Was kann man einem Kunden neues bieten? Wie kann man die bestehenden Produkte verbessern und deren Fehler abstellen? Was könnte ein Kunde neues haben wollen, was es noch nicht gibt? Das sind alles Fragen die ein Unternehmen sich stellt, um gegenüber seinen Konkurrenten oder Mitbewerber einen Vorteil zu erzielen. Diese Vorteile können durch viele Unternehmensentscheidungen beeinflusst werden. Doch der Forschungs- und Entwicklungsbereich eines Unternehmens beschäftigt sich intensiv mit den Anforderungen und Wünschen von Kunden an bestimmte oder neue Produkte. Sie versuchen die Wünsche und Bedürfnisse der Konsumer in neue und bessere Produkte umzuwandeln. Doch dieses kann auch schief gehen und die Existenz eines Unternehmens in Gefahr bringen, wenn die Kosten den Nutzen für den Konsumenten übersteigen und dadurch das neue Produkt keinen Absatz am Markt generiert.
Um diese Gefahr kontrollierbar zu machen und rechtzeitig zu erkennen, muss ein F&E Controlling in den Unternehmen eingeführt und praktiziert werden.
In dieser Seminararbeit werden die Begriffe und die Bedeutung des F&E Controllings erklärt und anschaulich gemacht. Es wird verdeutlicht wo in der Organisation des Unternehmens das F&E Controlling angesiedelt ist und was die Aufgaben und Ziele diese Controlling sind. Desweiteren werden die Unterschiede zwischen dem strategischen und dem organisatorischen F&E Controlling abgegrenzt.
Ein Hauptteil dieser Arbeit liegt im Bereich der Anwendung des F&E Controllings in Praxis. So wird anhand des Unternehmens Quante AG gezeigt, wie dies Arte des Controlling in der Praxis eingeführt und angewandt wird. Dabei wird darauf eingegangen wie bei dieser Firma F&E-Projekt angegangen und durchgeführt werden. Auch werden die Aufgaben des F&E Controllings bei der Durchführung dieser Projekte erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GRUNDLAGEN DES F&E CONTROLLINGS
2.1 Der Begriff des F&E Controlling
2.2 Bedeutung des F&E Controllings
2.3 F&E – Controlling – Organisation
2.4 Aufgaben und Ziele des F&E Controllings
2.4.1 Strategisches F&E Controlling
2.4.1.1 Prognostizierung und Prognosemethoden
2.4.1.2 Ziel- / Möglichkeitsvergleich
2.4.1.3 Budgetierung
2.4.1.4 Planung und Sollvorgaben
2.4.2 Operative F&E Controlling
2.4.2.1 Grundschritte des operativen Controlling
3. F&E CONTROLLING DER FIRMA QUANTE AG
3.1 Das Unternehmen
3.2 Aufgaben und Zielsetzung
3.2.1 Zielsetzung
3.2.2 Bausteine des F&E Controlling
3.2.3 Wesentliche Aufgaben des F&E Controllings in der Quante AG
3.2.3.1 Entwicklungs- und Konstruktionsaufträge
3.2.3.2 Plan/Ist- Vergleich der Entwicklungskostenstelle
3.2.3.3 Entwicklungsprojektstunden – Erfassung und Auswertung
3.2.3.4 Entwicklungsprojektplanung
3.2.3.5 Projektablauforganisation Simultaneous Engineering
3.2.3.5.1 Erklärung Simultaneous Engineering
3.2.3.5.2 Erfordernisse eines Simultaneous Engineering
3.2.3.6 Integration des F&E Controlling in das System der strategischen Planung
3.3 Schwierigkeiten des F&E Controlling bei der Quante AG
3.4 Entgegenwirken und Lösung der bestehenden Schwierigkeiten
3.5 Fazit und Zukunftsaussichten
4. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung des Controllings innerhalb von Forschungs- und Entwicklungsabteilungen (F&E), um Unternehmensentscheidungen bei der Produktentwicklung abzusichern und Wettbewerbsvorteile durch effizientes Ressourcenmanagement zu erzielen. Das primäre Ziel ist die Darstellung der theoretischen Grundlagen sowie der praktischen Implementierung eines F&E-Controllings am Beispiel der Quante AG.
- Theoretische Abgrenzung zwischen strategischem und operativem F&E-Controlling.
- Analyse der Organisationsstrukturen und Aufgabenbereiche des F&E-Controllings.
- Praxisnahe Untersuchung der F&E-Prozesssteuerung bei der Quante AG.
- Bewertung der Herausforderungen bei der Kommunikation und Datenbeschaffung.
- Diskussion der Bedeutung von Methoden wie Simultaneous Engineering und Projektcontrolling.
