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Integrationsprobleme der Menschen mit Migrationshintergrund am Beispiel der Arbeitsmigranten und Interkulturelle Pädagogik

Title: Integrationsprobleme der Menschen mit Migrationshintergrund am Beispiel der Arbeitsmigranten und Interkulturelle Pädagogik

Diploma Thesis , 2011 , 138 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Yildiz Gündüz (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Die Welt ist innerhalb der letzten Jahrzehnte zu einem Ganzen zusammengewachsen. Im Zuge der Globalisierung, der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Verpflechtung hat sich die Welt zu einem globalen Dorf entwickelt. Überall auf der Welt treffen verschiedene Kulturen aufeinander. Im Laufe der Kulturentwicklung haben das Aufeinandertreffen und der Austausch zwischen Kulturen an großer Bedeutung gewonnen. Das Interkulturelle wurde nach und nach zur eigenen Kultur mit eingebaut und wurde somit zum Kulturbestandteil. Jedoch können unterschiedliche Weltansichten das Handeln und Verstehen dieser Interaktionspartner in deutlichem Maße erschweren. Das Stattfinden einer erfolgreichen interkulturellen Kommunikation ist also von der gegenseitigen Toleranz und Akzeptanz abhängig. Vielfalt braucht und voraussetzt nämlich Toleranz. Nur so ist ein friedliches Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft möglich.
Multikulturelle Gesellschaften sind durch den Prozess der Ein- und Auswanderungen entstanden. Weltweit sind Millionen von Menschen von der Migration betroffen.
Auch Deutschland ist von Wanderungsbewegungen betroffen. Die Integration der Migranten und deren Nachkommen, die einerseits an Traditionen aus dem Heimatland festhalten wollen und andererseits mit Misstrauen und Vorurteilen von der ihnen fremden Aufnahmegesellschaft begegnen, ist mit besonderen Problemen verbunden. Außergewöhnliche Sitten und Gebräuche, Kultur, soziale Standards und vielleicht auch religiöse Ansichten warten auf sie. Aus diesem Hintergrund wurden, um das Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern, pädagogische Ansätze konstruiert. Das neue Bildungskonzept, das auf diese neu definierte gesellschaftliche Lage reagieren soll, wurde „Interkulturelle Erziehung“ genannt.
Ziel dieser Arbeit wird deshalb nicht nur sein, die Integrationsprobleme der Arbeitermigranten aus jedem Blickwinkel zu beleuchten, sondern werden auch die Förderung der Beziehungen unterschiedlicher Kulturen aufeinander und die Beseitigung von Hindernissen durch die Interkulturelle Erziehung ausführlich behandelt.
Insgesamt sollen durch die vorliegende Arbeit folgende Fragen beantwortet werden: Welche Hauptproblemfaktoren gibt es bei der Integration von Migranten und kann die interkulturelle Pädagogik ein Instrumentarium zur Lösung dieser Probleme sein?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einführung

2. Die Migration und ihre begriffliche Bedeutung

2.1 Deutschland als Einwanderungsland

2.2 Die Geschichte der Entwicklung der Arbeitsmigranten in Deutschland seit den 1950er Jahren bis zum Anwerbestopp

2.3 Push- und Pull-Faktoren

3. Integration

3.1 Aktuelle Debatten um die Integration von Migranten

3.2 Integration gleich Assimilation?

3.2.1 Systemintegration und Sozialintegration

3.2.2 Generationsunterschiede und Freundschaftswahlen

4. Wohnsituation

4.1 Die Wohnbedingungen der Migranten

4.2 Segregation im Wohnbereich

4.3 Ursachen für ethnische Konzentrationen in Städten

4.3.1 Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt?

