Die vorliegende Hauptseminararbeit wurde im Rahmen des Fachdidaktischen Seminars „Religionsunterricht an Gymnasium und Berufskolleg“ angefertigt. Dabei fanden Hospitationen und letztlich die hier vorgelegten und durchgeführten Unterrichtsproben am 13.01.2012 und am 20.01.2012 statt. Dies geschah gemeinsam mit Frau Jennifer Schöttke, die ebenfalls das Hauptseminar und die hier vorliegende Unterrichtsprobe absolvierte. Beteiligt war ebenso Frau „XY“, eine Lehrkraft am „XY“-Berufskolleg, sie in der Berufsschulklasse bei den Fachkräften für Lagerlogistik. Sie ermöglichte in einer Kooperation mit dem Fachbereich Evangelische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität die Hospitationen und eine Unterrichtsprobe im Fach Religion. Die nun folgende Arbeit ist unter zu Hilfenahme des von Grethlein vorgeschlagenen Schemas zur Unterrichtsvorbereitung erfolgt (vgl. Grethlein, 2005, S. 321-329). Sie beschäftigt sich zunächst mit der Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes, gefolgt von der theologischen Orientierung. Hiernach erfolgt die Auseinandersetzung mit der didaktischen Orientierung. Anschließend findet eine kritische Reflexion der durchgeführten Unterrichtsproben statt. Im Anhang sind alle vorbereiteten und letztlich genutzten Materialien vorzufinden.
Einleitung
1. Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes
1.1 Bedingungen des Hansa-Berufskollegs
1.2 Bedingungen der Lernenden – Situation der Klasse
1.3 Bedingungen der Lehrenden
1.4 Vorhergehender Unterricht
2. Theologische Orientierung
2.1 Orientierung zum Thema Manipulation
2.2 Orientierung zu den 10 Geboten
3. Didaktische Orientierung
3.1 Zum Thema Manipulation
3.2 Didaktische Entscheidungen – Lernzielformulierung
3.3 Methodische Entscheidungen
3.4 Verlaufsplanungen für den 13. & 20.01.2012
4. Kritische Reflexion
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit dient der Vorbereitung und Reflexion zweier Unterrichtsproben im Fach Evangelische Religionslehre zum Thema „Manipulation“ in einer Berufsschulklasse für Lagerlogistik. Ziel ist es, durch die Analyse der Lerngruppe und didaktische Fundierung Lernprozesse zu initiieren, die zur kritischen Medienkompetenz, Selbstbewusstsein und der Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen im Kontext der 10 Gebote führen.
- Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes in der Berufsschule
- Theologische Einordnung des Begriffs „Manipulation“
- Bedeutung und Anwendbarkeit der 10 Gebote im Alltag
- Entwicklung von kritischem Medienkonsum
- Verknüpfung biblischer Perikopen (Weihnachtsgeschichte) mit ethischen Fragestellungen
Auszug aus dem Buch
Orientierung zum Thema Manipulation
Zur Annäherung an das Thema Manipulation sollte zunächst eine nähere Begriffsbestimmung stattfinden. Das Wort Manipulation wirkt auf den Betrachter eher negativ, denn der Duden beschreibt es unter anderem als taktiles, unsichtbares Handeln, durch das Eigennutz angestrebt wird. Im medizinischen Bereich ist das Wort Manipulation zumeist nicht negativ belegt. Vielmehr umschreibt es Handlungen, die zur Wiederherstellung von ursprünglichen Zuständen oder einer annähernden Korrektur führen sollen. Der Duden führt hier das Beispiel der Gelenkskorrektur an.
Der zunächst negative Eindruck verstärkt sich, werden die im Duden angegebenen Synonyme näher betrachtet, die für Manipulation angegeben werden: „Beeinflussung, Lenkung, Lobbying, Lobbyismus, Überredung, Verführung, Verhetzung; (bildungssprachlich) Suggestion; (abwertend) Agitation, Demagogie; (besonders Politik abwertend) Indoktrination, Kniff, Kunstgriff, List, Schachzug, Schliche, Trick, Winkelzug; (schweizerisch) Rank; (bildungssprachlich) Finesse, Finte, Strategem; (umgangssprachlich) Dreh, Masche; (österreichisch umgangssprachlich) Schmäh; (abwertend) Machenschaften, Manöver“ (Duden Online, 2011, o. S./ vgl. auch de Valk, 1992, Sp. 265).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Kontext der Arbeit im Rahmen eines Fachdidaktik-Seminars und stellt den Aufbau der Unterrichtsvorbereitung basierend auf dem Modell von Grethlein dar.
1. Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes: Das Kapitel untersucht die strukturellen Rahmenbedingungen des Hansa-Berufskollegs sowie die soziokulturelle Zusammensetzung der Lerngruppe der Lagerlogistiker.
2. Theologische Orientierung: Hier erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Manipulation aus ethischer Perspektive sowie eine fachwissenschaftliche Einordnung der 10 Gebote.
3. Didaktische Orientierung: Dieses Kapitel leitet konkrete Lernziele aus der theologischen Basis ab und beschreibt die methodische Gestaltung sowie die Verlaufsplanung der geplanten Unterrichtsstunden.
4. Kritische Reflexion: Die abschließende Reflexion bewertet den Erfolg der durchgeführten Unterrichtsproben anhand von Kriterien wie Zeitmanagement, Methodenwahl und Lernerfolg.
Schlüsselwörter
Manipulation, Religionsunterricht, 10 Gebote, Berufskolleg, Unterrichtsentwurf, Didaktik, Medienkompetenz, Weihnachtsgeschichte, Herodes, Ethik, Unterrichtsprobe, Teamteaching, Selbstständigkeit, Kommunikation, Lernziele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Vorbereitung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtseinheit im Fach Evangelische Religion in einer Berufsschulklasse zum Thema „Manipulation“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die ethische Auseinandersetzung mit Manipulation, die Analyse biblischer Texte (Weihnachtsgeschichte) und die Relevanz der 10 Gebote für das heutige Handeln.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunden?
Das Hauptziel ist es, die Lernenden zu einem kritischen Hinterfragen von Manipulation zu befähigen und ihnen durch die 10 Gebote eine moralische Wertegrundlage aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde das Schema zur Unterrichtsvorbereitung nach Grethlein verwendet, kombiniert mit einer Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes und einer anschließenden kritischen Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lernbedingungen, die theologische Fundierung des Themas, die didaktische Planung und die konkrete Verlaufsplanung für zwei Unterrichtsstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Manipulation, 10 Gebote, Religionsunterricht, Didaktik, Reflexion und Medienkompetenz.
Warum wurde das Thema „Manipulation“ gewählt?
Das Thema wurde auf ausdrücklichen Wunsch der Lernenden gewählt, um Relevanz für ihre Lebenswelt und ihren Medienkonsum zu schaffen.
Welche Rolle spielt die Weihnachtsgeschichte in diesem Kontext?
Sie dient als biblisches Fallbeispiel für gezielte Manipulation und Lüge durch König Herodes, um das Handeln im Sinne der 10 Gebote kritisch zu hinterfragen.
Was ist die „2-Ecken-Methode“?
Es handelt sich um eine aktivierende Methode, bei der die Lernenden ihre eigene Positionierung zu Manipulationserfahrungen reflektieren, indem sie sich in verschiedenen Ecken des Raumes zu spezifischen Fragen positionieren.
- Citation du texte
- Bachelor Bettina Schmidt (Auteur), 2012, Unterrichtsstunde: „Manipulation“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192244