Die vorliegende Staatsexamensarbeit besteht aus zwei Teilen. Um sich dem Thema zu nähern, sollen im ersten Teil zunächst die theoretischen Grundlagen zum außerschulischen Lernen bearbeitet werden. Nicht nur eine Begriffsbestimmung wird vorgenommen, sondern auch die didaktische Notwendigkeit von Erfahrungen vor Ort bezogen auf den Geschichtsunterricht werden dargelegt. Ebenso wird geklärt, welche Forderung das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg bezüglich des außerschulischen Lernens hat, indem der Rahmenlehrplan des Faches Geschichte für die Sekundarstufe daraufhin analysiert wird. Im Anschluss daran wird die historische Exkursion am Beispiel einer Stadtrallye als Form des außerschulischen Lernens vorgestellt und darauf eingegangen, was bei den einzelnen Phasen der Durchführung beachtet werden sollte.
Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit der praktischen Durchführung der Stadtrallye. Zunächst soll kurz auf die Wahl des Lernortes eingegangen werden. Des Weiteren ist es auch von großer Wichtigkeit, die Lernziele für die Stadtrallye vorzustellen, da diese eine Legitimation für die Durchführung darstellen. Der Fokus dieses Kapitels ist allerdings auf die Vorbereitung und Planung, die organisatorischen Maßnahmen, die Durchführung sowie den Verlauf und letztendlich der Auswertung gerichtet. Weiterhin ist auch eine kritische Reflexion erforderlich. Diese beinhaltet nicht nur Hinweise, sondern auch Verbesserungsvorschläge beziehungsweise alternative Varianten.
Im Anhang der Arbeit befinden sich neben Darstellungen und Schemata, die zur genaueren Erklärung der dargestellten Sachverhalte benötigt werden, auch vom Autor selbstständig entwickelte Lehrerhandreichungen sowie die selbstkonzipierte Stadtrallye mit Lösungen, die zur Durchführung einer Stadtrallye in Potsdam herangezogen werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Theorie des außerschulischen Lernens
2.1 Außerschulische Lernorte – eine Begriffsbestimmung
2.2 Zur Notwendigkeit von Erfahrungen vor Ort im Geschichtsunterricht
2.3 Zum Besuch eines außerschulischen Lernortes in Form einer Stadtrallye im historischen Potsdam
3. Außerschulisches Lernen anhand einer Stadtrallye in Potsdam
3.1 Zur Wahl des Lernortes
3.2 Lernziele dieser Exkursion
3.3 Die Planung und vorbereitende Maßnahmen
3.4 Die Durchführung
3.5 Die Nachbereitung
3.6 Kritische Reflexion und Verbesserungsvorschläge
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen außerschulischen Lernens unter besonderer Berücksichtigung der Fachdidaktik Geschichte. Ziel ist es, den Mehrwert einer historisch orientierten Stadtrallye in Potsdam für Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse aufzuzeigen und das Konzept methodisch sowie organisatorisch aufzuarbeiten.
- Theoretische Fundierung des außerschulischen Lernens im Geschichtsunterricht.
- Konzeption und Planung einer historischen Stadtrallye in Potsdam.
- Analyse von Lernzielen im Bereich Sozial-, Personal-, Methoden- und Sachkompetenz.
- Kritische Reflexion der Durchführung und Ableitung von Optimierungsmöglichkeiten.
Auszug aus dem Buch
2.1 Außerschulische Lernorte – eine Begriffsbestimmung
Zuerst sollte angeführt werden, dass in der Literatur die verschiedensten Definitionen zum Begriff des außerschulischen Lernens bzw. für außerschulische Lernorte zu finden sind. Sauerborn und Brühne erklären diese Uneinheitlichkeit damit, dass in den letzten Jahren zahlreiche Schlagworte und Gegenstandsbestimmungen in Erscheinung getreten sind. Mit den Bezeichnungen Unterricht an Außenlernorten, Regionalem Lernen, Lernen vor Ort, Exkursion, Originalbegegnung und Lernen außerhalb des Klassenraums sind nur einige Beispiele für die Begriffsvielfalt angeführt, die letztendlich alle das Gleiche meinen: Lernvorgänge, die nicht im Klassenzimmer stattfinden.
