Besonders in den Vereinigten Staaten nimmt der Einfluss der spanischen Sprache ständig zu, denn die Migranten aus den süd- und mittelamerikanischen Ländern stellen derzeit mit 30 Millionen die größte Minderheitengruppe dar, die zudem noch rasend schnell wächst.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass das Spanische aus sozialen, geographischen und politischen Gründen stets in Konkurrenz zum Englischen stand. Aus diesem permanten Sprachkontakt entwickelten sich sprachliche Veränderungen und Varietäten, am dominantesten das sogenannte „Spanglish“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Begriffe der Soziolinguistik
2.1. Bilingualismus
2.2. Diglossie
2.3 Sprachkontakt
3. Die spanischsprachige Bevölkerung in den Vereinigten Staaten
3.1. Die aktuelle Situation
3.2. Mexikaner
3.3. Kubaner
3.4. Puerto- Ricaner
4. Das Phänomen „Spanglish“
4.1. Entlehnungen
4.1.1. Substantive
4.1.2. Syntaktische Konstruktionen
4.1.3. Verben
4.2. Codeswitching
4.2.1. Soziolinguistische Sicht
4.2.2. Grammatikalische Sicht
5. Spanglish im Alltag
6. Fazit
7. Bibliographie
7.1. Literaturverzeichnis
7.2. Internetquellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Spanglish“ als Resultat des intensiven Sprachkontakts zwischen Spanisch und Englisch in den Vereinigten Staaten. Das primäre Ziel ist es, die soziolinguistischen Grundlagen und die strukturellen Mechanismen dieses Sprachphänomens – insbesondere Entlehnungen und Codeswitching – zu beleuchten und dessen Bedeutung im Alltag der hispanischen Bevölkerung in den USA zu verdeutlichen.
- Soziolinguistische Konzepte wie Bilingualismus, Diglossie und Sprachkontakt
- Die demografische und soziale Lage der hispanischen Bevölkerung in den USA
- Morphologische und syntaktische Analyse von Entlehnungen aus dem Englischen
- Funktionen und grammatikalische Restriktionen von Codeswitching
- Die Präsenz und Rezeption von Spanglish in Medien, Literatur und Alltag
Auszug aus dem Buch
4.2. Codeswitching
Das Codeswitching stellt einen wichtigen Teil des Spanglish dar. So lässt es sich als Wandel von einer Sprache in eine andere beschreiben, unter der Bedingung, dass der Sprecher über eine gewisse bilinguale Kompetenz verfügt.
Es ist festzustellen, dass die innere Struktur der Sprachen beibehalten wird und zudem die Sprachen weder in morphologischer, syntaktischer noch phonologischer Sicht verändert werden. Darüber hinaus koexistieren beide Sprachsysteme nebeneinander, denn die Sprecher besitzen eine doppelte Sprachkompetenz. Das Codeswitching kann dabei in verschiedene Arten untergliedert werden:
1. Das satzinterne Codeswitching: Dies geschieht innerhalb einer Äußerung: Pero verdad que it was worth it?
2. Das satzexterne Codeswitching: Hier ist der Sprachenwechsel zwischen zwei abgeschlossenen Äußerungen gemeint: I don’t need to be called anything else. Ahora, ser Americana no me ha quitado sino que me ha agregado mucho más.
3. Das emblematische Codeswitching: Stellt eine Unterform des satzexternen Codeswitching dar. Dabei ereignet sich der Sprachwechsel zwar innerhalb eines Satzes, aber lediglich in Form eines Einschubes von beispielsweise Zitaten oder idiomatischen Wendungen in der anderen Sprache. Diese Einschübe sind keine notwendigen Bestandteile des Satzes, sondern abgeschlossene Einheiten ohne syntaktische Beziehung zum übrigen Satz: Oyes, when I was a freshman I had a term paper to do.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Mehrsprachigkeit in einer globalisierten Welt und führt in die Problematik des Sprachkontakts zwischen dem Spanischen und Englischen in den USA ein.
2. Allgemeine Begriffe der Soziolinguistik: Dieses Kapitel definiert essenzielle soziolinguistische Fachbegriffe wie Bilingualismus, Diglossie und Sprachkontakt, die als theoretische Grundlage für das Verständnis des Sprachwechsels dienen.
3. Die spanischsprachige Bevölkerung in den Vereinigten Staaten: Hier wird die heterogene Gruppe der Hispanics analysiert, wobei auf ihre aktuelle soziale Situation sowie die spezifischen Merkmale von Mexikanern, Kubanern und Puerto-Ricanern eingegangen wird.
4. Das Phänomen „Spanglish“: Das Hauptkapitel untersucht die Entstehung und Struktur von Spanglish, unterteilt in die Prozesse der Entlehnung und das Codeswitching, inklusive deren soziolinguistischer und grammatikalischer Aspekte.
5. Spanglish im Alltag: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Spanglish zunehmend den öffentlichen Raum, die Medien und die Literatur durchdringt und sich von einer rein mündlichen Varietät zur schriftlichen Ausdrucksform entwickelt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Dynamik des Spanglish zusammen und diskutiert dessen ungewisse zukünftige Entwicklung im Kontext der globalen Migration.
Schlüsselwörter
Spanglish, Sprachkontakt, Bilingualismus, Diglossie, Hispanics, Codeswitching, Entlehnungen, Soziolinguistik, USA, Sprachwandel, Mehrsprachigkeit, Integration, Amerikanisches Spanisch, Morphologie, Syntax
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Mischsprache „Spanglish“, die primär durch den intensiven Kontakt zwischen Spanisch und Englisch innerhalb der hispanischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten entstanden ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind soziolinguistische Theorien, die demografische Situation verschiedener hispanischer Subgruppen sowie die linguistischen Mechanismen, die zur Sprachveränderung und -mischung führen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, zu erläutern, wie und warum Spanglish entsteht, wie es grammatikalisch funktioniert und welchen soziokulturellen Stellenwert es im Alltag der Sprecher einnimmt.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziolinguistischer Standardwerke und Studien, um Phänomene wie Entlehnungstypen und Codeswitching-Varianten zu systematisieren und zu erklären.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Sprachkontaktforschung, die Analyse der hispanischen Migrantengruppen sowie die detaillierte Untersuchung der sprachlichen Phänomene Entlehnung und Codeswitching.
Welche Begriffe sind für die Arbeit besonders prägend?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bilingualismus, Diglossie, Codeswitching, Entlehnung sowie durch die soziologische Unterscheidung zwischen Hispanic und Latino charakterisiert.
Warum wird zwischen verschiedenen Arten von Entlehnungen unterschieden?
Die Differenzierung in direkte Entlehnung, semantische Entlehnung, Lehnübersetzung und lexikalisch-syntaktische Entlehnung ist notwendig, um die unterschiedlichen Wege zu verstehen, wie das Englische die Struktur des Spanischen beeinflusst.
Wie unterscheidet sich die grammatikalische Sicht auf das Codeswitching?
Die grammatikalische Sicht prüft, unter welchen syntaktischen Bedingungen ein Sprachwechsel möglich ist, und zeigt auf, dass Codeswitching nicht beliebig erfolgt, sondern durch die Struktur beider beteiligten Sprachen beschränkt wird.
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- Annika Helmecke (Author), 2011, Spanglish - Varietätenlinguistik des Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189773