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Ist Overconfidence bei Managern messbar?

Exemplarische Betrachtung verschiedener Overconfidence-Maße aus der Literatur

Title: Ist Overconfidence bei Managern messbar?

Seminar Paper , 2012 , 16 Pages

Autor:in: Lars Uphoff (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Unter Overconfidence kann ein selbstüberschätzendes Verhalten bei Individuen verstanden
werden. Diese Wahrnehmungsverzerrung kann sich in Anlehnung an SHEFRIN
folgendermaßen äußern. Auf der einen Seite kann die Person dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Solch ein Verhalten tritt der Literatur zufolge oftmals auf,wobei die betroffenen Individuen ihre als positiv anzusehenden Charaktereigenschaften als
überdurchschnittlich bewerten. Auf der anderen Seite kann sich die Overconfidence aber auch in einer Überschätzung des vorhandenen Wissens bzw. der Informationen niederschlagen. Demzufolge sind diese Personen übermäßig sicher, dass sie im Besitz der richtigen Informationen sind um einen Sachverhalt ordnungsgemäß zu beurteilen.
Da wie bereits angemerkt viele Individuen von dieser Wahrnehmungsverzerrung betroffen
sind liegt es nahe, dass dieses Phänomen höchstwahrscheinlich auch im ökonomischen Umfeld auftritt. Bei der Betrachtung unterschiedlicher Ergebnisse von Managerentscheidungen kann angenommen werden, dass auch diese unter Overconfidence leiden. Demzufolge treffen sie rational gesehen schlechtere Entscheidungen als wenn sie nicht an Overconfidence leiden würden. Die Krux ist nun, dass es sich bei dieser
Wahrnehmungsverzerrung nicht um eine einfach objektiv messbare Eigenschaft handelt. Die in dieser Arbeit thematisierte Overconfidence von Managern entzieht sich oftmals einem direkten und präzisen Maß. Aus diesem Grund müssen geeignete Maße entwickelt werden, an denen man den Grad der Overconfidence eines Managers abschätzen oder ableiten kann. In der Literatur existieren dazu verschiedene Ansätze, wie die Overconfidence bei Managern gemessen bzw. quantifizierbar gemacht werden kann. Diese Ansätze unterscheiden sich in ihrem theoretischen Konstrukt und ihrer theoretischen Basis aber zum Teil erheblich.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Das Phänomen der Overconfidence

2 Die verschiedenen Overconfidence Messansätze in der Literatur

2.1 Die Fehleinschätzung von Managern

2.2 Die Overconfidence-Maße von Malmendier und Tate

2.2.1 Die „offenbarte Überzeugung“ als Maß für die Overconfidence bei Managern

2.2.2 Die Außenwahrnehmung als Maß für die Overconfidence des Managers

2.3 Die abnormale Rendite bei Insidergeschäften als Maß der Overconfidence bei Managern

3 Diskussion der verschiedenen Messansätze

4 Determinanten der Overconfidence

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das psychologische Phänomen der Overconfidence bei Managern messbar ist. Da es sich um eine Wahrnehmungsverzerrung handelt, die sich einer direkten Beobachtung entzieht, liegt der Fokus auf der Analyse und kritischen Diskussion verschiedener quantitativer Messansätze aus der aktuellen wissenschaftlichen Literatur.

  • Definition und theoretische Grundlagen der Overconfidence
  • Analyse verschiedener Messmethoden (z. B. Konfidenzintervalle, Portfoliotransaktionen, Presse-Wahrnehmung)
  • Kritische Diskussion der methodischen Ansätze und ihrer empirischen Aussagekraft
  • Untersuchung von Determinanten und Persistenz der Overconfidence

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Fehleinschätzung von Managern

Unter Overconfidence verstehen die Autoren BEN-DAVID, GRAHAM und HARVEY in ihrem Beitrag eine Überschätzung der vorhandenen Informationen bzw. des vorhandenen Wissens seitens der Manager.6 Diese Fehleinschätzung kann ihnen zufolge einerseits darin begründet sein, dass die Individuen die Genauigkeit ihrer Vorhersagen überschätzen oder andererseits die Varianz von unsicheren Ereignissen unterschätzen. Daraus folgt, dass die Wahrscheinlichkeitsverteilungen dieser Individuen zu eng gefasst sind.

Ausgehend von diesem Verständnis der Overconfidence haben die Autoren drei verschiedene Methoden zur Messung der Overconfidence der Manager bzw. des Grads der Fehleinschätzung der Manager konstruiert.

