Die Ausgabe von Stock Options an Mitarbeiter oder Management als Instrument der
Honorierung und Anreizsteigerung gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung.
Zwar gibt es für die Unternehmen verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung von Optionplänen,
die Behandlung nach HGB, IAS und US-GAAP unterscheidet sich aber nicht
wesentlich.
Zwei kritische Aspekte dominieren die Diskussion um die bilanzielle Behandlung von SO:
Die Frage, ob SO bilanziell erfaßt werden müssen oder eine Information im Anhang ausreichend
ist und im Falle ihrer Bilanzierung, die Frage nach der Bewertung.
Die Antworten können große Auswirkungen auf das bilanzielle Ergebnis haben. Sie sind
so weitreichend, daß z.B. einige Unternehmen in den USA bei einer Erfassung von SO in
der Bilanz Verluste statt Gewinne hätten ausweisen müssen. Dies zeigt, wie bedeutsam
die Behandlung von SO hinsichtlich der Vermittlung von Informationen über die geschäftliche
Lage der Unternehmen ist.
Im 1.Hauptteil dieser Arbeit wird zunächst der Begriff Stock Options definiert und die
Intention dargestellt, die zur Ausgabe von Optionen führt, sowie einige wichtige Begriffe
behandelt, die im Rahmen der Optionsbehandlung verwendet werden. Danach werden
die verschiedenen Optionsprogramme im deutschen Handelsrecht erläutert. Anschließend
folgt die Behandlung von SO aus einer bedingten Kapitalerhöhung nach IAS und
US-GAAP. Im zweiten Hauptteil werden wichtige Aspekte der Informationsfunktion
der Rechnungslegung dargestellt und abschließend kritisch gewürdigt.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung
- Stock Option-Programme und ihre Bilanzierung im handelsrechtlichen Jahresabschluß
- Definition - Stock Options
- Stock Option-Programme im deutschen Jahresabschluß
- Optionen
- Die Bilanzierung von Stock Options nach E-DRS 11
- Stock Option Programme im internationalen Jahresabschluß
- Die Bilanzierung von Stock Options nach IAS (IAS 19)
- Die Bilanzierung von Stock Options nach Exposure Draft (ED2)
- Die Bilanzierung von Stock Options nach US-GAAP (APB No.25 und SFAS No.123)
- Beurteilung der Bilanzierung von Stock Options aus Sicht der Informationsfunktion
- Die Informationsfunktion in der Rechnungslegung nach HGB, IAS und US-GAAP
- Kritische Würdigung
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Bilanzierung von Stock Options, einer zunehmend relevanten Form der Mitarbeiterbeteiligung. Sie analysiert die unterschiedlichen Behandlungsweisen nach HGB, IAS und US-GAAP und beleuchtet dabei insbesondere die Frage der Informationsfunktion der Rechnungslegung.
- Definition und Funktionsweise von Stock Options
- Bilanzierung von Stock Options nach unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards
- Bewertung und Erfassung von Stock Options im Jahresabschluss
- Informationsfunktion der Rechnungslegung im Kontext von Stock Options
- Kritische Würdigung der Bilanzierungsansätze und deren Auswirkungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Das erste Kapitel erläutert die Problemstellung der Bilanzierung von Stock Options und die verschiedenen Perspektiven auf die Relevanz dieses Themas.
- Kapitel 2 befasst sich mit der Definition von Stock Options, verschiedenen Programmformen und der Bilanzierung nach HGB, IAS und US-GAAP.
- Kapitel 3 beleuchtet die Informationsfunktion der Rechnungslegung im Allgemeinen und analysiert die Auswirkungen unterschiedlicher Bilanzierungsansätze auf die Informationsqualität von Stock Options.
Schlüsselwörter
Stock Options, Bilanzierung, Rechnungslegung, HGB, IAS, US-GAAP, Informationsfunktion, Mitarbeiterbeteiligung, Anreizsteigerung, Bewertung, Erfassung, Exposure Draft, E-DRS, APB No.25, SFAS No.123, Jahresabschluss.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Stock Options in der Unternehmensbilanzierung?
Stock Options sind Aktienoptionen, die an Mitarbeiter oder das Management als Honorierung oder Anreiz ausgegeben werden. Ihre Bilanzierung ist aufgrund der Bewertung komplex.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung nach HGB von internationalen Standards?
Während das HGB eher vorsichtig agiert, fordern IAS/IFRS und US-GAAP oft eine detailliertere Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen als Personalaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Warum ist die Bewertung von Stock Options so umstritten?
Die Erfassung als Aufwand kann das bilanzielle Ergebnis massiv schmälern. In den USA hätten einige Firmen Verluste statt Gewinne ausgewiesen, wenn Optionen voll bilanziert worden wären.
Was ist die Informationsfunktion der Rechnungslegung?
Sie soll Investoren und Gläubigern ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage vermitteln. Unzureichende Angaben zu Stock Options können dieses Bild verzerren.
Was regeln E-DRS 11 und SFAS No. 123?
Diese Standards (deutsch bzw. US-amerikanisch) legen fest, wie Aktienoptionen bewertet und im Jahresabschluss ausgewiesen werden müssen, um Transparenz zu schaffen.
Ist eine Information im Anhang ausreichend?
Dies ist ein zentraler Streitpunkt. Kritiker fordern die direkte Bilanzierung, da bloße Anhangsangaben die tatsächlichen Kosten der Mitarbeitervergütung verschleiern könnten.
- Citar trabajo
- Gabor Erfert (Autor), 2003, Passivierung von Stock Options: kritischer Vergleich der Informationsvermittlung durch HGB, IAS und US-GAAP, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19150