Essay zum Artikel "Information Systems and environmentally sustainable development: Energy Informatics and new directions for the IS community" von Watson et al.


Essay, 2011
8 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Wie können Informationssysteme dazu eingesetzt werden den Energieverbrauch zu sen­ken? Diese Frage versucht der Artikel „Information Systems and environmentally sustainable development“ von Watson et. al. zu beantworten. Die Autoren beschreiben darin, wie Informationssysteme in ein nachhaltiges Energiesystem integriert werden können und somit dazu beitragen den Energieverbrauch zu senken. Das Sammeln von Informationen über Energieverbrauch und die Verarbeitung der Daten durch entspre­chende Informationssysteme kann dazu genutzt werden Energie und Ressourcen einzu­sparen.

In diesem Essay sollen die zentralen Aussagen der Autoren herausgearbeitet und kri­tisch hinterfragt werden. Zentral ist dabei die Frage, ob die Erhebung von Daten über den Energieverbrauch verschiedener Geräte dazu beitragen kann ein nachhaltiges Ener­giesystem zu schaffen.

Die grundsätzliche Meinung der Autoren, dass ein Informationssystem dazu eingesetzt werden kann in einem nachhaltigen Energiesystem Ressourcen und Energie einzuspa­ren, wird auch in der Literatur vertreten (vgl. Watson et. al. 2010, 24; Franz et. al. 2006, 8, Block 2008, 5; The Boston Consulting Group 2009, 72). Durch Informationen über die Energienutzung der Verbraucher können die Energieversorger detaillierte Nutzen­profile erstellen. Diese werden dazu genutzt, die Bereitstellung der Energie sowie den Verbrauch der Energie beim Nachfrager nachhaltig zu optimieren. Daten und Informa­tionen werden von einem zentral agierenden Informationssystem gesammelt, verarbeitet und bereitgestellt.

Um zu beschreiben, wie Informationssysteme dazu genutzt werden können Energie zu sparen, erstellen Watson et. al. ein Framework das aus zwei Parteien besteht, die in ei­nem Energienetzwerk miteinander interagieren. Versorger stellen Energie, wie bei­spielsweise Erdgas oder elektrischen Strom, bereit oder bieten Services an, die Energie verbrauchen. Verbraucher konsumieren diese Energie oder nehmen energiekonsumie­rende Services in Anspruch. Beide Seiten sind daran interessiert Energie einzusparen, da dies gleichzeitig eine Reduzierung der Kosten bedeutet (vgl. Watson et al. 2010, 24­26). Watson et. al. gehen in ihren Ausführungen nicht auf Verbraucher ein, die auch die Rolle eines Versorgers einnehmen können. Elektrische Energie wird in zunehmendem Maß auch von privaten Haushalten selbst erzeugt und überschüssige Energie in das Stromnetz eingespeist. Diese Problematik erhöht die Anforderungen an ein integriertes Informationssystem zum Messen und Steuern des Energieverbrauchs und sollte bei der Entwicklung mitberücksichtigt werden (vgl. The Boston Consulting Group 2009, 47).

Flächendeckende Installation von Sensornetzwerken

Ein intelligentes Energiesystem besteht laut Autoren aus drei Technologien. Ein Fluss­netzwerk stellt den physischen Transport von Energie und Ressourcen bereit. Es um­fasst sowohl Pipelines, Stromnetze, Straßen, etc. als auch Klimasysteme in Gebäuden. Zur nachhaltigen Optimierung eines solchen Flussnetzwerks sind Informationen über z.B. Temperatur, Luftzusammensetzung, Aufenthaltsort oder Verkehrsaufkommen not­wendig.

Um diese Informationen messen zu können werden entsprechende Sensoren benötigt. Verschiedene solcher Sensoren werden zu Sensornetzwerken zusammengefasst und übertragen den Status eines physischen Gerätes oder Daten über seine Umwelt. Sensibilisierte Objekte stellen physische Geräte dar, die Informationen über ihren aktu­ellen Gebrauch, z.B. aktueller Stromverbrauch ermitteln. Zusätzlich können einige sol­cher Geräte per Fernsteuerung an- oder abgeschaltet werden. So kann in Zeiten hoher Energielasten Strom eingespart werden (vgl. Watson et al. 2010, 26-27).

Mit den gesammelten Daten zu Energieverbräuchen können Energieversorger ihre Stromtarife exakt an die Nachfrage der Verbraucher anpassen. Energie wird in Zeiten hohen Bedarfs, z.B. tagsüber, teurer als in Zeiten kleinerer Nachfrage. Um die Energie­kosten möglichst gering zu halten, müssen sich Verbraucher nach den günstigsten Tari­fen richten. Da eine solche flexible Anpassung für einige Menschen einer Gesellschaft - wie z.B. Senioren oder Familien - nur schwer möglich ist, entsteht eine soziale Unge­rechtigkeit.

