Praktikumsbericht über das studienbegleitende Praktikum im Fach Deutsch

Nach § 38 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. d LPO (Lehramtsprüfungsordnung)


Praktikumsbericht (Schule), 2008

40 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Situative Bedingungen
1.1 Die Staatliche Realschule N.N
1.2 Die betreuende Lehrkraft
1.3 Beschreibung der Klassen
1.4 Zeitlicher Rahmen des Praktikums

2. Während des Praktikums gehaltene Unterrichtsstunden
2.1 Von Maria Elisabeth Reif gehaltene Unterrichtsstunden
2.1.1 Unterrichtsstunde: Einführung in die Schilderung
2.1.2 Unterrichtsstunde: Schilderung einer Situation auf dem Volksfest
2.1.3 Unterrichtsstunde: Getrennt- und Zusammenschreibung von Verben
2.1.4 Unterichtsstunde: Lyrik am Beispiel des Haiku
2.2 Von N.N. gehaltene Unterrichtsstunden
2.2.1 Unterrichtsstunde zur Thematik Werbung
2.2.2 Unterrichtsstunde zur Thematik Realismus
2.2.3 Unterrichtsstunde: Lyrik am Beispiel des Haiku (s. Punkt 3.1.4.)

3. Didaktische Analyse der Unterrichtsstunde “Schilderung Volksfest”
3.1 Adressatenbezug (Wem?)
3.2 Thematik der Stunde (Was?)
3.3 Didaktische Relevanz (Warum?)
3.4 Lehrziele (Wozu?)
3.5 Stellung in der Unterrichtssequenz
3.6 Stundenplanung und methodische Bausteine (Wie?)
3.6.1 Stundennotation
Einstieg Volksfest
Einführung ins Thema
Vorbereitung zum Schreiben einer eigenen Schilderung
Vertiefung / Anwendung
Sicherung
3.6.2 Methodenreflexion
3.7 Problematiken im Stundenverlauf

4. Anhang
Materialien zu: Einführung in die Schilderung
Materialien zu: Getrennt- und Zusammenschreibung von Verben

5. Quellen / Literatur

1. Situative Bedingungen

1.1 Die Staatliche Realschule N. N.

Die Staatliche Realschule N.N.1 liegt im Landkreis N.N. Sie besteht seit 1973 und wurde 1975 offiziell eingeweiht. Architektonisch ist sie im Vergleich zu anderen Schulen in denen ich als Praktikantin zu Gast war, sehr großzügig gestaltet. Auffällig sind im Erdgeschoss der weitläufige Eingangsbereich mit Aula und Pausenverkauf sowie die hellen Flure und breiten Aufgänge zu den Klassenräumen. Durch Grünpflanzen auf den Gängen und von den Schülern geschaffene Bilder an den Wänden wird eine freundliche Atmosphäre im Schulhaus geschaffen. Alle Räume sind gut beschildert, als Orientierungshilfe wurde uns Praktikanten zu Beginn des Praktikums ein Raumplan des Gebäudes ausgehändigt.

Das Lehrerzimmer ist hell und groß. Die Tische der Lehrer sind grob nach Fachrichtungen geordnet. Jeder Lehrer hat ein Postfach und einen Sitzplatz, für Gäste wie z.B. Praktikanten gibt es eine eigene Tischreihe mit Sitzgelegenheiten. An einem großen schwarzes Brett sind übersichtlich alle wichtigen und aktuellen Information zum Organisationsablauf und zum Schulleben, aber auch Anweisungen für den Umgang mit einzelnen Schülern (z.B. wegen fehlender Disziplin gemahnte Schüler, leserechtschreibschwache Schüler etc.) ersichtlich. Im hinteren Bereich des Großraums sind einige Computerarbeitsplätze eingerichtet. Es gibt auch einen separaten, kleineren Besprechungsraum, der gleichzeitig als Lehrmittelbibliothek dient.

Neben dem alltäglichen Unterricht nach Stundenplan gibt es an der Realschule N.N. auch Projekte von Schülern für Schüler bzw. von Lehrern und Schülern gemeinsam Initiiertes, wie

z.B. die SMV, Tutoren, Streitschlichter, einen Sanitätsdienst und das Schülercafé.