4.3.2 Bedeutung ethnischer Konzentration für interethnische Kontakte

5. Sprache als der Schlüssel zur Integration

5.1 Was ist Sprache?

5.2 Zwei- und Mehrsprachigkeit

5.3 Doppelte Halbsprachigkeit

5.3.1 Interferenzen

5.3.2 Code-Switching

5.3.3 Code-Mixing

5.4 Einfluss der Massenmedien auf Sprache und Integration

6. Der Umgang mit dem Fremden

6.1 Ausländerfeindlichkeit und Rassismus als hemmende Integrationsfaktoren?

6.1.1 Ursachen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

6.1.2 Der Konflikt der Kulturen

6.1.3 Unterschiedliche Religionen

6.2 Die Rolle der Frau in ausländischen Familien

7. Bildungsungleichheit und Arbeitslosigkeit

7.1 Bildungsbenachteiligungen

7.1.1 Deutsche Sprachkenntnisse

7.1.2 Sozioökonomischer Status und Bildungskapital

7.1.3 Indirekte institutionelle Diskriminierung

7.2 Fehlende Schulabschlüsse und Arbeitslosigkeit

8. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik

8.1 Begriffsklärungen

8.2 Ausländerpädagogik

8.3 Was ist interkulturelle Pädagogik?

8.3.1 Interkulturelle Bildung als soziales Lernen

8.3.2 Interkulturelle Bildung als „antirassistische Bildung“

8.3.3 Interkulturelles Lernen als Hilfe zur Identitätsbildung

8.4 Zehn Ziele der interkulturellen Pädagogik nach Nieke

8.5 Kritik an interkultureller Pädagogik

9. Forschungsteil

9.1 Der Fragebogen

9.2 Ziel und Zielgruppe der Forschung

9.3 Aufbau des Fragebogens

9.4 Durchführung der Befragung

9.5 Auswertung der Fragebögen

10. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Integrationsprobleme von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, insbesondere am Beispiel von Arbeitsmigranten, und analysiert, inwieweit die interkulturelle Pädagogik Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen bietet. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Hauptproblemfaktoren gibt es bei der Integration von Migranten und kann die interkulturelle Pädagogik ein Instrumentarium zur Lösung dieser Probleme sein?“

  • Migration und ihre soziologische Bedeutung
  • Die Rolle der Sprache für die gesellschaftliche Teilhabe
  • Strukturelle Barrieren: Wohnraum und Bildungsungleichheit
  • Herausforderungen durch Diskriminierung, Rassismus und kulturelle Konflikte
  • Interkulturelle Pädagogik als pädagogisches Reaktionsmodell

Auszug aus dem Buch

2. DIE MIGRATION UND IHRE BEGRIFFLICHE BEDEUTUNG

Schon von Beginn der Menschheitsgeschichte hat es Wanderungsbewegungen von Menschen gegeben. Internationale Migrationsprozesse stehen im Blickfeld der Diskussionen über eine multikulturelle Gesellschaft.

Die historische Migrationsforschung hat in den westeuropäischen und nordamerikanischen Ländern begonnen und wächst in Deutschland seit einigen Jahren beschleunigt. Dem steigenden Interesse an historischen Wanderungsvorgängen haben im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert die politischen, medialen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen, um Gestaltbarkeit aktueller Migrationen sowie als gesellschaftliche Gefahr, aber auch als Chance verstandene Prozesse der Integration der Millionen von Zuwanderern in Deutschland mitgewirkt (vgl. Oltmer 2010; S. IX).

Zum Begriff der Migration wurden mehrere Beschreibungen entwickelt, um den meist sehr allgemeinen Begriff konkreter darstellen und unterscheiden zu können. Oltmer definiert Migration als „die auf einen längerfristigen Aufenthalt angelegte räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunktes von Individuen, Familien, Gruppen oder ganzen Bevölkerungen“ (vgl. Oltmer 2010; S. 1). Nach Heberle ist Migration „jeder Wechsel des Wohnsitzes, und zwar des de facto-Wohnsitzes, einerlei ob freiwillig oder unfreiwillig, dauernd oder vorübergehend“ (vgl. Treibel 1990; S. 18). Für Treibel ist Migration „der auf Dauer angelegte bzw. dauerhaft werdende freiwillige Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine andere Region von einzelnen oder mehreren Menschen“ (vgl. Treibel 1990; S. 21). Ein weiterer Unterschied wird bei der Beschreibung des Begriffes von Schrader deutlich. Nach ihm wird die Migration als „das Verlassen des bisherigen Wohnortes und das Aufsuchen eines neuen, als dauerhaft angestrebten Wohnorts in einer signifikanten Entfernung“ beschrieben (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zum Thema Migration und Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Migration und ihre begriffliche Bedeutung: Historischer Überblick über Wanderungsbewegungen und Erläuterung theoretischer Migrationsbegriffe.

