Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit zehn privaten Briefen der österreichischen Adeligen Judith Sabina von Starhemberg aus den Jahren 1624-1629.
Die Briefe, die hauptsächlich an ihre Schwiegermutter adressiert worden sind, sollen sprachwissenschaftlich auf Charakteristika des späten Frühneuhochdeutschen, wie typische Interpunktion, Orthographie und Morphologie sowie den Vokalismus und Konsonantismus betreffende Entwicklungen analysiert werden.
Dies wird vor dem Hintergrund der außersprachlichen Entwicklungen dieser Zeit wie Buchdruck, Martin Luthers Einfluss auf die deutsche Sprache, Kanzleisprachen, Gegenreformation und dreißigjähriger Krieg betrachtet.
Des Weiteren wird ein Überblick über das oberösterreichische Adelsgeschlecht und die Familiengeschichte der Starhembergs und speziell über Judith Sabina von Starhemberg, die Verfasserin der zehn zu behandelnden Briefe, gegeben, worauf jeweils eine kurze Inhaltsangabe der einzelnen Briefe und die darin behandelten Glaubensfragen, die Judith Starhemberg beschäftigt haben, folgt. Alldies ermöglicht einen Einblick in das Privat- und Gefühlsleben einer Frau aus dem 17. Jahrhundert.
Bei genauerer Betrachtung lässt sich unschwer feststellen, dass die Briefe - abgesehen von großen orthographischen und syntaktischen Unterschieden – inhaltlich ebenso von einer in der heutigen Zeit lebenden Frau geschrieben worden sein hätten können:
Eine heutige Judith würde ihre Briefe wahrscheinlich per e-mail an ihre Schwiegermutter senden, inhaltlich jedoch haben sich die alltäglichen Probleme nicht stark verändert. Es handelt von Schwangerschaft und die damit einhergehenden Beschwerden, weiters geht es um Geldprobleme und Schulden, um Kinder und deren Krankheiten, etc.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- SPRACHGESCHICHTLICHER HINTERGRUND
- Buchdruck
- Martin Luther
- Kanzleisprachen
- Wettinische Kanzlei
- Prager Kanzlei
- Kaiserliche Kanzlei
- Gegenreformation
- 30jähriger Krieg
- DAS GESCHLECHT STARHEMBERG
- Familiengeschichte
- Judith Sabina von Starhemberg
- Glaubensfragen
- Inhalt der Briefe
- ANALYSE
- strukturelle Analyse
- Beispiel: Brief 8
- Innersprachliche Analyse
- Groß- Kleinschreibung
- Interpunktion
- Morphologie
- unterschiedliche Schreibung gleichlautender Wörter
- Negation
- Vokalismus
- Vokalsenkung
- Vermischung von Monophtongierung und Diphtongierung
- Entrundung
- Rundung
- Konsonantismus
- Vokalkürzung
- Schreibung
statt - anlautendes
- Schreibung des mittelhochdeutschen
- strukturelle Analyse
- ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert zehn Privatbriefe der österreichischen Adeligen Judith Sabina von Starhemberg aus den Jahren 1624-1629. Die Briefe sollen sprachwissenschaftlich auf Charakteristika des späten Frühneuhochdeutschen untersucht werden, insbesondere in Bezug auf Interpunktion, Orthographie, Morphologie, Vokalismus und Konsonantismus. Die Untersuchung steht im Kontext außersprachlicher Entwicklungen wie Buchdruck, Luthers Einfluss auf die deutsche Sprache, Kanzleisprachen, Gegenreformation und den Dreißigjährigen Krieg.
- Sprachliche Entwicklungen im späten Frühneuhochdeutschen anhand von Privatbriefen
- Analyse von Orthographie, Interpunktion, Morphologie, Vokalismus und Konsonantismus
- Einbezug außersprachlicher Faktoren wie Buchdruck, Reformation und Kanzleisprachen
- Einblick in das Privat- und Gefühlsleben einer Frau im 17. Jahrhundert
- Vergleich von damaligen und heutigen Kommunikationsformen und Herausforderungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die zehn zu analysierenden Briefe von Judith Sabina von Starhemberg aus den Jahren 1624-1629 vor und beschreibt die Ziele der sprachwissenschaftlichen Untersuchung.
- Sprachgeschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel behandelt die wichtigsten externen Faktoren, die die Entwicklung der deutschen Sprache im Frühneuhochdeutschen beeinflusst haben. Dabei werden Themen wie der Buchdruck, Martin Luthers Einfluss auf die Sprache, die Rolle von Kanzleisprachen und die Auswirkungen von Reformation und Dreißigjährigem Krieg beleuchtet.
- Das Geschlecht Starhemberg: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Familiengeschichte der Starhembergs, insbesondere über Judith Sabina von Starhemberg und deren Leben. Es umfasst auch eine kurze Inhaltsangabe der Briefe und die darin behandelten Glaubensfragen.
- Analyse: Dieses Kapitel analysiert die Briefe aus sprachwissenschaftlicher Perspektive, wobei sowohl die strukturelle als auch die innersprachliche Ebene betrachtet werden. Die innersprachliche Analyse beinhaltet die Untersuchung von Groß- und Kleinschreibung, Interpunktion, Morphologie, Vokalismus und Konsonantismus.
Schlüsselwörter
Frühneuhochdeutsch, Privatbriefe, Judith Sabina von Starhemberg, Orthographie, Interpunktion, Morphologie, Vokalismus, Konsonantismus, Buchdruck, Martin Luther, Kanzleisprachen, Reformation, Dreißigjähriger Krieg, Familienleben, Gefühlsleben, Kommunikation, Sprachwandel.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Judith Sabina von Starhemberg?
Eine österreichische Adelige des 17. Jahrhunderts, deren Privatbriefe (1624–1629) wertvolle Einblicke in das Alltagsleben und die Sprache der Zeit bieten.
Welche sprachlichen Merkmale des Frühneuhochdeutschen werden analysiert?
Die Analyse umfasst Orthographie (Rechtschreibung), Interpunktion, Morphologie sowie Lautentwicklungen wie Vokalsenkung, Entrundung und Konsonantenverschiebungen.
Welchen Einfluss hatte Martin Luther auf die Sprache dieser Zeit?
Luther prägte durch seine Bibelübersetzung die deutsche Schriftsprache maßgeblich und schuf eine überregionale Basis, die auch in den Kanzleisprachen und Privatbriefen spürbar wurde.
Welche Themen beschäftigen Judith Starhemberg in ihren Briefen?
Sie schreibt über alltägliche Sorgen wie Schwangerschaften, Kinderkrankheiten, Geldprobleme, Schulden und Fragen des Glaubens während der Gegenreformation.
Wie beeinflusste der Dreißigjährige Krieg die Korrespondenz?
Der Krieg bildet den außersprachlichen Hintergrund und prägte die Lebensumstände, die religiösen Spannungen und die Unsicherheit, die in den Briefen zum Ausdruck kommen.
- Arbeit zitieren
- Antje Schrammel (Autor:in), 2008, Analyse der frühneuhochdeutschen Sprache am Beispiel der Privatbriefe der Judith Starhemberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190043