Datenbasis dieser verschiedenen Overconfidence-Maße ist eine quartalsmäßige Managerbefragung, die von Juni 2001 bis September 2010 durchgeführt wurde.7 Adressaten dieser Befragung waren die Senior Financial Executives verschiedener US-Unternehmen. Diese Manager wurden darum gebeten eine einjährige und eine auf das Jahr umgerechnete durchschnittliche Ertragsprognose der nächsten zehn Jahre für den S&P 500 abzugeben. Für beide Zeiträume sollten sie darüberhinaus noch das zehnte und neunzigste Perzentil für ihre Prognose bestimmen. Aus diesen beiden Werten wurde dann ein 80%-iges Konfidenzintervall für die Vorhersage jedes Managers konstruiert.8 Dabei reflektiert ein weit gefasstes Intervall eine hohe Unsicherheit bzgl. des Eintretens der eigenen Ertragsprognose, wohingegen ein eng gefasstes Intervall für das Vertrauen in die Richtigkeit der eigenen Schätzung spricht. Aus dem individuellen Konfidenzintervall des Managers wurde daraufhin die individuelle Volatilität des Managers geschätzt. Neben dieser Befragung wurden weitere Datenbanken genutzt um beispielsweise unternehmensbezogene Informationen, das VIX oder auch die tatsächlich realisierten S&P 500 Erträge zu erhalten.9

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das Phänomen der Overconfidence: Einleitung in die Wahrnehmungsverzerrung der Selbstüberschätzung bei Managern und Erläuterung der Problematik ihrer Messbarkeit.

2 Die verschiedenen Overconfidence Messansätze in der Literatur: Detaillierte Darstellung verschiedener wissenschaftlicher Methoden zur Quantifizierung von Overconfidence bei Managern.

3 Diskussion der verschiedenen Messansätze: Kritische Auseinandersetzung mit der Vergleichbarkeit, Aussagekraft und den Schwächen der vorgestellten Messmethoden.

4 Determinanten der Overconfidence: Analyse von Einflussfaktoren auf die Overconfidence und Untersuchung, ob diese als zeitlich persistentes Merkmal anzusehen ist.

5 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit, das die Komplexität der Messung betont und das Fehlen eines einheitlichen Konzepts in der Literatur festhält.

Schlüsselwörter

Overconfidence, Managerentscheidungen, Wahrnehmungsverzerrung, Messansätze, Konfidenzintervall, Selbstüberschätzung, Fehlkallibrierung, Malmendier, Tate, Ben-David, Insiderhandel, Unternehmensperformance, Behavioral Finance, Ertragsprognose, Volatilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie Overconfidence (Selbstüberschätzung) bei Managern anhand verschiedener wissenschaftlicher Messansätze quantitativ erfasst werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Definition von Overconfidence, die Vorstellung verschiedener Messmethoden, die kritische Diskussion dieser Methoden sowie die Untersuchung von Einflussfaktoren (Determinanten) ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über existierende Ansätze zur Messung von Overconfidence zu geben und diese kritisch im Hinblick auf ihre Eignung und Aussagekraft zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit folgt einem literaturbasierten Ansatz, bei dem verschiedene empirische Studien und deren verwendete Messinstrumente (wie z. B. Managerbefragungen oder Analysen von Aktienportfoliotransaktionen) ausgewertet und gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Messansätze von Autoren wie Ben-David, Graham, Harvey, Malmendier, Tate sowie Kolasinski und Li, gefolgt von einer kritischen Diskussion dieser Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Overconfidence, Behavioral Finance, Managerentscheidungen, Messansätze und Fehlkallibrierung geprägt.

Welches Problem identifizieren die Autoren bei der Messung mittels Aktienoptionen?

Die Konstruktion ist oft sehr aufwendig und die Stichproben können relativ klein sein. Zudem ist nicht immer eindeutig, ob das beobachtete Verhalten (z.B. Halten von Optionen) tatsächlich auf Overconfidence basiert oder andere rationale Gründe hat.

Wie unterscheiden sich die Ansätze in Bezug auf die Persistenz von Overconfidence?

Während einige Studien Overconfidence als über die Zeit andauernde Wahrnehmungsverzerrung sehen, betrachten andere sie als dynamisches Phänomen, das durch Lerneffekte oder vergangene Prognoseerfolge beeinflusst wird.

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Details

Title
Ist Overconfidence bei Managern messbar?
Subtitle
Exemplarische Betrachtung verschiedener Overconfidence-Maße aus der Literatur
College
University of Wuppertal
Author
Lars Uphoff (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V191384
ISBN (eBook)
9783656161790
ISBN (Book)
9783656161912
Language
German
Tags
overconfidence managern exemplarische betrachtung overconfidence-maße literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Uphoff (Author), 2012, Ist Overconfidence bei Managern messbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191384
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