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Die Rolle der Ratingagenturen auf den internationalen Finanzmärkten

Título: Die Rolle der Ratingagenturen auf den internationalen Finanzmärkten

Tesis de Máster , 2012 , 100 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Jan Siebert (Autor)

Economía de las empresas - Banca, bolsa de valores, seguros, contabilidad
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In ihrer langen Geschichte haben sich die großen Ratingagenturen zu mächtigen Akteuren auf den internationalen Finanzmärkten entwickelt. Gerade in den 1970er Jahren haben sie und ihre Ratings einen beispiellosen Aufstieg und Bedeutungszuwachs erfahren. Die Funktion von Ratings geht mittlerweile weit über die einer reinen Orientierungshilfe für Investoren hinaus, sie spielen eine ebenso wichtige Rolle bei der Finanzmarktregulierung und bestimmen
Anlageverhalten und damit verbundene Kapitalbewegungen. Während
auf Anlegerseite die Kostenreduktion der Informationserhebung im
Vordergrund steht, erhalten Emittenten durch die Zertifizierungsfunktion von Ratings Zugang zum Kapitalmarkt. Zum Zwecke der Regulierung greifen Aufsichtsbehörden auf Bonitätsbeurteilungen anerkannter Ratingagenturen
zurück und schreiben damit privaten und gewinnorientierten Unternehmen eine Marktaufsichtsfunktion zu. Wie die Betrachtung der Finanzmarktkrise zeigt, wurden die Ratingagenturen der Rolle eines Frühwarnsystems beziehungsweise der eines Risikominimierers nicht immer gerecht. Ganz im Gegenteil, Turbulenzen und Instabilitäten an den internationalen Finanzmärkten wurden z.T. erst durch mangelhafte Ratings erzeugt. Die ursprünglich auf die USA beschränkte Subprime-Krise wäre in diesem Ausmaße und globaler Ausbreitung, ohne neuartige Verbriefungstechniken, nie entstanden. Die Strukturierung war eine elementare Voraussetzung dafür, dass die hohen Bestände an „faulen“ US-Immobilienkrediten in die Bilanzen von
institutionellen Investoren rund um den Globus gelangen konnten. Für das Geschäft mit strukturierten Finanzprodukten sind die Ratings von Fitch und den anderen Agenturen essentiell. Da institutionelle Anleger aufgrund
strenger Regulierungen in ihrer Anlagepolitik dazu verpflichtet sind, nur in sehr sichere Anlagen zu investieren. Mit ihren Beurteilungen generierten sie den für institutionelle Anleger erforderlichen Qualitätsnachweis. Wie sich im Verlauf der Finanzmarktkrise herausstellte, fielen die Bewertungen der
Agenturen deutlich zu gut aus. Durch eine Analyse des Ratingprozesses und des Ratingmarkts, konnte eine Reihe von Ineffizienzen und Interessenkonflikten identifiziert werden, welche die Arbeit der Agenturen negativ beeinflussen können und in Bezug auf die Finanzmarktkrise auch haben....

