Der Hochschullehrer als Prüfer


Seminararbeit, 2011

31 Seiten, Note: 13 Punkte


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

A. Einführung

B. Existenz einer durch Art. 5 III 1 GG verfassungsrechtlich garantierten Prüfungsfreiheit
I. Akzessorietät zwischen Lehr- und Prüfungsfreiheit
1. Meinungsstand
2. Auslegung
II. Kernbereich der Prüfungsfreiheit
III. Der Hochschullehrer als Grundrechtsträger der Prüfungsfreiheit
1. Das besondere Beamtenrechtsverhältnis des Hochschullehrers
2. Universitäts- und Juniorprofessoren
3. Fachhochschulprofessoren
IV. Ausgestaltungsbedürftigkeit der Prüfungsfreiheit
1. Das verfassungsrechtliche Rechte- und Pflichtendreieck
2. Dogmatisches Verständnis der Ausgestaltungsregelungen
3. Rechtsgrundlagen
V. Schranken der Prüfungsfreiheit

C. Dienstrechtliche Ausgestaltung der Prüfungsfreiheit
I. Prüfungsverpflichtung des Hochschullehrers
II. Prüfungsberechtigung
III. Prüfungsfach
IV. Fachliche Qualifikation des Prüfers
1. Allgemeine Hochschulprüfungen
2. Promotionen
3. Habilitationen

D. Reichweite und Grenzen einzelner Prüfertätigkeiten
1. Auswahl des Prüfungsgegenstandes
2. Durchführung von Prüfungen
a. Prüferverhalten und Befangenheit
b. Prüfungsdauer
3. Bewertung von Prüfungen
a. Widerspruchsverfahren und Neubewertung
b. Begründungspflicht
c. Prüfungsspezifische Bewertungsspielräume
d. Bewertungen durch mehrere Prüfer

E. Zusammenfassung der Ergebnisse

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A. Einführung

Prüfungen dienen der Leistungskontrolle. Sie stellen fest, ob und mit welchem Erfolg der Studierende das vorgegebene Studienziel erreicht hat. Somit haben sie richtungsweisende Bedeutung für die akademischen Abschlüsse und regeln die Zulassung zu bestimmten Berufsgruppen.

Noch nie haben in NRW so viele Studenten ihr Examen abgelegt wie im Jahr 2010.[1] Gleichzeitig ist aber auch die Anzahl prüfungsrechtlicher Streitigkeiten gestiegen.[2] Damit einher geht eine zunehmende Verantwortung für den einzelnen Hochschullehrer, denn er entscheidet in seiner spezifischen Funktion als Prüfer über das Bestehen oder Nichtbestehen einer Prüfungsleistung. Die Abnahme von Prüfungen, die zu den hauptberuflichen Tätigkeiten des Hochschullehrers gehört, findet sich somit in einem komplexen verfassungsrechtlichen Verhältnis zwischen Berufsfreiheit (Art. 12 I GG) und Chancengleichheit (Art. 3 I GG) der Prüflinge sowie dem staatlichen Ausbildungsauftrag der Hochschulen, die wiederum selbst Grundrechtsträger der Wissenschaftsfreiheit des Art. 5 III 1 GG sein können, wieder.

Zum Prüfungsrecht existieren einige umfangreiche Monographien, die hier nicht nachgezeichnet werden können und sollen. Vielmehr sollen anhand eines verfassungsrechtlichen Ansatzes Freiheit und Grenzen der verschiedenen Prüfungstätigkeiten eines Hochschullehrers vorgestellt werden. Als Prüfer werden hier die verbeamteten Hochschullehrer an staatlichen Hochschulen verstanden. Nicht von Interesse sind damit mögliche Verbindungen zu den an privaten Hochschulen lehrenden Professoren.

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist folgender: Akademische Prüfungen finden – mit Ausnahme von staatlichen und kirchlichen Prüfungen – an Hochschulen und damit in einem wissenschaftlichen Umfeld statt. Es erscheint daher zunächst fraglich, ob und inwieweit Prüfertätigkeiten überhaupt unter dem Mantel der für die Hochschullehrer bedeutsamen Wissenschaftsfreiheit durch Art. 5 III 1 GG verfassungsrechtlich geschützt sind und gar als eigene Ausprägung einer verfassungsrechtlich garantierten „Prüfungsfreiheit“[3] angesehen werden können. Dieser verfassungsrechtliche Anknüpfungspunkt dient dazu, die sich daran anschließenden Fragen nach den tatsächlichen Gewährleistungsinhalten, ihren Grenzen und den in der Praxis auftretenden Grundrechtskollisionen besser zu verstehen. Relevante Vorgaben zur Prüfertätigkeit finden sich im Dienstrecht der Hochschullehrer und den Studien- und Prüfungsordnungen. Die Thematik wird dabei am Beispiel des nordrhein-westfälischen Landesrechts vorgestellt.

