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Die Situation nach dem Tod Karls des Großen - Bruderkämpfe und Reichszerfall

Titre: Die Situation nach dem Tod Karls des Großen - Bruderkämpfe und Reichszerfall

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 24 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Weiß (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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„Sehnsucht nach Karl dem Großen“ - So betitelte Bernd Schneidmüller seinen Aufsatz aus dem Jahr 2000, der die Ausnahmestellung Karls insbesondere für die Geschichte Frankreichs und Deutschlands vom Mittelalter bis zur Gegenwart untersucht und das enorme nostalgische Geltungs- und Identifikationsbedürfnis mit dem frühmittelalterlichen Kaiser treffend beleuchtet. Beide Nationen beanspruchten in der Geschichte teils heftig die Zuordnung des pater europae als Ahnherren und Repräsentanten zu ihrer Nation, was bis heute in gemäßigterer Form noch vorkommt.
Doch wer war Karl der Große? Fest steht, dass er ein äußerst erfolgreicher Herrscher eines riesigen Reiches war, der sichtlich um die Expansion, Christianisierung, Kirchenpolitik, Bildung und Normierung in seinem Herrschaftsgebiet bemüht war. Sicher ist auch, dass seine Idealisierung und außergewöhnliche Verehrung bereits zu Lebzeiten einsetzte und seine Nachfahren, was vor allem seinen Sohn und direkten Nachfolger Ludwig den Frommen betraf, nur als einen blassen Abglanz erscheinen ließ. Lange wurde dieser demnach in der Forschung als unfähiger und schwacher Kaiser; als Versager und „des großen Kaisers kleiner Sohn“ angesehen und bezüglich seiner politischen Leistung regelrecht verteufelt, was einer Spirale gleich das Ansehen und Andenken an den großen Karl wiederum nur noch weiter übersteigerte. Immer wieder berief man sich im Laufe der Geschichte auf ihn, stilisierte ihn zum unantastbaren Vorbild für Rechtschaffenheit, Christlichkeit und Erfolg. Karl der Große – ein Mythos.
Im Rahmen dieser Arbeit soll die Zeit nach dem Tod Karls genauer beleuchtet werden, wobei das Hauptinteresse v. a. auf Kaiser Ludwig dem Frommen, seinem nachgeborenen Sohn Karl dem Kahlen und seiner zweiten Ehefrau Judith liegen wird. Leitend sollen hierbei u. a. die Aspekte des Bildes Karls des Großen aus zeitgenössischer ebenso wie aus gegenwärtiger Sicht, die unmittelbare Situation nach Karls Tod, die Frage nach der Beurteilung und Einordnung der Regierungszeit Ludwigs und der Ursachen und Motive des Reichszerfalls sein. War Ludwig der Fromme tatsächlich ein schwacher Herrscher? Hinterließ Karl seinem Sohn ein gestärktes Reich? Welchen Anteil haben die Bruderkämpfe am Reichszerfall? Welche Rolle spielte die Geburt des jüngsten Sohnes Karl und welche Stellung nahm Judith als Kaiserin und Mutter im politischen Machtspiel ein?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Situation nach dem Tod Karls des Großen: Bruderkämpfe und Reichszerfall

1. Das Karlsbild aus zeitgenössischer Sicht bis zur Gegenwart

2. Die unmittelbare Situation nach dem Tod Karls bis 818

3. „Des großen Kaisers kleiner Sohn“ – Ludwig der Fromme als schwacher Kaiser in einem starken Reich?

4. Auf dem Weg zum Reichszerfall

a) Ursachen und Motive

b) Rolle Karls des Kahlen

5. Die Kaiserin Judith: Der ausschlaggebende Faktor für die Reichsteilungen?

III. Zusammenfassung

IV. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Periode nach dem Tod Karls des Großen, mit einem besonderen Fokus auf die Regierungszeit Ludwigs des Frommen, das politische Wirken Karls des Kahlen sowie die Rolle der Kaiserin Judith. Ziel ist es, das traditionell negative Bild Ludwigs des Frommen als "schwacher Kaiser" kritisch zu hinterfragen und die komplexen Ursachen für den Zerfall des Frankenreiches zu beleuchten.

  • Kritische Analyse des Karlsbildes vom Mittelalter bis zur Moderne
  • Bewertung der Herrschaftsqualität Ludwigs des Frommen
  • Untersuchung der Faktoren für den Reichszerfall (insb. die Rolle der Nachfahren)
  • Revidierung der historischen Zuschreibungen zur Kaiserin Judith
  • Dynastische Konfliktlinien und die Rolle des "Teilungsbrauchs"

Auszug aus dem Buch

Die unmittelbare Situation nach dem Tod Karls bis 818

Um die schwierige Frage der Herrschaftsqualität Ludwigs des Frommen beurteilen zu können, ist es zunächst nötig sich mit der Situation nach dem Tod Karls des Großen 814 auseinanderzusetzen, d. h. die politische Lage und die Stimmung im Reich mit einzubeziehen. Festzustellen ist zunächst, dass Karl seinem Sohn nach langer und insgesamt sehr erfolgreicher Regierung ein riesiges Reich voller heterogener Ethnizitäten hinterließ. Die Zeit der großen Expansionen aber war vorbei; lohnende Ziele gab es nicht mehr zu erobern. Demnach galt es, sich den nicht zu unterschätzenden inneren Problemen zu widmen, wie z. B. einen Treueeid der Stämme zur Sicherung des Friedens abzuverlangen.