Ganz neu war mir das interessante Prinzip der Klassenstunde, welche jeweils am Montag nach der vierten Stunde von 11.00 Uhr bis 11.30 Uhr stattfindet. Leider konnte ich diese nie miterleben. Ich habe mir jedoch sagen lassen, dass diese Zeit ganz für den Klassenlehrer und seine Klasse reserviert ist. Organisatorisches kann geklärt, Sorgen und Probleme der Schüler im schulischen und/oder zwischenmenschlichen Bereich können angesprochen und Konflikte, die den Klassenverband betreffen, gelöst werden.

An der Staatl. Realschule N.N. wurden im Schuljahr 2007/08 insgesamt 856 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. Die Schülerschaft setzte sich hierbei aus 466 Jungen und 390 Mädchen zusammen. Nur 12 Schülerinnen und Schüler kommen gebürtig nicht aus Deutschland, es gibt es aber einige Kinder mit Migrationshintergrund oder aus Familien, in denen zumindest ein Elternteil nichtdeutscher Herkunft ist. Im laufenden Schuljahr 2007/08 sind acht Schüler bzw. Schülerinnen aus der Schule ausgetreten, meist, um in die Hauptschule zu wechseln. Das Lehrerkollegium besteht aus derzeit 84 Lehrkräften, im Schuljahr 2007/08 befanden diese sich unter der Leitung von RSK N.N. und ZwRSKin N.N..

1.2 Die betreuende Lehrkra1t

Während meines studienbegleitenden Praktikums an der Realschule N.N. wurde ich von Frau OStRin N.N. betreut. Frau N.N. hat sich immer viel Zeit genommen, um mit meiner Mitpraktikantin N.N. und mir über die beobachteten bzw. selbst gehaltenen Unterrichtsstunden zu reflektieren. Sie war sehr hilfsbereit und offen für alle Fragen. Sie hat mir hilfreiche Tipps für das spätere Unterrichten gegeben und mir zur Vorbereitung meiner eignen Stunden Materialien zur Verfügung gestellt und mit guten Ideen geholfen.

In Frau N.N. habe ich eine kompetente, in ihrem Fach sehr sichere Lehrerin kennengelernt. Als Sozialformen verwendete sie häufig die Einzel- und Partnerarbeit, ab und zu auch die Gruppenarbeit. Mit allen neunten Klassen wurde im Fach Deutsch ab dem 22.02.08 am Modellversuch „Projektpräsentation“ teilgenommen. Konkret hieß dass, dass ab Februar 2008 statt des klassischen Unterrichts die offene Unterrichtsmethode der Projektarbeit praktiziert wurde. Ziel war es, die 3. Schulaufgabe im Fach Deutsch durch eine Projektpräsentation aller Schüler zu unterschiedlichen Themen zu ersetzen.

Die Impulsformen von Frau N.N. waren allermeist stumm und zugleich medial. Zum Einstieg in die Stunde legte sie meist eine Folie auf. Die Lehrersprache war verständlich – meine Praktikumslehrerin sprach immer langsam, laut und deutlich. Auch durch die Körpersprache drückte sich Frau N.N. immer unmissverständlich aus und war sie im Klassenzimmer stets präsent.

Sie hat einen guten Zugang zu den Kindern und ist bei ihren Schülern beliebt. In der Klasse geht sie fair und gerecht mit den einzelnen Schülern um und ich konnte durch Beobachtung einiges für den Umgang mit den Schülern im Schulalltag lernen.

1.3 Beschreibung der Klassen

1.3.1 Die Klasse 7b

Dienstagmorgens in der ersten sowie in der vierten Stunde hospitierte ich in der 7. Klasse (7b). Diese Klasse bestand aus Schülern, die sowohl der naturwissenschaftlich-technischen Wahlpflichtfächergruppe sowie der Gruppe des wirtschaftlichen Bereichs angehörten. Ein Kind war nichtdeutscher Herkunft. Drei Schülerinnen bzw. Schüler kamen zu Beginn des Schuljahres aus dem Gymnasium in die Realschulklasse. Ein Schüler wiederholte freiwillig die 7. Klasse. Mit 20 männlichen und 13 weiblichen Schülern war die Klasse insgesamt 33 Schüler stark. Auffällig war, dass im vorderen Bereich des Klassenzimmers - vom Lehrerpult aus gesehen in den ersten beiden Reihen - jene Kinder saßen, die körperlich noch nicht so weit wie ihre Mitschüler aus den hinteren Reihen entwickelt waren. Auch kamen diese Kinder eher aus den umliegenden Dörfern als aus N.N. selbst. Gerade in der ersten Reihe saßen die leistungsschwächsten Schüler, die z.B. in ein und demselben Diktat zweimal nur mangelhaft bis ungenügend abschlossen. Die Klasse hatte noch nicht zu einer guten Gemeinschaft gefunden. Nach den Pfingstferien setzten sich die Schüler um, da viele mit ihrer vorherigen Sitzsituation unzufrieden waren. Im sozialen Umgang waren die Kinder nicht zimperlich, auch während des Unterrichts war der Umgangston nicht immer freundlich. Ein Junge, der in der letzten Reihe saß, wurde öfter von mehreren Seiten gemobbt. Die Kinder brachten sich im Lehrer-Schüler-Gespräch kaum in den Unterricht mit ein. Sobald die Lehrerin die Kinder aber noch mehr motivierte und bei gutem Gelingen lobte, wurde die Stimmung in der Klasse besser. Mit geschickter Fragetechnik gelang es Frau N.N., die Kinder doch zum Reden zu bringen und mündliche Beiträge zu liefern. Insgesamt war die Klasse sehr leistungsschwach.