B. Existenz einer durch Art. 5 III 1 GG verfassungsrechtlich garantierten Prüfungsfreiheit

Die Wissenschaftsfreiheit findet ihre verfassungsrechtliche Verankerung in Art. 5 III 1 2. Alt. GG. Sie schützt als individuelles Grundrecht die grundlegende Freiheit, Wissenschaft ungehindert von staatlicher Einflussnahme auszuüben.[4] Der Hochschullehrer wird von ihr schon kraft seines Amtes erfasst, denn er ist „das geborene Rechtssubjekt der Wissenschaftsfreiheit“.[5] Forschung und Lehre sind wesentliche Bestandteile eines einheitlichen Grundrechts der Wissenschaftsfreiheit[6], die sich einerseits auf den Erwerb von Wissen sowie auf die Weitergabe von Wissen beziehen.[7] Die Prüfertätigkeit betrifft die Überprüfung von vorab vermitteltem Wissen, denn sie ist nicht darauf ausgerichtet, neue Forschungsergebnisse zu generieren. Daraus folgt zugleich, dass sie sich allenfalls als besondere Form der Wissensvermittlung unter den Bereich der Lehrfreiheit subsumieren lässt, wenn sie von dessen sachlichem Schutzbereich tatsächlich erfasst wird.

I. Akzessorietät zwischen Lehr- und Prüfungsfreiheit

Die Freiheit der Lehre besteht in der Wissensvermittlung im Rahmen von akademischen Lehrveranstaltungen, die grundsätzlich im Zusammenhang mit der Forschung des Hochschullehrers und der Weitergabe des durch die Forschung erlangten Wissens gesehen werden muss.[8] Damit garantiert die Lehrfreiheit des Art. 5 III 1 GG eine inhaltliche sowie eine methodische Freiheit, also das Recht, die wissenschaftliche Position und Didaktik frei von staatlicher Einflussnahme auszuwählen.[9]

Prüfungen können sowohl im Rahmen einer Lehrveranstaltung (oftmals als Klausur) oder nach bestimmten Studienabschnitten (wie beispielsweise als Zwischenprüfung) erfolgen. Inwieweit damit aber auch die Prüfertätigkeit eines Hochschullehrers als besondere Ausprägung der Lehrfreiheit dem Schutz des Art. 5 III 1 GG unterliegt, ist umstritten und höchstrichterlich

noch nicht geklärt worden.[10]

1. Meinungsstand

In der Literatur gibt es sowohl Befürworter, welche zumindest einzelne Prüfungstätigkeiten der Lehrfreiheit des Art. 5 III 1 GG zuordnen, als auch Stimmen, die sich gegen eine solche Einordnung aussprechen.

Letztere bringen hervor, dass es bei Prüfungen gerade nicht um die für die Lehre typische Vermittlung von Wissen ginge. Der Prüfer stelle vielmehr fest, ob der Prüfling die für den berufsqualifizierenden Abschluss erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitze.[11] Ebenso wenig ziele beispielsweise die Prüfungsbewertung darauf ab, gegenüber dem Prüfungskandidaten wissenschaftliche Lehrmeinungen zu äußern.[12] Dies werde besonders bei der Bewertung von Abschlussarbeiten (wie z.B. einer Diplom- oder Masterarbeit) deutlich, denn solche stehen grundsätzlich nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang zu einer Lehrveranstaltung.[13] Außerdem bringe die in § 35 I 2 HG NRW getroffene Zuweisung der Prüfungsabnahme zu den hauptberuflichen Aufgaben der Hochschullehrer zum Ausdruck, dass es dieser besonderen Erwähnung nicht bedurft hätte, wenn die Abnahme von Prüfungen bereits der Lehre zuzurechnen sei.[14]

Dem tritt eine andere Ansicht mit dem Argument entgegen, dass Prüfungen mit der Lehre in einem untrennbaren Zusammenhang stehen.[15] Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) habe in seinem grundlegenden Hochschulurteil[16] festgestellt, dass die Festlegung und die Durchführung von Studien- und Prüfungsordnungen zu den wissenschaftsrelevanten Angelegenheiten gehören und diese Forschung und Lehre unmittelbar berühren. Da Prüfungsordnungen in Form von Prüfungen durchgeführt werden, bestehe zwischen Lehre und Prüfung eine zwangsläufige Akzessorietät.[17] Dies sei jedenfalls dann der Fall, wenn Prüfungen die Lehre zur Kontrolle des Lehrerfolges abschließen, d.h. eine sog. dialogische Struktur zwischen Lehre und Prüfung vorliegt.[18] Zudem wird darauf hingewiesen, dass sowohl mündliche als auch schriftliche Prüfungen wissenschaftliche Meinungsäußerungen der Prüflinge und auch des Prüfers enthalten würden.[19]