3. Integration: Analyse des Integrationsbegriffs, der System- und Sozialintegration sowie der Generationenproblematik.

4. Wohnsituation: Untersuchung von Segregation, ethnischer Konzentration und Diskriminierung am Wohnungsmarkt.

5. Sprache als der Schlüssel zur Integration: Diskussion über Mehrsprachigkeit, Halbsprachigkeit und den Einfluss der Massenmedien.

6. Der Umgang mit dem Fremden: Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, kulturellen Konflikten und der Rolle der Frau.

7. Bildungsungleichheit und Arbeitslosigkeit: Analyse bildungspolitischer Barrieren für Migrantenkinder und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

8. Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik: Historische Entwicklung pädagogischer Ansätze und Reflexion der Ziele interkultureller Erziehung.

9. Forschungsteil: Darstellung der Methodik und Auswertung der anonymen Fragebögen.

10. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf künftige Integrationsstrategien.

Schlüsselwörter

Migration, Integration, Interkulturelle Pädagogik, Bildungsungleichheit, Segregation, Rassismus, Sprachförderung, Zweisprachigkeit, Arbeitsmigration, Ausländerpädagogik, Fremdenfeindlichkeit, soziale Teilhabe, Identitätsbildung, Migrationshintergrund, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, mit denen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland konfrontiert sind, und bewertet die Rolle der interkulturellen Pädagogik als pädagogische Antwort auf diese Probleme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt Themen wie Migration, Wohnraumsituation, Sprachkompetenzen, Bildungsbenachteiligung, gesellschaftliche Ausgrenzung sowie pädagogische Konzepte wie Ausländerpädagogik und interkulturelle Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Problemfaktoren bei der Integration von Migranten zu identifizieren und zu reflektieren, inwiefern die interkulturelle Pädagogik einen Lösungsbeitrag leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine empirische Komponente (einen schriftlichen Fragebogen unter Studenten mit Migrationshintergrund) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Migration und Integration, die Problematiken von Wohnverhältnissen und Sprache sowie die Bildungsbenachteiligung und die historische Entwicklung der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Pädagogik detailliert analysiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Migration, Integration, Bildungsungleichheit, Interkulturelle Pädagogik und Diskriminierung.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Sprache auf die Integration?

Sprache wird als wesentlicher Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und zum Bildungserfolg angesehen; Defizite in der deutschen Sprache werden als ein Hauptgrund für die Bildungsbenachteiligung von Migranten identifiziert.

Welche Rolle spielt die Generationenzugehörigkeit für die Integration?

Die Arbeit stellt fest, dass sich die erste Generation stärker an der Herkunftskultur orientiert, während die zweite und dritte Generation zwischen der Identität des Elternhauses und der deutschen Gesellschaft vermitteln muss, was oft zu inneren Konflikten führt.

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Details

Title
Integrationsprobleme der Menschen mit Migrationshintergrund am Beispiel der Arbeitsmigranten und Interkulturelle Pädagogik
College
University of Education Ludwigsburg
Grade
1,7
Author
Yildiz Gündüz (Author)
Publication Year
2011
Pages
138
Catalog Number
V189537
ISBN (eBook)
9783656137436
ISBN (Book)
9783656138846
Language
German
Tags
integrationsprobleme menschen migrationshintergrund beispiel arbeitsmigranten interkulturelle pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yildiz Gündüz (Author), 2011, Integrationsprobleme der Menschen mit Migrationshintergrund am Beispiel der Arbeitsmigranten und Interkulturelle Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189537
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