Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Ethnology / Cultural Anthropology

Die Transaktionskostentheorie und ihre Anwendung auf die wirtschaftliche Entwicklung von Entwicklungs- und Schwellenländern

Title: Die Transaktionskostentheorie und ihre Anwendung auf die wirtschaftliche Entwicklung von Entwicklungs- und Schwellenländern

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jenny Filon (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Situation vieler Entwicklungs- und Schwellenländer stellt eine Herausforderung an die Weltgesellschaft dar. Öffentlichkeit, Politik, Wirtschaft sowie einige sozialwissenschaftliche Disziplinen wie Soziologie, Ethnologie oder Sozialpsychologie nehmen sich dieser seit dem Ende des zweiten Weltkrieges an, um mit Hilfe von Theorien die Unterentwicklung dieser Länder erklären zu können und Handlungsstrategien abzuleiten, die eine nachhaltige Entwicklung fördern sollen.

Diese Ausarbeitung stellt, im Rahmen des Hauptseminars zu Theorien ökonomischen Handelns an der Universität zu Köln, die Transaktionskostentheorie in den Fokus der Betrachtung, die sich innerhalb der Neuen Institutionenökonomik, mit den unterschiedlichen Formen von Transaktionskosten und den Faktoren beschäftigt, die diese beeinflussen.

Gerade in Bezug auf Entwicklungsländer ist diese Theorie von großer Bedeutung, da dort, aufgrund von fehlender Rechtssicherheit, fehlenden Transport- und Kommunikationsinfrastrukturen sowie zahlreichen anderen Faktoren, Transaktionskosten in sehr hohem Maße auftreten, ineffiziente Marktstrukturen bedingen und so einer wirtschaftlichen Entwicklung entgegenstehen.

Zur Lösung dieser Problematik wird von den Theoretikern der Neuen Institutionenökonomik angenommen, dass durch den Aufbau von institutionellen Arrangements, bzw. Organisationsformen, eine Senkung der Transaktionskosten herbeigeführt wird und so die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes gefördert werden kann.
Demzufolge wird eine Beziehung zwischen Institutionen und Wirtschaftswachstum postuliert, deren Übertragung sich, auf Entwicklungs- und Schwellenländer bezogen, als fraglich erwiesen hat und somit einen Untersuchungsgegenstand dieser Ausarbeitung darstellen soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Neue Institutionenökonomik – eine Einführung

2.1 Der Erklärungsansatz von Ronald H. Coase

2.2 Der Erklärungsansatz von Oliver E. Williamson

3. Die Transaktionskostentheorie

3.1 Transaktionen

3.2 Transaktionskosten

3.3 Einflussfaktoren auf die Transaktionskosten – die „environmental factors“

3.3.1 Unsicherheit

3.3.2 Häufigkeit

3.3.3 Faktorspezifität

3.4 „Contract Costs“ and „Costs of Organizing“ - Der Wahlprozess zwischen marktlicher, bilateraler und unternehmensinterner Koordination

4. Die Anwendung der Transaktionskostentheorie auf die wirtschaftliche Entwicklung von Entwicklungs- und Schwellenländern

4.1 Transaktionskosten in Entwicklungs- und Schwellenländern und ihre Analyse anhand der drei Hauptkomponenten marktwirtschaftlicher Austauschbeziehungen

4.1.1 Waren

4.1.2 Transaktionen

4.1.3 Akteure

4.2 Organisationsformen in Entwicklungsländern nach S. Plattner

4.2.1 Persönliche ökonomische Beziehungen

4.2.2 Unpersönliche ökonomische Beziehungen

4.2.3 Ausgeglichene ökonomische Beziehungen

4.3 Transaktionskosten und Organisationsstrukturen in einem mexikanischen Dorf – das Beispiel der Möbelindustrie von Cuanajo, Mexiko

4.3.1 Die Geschichte der Möbelindustrie von Cuanajo

4.3.2 Organisationsstrukturen der Möbelindustrie von Cuanajo

4.3.3 Transaktionskosten und Überwindungsstrategien in Cuanajo

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Konzepte der Transaktionskostentheorie aus der Neuen Institutionenökonomik auf die wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern anwendbar sind. Dabei wird analysiert, warum trotz theoretischer Postulate für vertikale Integration in ineffizienten Marktumfeldern häufig kleine, informelle und bilaterale Organisationsformen vorherrschen.