2. Auslegung

Beide Ansichten haben gewichtige Argumente auf ihrer Seite. Die historische Auslegung zeigt jedenfalls, dass die Prüfungstätigkeit zur traditionellen Betätigung des Hochschullehrers gehört.[20] Hauptsächlich muss aber auf die teleologische Auslegung der Lehrfreiheit abgestellt werden; Systematik und Wortlaut des Art. 5 III 1 GG können indes keine Anhaltspunkte hinsichtlich des Reichweite des Schutzbereichs entnommen werden.[21]

Die teleologische Auslegungsmethode fragt nach dem Sinn und Zweck der Norm, vorliegend also konkret nach Sinn und Zweck von verfassungsrechtlich geschützter „Lehre“. Hauptanliegen der Lehre ist die Verbreitung von erlangtem Wissen – wahlweise durch (schriftliche) Publikation oder im Rahmen einer Lehrveranstaltung (z.B. einer Vorlesung). Daneben findet eine Wissensverbreitung aber auch dann statt, wenn zum Abschluss einer Lehrveranstaltung das vermittelte Wissen in Form einer Prüfungsleistung abgefragt wird. Hierin manifestiert sich letztlich sogar ihr Anliegen, denn die Prüfungskandidaten müssen zur Vorbereitung auf ihre Prüfung die Lehrinhalte aufnehmen, verstehen und kritisch hinterfragen. In der Prüfung selbst erfolgt eine Anwendung der präferierten wissenschaftlichen Theorie. Dann aber weist die Prüfungsleistung auch wissenschaftliche Meinungsäußerungen auf. So wird in juristischen Prüfungen beispielsweise die reflektierte Darstellung von relevanten Meinungsstreitigkeiten und deren Streitentscheid vom Prüfling explizit erwartet.

Man könnte dem Argument der dialogischen Struktur allerhöchstens eine gewisse Inkonsequenz dahingehend vorwerfen, dass es sich bei den Hochschulprüfungen nicht ausschließlich um wissenschaftliche Entfaltung, sondern zusätzlich um dem Hochschullehrer auferlegte Verwaltungsaufgaben handele.[22] Dies könnte auch durch die Formulierung des § 35 I 2 HG NRW unterstrichen werden, welche die Prüfertätigkeit explizit auflistet.

Sicherlich ist der Prüfer hinsichtlich der Prüfungsformalia an organisatorische Vorgaben der Hochschule gebunden. Aber auch diese Vorgaben sprechen der Prüfung nicht ihren Lehrcharakter ab. Prüfungsfreiheit bedeutet – mit Blick auf die dialogische Struktur – im Kern sogar die Umsetzung der Lehrfreiheit und ihre Erfolgskontrolle. Die in § 35 I 2 HG NRW statuierte hauptberufliche Pflicht der Prüfungsabnahme bringt somit lediglich die Bindung an die von der Hochschule vorgegebenen prüfungsspezifischen Pflichten zum Ausdruck und ist teleologisch auf diesen Bereich zu reduzieren. Hier deutet sich bereits an, dass Prüfungen nur in bestimmten vorgegebenen Bahnen erfolgen können und die Prüfertätigkeit jedenfalls mit dem organisatorischen Interesse der Hochschule in Einklang zu bringen ist.[23]

Schwieriger sind dagegen solche Prüfungen einzuordnen, die nicht als Abschluss einer bestimmten Lehrveranstaltung, sondern unabhängig hiervon ergehen und einen Studienabschnitt abschließen. Derartige Prüfungen beziehen sich aber lediglich auf ein weiteres Lehrspektrum und sind nicht an die Inhalte einer einzelnen Lehrveranstaltung gebunden. Sie orientieren sich an der Überprüfung wissenschaftlicher Lehrgebiete, die im jeweiligen Studiengang als erworbenes Wissen vorausgesetzt werden. Auch in diesen Fällen bleibt die Akzessorietät – freilich auf einer breiteren Ebene – erhalten.