Auszug aus dem Buch
2.4.1.1 Prognostizierung und Prognosemethoden
Bei einer Prognose ist es erforderlich, zu beurteilen, in welche Richtung sich die Technik und die Gesellschaft in der Zukunft entwickelt. Eine Prognose ist eine „Aussage über zukünftige Ereignisse, bestimmte zukünftige Werte ökonomischer Variablen, beruhend auf Beobachtungen aus der Vergangenheit und auf theoretisch fundierten objektiven Verfahren. Prognose richtet sich unter anderem auf Variablen, die nicht oder kaum durch denjenigen gestaltbar sind, der die Prognose vornimmt.“
Ein Hauptqualitätsmerkmal einer Prognose ist der Zeithorizont in Verbindung mit der jeweiligen Aussagesicherheit. So kann man zum Beispiel eine Sonnenfinsternis über Jahre hinweg auf den Tag exakt vorhersagen, aber bisher ist es kaum möglich wissenschaftlich fundiert das Wetter in 14 Tagen zu einer bestimmten Uhrzeit vorauszusagen.
Bei den Methoden gibt es weit über 100 Einzelmethoden die für eine Prognose herangezogen werden können. Hier wird grundsätzlich zwischen deduktiv, also vom Allgemeinen zum Besonderen, und induktiv, vom Besonderen zum Allgemeinen, unterschieden. Dadurch lassen sich 4 Klassen von Prognosemethoden herausarbeiten.(Abbildung 5)
Bei der Schwachstellenforschung wird an der Struktur und der damit verbundenen Funktionserfüllung eines Objektes nach technischen und ökonomischen Schwächen gesucht. Dabei muss das strategische F&E Controlling alle Informationen über eigene und konkurrierende Produkte beschaffen und sammeln.
Die Trendforschung leitet Aussagen über die Zukunft durch Extrapolation von Datenmaterial der Vergangenheit ab. Dies kann mathematisch erfolgen, wobei aber aufgrund der Analyse von Problemen eine graphische Darstellung empfohlen wird.
Der wichtigste Teil einer Prognose ist die Erkundung qualitativer Umschläge und das frühzeitige erkennen dieser Umschläge. Diese ersetzt die bisher analysierten Erscheinungen durch grundsätzlich neue. Dadurch verlieren aber die bis dahin durch Schwachstellen- und Trendforschung prognostischen Erkenntnisse ihren Aussagewert.
Bei der Feldforschung wird ein Objekt in ein größeres Umfeld gestellt, um den Betrachtungsraum nach außen zu vergrößern. Dadurch wird die Prognose qualitativer Umschläge hinsichtlich Richtung und Inhalt ermöglicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des F&E-Controllings für die Existenzsicherung eines Unternehmens ein und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit anhand der Quante AG.
2. GRUNDLAGEN DES F&E CONTROLLINGS: Das Kapitel definiert die Begriffe Forschung, Entwicklung und Controlling und differenziert zwischen strategischen und operativen Aufgaben sowie organisatorischen Ausprägungen.
3. F&E CONTROLLING DER FIRMA QUANTE AG: Hier wird die praktische Umsetzung der Theorie dargestellt, wobei spezifische Arbeitsschritte, die Integration in die strategische Planung sowie bewältigte Schwierigkeiten bei der Quante AG analysiert werden.
4. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit eines F&E-Controllings in modernen Unternehmen und bestätigt den Nutzen standardisierter Prozesse für die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
F&E-Controlling, Unternehmensführung, Strategische Planung, Operatives Controlling, Quante AG, Produktentwicklung, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Simultaneous Engineering, Projektcontrolling, Ressourcenmanagement, Prognosemethoden, Innovationsmanagement, Wettbewerbsvorteil, Forschungsabteilung, Kostenkontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration von Controlling-Methoden in den Forschungs- und Entwicklungsbereich, um die Wirtschaftlichkeit innovativer Projekte sicherzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretische Fundierung des F&E-Controllings, dessen organisatorische Einbindung sowie die praktische Anwendung bei der Quante AG.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein effektives F&E-Controlling dazu beiträgt, Risiken bei Produktinnovationen zu minimieren und langfristige Wettbewerbsvorteile zu generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine deskriptive Fallstudienanalyse am Beispiel der Quante AG.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Controllings sowie einen umfangreichen Praxisteil, der die spezifischen Prozesse und Herausforderungen bei der Quante AG detailliert darlegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
F&E-Controlling, Projektsteuerung, Innovationsmanagement, Wirtschaftlichkeit, Strategie, Quante AG und Produktlebenszyklus sind zentrale Begriffe.
Warum ist das Simultaneous Engineering für die Quante AG relevant?
Es dient dazu, verschiedene Entwicklungsaufgaben zu synchronisieren, um die Durchlaufzeiten für Neuprodukte massiv zu verkürzen und so den Markteintritt zu beschleunigen.
Welche Kommunikationsschwierigkeiten traten bei der Quante AG auf?
Es gab Konflikte zwischen technisch orientierten Mitarbeitern der F&E-Abteilung und wirtschaftlich orientierten Controllern aufgrund unterschiedlicher Arbeitsweisen und einer fehlenden gemeinsamen Datenbasis.
Wie wurde bei der Quante AG auf die Schwierigkeiten reagiert?
Das Unternehmen begrenzte die Wirtschaftlichkeitsanalysen auf wesentliche Vorgaben und führte Wirtschaftlichkeitsrechnungen mit optimistischen und pessimistischen Szenarien ein, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.
- Citation du texte
- Christian Kunert (Auteur), 2012, F&E Controling in Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192535