1.3.2 Die Klasse 9c

In der zweiten und dritten Schulstunde, einer Doppelstunde die durch die erste „kleine“ Pause unterbrochen wurde, folgte ich Frau N.N. in die 9. Klasse (9c). In dieser Klasse hatte meine Praktikumslehrerin auch die Klassenleitung. Sie bestand aus insgesamt 34 Jugendlichen, darunter 14 Jungen und 20 Mädchen. Die Schüler hatten sich entweder in die kaufmännisch- wirtschaftliche Richtung mit den Fächern Rechnungswesen, Wirtschafts- und Rechtslehre sowie Informationstechnologie orientiert oder sie gehörten dem sprachlichen Zweig mit Französisch und Informationstechnologie an. In der Klasse gab es drei Wiederholer. Die Arbeitsmoral war relativ gut, die Schüler arbeiteten motiviert mit und brachten eigene Gedanken ein. In der Klasse hatten sich bereits Cliquen formiert, das Miteinander war insgesamt freundlich und respektvoll. Das Leistungsniveau war mittel, wobei Frau N.N. die Schüler dieser Klasse als noch etwas leistungsstärker einschätzt, als sie sich bisher gezeigt hatten.

1.4 Zeitlicher Rahmen des Praktikums

Das gemäß § 38 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. d in der LPO geforderte studienbegleitende fachdidaktische Praktikum leistete ich während meines vierten Semesters als Studentin des Lehramts an Realschulen ab. Aus meiner Fächerverbindung "Deutsch" und "Katholische Religion" wählte ich für das studienbegleitende Praktikum erstgenanntes Fach, da ich zuvor schon im fachdidaktischen Blockpraktikum den Schwerpunkt auf "Religion" gelegt hatte. Mein erster Praktikumstag war Dienstag, der 15.04.2008. Von diesem Zeitpunkt an war ich jede Woche dienstags (ausschließlich der Pfingstferien) ohne Fehltage als Praktikantin in der Realschule anwesend. Somit konnte ich an insgesamt 12 Schultagen einen Einblick in das Schulleben - besonders in den Deutschunterricht von Frau N.N. in den Klassen 7b und 9c – gewinnen. Durch die Beobachtung meiner Praktikumslehrerin sowie durch eigenes Unterrichten konnte ich während dieses Praktikums wertvolle Erfahrungen für meinen späteren Beruf der Realschullehrerin sammeln.

2. Während des Praktikums gehaltene Unterrichtsstunden

2.1 Von Maria Elisabeth Rei 1 gehaltene Unterrichtsstunden

Während des studienbegleitenden Praktikums im Sommersemester 2008 hielt ich folgende Unterrichtsstunden:

- am 27.05.2008, 2. Std., Kl. 9c, Einführung in die Schilderung
- am 03.06.2008, 2. Std., Kl. 9c, Schilderung einer Situation auf dem Volksfest
- am 24.06.2008, 1. Std., Kl. 7b, Getrennt- und Zusammenschreibung von Verben (Visitation durch Fr. Dr. N.N.)
- am 08.07.2008, 4. Std., Kl. 7b, Lyrik am Beispiel des Haiku (gemeinsam mit Mitpraktikantin N.N.)

2.1.1 Unterrichtsstunde: Ei n1ühru ng in die Schilderung

Am 27.05.2008 führte ich die Schüler der Klasse 9c die Erzählform der Schilderung ein. Wie mir meine Praktikumslehrerin mitteilte, war die Klasse bereits mit dem Verfassen von Erzählungen im Sinne von erlebten oder erfundenen Geschichten und dem Nacherzählen vertraut. Auch lernten die Schüler bereits, Situationen mündlich genau zu beschreiben. Die Beherrschung der nüchtern-emotionslosen Wiedergabe von Beobachtetem war bei den Schülern somit als Grundlage für die nun zu erlernende gefühlvolle Beschreibung von Situationen vorhanden.