Zu einem (teilweise) anderen Ergebnis kommt Kaufhold, indem sie zwischen den von der Hochschule oder dem Staat organisierten Examina einerseits und den auf die Initiative des Lehrenden durchgeführten Prüfungen differenziert und ein generelles Prüfungsrecht des Hochschullehrers mit Blick auf die von der Hochschule oder dem Staat organisierten Prüfungen ablehnt.[24] Hinsichtlich dieser Prüfungen stehe dem Hochschullehrer lediglich ein Einsichtsrecht in die Prüfungsergebnisse zur Kontrolle seines Lehrerfolges zu. Allerdings ist zu beachten, dass dieser in der Praxis nichtsdestotrotz oftmals als Prüfer bestellt wird, da er die erbrachten Leistungen aufgrund seiner vorherigen Lehre selbst am besten beurteilen kann.[25] Insofern besteht rein praktisch keinen Unterschied zur hier vorgestellten Konzeption. Es spricht außerdem nichts dagegen, zunächst einmal ein generelles Prüfungsrecht des Hochschullehrers anzunehmen und dessen konkrete Ausgestaltung auf der Ebene des Schutzbereichs und der Schranken zu suchen. Dass im Prüfungsrecht staatliche Einflussnahmen im höheren Maße zulässig sein müssen, zeigt alleine schon die in diesem Bereich vorzufindende hohe Grundrechtsrelevanz, insbesondere die Lebensschicksal bestimmende Wirkung von Prüfungen.[26] Die von Kaufhold als zweite Gruppe genannten Prüfungen, welche auf eigene Initiative des Prüfers erfolgen, erfolgen unabhängig von Hochschul- bzw. staatlichen Prüfungen.[27] Sie sind in jedem Fall Ausdruck einer – aus der methodischen Lehrfreiheit herrührenden – Prüfungsfreiheit.

Nach der teleologischen sowie der historischen Auslegung ist damit die Existenz einer durch Art. 5 III 1 GG garantierten Prüfungsfreiheit als besondere Ausprägung der verfassungsrechtlich geschützten Lehrfreiheit nicht von der Hand zu weisen. Die daran anknüpfenden Fragestellungen beziehen sich nun auf die Gewährleistungsinhalte sowie den personellen Schutzbereich.

II. Kernbereich der Prüfungsfreiheit

Im Prüfungsverfahren können verschiedene Prüfungshandlungen des Hochschullehrers je nach Stadium des Verfahrens isoliert betrachtet werden. Der Grundrechtsschutz der einzelnen Tätigkeiten kann allerdings nur dort erfolgen, wo der Regelungsbereich des Art. 5 III 1 GG tatsächlich eröffnet ist.[28] Zur genauen Identifikation bietet es sich auch hier an, zunächst die eigentlichen Garantien der Lehrfreiheit herauszufiltern, um von diesen eine mögliche Übertragung auf die Prüfungsfreiheit herzuleiten.

Die Lehrfreiheit schützt im Kern vor der unangemessenen Einflussnahme auf Inhalt und Methoden der Lehrveranstaltung oder vor der Zuweisung von Lehraufgaben, die nicht mehr vom Lehrauftrag gedeckt sind.[29]

Gleiches muss dann für Prüfungen gelten: Auch hier ist ein prüfungsspezifischer Freiraum hinsichtlich Inhalt und Methode der Prüfungskonzeption einzuräumen. In diesem Rahmen lassen sich der Prüfungsfreiheit drei zentrale Bereiche zuordnen, welche ihren sachlichen Schutzbereich näher konkretisieren und in denen der Prüfer inhaltliche und methodische Freiheit genießt. Dazu gehören die Auswahl des Prüfungsgegenstands, die Durchführung der Prüfung sowie ihre Bewertung.[30]

III. Der Hochschullehrer als Grundrechtsträger der Prüfungsfreiheit

Hinsichtlich des personellen Schutzbereichs der Prüfungsfreiheit kommen mehrere Personengruppen als Grundrechtsträger in Betracht.

1. Das besondere Beamtenrechtsverhältnis des Hochschullehrers

Allerdings ist zunächst zu beachten, dass Professoren an Universitäten und Fachhochschulen in Lehre und gegebenfalls auch Forschung hauptberuflich tätige Beamte sind.[31] Insoweit üben sie gerade bei der Abnahme von Prüfungen hoheitliche Befugnisse aus[32] und sind damit einerseits Angehörige des öffentlichen Dienstes, andererseits agieren sie jedoch als eigene Grundrechtsträger der Wissenschaftsfreiheit, die ihnen die Entfaltung in einer staatsfreien Sphäre garantiert. Damit besitzen Hochschullehrer einen sog. Doppelstatus[33] und unterliegen einem besonderen beamtenrechtlichen Rechtsverhältnis.[34] Obwohl sie also als Beamte Teil des Staates und damit grundrechtsgebunden sind, sind sie in ihrer wissenschaftlichen Betätigung Grundrechtsträger des Art. 5 III 1 GG.