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Problemstellung

1.2 Begriffsbestimmung

2 Grundzüge des Ratinggeschäfts

2.1 Entstehungsgeschichte der Ratingagenturen

2.2 Wettbewerbssituation

2.3 Markführende Unternehmen

2.4 Funktionen von Ratings und Ratingagenturen

2.4.1 Funktionen aus Sicht der Marktakteure

2.4.2 Funktionen aus Sicht der Aufsichtsbehörden

2.5 Ratings als Instrumente der Kapitalmarktregulierung in den USA

2.5.1 Beginn der Regulierung

2.5.2 Regulativer Boom

2.5.3 Retardierendes Moment

2.6 Ratingagenturen als Quasi-Regulierer

2.7 Zusammenfassung

3 Ratingprozess

3.1 Ratingarten

3.1.1 Emissionsrating und Emittentenrating

3.1.2 Solicited Rating und Unsolicited Rating

3.1.3 Debt Rating und Equity Rating

3.1.4 Branchenrating und Länderrating

3.2 Ablauf des Ratingverfahrens

3.2.1 Vorphase

3.2.2 Quantitative Kriterien und deren Analyse

3.2.3 Qualitative Kriterien und deren Analyse

3.2.4 Ratingfestlegung und Überwachung

3.3 Ratingskalen und Ausfallwahrscheinlichkeiten.

3.4 Unterschiede in der Ratingpraxis der Marktführer

3.5 Vergleich von Ratingurteilen

3.6 Zusammenfassung

4 Effizienzprobleme im Ratingmarkt

4.1 Ratingagenturen in der Principal-Agent-Betrachtung

4.2 Potentielle Interessenkonflikte und Ineffizienzen

4.2.1 Ratingshopping

4.2.2 Ratingagenturen beurteilen nach Umsatz

4.2.3 Herdenverhalten

4.2.4 Unsolicited Ratings als strategisches Mittel

4.2.5 Konformitätsdruck durch Ratings

4.2.6 Prozyklische Konzeption des Ratings

4.2.7 Haftung der Ratingagenturen

4.3 Der Einfluss von Ineffizienzen auf das Ratingergebnis

4.4 Zusammenfassung

5 Verhalten von Ratingagenturen in ausgewählten Krisen

5.1 Finanzmarktkrise

5.1.1 Entstehen der US-Immobilienkrise

5.1.2 Verbriefung und Weitergabe von Krediten

5.1.3 Zusammenbruch des Verbriefungsmarkts

5.1.4 Kritische Würdigung der Rolle der Ratingagenturen

5.2 Staatsschuldenkrise im Euroraum

5.2.1 Entstehung der Krise

5.2.2 Kritische Würdigung der Rolle der Ratingagenturen

5.3 Zusammenfassung

6 Zukunftsszenarien des Ratings

6.1 Staatliche europäische Ratingagentur

6.2 Reformierung und Regulierung des Ratingmarkts

6.2.1 Marktinitiativen mit dem Ziel der Selbstregulierung

6.2.2 Initiativen der Gesetzgeber

6.3 Europäischer Ratingfonds als alternative Lösung

6.4 Zusammenfassung

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Ratingagenturen auf den internationalen Finanzmärkten, analysiert deren Ratingprozess, identifiziert Effizienzprobleme im Ratingmarkt und bewertet kritisch das Verhalten der Agenturen in der Finanzmarktkrise sowie der Staatsschuldenkrise, um abschließend mögliche Zukunftsszenarien und Reformansätze aufzuzeigen.

  • Strukturelle Analyse von Ratingprozessen und angewandten Methoden
  • Untersuchung von Interessenkonflikten (z.B. Ratingshopping)
  • Rolle der Ratingagenturen bei der Finanzmarktkrise und der Euro-Krise
  • Diskussion staatlicher vs. privater Regulierungsansätze
  • Evaluierung eines europäischen Ratingfonds als Alternative

Auszug aus dem Buch

2.1 Entstehungsgeschichte der Ratingagenturen

Die Wurzeln der drei bekanntesten Agenturen reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Während sich in den Vereinigten Staaten ein ausdifferenzierter Kapitalmarkt früh entwickelte, entstanden die ersten Ratingagenturen vergleichsweise spät. John Moody’s gründete 1909 mit Moody’s Investors Service die erste Rating Agentur der USA. Ein modernes Bankensystem sowie Märkte für Aktien und Anleihen bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als einhundert Jahren. Andererseits existierten die Vorläufer der Ratingagenturen, die Credit Reporting Agencies schon seit ca. 1830.20

Im Gegensatz zu den heutigen Ratingagenturen bewerteten diese nicht die Ausfallwahrscheinlichkeit von Emittenten beziehungsweise Kapitalprodukten, sondern verbreiteten, gegen Entgelt, Auskünfte über die Zahlungsmoral und Kreditwürdigkeit von Geschäftsleuten.21 Obwohl die Credit Reporting Agencies in der Antizipation der Wirtschaftskrise von 1837 scheiterten, stieg die Nachfrage nach Informationen über die Bonität von Unternehmen beziehungsweise Schuldnern. Grund für das gesteigerte Informationsbedürfnis war die Erkenntnis der Gläubiger, dass Kredite ausfallen könnten.22

Bevor es Ratings gab, standen Investmentbanken mit ihrem Image für die Solvenz der durch sie ausgegebenen Unternehmensanleihen ein. Dies war möglich, da die Banken entsprechende Informationen über die Finanzlage der betroffenen Unternehmen besaßen. Von der Sachlage, dass viele Investoren mit den Insiderinformationen der Banken unzufrieden waren und der Existenz einer ständig steigenden Nachfrage nach Bonitätsanalysen von Schuldnern, profitierte John Moody. Seine Idee war es, die umfassenden Bonitätsanalysen durch die Implementierung eines einfachen Rating Symbols – nämlich Buchstaben – vergleichbarer und verständlicher zu machen.23 Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Credit Reporting Agencies und ihre Nachfolger, die Ratingagenturen, als rein private Akteure betrachtet, welche durch ihre Tätigkeit die Transparenz auf den Kapitalmärkten erhöhten.24

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung und zunehmende Macht der Ratingagenturen und stellt die Forschungsfrage nach der Berechtigung der Kritik an ihrem Handeln in Krisenzeiten.

