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Von der Straße ins Haus

Theorien und Forschungskonzepte der New Social Studies of Childhood

Title: Von der Straße ins Haus

Term Paper , 2011 , 20 Pages

Autor:in: Tanja Schmidt (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Kinder erleben eine zunehmend vorgefertigte Welt und (Über-)behütung durch besorgte Eltern – eine Airbag-Kindheit. Räume und Zeit, in denen Kinder ohne Rundum-Beaufsichtigung sich ausprobieren können, sind selten geworden. Wie entwickeln Kinder Autonomie und Selbstbestimmung in einer von Erwachsenen weitgehend geregelten Welt?
Die „Straße“ als Lernort von früher wird beispielhaft mit der klassischen Barmbeker Kinderstudie von Martha und Hans Muchow porträtiert und es wird verglichen, wie heutige Lernorte aussehen. Konnten vornehmlich Jungs in kleinen Banden durch die Gegend streifen, so hatte dies sicherlich Vorteile z.B. körperliche Betätigung, aber Kinder waren auch häufig auf sich gestellt und erfuhren nicht immer Beachtung und Wertschätzung. Die Konzepte, wie sich Kindheit verändert hat, werden durch die Konzepte der Verinselung und Verhäuslichung in der Arbeit gut beschrieben.
Ausgehend von den Arbeiten Jürgen Zinneckers und Helga Zeihers Überlegungen im Artikel „Wohlstand an Zeit und Raum für Kinder?“ (2002) wird die Freizeitgestaltung von Kindern früher und heute dargestellt. Das Spannungsfeld von Erziehung, in dem Kinder zu autonomen Individuen heranwachsen sollen, zwischen Schutz und der Notwendigkeit, Kinder mitbestimmen zu lassen, wird diskutiert.
Die Ergebnisse der 2. World Vision Kinderstudie 2010 werden besonders unter dem Aspekt der Mediatisierung dargestellt. Die Freizeitaktivitäten von Kindern heute werden beschrieben. Ist das Straßenkind von früher das Medienkind von heute? Aus welchem Milieu Kinder kommen, wird immer bestimmender: Diskussionsgegenstand ist das Bild von Kindheit als (Bildungs-)Moratorium, ein Bild, das immer stärker von Auflösung gekennzeichnet ist. Kinder leben heute vielfach nicht in geschützten Räumen. Um Kinder zu unterstützen, stellt der capability approach ein sinnvolles Instrument dar, um Lebenswelten von Kindern mit Handlungs- und Wirkungsmöglichkeiten auszustatten, damit Kinder ein gutes Leben führen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Zivilisationstheorie von Norbert Elias als Begründung von Verhäuslichung als allgemeine Rationalisierungs- und Kontrolltendenz

1.1 Die Barmbeker Kinderstudie von Martha und Hans Muchow als Beispiel für Aneignungsprozesse von Kindern in ihrer Umwelt

1.2 Verinselte Kindheit (Helga Zeiher)

1.3 Verhäuslichte Kindheit (Jürgen Zinnecker)

2. Kinder & Freizeit

2.1 Kinder zwischen Schutz und Selbstbestimmung

2.2 Verhäuslichte Kindheit & Medienkindheit

2.3 Das Moratorium der Kindheit im Diskurs

3. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Lebensbedingungen von Kindern, insbesondere unter den Aspekten der Verhäuslichung und Verinselung, und fragt danach, wie der pädagogische Erziehungsauftrag unter modernen Bedingungen der Separierung von Kinderwelten gelingen kann.

  • Vergleichende Analyse der Konzepte „Verhäuslichung“ und „Verinselung“
  • Rolle von Norbert Elias' Zivilisationstheorie für das Verständnis kindlicher Entwicklung
  • Analyse aktueller Freizeitformen von Kindern anhand der 2. World Vision Kinderstudie
  • Spannungsfeld zwischen pädagogischem Schutzraum und kindlicher Selbstbestimmung
  • Bedeutung der Medienkultur als neuer Sozialisationsraum abseits institutioneller Zugriffe

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Die Zivilisationstheorie von Norbert Elias als Begründung von Verhäuslichung als allgemeine Rationalisierungs- und Kontrolltendenz

In meiner Hausarbeit möchte ich untersuchen, welche unterschiedliche Ausprägung Kindheit in früheren Jahrzehnten und heute erfahren hat unter den Aspekten der Verhäuslichung (Jürgen Zinnecker) und Verinselung (Helga Zeiher).

Wie kann der Erziehungsauftrag, Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten zu begleiten, in Einklang gebracht werden mit den heutigen Lebensbedingungen von Kindern, die sich in separierten und geschützten Räumen und Institutionen bewegen?

Die Problematik von Straßenkindern, die auf der Straße leben, ist damit nicht gemeint. Durch die Notwendigkeit, das Thema einzugrenzen, stehen nur die Konzepte der Verhäuslichung und Verinselung im Blickpunkt. Das ursprünglich angedachte Ortswächter-Konzept wird nicht dargestellt, da es nach meiner Auffassung nach an Aktualität eingebüßt hat, da viele Kinder nicht mehr auf viele als Ortswächter fungierende Erwachsene treffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Zivilisationstheorie von Norbert Elias als Begründung von Verhäuslichung als allgemeine Rationalisierungs- und Kontrolltendenz: Die Einleitung führt in die Konzepte der Verhäuslichung und Verinselung ein und begründet den theoretischen Bezug auf Norbert Elias' Zivilisationstheorie, um den historischen Wandel kindlicher Lebenswelten zu verstehen.