2. Universitäts- und Juniorprofessoren

Gemäß § 35 I 2 HG NRW gehört die Abnahme von Prüfungen zu den hauptberuflichen Aufgaben eines Hochschullehrers. Dabei bezieht sich der Begriff des Hochschullehrers nach dem Urteil des BVerfG vom 29.05.1973 auf solche akademische Personen, die aufgrund einer Habilitation oder eines sonstigen Qualifikationsnachweises mit der selbstständigen Vertretung eines wissenschaftlichen Faches in der Forschung und Lehre betraut sind.[35] Dazu zählen die Universitätsprofessoren. Auch die Emeriti haben ein Recht auf die Abhaltung von Lehrveranstaltungen[36] und in Folge der dialogischen Struktur zwischen Lehre und Prüfung einen Anspruch auf angemessene Beteiligung am Prüfungsverfahren.[37]

Im Jahr 2002 wurde zudem die Juniorprofessur in das HRG eingeführt. Aus § 48 I 2 HRG sowie aus § 11 I Nr. 1 HG NRW folgt nunmehr, dass Juniorprofessoren ebenfalls als Hochschullehrer einzustufen sind und damit die Berechtigung erhalten, Hochschulprüfungen abzunehmen.[38] Auch der Juniorprofessor ist aufgrund seiner Einstellung als Beamter auf Zeit (§ 48 II HRG) vom besonderen beamtenrechtlichen Verhältnis erfasst.

3. Fachhochschulprofessoren

Bereits mit Blick auf die Lehrfreiheit war lange Zeit umstritten, ob sich der Fachhochschullehrer überhaupt auf diese berufen kann. Dafür wurde der Grund angeführt, dass an Fachhochschulen hauptsächlich anwendungsbezogene Lehre stattfindet[39] und demnach kein Junktim zwischen Forschung und Lehre, so wie dies unter dem Begriff des Publizitätsgebots ursprünglich für die Universitäten vorgesehen war[40], besteht. Fachhochschulprofessoren konnten sich daher grundsätzlich nur dann auf die Lehrfreiheit des Art. 5 III 1 GG berufen, wenn ihnen landesgesetzlich bestimmte Forschungsaufgaben übertragen wurden.[41]

Das BVerfG hatte die Frage bis zum 13.04.2010 ausdrücklich offen gelassen. In jenem Beschluss[42] bestätigte es allerdings die Eröffnung des Schutzbereichs von Art. 5 III 1 GG für die Fachhochschullehrer, soweit diesen die eigenständige Vertretung eines Faches in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre übertragen ist.[43] Grund hierfür sei die Entwicklungsoffenheit des sachlichen Schutzbereichs der Wissenschaftsfreiheit[44] und die in diesem Zusammenhang eingetretene Annäherung zwischen Universitäten und Fachhochschulen durch den Gesetzgeber.[45] § 3 II 2 HG NRW sowie § 4 I, II HG NRW weisen beispielsweise eindeutig auch den Fachhochschullehrern wissenschaftliche Aufgaben zu und differenzieren nicht zwischen den verschiedenen Hochschularten. Hinzu kommt, dass auch die Fachhochschullehrer Entwicklungen auf ihrem Gebiet kritisch reflektieren und im Rahmen der Lehre verarbeiten müssten.[46] Lehre im Sinne des Art. 5 III GG sei somit nicht nur das Resultat eigener Forschung.[47]

An dieser Stelle ist allerdings eine genauere Betrachtung notwendig: Lehre muss zwar nicht ausschließlich aus den Resultaten eigener Forschung bestehen, der vermittelnde Hochschullehrer muss auf dem betreffenden Gebiet jedoch selbstständig forschen, um fremde Lehre beurteilen zu können und eigene Forschungsergebnisse in die Lehre einfließen zu lassen.[48] Fest steht, dass der „reine Lehrprofessor“ – an einer Universität ebenso wie an einer Fachhochschule – nicht Träger der Wissenschaftsfreiheit sein kann.[49]

Damit können sich auch Fachhochschullehrer auf die Lehrfreiheit berufen, soweit ihnen dienstrechtlich vermittelte Aufgaben in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre übertragen wurden und die Lehre zumindest auch eigene Forschung enthält. Daraus folgt weiterhin, dass sie in diesem Rahmen nunmehr in den Schutzbereich der Prüfungsfreiheit einzubeziehen sind.

IV. Ausgestaltungsbedürftigkeit der Prüfungsfreiheit

Die Prüfungsfreiheit ist in ihrer subjektiv-rechtlichen Dimension zunächst als individuelles und negatorisches Freiheitsrecht zu behandeln.[50] Das bedeutet, dass der Hochschullehrer in seiner Funktion als Prüfer dort, wo seine durch Art. 5 III 1 GG geschützte Position nicht zulässigerweise eingeschränkt ist, selbst über Inhalt und Ablauf der methodischen und inhaltlichen Ausgestaltung einer Prüfung bestimmen kann.[51]