2 Grundzüge des Ratinggeschäfts: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Agenturen, ihre oligopolistische Wettbewerbssituation und die vielfältigen Funktionen, die sie für Marktakteure und Regulierungsbehörden erfüllen.

3 Ratingprozess: Der dritte Abschnitt beschreibt detailliert die verschiedenen Ratingarten, den Ablauf des Ratingverfahrens von der Vorphase bis zur Überwachung sowie die Bedeutung von Rating-Skalen.

4 Effizienzprobleme im Ratingmarkt: Hier werden Interessenkonflikte wie Ratingshopping, Herdenverhalten und der Einfluss des Geschäftsmodells kritisch beleuchtet, welche die Qualität und Neutralität von Ratings gefährden können.

5 Verhalten von Ratingagenturen in ausgewählten Krisen: Das Kapitel analysiert die Rolle der Agenturen bei der Finanzmarktkrise 2007 und der Staatsschuldenkrise im Euroraum und würdigt die Kritik an ihrem Fehlverhalten.

6 Zukunftsszenarien des Ratings: Es werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, darunter eine staatliche europäische Ratingagentur sowie Reformen der Marktregulierung und die Etablierung eines europäischen Ratingfonds.

7 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen, identifiziert die Agenturen als Mitverursacher der Finanzkrise und empfiehlt eine gezielte Reform des Ratingmarktes statt staatlicher Agenturlösungen.

Schlüsselwörter

Ratingagenturen, Finanzmärkte, Bonitätsbeurteilung, Finanzmarktkrise, Staatsschuldenkrise, Ratingshopping, Principal-Agent-Theorie, Ineffizienzen, Regulierung, Euro-Zone, Risiko, Kapitalallokation, Bonität, Investment Grade, Spekulative Grade.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle und den Einfluss von Ratingagenturen auf das internationale Finanzsystem sowie deren Verhalten in Krisenzeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernpunkten gehören die Funktionsweise von Ratingprozessen, die Principal-Agent-Problematik, die Marktmacht der drei großen Agenturen und deren Rolle in der Finanzmarkt- sowie Staatsschuldenkrise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob die harte Kritik an den Ratingagenturen berechtigt ist und ob diese als Sündenbock für andere Probleme auf den Finanzmärkten fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Statistiken, empirischen Studien und offiziellen Berichten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Ratinggeschäfts, eine detaillierte Analyse des Ratingprozesses, eine Untersuchung von Marktineffizienzen und eine Fallstudie zu den Krisen ab 2007 bzw. 2010.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ratingagenturen, Finanzmarktregulierung, Bonitätsbewertung, Ineffizienzen, Principal-Agent-Beziehung und Zukunftsszenarien des Ratings.

Warum haben Ratingagenturen laut Autor eine quasi-öffentliche Rolle?

Durch die regulatorische Verankerung von Ratings in Gesetzen und Aufsichtsregeln nehmen Agenturen de facto marktaufsichtliche Funktionen wahr, was ihnen einen quasi-öffentlichen Status verleiht.

Warum ist ein europäischer Ratingfonds laut Arbeit eine interessante Option?

Er könnte durch eine Trennung von Auftraggeber und ausführender Agentur Interessenkonflikte minimieren und so die Qualität und Unabhängigkeit der Bonitätsurteile verbessern.

Final del extracto de 100 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Rolle der Ratingagenturen auf den internationalen Finanzmärkten
Universidad
Technical University of Applied Sciences Mittelhessen  (Business School)
Calificación
1,3
Autor
Jan Siebert (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
100
No. de catálogo
V192453
ISBN (Ebook)
9783656175575
ISBN (Libro)
9783656176138
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ratingagentur Ratingagenturen Moody's Standard & Poor's Fitch AAA Rating Bonitätsbeurteilung Ratingfonds
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jan Siebert (Autor), 2012, Die Rolle der Ratingagenturen auf den internationalen Finanzmärkten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192453
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