Aus diesem Grund ließen sich hier zahlreiche gelungene und aussagekräftige Definitionen anführen. Das folgende Zitat von Mickel gehört zu denen, die das Grundverständnis der Didaktik des außerschulischen Lernens vor allem bezogen auf den Geschichtsunterricht, treffend zusammenfasst: "Mit dem Begriff außerschulischer Lernort wird auf die didaktisch-methodische Möglichkeit aufmerksam gemacht, daß [sic!] die Lernenden die Schule […] verlassen können, um gezielt einen gesellschaftlich-politischen Problembereich durch eigene Erfahrungen, Beobachtungen, Erlebnisse gemeinsam zu erschließen."
Aus dieser Definition geht hervor, dass nicht mehr nur die Schule als hauptsächliche Bildungsstätte dienen soll, sondern dass auch außerhalb die Chance besteht, dass Schülerinnen und Schüler einen Lernzuwachs erhalten und auch Kompetenzen, wie Selbstständigkeit und Eigenständigkeit gefördert werden. Ebenfalls wird deutlich, dass beim außerschulischen Lernen Probleme oder auch Lerninhalte unmittelbar an dem Ort bearbeitet werden, wo diese zu sehen, anzufassen oder zu beobachten sind.
Eng verbunden mit dem außerschulischen Lernen ist auch die Vermittlung von Handlungskompetenz. Durch den Erwerb dieser Schlüsselkompetenz werden die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, durchdachtes, verantwortungsbewusstes, selbstständiges, soziales sowie sach- und fachgerechtes Verhalten in und außerhalb der Schule zu zeigen, indem sie zur Handlung angeregt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Unterrichtspraxis hin zu schülerzentrierten Methoden und begründet die Notwendigkeit, das Klassenzimmer als traditionellen Lernort zu verlassen.
2. Zur Theorie des außerschulischen Lernens: Dieses Kapitel definiert außerschulisches Lernen, beleuchtet die didaktische Notwendigkeit von Erfahrungen vor Ort und diskutiert die pädagogischen sowie lernpsychologischen Argumente für eine Öffnung von Schule.
3. Außerschulisches Lernen anhand einer Stadtrallye in Potsdam: Der praktische Hauptteil beschreibt die Wahl des Lernortes, die Zielsetzung, die organisatorische Planung, die konkrete Durchführung, die Nachbereitung und reflektiert kritisch den gesamten Prozess der Stadtrallye.
4. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Relevanz des außerschulischen Lernens zusammen und betont, wie durch die richtige Vorbereitung und Motivation der Wissenszuwachs und die Kompetenzentwicklung bei den Lernenden gefördert werden.
Schlüsselwörter
Außerschulisches Lernen, Geschichtsunterricht, Stadtrallye, Potsdam, Historische Exkursion, Lernorte, Didaktik, Methodenkompetenz, Handlungsorientierung, Kompetenzentwicklung, Preußische Geschichte, Gruppenarbeit, Wissenszuwachs, Reflexion, Selbstständiges Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des außerschulischen Lernens im Fach Geschichte, demonstriert an einer praktischen Stadtrallye in Potsdam für eine 9. Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Fundierung außerschulischen Lernens, die methodische Planung von Exkursionen, die Förderung von Schülerkompetenzen und die kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung im historischen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine Stadtrallye theoretische Inhalte aus dem Geschichtsunterricht durch reale Begegnungen mit Geschichte ergänzt werden können, um den Lernerfolg und die Motivation nachhaltig zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Didaktik des außerschulischen Lernens und eine praxisorientierte Falldarstellung (Aktionsforschung) der durchgeführten Stadtrallye inklusive Auswertung von Schülerfeedback.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird der gesamte Exkursionsprozess von der Standortwahl über die Zieldefinition und rechtliche Planung bis hin zur detaillierten Durchführung und kritischen Nachbereitung der Stadtrallye detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Außerschulisches Lernen, Geschichtsdidaktik, Stadtrallye, Handlungskompetenz und Historische Exkursion definieren.
Warum wurde Potsdam als Lernort gewählt?
Potsdam bietet als ehemalige Residenzstadt eine hohe Dichte an historisch authentischen Orten, die eng mit der preußischen Geschichte verknüpft sind und somit einen direkten Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler ermöglichen.
Welche Rolle spielt das Feedback der Schüler in der Arbeit?
Das Schülerfeedback ist ein zentrales Instrument der Nachbereitung und Reflexion. Es liefert wichtige Erkenntnisse über den Wissenszuwachs, die Motivation sowie Schwierigkeiten bei der Gruppenarbeit und dient als Grundlage für die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge.
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- Franziska Dedow (Author), 2011, Zu den Möglichkeiten und Grenzen des außerschulischen Lernens am Beispiel einer Stadtrallye in Potsdam im Fach Geschichte der 9. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189383