Darüber hinaus wird der Wissenschaftsfreiheit allgemein auch eine objektiv-rechtliche Komponente entnommen und mit dem besonderen Nutzen für die Allgemeinheit begründet. Diese sei sogar ihre maßgebliche Funktion, denn der Nutzen des Gemeinwohls bestehe in der Garantie eines freien und staatlich unbeeinflussten Raums zur wissenschaftlichen Betätigung.[52] Daraus folge ein objektiv-rechtliches Organisationsprinzip, wonach der Gesetzgeber für das größtmögliche Maß an Freiheit des einzelnen Wissenschaftlers und somit für eine wissenschaftsadäquate Hochschulorganisation zu sorgen habe.[53] Er muss damit in concreto nicht nur die Ausübung von Wissenschaft ermöglichen und fördern, sondern zudem durch geeignete organisatorische Maßnahmen in den von ihm geschaffenen Strukturen genügend Raum für diese Betätigung schaffen[54], so dass sich aber vor allem auch bedrohte Freiheiten anderer Interessengruppen effektiv durchsetzen können.[55]

Ohne an dieser Stelle bereits auf dieses dogmatische Verständnis näher einzugehen, stellt sich vorab die Frage, ob auch der Prüfungsfreiheit eine solch objektiv-rechtliche Komponente überhaupt zu entnehmen ist. Dies könnte jedenfalls dann der Fall sein, wenn sie nicht nur als subjektives Abwehrrecht des Hochschullehrers gegen staatliche Eingriffe verstanden werden kann, sondern einen darüber hinausgehenden Zweck erfüllt. Hier sind nun einige Spezifika des Prüfungsrechts zu berücksichtigen.

1. Das verfassungsrechtliche Rechte- und Pflichtendreieck

Es entspricht dem Wesen von Prüfungen, dass diese Lebens- und Berufschancen eröffnen oder aber verhindern. Aus diesem Grund ist Prüfungsrecht in ganz besonderem Maße grundrechtsrelevant.[56] Am Hochschulbetrieb nehmen verschiedene Interessengruppen teil, deren berührte Grundrechtspositionen miteinander in Konflikt geraten können. Zu Spannungen kann es dabei in allen Stufen des Prüfungsverfahrens kommen.

Zu den „Säulen des Prüfungsrechts“ gehören die Berufsfreiheit (Art. 12 I GG), die Rechtsweggarantie (Art. 19 IV GG) sowie das Gebot der Chancengleichheit (Art. 3 I GG).[57]

Hochschulprüfungen, die zur Ausübung eines bestimmten Berufes erforderlich sind, berühren zwangsläufig die Berufsfreiheit der Studenten aus Art. 12 I GG.[58] Sie bedürfen daher stets einer gesetzlichen Grundlage und müssen sich am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit messen lassen.[59] Mit Blick auf die Berufsfreiheit kommt aber auch dem sog. Grundrechtsschutz durch Verfahren eine wichtige Bedeutung zu.[60] Danach soll durch Transparenz der Prüfungsvorgänge ein möglichst effektiver Rechtsschutz gewährleistet werden. Dieses „Überprüfungsinteresse“ ist verfassungsrechtlich geradezu durch die Rechtsweggarantie des Art. 19 IV GG geschützt.[61]

Von essentieller Bedeutung ist außerdem der Grundsatz prüfungsrechtlicher Chancengleichheit, der sich sowohl aus Art. 12 I GG sowie – von der Rechtsprechung überwiegend angenommen[62] – als Ausprägung des allgemeinen Gleichheitssatzes des Art. 3 I GG ableiten lässt.[63] Dieser erfordert von den Prüfern die Gleichbehandlung der Prüfungskandidaten in allen Phasen des Prüfungsverfahrens.

Die widerstreitenden Interessen müssen dann im gegenseitigen Verhältnis angemessen berücksichtigt werden[64] und hierdurch zur optimalen Geltung – idealerweise durch die Herstellung praktischer Konkordanz – kommen.[65] Die Interaktion der verschiedenen Grundrechtsträger führt im Ergebnis auch dazu, dass sich alle Interessengruppen, mit Rücksicht auf den durch die Hochschule umzusetzenden Ausbildungszweck, Einschränkungen ihrer Freiheiten hinnehmen müssen.[66] Mit Blick auf das Prüfungsverfahren folgt daraus zugleich, dass dies derart auszugestalten ist, dass es den prüfungsrelevanten Grundrechten gerecht wird. In diesem Sinne kann somit auch von einem „verfassungsrechtlichen Rechte- und Pflichtendreieck“ aller beteiligten Interessengruppen gesprochen werden.[67]

[...]


[1] General Anzeiger Bonn, NRW-Rekord bei Hochschulexamen - Uni Bonn meldet 4.700 Absolventen, Artikel vom 28.07.2011.

[2] Quapp, DVBl. 2011, 665.