Die Kirche gewann in dieser Zeit immer mehr an Bedeutung, was geistliche aber auch weltliche Belange anging, d. h. war vor allem auf die Amtsträger bezogen. Ludwig unternahm auf diesem Gebiet energische Reformversuche; dennoch fanden sich wenige Unterstützer für seine Position. Auch erkannte er die geringe institutionelle Verfasstheit des Großreiches und wollte die Erneuerung dessen durchsetzten, da er sich darüber bewusst gewesen sein muss, dass das Reich lange schon über das einstige Volkskönigtum hinausgewachsen war, weshalb er auch den vollen Kaisertitel führte: Im Gegensatz zu seinem Vater nannte er sich nicht mehr „Rex Francorum et Langobardorum“, sondern „imperator augustus“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Sehnsucht nach Karl dem Großen ein und legt dar, wie diese Idealisierung das Bild seines Nachfolgers Ludwig des Frommen in der Forschung über lange Zeit negativ beeinflusst hat.

II. Die Situation nach dem Tod Karls des Großen: Bruderkämpfe und Reichszerfall: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Regierungszeit Ludwigs, die Rolle seines Umfeldes und die strukturellen Probleme des Frankenreiches, die zum Zerfall führten.

III. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer revidierten Sichtweise auf Ludwig den Frommen und Kaiserin Judith sowie die Komplexität der Faktoren, die zum Reichszerfall führten.

IV. Literatur- und Quellenverzeichnis: Hier werden alle wissenschaftlichen Publikationen und zeitgenössischen Quellen aufgelistet, die für die Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Ludwig der Fromme, Kaiserin Judith, Reichszerfall, Frankenreich, Karolinger, Herrschaftslegitimation, Karl der Kahle, Ordinatio imperii, Mittelalterliche Geschichte, Historische Forschung, Dynastische Konflikte, Politische Macht, Reformversuche, Mittelalterliches Königtum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Zeit nach dem Tod Karls des Großen und analysiert, warum das Frankenreich unter seinen Nachfahren in Bruderkämpfe und Zerfall geriet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Regierungszeit Ludwigs des Frommen, der politische Einfluss seiner zweiten Frau Judith und der Aufstieg Karls des Kahlen im Kontext des karolingischen Erbrechts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel besteht darin, das negative Bild Ludwigs des Frommen als unfähigen Herrscher zu revidieren und die objektiven, strukturellen Ursachen des Reichszerfalls aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine quellenkritische historische Analyse, indem sie zeitgenössische Zeugnisse mit aktuellerer Forschungsdiskussion (z.B. Ganshof, Boshof, Hartmann) vergleicht und bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Karlsbildes, die Herausforderungen direkt nach dem Tod Karls, eine Revision der Einschätzung zu Ludwig dem Frommen sowie eine Neubewertung der Rolle von Judith und Karl dem Kahlen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind das karolingische Erbe, die "ordinatio imperii", das Spannungsfeld zwischen Einheitsidee und Teilungsbrauch sowie die Rolle der Königin als politischer Akteurin.

Warum wird das Bild Ludwigs des Frommen in der Arbeit hinterfragt?

Weil die ältere Forschung ihn oft einseitig als "schwachen Kaiser" und Versager darstellte, während die Autorin auf seine Reformbemühungen und die objektive Überforderung durch ein "Großreich" verweist.

Welche Rolle spielt die Kaiserin Judith laut der Arbeit?

Die Autorin argumentiert, dass Judiths Handeln als rationale Sicherung für sich und ihren Sohn Karl zu verstehen ist und sie in der neueren Forschung zu Unrecht als Hauptschuldige für den Zerfall gebrandmarkt wurde.

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Titre
Die Situation nach dem Tod Karls des Großen - Bruderkämpfe und Reichszerfall
Université
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Cours
Proseminar - Karl der Große. Herrschaft und Reich, Hof und Kanzlei
Note
1,0
Auteur
Katharina Weiß (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
24
N° de catalogue
V190852
ISBN (ebook)
9783656162926
ISBN (Livre)
9783656163336
Langue
allemand
mots-clé
Frühes Mittelalter Bruderkämpfe Karl der Große Ludwig der Fromme Reichszerfall Lothar I Verdun 843 Kaiserin Judith
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Weiß (Auteur), 2011, Die Situation nach dem Tod Karls des Großen - Bruderkämpfe und Reichszerfall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/190852
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Extrait de  24  pages
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