2.1.1.1 Intensionen und Zielvorstellungen

-Richtziel: Die Schüler sollen die Schilderung als Mittel der schriftlichen Darstellung von Eindrücken und Stimmungen kennen lernen.

- Grobziel: Die Schüler sollen durch eine exemplarische Musterschilderung kennen lernen, wie man eine handlungsarme Situation eindrücklich an andere weiterkommuniziert.

-Feinziele: Die Schüler sollen die Bausteine und Inhalte einer Schilderung erkennen und diese Erkenntnisse schriftlich sichern.

2.1.1.2 Lehrplanbezug und Lernkontext

In der neunten Klasse sollen die Lernenden laut Lehrplan „einfache Sachverhalte und Probleme erörtern, standardisierte Schreibformen beherrschen, Eindrücke und Stimmungen schildern“2

Sie sollen ihre Fähigkeiten im Bereich des Schilderns weiterentwickeln und Texte verfassen, in denen sie Eindrücke und Stimmungen schildern.3

2.1.1.3 Stundennotation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.1.4 Kurzevaluation

-Den Schülern beim (Vor-)Lesen des Textes mehr Zeit lassen, Text ggf. zweimal lesen lassen.

- Bei der Einteilung der Beispielschilderung in Einleitung / Hauptteil / Schluss auch Begründungen fordern, warum es so eingeteilt wird ‹ dann sind die Schüler angehalten, sich mit den Inhalten der verschiedenen Teile auseinanderzusetzen.

2.1.1.5 Mein eigener Lernzuwachs

Der auditive Impuls zu Beginn der Stunde gefiel den Schülern gut, sie assoziierten jedoch mit der Musik viel mehr als „Straßenmusiker aus Südamerika“ ‹ man sollte als Lehrer nicht zu starr in seinen Erwartungen der Schülerantworten sein, man muss offen sein für die Beiträge der Schüler; man darf die Vorschläge der Schüler nicht verwerfen, sondern sollte im weiteren Verlauf der Stunde darauf zurückkommen, um sie als Schreibanlässe für die Schilderungen der Schüler zu verwenden

2.1.2 Unterrichtsstunde: Schilderung einer Situation au1 dem Volks1est

Genaue Darstellung und Analyse dieser Unterrichtsstunde unter:

4. Didaktische Analyse der Unterrichtsstunde „Schilderung Volksfest“ (S. 25).

2.1.3 Unterrichtsstunde: Getrennt- und Zusammenschreibung von Verben

An diesem Tag besuchte uns unsere Dozentin Frau Dr. N.N. in der Realschule.

2.1.3.1 Intensionen und Zielvorstellungen

-Richtziel: Die Schüler sollen ihre Kenntnisse in der Rechtschreibung erweitern.

-Grobziel: Die Schüler sollen Unterschiede in der Bedeutung von zusammengesetzten Verben erkennen.

Feinziel: Die Schüler sollen sich Regelen für die Getrennt- und/oder Zusammenschreibung von Verben erarbeiten.

[...]


1 Schulname, -ort sowie Namen der Schüler, anderer Praktikanten und Lehrkräfte anonymisiert.

2 vgl. Lehrplan Realschule R6, Fach- und Jahrgangsstufenlehrplan für die Jahrgangsstufe 9, S. 404

3 vgl. Ebd., S. 405

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht über das studienbegleitende Praktikum im Fach Deutsch
Untertitel
Nach § 38 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. d LPO (Lehramtsprüfungsordnung)
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Proseminar: Deutschunterricht an Haupt- und Realschulen. Planung und Evaluation von Unterricht.
Autor
Jahr
2008
Seiten
40
Katalognummer
V189465
ISBN (eBook)
9783656136040
ISBN (Buch)
9783656136729
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Schulpraktikum, Stundennotation, Artikulationsschema, Didaktische Analyse, Schilderung, Lyrik, Haiku, Unterrichtsstunde, Deutsch, Deutschstunde, Lehrervortrag, Arbeitsblatt, Tafelanschrieb
Arbeit zitieren
Maria Elisabeth Reif (Autor), 2008, Praktikumsbericht über das studienbegleitende Praktikum im Fach Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189465

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