Um in jedem Haushalt und Unternehmen relevante Energiedaten erfassen zu können ist eine flächendeckende Installation entsprechender Geräte und Technologien notwendig. Jeder Haushalt muss mit geeigneten Geräten ausgestattet werden. Hierdurch entstehen Umrüst-, Anschaffungs-, sowie Wartungs- und Servicekosten, die vom Verbraucher oder Versorger getragen werden müssen. Die Umsetzung eines solchen Systems ist nur langfristig rentabel (vgl. The Boston Consulting Group 2009, 51).

Große Haushaltsgeräte, wie z.B. Kühlschränke, werden vom Verbraucher nur selten bzw in zeitlich großen Abständen neu angeschafft. Desweiteren sind Haushaltsgeräte mit neuartiger Technik zunächst teurer in der Anschaffung als vergleichbare Geräte ohne entsprechende Funktionen. Dies verzögert die flächendeckende Ausbreitung von Geräten, die vom Versorger extern gesteuert werden können. Somit können zunächst wenige Daten erhoben und Geräte ferngesteuert werden (vgl. The Boston Consulting Group 2009, 72; Franz 2006, 134).

Um die Technik für ein nachhaltiges Energiesystem flächendeckend verbreiten zu kön­nen, ist die Akzeptanz der Verbraucher notwendig. Um dies zu erreichen sollten keine erhöhten Anforderungen an Komplexität und Bedienbarkeit der Geräte gestellt werden. Bestenfalls arbeiten die Geräte automatisiert im Hintergrund und überfordern den Ver­braucher in ihrer Bedienung nicht (vgl. Franz et. al 2006, 133-135).

Privatsphäre und Datenschutz

Die kontinuierliche Erfassung energierelevanter Daten im Haushalt - oder sogar die externe Steuerung von Haushaltsgeräten - stellt einen massiven Eingriff in die Pri­vatsphäre der Verbraucher dar (vgl. O.V. 2008, 2). Laut Watson et. al. könnten auch Smart Phones dafür genutzt werden, dem Konsument Informationen über dessen Ener­gieverbrauch bereitzustellen (vgl. Watson et. al. 2010, 31). Verbraucher stehen solchen Eingriffen sehr kritisch gegenüber, wodurch die Verbreitung entsprechender Geräte und Sensoren erschwert wird. In den Niederlanden scheiterte im Jahr 2009 die verpflichten­de Einführung sogenannter Smart Meters am Protest der Bevölkerung. Diese Geräte sammeln in jedem Haushalt Informationen über Energieverbräuche und senden diese an den Energieversorger (vgl. Heck 2009, 1).

Das Informationssystem hat die Aufgabe Flussnetzwerke, Sensornetzwerke und sensibi­lisierte Objekte zu verknüpfen und zu einem System zusammenzufassen. Es soll Daten des Sensornetzwerks sammeln, verarbeiten und die Ergebnisse an automatische Reg­lereinheiten des Flussnetzwerks weiterleiten. Außerdem sollen die gesammelten Daten Regierungen und Versorgern zur Verfügung gestellt werden (vgl. Watson et al. 2010, 27). In den Ausführungen von Watson et. al. spielt der Datenschutz keinerlei Rolle. Exakte Informationen zu Energienutzung, z.B. von privaten Personen, können Rück­schlüsse auf deren Wohnungsnutzung ermöglichen. Diese Daten könnten durch Krimi­nelle, wie Einbrecher und Diebe, missbraucht werden. Hacker könnten Daten zum Stromverbrauch abfangen und fälschen oder die Stromversorgung sogar komplett tren­nen (vgl. Knoke 2010, 1; The Boston Consulting Group 2009, 72). Sowohl die Daten­übertragung als auch die Speicherung der Informationen muss vor Datenklau geschützt werden. Sichere Übertragungs- und Speichertechniken müssen das Informationssystem vor unbefugtem Zugriff bewahren. Hier stehen Regierungen in der Pflicht durch Geset­ze und Regularien einheitliche Standards festzulegen.

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Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Essay zum Artikel "Information Systems and environmentally sustainable development: Energy Informatics and new directions for the IS community" von Watson et al.
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Lehrstuhl für Informationsmanagement)
Veranstaltung
Informationsmanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
8
Katalognummer
V190263
ISBN (eBook)
9783656151029
ISBN (Buch)
9783656640707
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Information Systems, environmentally sustainable development, Energy Informatics
Arbeit zitieren
Bachelor of Science Michel Hecking (Autor), 2011, Essay zum Artikel "Information Systems and environmentally sustainable development: Energy Informatics and new directions for the IS community" von Watson et al., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190263

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