[3] Begriff so z.B zu finden bei Denninger, in: Wassermann, AK-GG, Art. 5 Abs. 3, Rn. 38; Hailbronner, Die Freiheit der Forschung und Lehre als Funktionsgrundrecht, 1979, S. 166.

[4] Kempen, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. I Rn. 12.

[5] Bethge, in: Sachs, GG, 6. Aufl. 2011, Art. 5, Rn. 207.

[6] Kempen, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. I Rn. 7; Hufen, Staatsrecht II, 2. Aufl. 2009, § 34 Rn. 4.

[7] Kempen, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. I Rn. 7.

[8] BVerfGE 35, 79 (112); Kempen, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. I Rn. 88; Hufen, Staatsrecht II, 2. Aufl. 2009,§ 34 Rn. 10.

[9] BVerwGE 105, 73 (79); 126, 1, (27); Kaufhold, NJW 2010, 3277; Kaufhold, Die Lehrfreiheit – ein verlorenes Grundrecht?, 2006, S. 223; Kempen, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. I Rn. 90.

[10] Offen gelassen von BVerwG, NVwZ 1986, 376, (376).

[11] OVG Berlin, DVBl. 1985, 1088 (1088).

[12] OVG Berlin, DVBl. 1985, 1088 (1088f.).

[13] OVG Berlin, DVBl. 1985, 1088 (1089).

[14] OVG Berlin, DVBl. 1985, 1088 (1089).

[15] Hufen, JuS 1987, 488; Hailbronner, Die Freiheit der Forschung und Lehre als Funktionsgrundrecht, 1979, S. 166.

[16] BVerfGE 35, 79 (123).

[17] BayVGH, DÖV 1985, 496 (497); Pernice, in: Dreier, GG, Art. 5 Rn. 32; Hailbronner, Die Freiheit der Forschung und Lehre als Funktionsgrundrecht, 1979, S. 167; Schnellenbach, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. XII Rn. 43¸ Waldeyer, in: Hailbronner/Geis, HRG, Loseblatt, Stand 1999, § 15 Rn. 53.

[18] BayVGH, DÖV 1985, 496 (497); Jarass, in: Jarass/Pieroth, GG, Art. 5 Rn. 123; Denninger, in: Wassermann, AK-GG, Art. 5 Abs. 3, 1984, Rn. 38; Fehling, in: Dolzer/Graßhof/Kahl/Waldhoff, BK GG, Loseblatt, Stand 2004, Art. 5 Abs. 3, Rn. 89.

[19] Thieme, Deutsches Hochschulrecht, 3. Aufl. 2004, Rn. 119.

[20] BayVGH DÖV 1985, 496 (496f.); Stern, in: Festschrift für Herzog, 2009, S. 519.

[21] Kaufhold, Die Lehrfreiheit – ein verlorenes Grundrecht?, 2006, S. 215.

[22] In diese Richtung Gärditz, WissR 40 (2007), S. 69, der sogar von einer bloßen Verwaltungstätigkeit ausgeht.

[23] BVerfG, NVwZ 1984, 711; BVerfGE 35, 79, 114ff.; Kaufhold, NJW 2010, 3278; Z immerling/Brehm, RiA 1998, 141.

[24] Die Lehrfreiheit – ein verlorenes Grundrecht?, 2006, S. 216.

[25] So die Autorin selbst: Die Lehrfreiheit – ein verlorenes Grundrecht?, 2006, S. 217.

[26] Stern, in: Festschrift für Herzog, 2009, S. 519.

[27] Kaufhold, Die Lehrfreiheit – ein verlorenes Grundrecht?, 2006, S. 217.

[28] Erichsen, VerwArch Bd. 71 (1980), S. 438.

[29] BVerfGE 126, 1 (27); Zimmerling/Brehm, RiA 1998, 137.

[30] Denninger, in: Wassermann, AK-GG, Art. 5Abs. 3, 1984, Rn. 38; Waldeyer, in: Hailbronner/Geis, HRG, Loseblatt, Stand 1999, § 15 Rn. 54 Thieme, Deutsches Hochschulrecht, 3. Aufl. 2004, Rn. 393.

[31] Scheven, in: Hdb WissR, Band 1, 2. Aufl. 1996, S. 351.

[32] Epping, ZBR 1997, 386.

[33] Epping, ZBR 1997, 383.

[34] Waldeyer, NVwZ 2008, 268f.; Scheven, in: Hdb WissR, 2. Aufl. 1996, S. 361ff.

[35] BVerfGE 35, 79 (126); Waldeyer, NVwZ 2008, 266.

[36] VGH Baden-Württemberg, DÖV 2003, 643 (644).

[37] VGH Mannheim, NVwZ 2003, 1003 (1003).