1.1 Die Barmbeker Kinderstudie von Martha und Hans Muchow als Beispiel für Aneignungsprozesse von Kindern in ihrer Umwelt: Dieses Unterkapitel thematisiert Muchows Pionierstudie, die Kinder als aktive Gestalter ihrer Umwelt begreift und den Wandel von der Straßennutzung zur heutigen institutionellen Verinselung beleuchtet.

1.2 Verinselte Kindheit (Helga Zeiher): Hier wird das Konzept des verinselten Lebensraums vorgestellt, bei dem Kindheit in separierten, oft durch Erwachsene koordinierten Raumstücken stattfindet, statt in einem organisch wachsenden Nahraum.

1.3 Verhäuslichte Kindheit (Jürgen Zinnecker): Dieses Kapitel erläutert Zinneckers Leitkonzept, nach dem soziale Handlungen von Kindern durch dauerhafte Befestigungen isoliert werden, was zu berechenbaren, aber oft bewegungsarmen Handlungsräumen führt.

2. Kinder & Freizeit: Anhand aktueller Studien wird das heutige Freizeitverhalten untersucht, wobei insbesondere die Schichtabhängigkeit und der Medieneinfluss auf die Freizeitgestaltung im Vordergrund stehen.

2.1 Kinder zwischen Schutz und Selbstbestimmung: Dieser Abschnitt analysiert das Spannungsverhältnis zwischen dem pädagogischen Schutzauftrag und dem Bedürfnis von Kindern nach Freiheit und Autonomie in einer zunehmend durch Institutionen geprägten Welt.

2.2 Verhäuslichte Kindheit & Medienkindheit: Es wird diskutiert, wie Medien als neuer Sozialisationsraum fungieren, der Kindern auch außerhalb pädagogischer Kontrolle neue Möglichkeiten der Weltaneignung bietet.

2.3 Das Moratorium der Kindheit im Diskurs: Das Kapitel reflektiert die Auflösung traditioneller Moratorien durch die moderne Massenkultur und fragt nach neuen Wegen, Kindern Teilhabe und gute Lebensbedingungen zu ermöglichen.

3. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung, die Kinder verstärkt als aktive Akteure in Aushandlungsprozessen zwischen den Generationen begreift und die Bedeutung der Beziehungsqualität betont.

Schlüsselwörter

Verhäuslichung, Verinselung, Kindheit, Zivilisationstheorie, Norbert Elias, pädagogisches Moratorium, Medienkindheit, Aneignungsprozesse, Sozialisation, Lebenswelt, Freizeitverhalten, Kindheitsforschung, Generationenverhältnis, Teilhabe, Lebensbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den historischen und gesellschaftlichen Wandel der Kindheit von der „Straße“ hin zu einer verhäuslichten und verinselten Lebensweise unter dem Einfluss moderner pädagogischer und zivilisatorischer Prozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt Themen wie die räumliche Aneignung durch Kinder, den Einfluss von Institutionen, die Bedeutung von Medien im Kindesalter sowie die sozioökonomischen Unterschiede bei Freizeitaktivitäten ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu verstehen, wie Kinder heute trotz separierter Schutzräume eigene Lebenswelten gestalten und wie der Erziehungsauftrag diesen modernen Bedingungen angepasst werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die zentrale Konzepte der Kindheitsforschung (u.a. von Zinnecker, Zeiher, Elias) mit empirischen Ergebnissen aktueller Studien (World Vision Kinderstudie, KIM-Studie) synthetisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Verhäuslichung/Verinselung) sowie eine Analyse des aktuellen Freizeitverhaltens von Kindern unter besonderer Berücksichtigung der Schichtzugehörigkeit und des Einflusses von Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Verhäuslichung, Verinselung, Sozialisation, Kindheit, pädagogisches Moratorium und Lebensweltaneignung.

Wie unterscheidet sich die „verinselte Kindheit“ von der „verhäuslichten Kindheit“?

Während die verinselte Kindheit den Fokus auf die isolierten, nicht zusammenhängenden Orte der kindlichen Aktivität legt, betont die verhäuslichte Kindheit das gesellschaftliche Prinzip der Kontrolle und die räumliche Befestigung des Kindesalltags.

Welche Bedeutung kommt dem Medienkonsum für moderne Kinder zu?

Die Arbeit diskutiert Medien als Gegenentwurf zur organisierten Freizeit, die Kindern in benachteiligten Situationen neue Räume eröffnet, aber gleichzeitig Fragen der pädagogischen Begleitung und des Schutzes aufwirft.

Welche Rolle spielt die soziale Schicht für die Freizeitgestaltung?

Soziale Schicht und Migrationshintergrund prägen den Zugang zu kulturellen Angeboten, Vereinen und sogar die Verfügbarkeit von Medien, was die Lebenschancen von Kindern maßgeblich beeinflusst.

Warum ist das Werk von Norbert Elias für diese Untersuchung relevant?

Elias' Zivilisationstheorie hilft zu verstehen, dass der Prozess der Verhäuslichung Teil einer langfristigen gesellschaftlichen Tendenz zur Rationalisierung und zur Transformation von Außenzwängen in Innenzwänge ist.

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Details

Title
Von der Straße ins Haus
Subtitle
Theorien und Forschungskonzepte der New Social Studies of Childhood
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Theorien und Forschungskonzepte der New Social Studies of Childhood
Author
Tanja Schmidt (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V191576
ISBN (eBook)
9783656163381
ISBN (Book)
9783656163947
Language
German
Tags
straße haus theorien forschungskonzepte social studies childhood
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Schmidt (Author), 2011, Von der Straße ins Haus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191576
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