu geringen Grenzproduktivität von Arbeit zu erklären und alternative entwicklungspolitische Strategien aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretisches Modell basierend auf grafischen Darstellungen verwendet, das neoklassische und postkeynesianische Ansätze integriert und auf die spezifischen Bedingungen von Entwicklungsökonomien anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Grundmodell der Marginalität, die Effekte der Weltmarktintegration, die Rolle komparativer Kostenvorteile nach Branchen sowie spezifische entwicklungspolitische Instrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Marginalität, Grenzproduktivität, Entwicklungsökonomie, Weltmarktintegration, Renteneinkommen, Marktversagen und kapitalistisches Wachstum.
Wie unterscheidet sich die Theorie von Elsenhans von der neoklassischen Sicht?
Während die Neoklassik davon ausgeht, dass Marktwirtschaft bei flexiblen Preisen zu Vollbeschäftigung tendiert, argumentiert Elsenhans, dass Marginalität ein fundamentales Strukturdefizit darstellt, welches diesen Mechanismus blockiert.
Warum können Reallohnsteigerungen für kapitalistisches Wachstum wichtig sein?
Nach Elsenhans sind langfristig steigende Reallöhne notwendig, um wachsende Nachfragekapazitäten zu schaffen, die mit den Angebotskapazitäten korrespondieren, da sonst die Investitionen unrentabel werden.
Welche Rolle spielen Renten im Kontext der Marginalität?
Renten werden als Surpluseinkommen definiert, die durch strukturelle Wachstumsblockaden entstehen und oft zu Fehlallokationen und politischem Missmanagement führen, anstatt zur Überwindung von Marginalität beizutragen.
Warum wird die Abwertung als oft riskante Strategie bewertet?
Abwertung kann zu massiven Einkommensverlusten führen und, insbesondere bei Importabhängigkeit von Grundnahrungsmitteln, an absolute Grenzen stoßen, was die ohnehin prekäre Situation der Armen verschärfen kann.
- Citar trabajo
- Fausi Najjar (Autor), 2007, Das Konzept von Marginalität und Weltmarktintegration von Entwicklungsökonomien bei Hartmut Elsenhans: Eine Interpretation in graphischer Darstellung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189337