[38] Weber, in: Leuze/Epping, HG NRW, Loseblatt, Stand 2007, § 65 Rn. 5; Hartmer, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. V Rn. 126.

[39] BVerfGE 61, 210 (244f.).; 64, 323 (354f.); v. Coelln, in: Festschrift für Stern, 2011, S. 1282f.

[40] Knemeyer, Lehrfreiheit, 1969, S. 31; Stern, in: Festschrift für Herzog, 2009, S. 513; Kaufhold, NJW 2010, 3278.

[41] BVerfGE 64, 323 (354f.); Hufen, Staatsrecht II, 2. Aufl. 2009,§ 34 Rn. 18; Kempen, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. I Rn. 90.

[42] BVerfGE 126 1ff.

[43] BVerfGE 126, 1 (19ff.); v.Coelln, in: Festschrift für Stern, 2011, S. 1283.

[44] BVerfGE 126, 1 (19f.); Waldeyer, NVwZ 2010, 1281.

[45] BVerfGE 126, 1 (20).

[46] BVerfGE 126, 1 (23f.); BayVGH, DÖV 1985, 496 (497).

[47] BVerfGE 126, 1 (23); Waldeyer, NVwZ 2010, 1281; Hailbronner, Die Freiheit der Forschung und Lehre als Funktionsgrundrecht, 1979, S. 164

[48] v. Coelln, in: Festschrift für Stern, 2011, S. 1287.

[49] v. Coelln, in: Festschrift für Stern, 2011, S. 1286; Stern, in: Festschrift für Herzog, 2009, S. 516.

[50] Bethge, in: Sachs, GG, 6. Aufl. 2011, Art. 5, Rn. 201.

[51] So für die Lehrfreiheit in BVerwGE 55, 37, 66; 105, 73 (79).

[52] Schiedermair, in: Festschrift für Joachim Faller, 1984, S. 217ff.

[53] BVerfGE 35, 79 (115f.), 128; Kempen, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. I Rn. 34ff.; Kaufhold, NJW 2010, 3279.

[54] BVerfGE 35, 79 (115).

[55] Bethge, in: Sachs, GG, 6. Aufl. 2011, Art. 5, Rn. 202a; Bethge, NJW 1982, 3.

[56] Karpen/Hillermann, JZ 2007, 981.

[57] Lindner, BayVBl. 1999, 100 (102).

[58] BVerfGE 37, 342 (352); 79, 212 (218); Niehues, in: Niehues/Fischer, Prüfungsrecht, 5. Aufl. 2010, Rn. 99ff.; Lampe, Gerechtere Prüfungsentscheidungen, 1999, S. 21.

[59] BVerfGE 80, 1 (24); Lampe, Gerechtere Prüfungsentscheidungen, 1999, S. 26ff., 33ff.

[60] BVerfGE 52, 380 (389f.); 53, 30 (65); Seebass, NvwZ 1992, 611.

[61] BVerfG, BayVBl. 1997, 629 (629); BVerwG, BayVBl. 1993, 439 (440); Lindner, BayVBl. 1999, 100.

[62] BVerfG, NJW 1991, 442 (442).; NJW 1991, 2005 (2007).

[63] Lindner, BayVBl. 1999, 101.

[64] Waldeyer, NVwZ 2008, 269; Epping, ZBR 1997, 383.

[65] Schnellenbach, in: Hartmer/Detmer, Hochschulrecht, 2. Aufl. 2011, Kap. XII Rn. 37ff.

[66] Bethge, in: Sachs, GG, 6. Aufl. 2011, Art. 5, Rn. 224; Epping, ZBR 1997, 383.

[67] Epping, ZBR 1997, 383.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Der Hochschullehrer als Prüfer
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Deutsches und Europäisches Wissenschaftsrecht)
Veranstaltung
Seminar im Wissenschaftsrecht
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2011
Seiten
31
Katalognummer
V191628
ISBN (eBook)
9783656164883
ISBN (Buch)
9783656165125
Dateigröße
790 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissenschaftsrecht, Hochschullehrer, Prüfer, Prüfung, Art. 5 III, Wissenschaftsfreiheit, normgeprägtes Gundrecht, Grundrechte, Hochschulrecht, Prüfungsrecht, normgeprägtes Grundrecht, Hochschule, Universität, Prüfungsbewertung, Bewertung, Prüfungsbewertungen, Professor, Lehre, Noten, Klausur, Beamte, Beamter, Korrektur, Verfassungsrecht, Zweitbewertung, Befangenheit, Promotion, Habilitation, Diplomarbeit, Bachelorarbeit, Art. 5 GG, HG NRW, Prüfungsfreiheit, Lehrfreiheit
Arbeit zitieren
Norman Peter Koschmieder (Autor), 2011, Der Hochschullehrer als Prüfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/191628

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