Wie können Informationssysteme dazu eingesetzt werden den Energieverbrauch zu senken? Diese Frage versucht der Artikel „Information Systems and environmentally sustainable development“ von Watson et. al. zu beantworten. Die Autoren beschreiben darin, wie Informationssysteme in ein nachhaltiges Energiesystem integriert werden können und somit dazu beitragen den Energieverbrauch zu senken. Das Sammeln von Informationen über Energieverbrauch und die Verarbeitung der Daten durch entsprechende Informationssysteme kann dazu genutzt werden Energie und Ressourcen einzusparen.
In diesem Essay sollen die zentralen Aussagen der Autoren herausgearbeitet und kritisch hinterfragt werden. Zentral ist dabei die Frage, ob die Erhebung von Daten über den Energieverbrauch verschiedener Geräte dazu beitragen kann ein nachhaltiges Energiesystem zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Flächendeckende Installation von Sensornetzwerken
3. Privatsphäre und Datenschutz
4. Energieaufwand zur Datenerhebung und dessen Nutzen zum Energiesparen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch den Artikel „Information Systems and environmentally sustainable development“ von Watson et al. und analysiert, inwiefern Informationssysteme durch die Erhebung von Energiedaten zur Schaffung eines nachhaltigen Energiesystems beitragen können, unter Berücksichtigung von Effizienzgewinnen und systembedingten Risiken.
- Integration von Informationssystemen in nachhaltige Energiesysteme
- Notwendigkeit flächendeckender Sensornetzwerke
- Datenschutzaspekte und Akzeptanzproblematik bei Smart Metern
- Energiebilanz der IT-Infrastruktur im Verhältnis zum Einsparnutzen
- Soziale und ökonomische Auswirkungen einer bedarfsorientierten Energieoptimierung
Auszug aus dem Buch
Privatsphäre und Datenschutz
Die kontinuierliche Erfassung energierelevanter Daten im Haushalt – oder sogar die externe Steuerung von Haushaltsgeräten – stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Verbraucher dar (vgl. O.V. 2008, 2). Laut Watson et. al. könnten auch Smart Phones dafür genutzt werden, dem Konsument Informationen über dessen Energieverbrauch bereitzustellen (vgl. Watson et. al. 2010, 31). Verbraucher stehen solchen Eingriffen sehr kritisch gegenüber, wodurch die Verbreitung entsprechender Geräte und Sensoren erschwert wird. In den Niederlanden scheiterte im Jahr 2009 die verpflichtende Einführung sogenannter Smart Meters am Protest der Bevölkerung. Diese Geräte sammeln in jedem Haushalt Informationen über Energieverbräuche und senden diese an den Energieversorger (vgl. Heck 2009, 1).
Das Informationssystem hat die Aufgabe Flussnetzwerke, Sensornetzwerke und sensibilisierte Objekte zu verknüpfen und zu einem System zusammenzufassen. Es soll Daten des Sensornetzwerks sammeln, verarbeiten und die Ergebnisse an automatische Reglereinheiten des Flussnetzwerks weiterleiten. Außerdem sollen die gesammelten Daten Regierungen und Versorgern zur Verfügung gestellt werden (vgl. Watson et al. 2010, 27). In den Ausführungen von Watson et. al. spielt der Datenschutz keinerlei Rolle. Exakte Informationen zu Energienutzung, z.B. von privaten Personen, können Rückschlüsse auf deren Wohnungsnutzung ermöglichen. Diese Daten könnten durch Kriminelle, wie Einbrecher und Diebe, missbraucht werden. Hacker könnten Daten zum Stromverbrauch abfangen und fälschen oder die Stromversorgung sogar komplett trennen (vgl. Knoke 2010, 1; The Boston Consulting Group 2009, 72). Sowohl die Datenübertragung als auch die Speicherung der Informationen muss vor Datenklau geschützt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der energieeffizienten Informationssysteme ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Beitrag zur Nachhaltigkeit durch Datenerhebung.
2. Flächendeckende Installation von Sensornetzwerken: Es wird die technologische Basis aus Flussnetzwerken, Sensoren und sensibilisierten Objekten beschrieben und diskutiert, welche Hürden bei der flächendeckenden Einführung entstehen.
3. Privatsphäre und Datenschutz: Dieses Kapitel befasst sich mit den Risiken für die Privatsphäre durch detaillierte Verbrauchsdaten und der daraus resultierenden mangelnden Akzeptanz bei den Konsumenten.
4. Energieaufwand zur Datenerhebung und dessen Nutzen zum Energiesparen: Hier wird kritisch hinterfragt, ob der Ressourcen- und Energieaufwand der zur Optimierung benötigten IT-Infrastruktur in einem positiven Verhältnis zum tatsächlich erzielten Energiespareffekt steht.
Schlüsselwörter
Informationssysteme, Nachhaltigkeit, Energieinformatik, Sensornetzwerke, Smart Meter, Datenschutz, Energieverbrauch, Energieversorger, Privatsphäre, Flussnetzwerk, eEnergy, Ressourcenmanagement, Datensicherheit, Energienetzwerk, Energieeffizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Rolle von Informationssystemen zur Förderung nachhaltiger Energiesysteme auseinander, basierend auf dem theoretischen Framework von Watson et al.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die technologische Infrastruktur von Sensornetzwerken, die Akzeptanz von Datenschutzmaßnahmen und die Energiebilanz von IT-gestützten Optimierungssystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu evaluieren, ob die durch Informationssysteme ermöglichte Datenerhebung über den Energieverbrauch tatsächlich zu einem nachhaltigeren Energiesystem führt oder ob sie neue Probleme wie soziale Ungerechtigkeiten und Sicherheitsrisiken schafft.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Analyse zugrunde?
Der Autor führt eine kritische Literaturanalyse durch, bei der die Aussagen von Watson et al. mit aktuellen Studien und Berichten aus der Energiewirtschaft und Informatik konfrontiert werden.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden die notwendigen technologischen Voraussetzungen für ein intelligentes Energiesystem erläutert und die kritischen Aspekte der Datensicherheit und Energieeffizienz der IT selbst beleuchtet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Energieinformatik, Smart Meter, Datenschutz, nachhaltige Entwicklung und Systemeffizienz.
Warum spielt die soziale Gerechtigkeit bei Smart-Grid-Tarifen eine Rolle?
Da flexible Stromtarife, die den Verbrauch an Bedarfsspitzen anpassen, eine eigenständige Planung erfordern, könnten sich sozial schwächere Gruppen oder Senioren benachteiligt fühlen, da sie die Komplexität oder die Kosten nicht flexibel handhaben können.
Welche Gefahr sehen die Autoren in Bezug auf die Datensicherheit?
Es besteht die Gefahr, dass hochpräzise Energiedaten durch Hacker missbraucht werden, um Wohnmuster zu identifizieren oder gezielt in die Stromversorgung einzugreifen, weshalb der Schutz vor unbefugtem Zugriff essenziell ist.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Aufwand und Nutzen der IT-Infrastruktur?
Der Autor argumentiert, dass eine nachhaltige Wirkung nur erzielt wird, wenn die durch die IT-Infrastruktur erzielten Einsparungen den Energie- und Ressourcenaufwand für Aufbau, Betrieb und Entsorgung dieser digitalen Systeme übersteigen.
- Quote paper
- Bachelor of Science Michel Hecking (Author), 2011, Essay zum Artikel "Information Systems and environmentally sustainable development: Energy Informatics and new directions for the IS community" von Watson et al., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190263