  • Grundlagen der Neuen Institutionenökonomik nach Coase und Williamson
  • Analyse von Einflussfaktoren auf Transaktionskosten (Unsicherheit, Häufigkeit, Faktorspezifität)
  • Untersuchung von Transaktionskosten in Entwicklungsländern anhand der Komponenten Waren, Transaktionen und Akteure
  • Einfluss von sozialen und informellen Institutionen auf ökonomische Beziehungen
  • Fallstudie: Organisationsstrukturen und Überwindungsstrategien in der Möbelindustrie von Cuanajo, Mexiko

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Faktorspezifität

Die Faktorspezifität bezieht sich auf den Grad der Wiederverwendbarkeit eines bestimmten Vermögensobjektes bzw. Investitionsobjektes in alternativen Verwendungsrichtungen und bei unterschiedlichen Nutzern ohne Verlust an Produktionswert. Es geht dabei um Investitionen in Sach-, Human- oder ähnliches Kapital, das potentiell auch für einen anderen Zweck als den ihnen ursprünglich zugedachten Verwendungszweck genutzt oder eben nicht genutzt werden kann (vgl. Williamson 1996: 13 und Brand 1990: 24).

Diese Spezifität kann in verschiedenen Formen zum Ausdruck kommen: 1) Standortspezifität, 2) Sachkapitalspezifität, 3) Humankapitalspezifität, 4) zweckgebundene Sachwerte oder 5) hinsichtlich eines bestimmten Markennamens. Die Standortspezifität bezieht sich dabei beispielsweise auf Investitionen in Produktionsstätten, die durch eine hohe räumliche Immobilität gekennzeichnet sind und deren Wert von einem bestimmten regionalen Umfeld abhängt. Dies ist z.B der Fall wenn aufeinander folgende Produktionsstufen in enger räumlicher Verbindung stehen um Transport- und Lagerkosten zu minimieren.

Spezifität des Sachkapitals liegt dann vor, wenn dieses auf eine bestimmte Verwendungsrichtung ausgelegt ist. Dies können z.B. spezielle technische Anlagen sein, die einen konkreten Bedarf bedienen und sich somit für andere Zwecke als unbrauchbar erweisen.

Bei der Humankapitalspezifität geht es um bestimmte Kenntnisse eines Individuums, die es im Laufe der Zeit bei der Durchführung einer bestimmten Aufgabe meist durch learning-by-doing oder durch Ausbildungsmaßnahmen erworben hat. Hier ist v.a das durch Übung erlangte, intuitive Wissen zu nennen, welches in der Literatur auch als idiosynkratisches Wissen bezeichnet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, die Divergenz der wirtschaftlichen Entwicklung globaler Gesellschaften zu erklären und die Relevanz der Transaktionskostentheorie für Entwicklungsländer zu begründen.

2. Die Neue Institutionenökonomik – eine Einführung: Hier werden die theoretischen Wurzeln der Institutionenökonomik beleuchtet, insbesondere die Ansätze von Ronald H. Coase und Oliver E. Williamson bezüglich Markt und Unternehmen.

3. Die Transaktionskostentheorie: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Transaktionen, Transaktionskosten sowie deren Einflussfaktoren (Unsicherheit, Häufigkeit, Faktorspezifität) und erläutert den Wahlprozess zwischen verschiedenen Koordinationsformen.

4. Die Anwendung der Transaktionskostentheorie auf die wirtschaftliche Entwicklung von Entwicklungs- und Schwellenländern: Dieses Kapitel überträgt die Theorie auf Entwicklungsländer, analysiert die drei Hauptkomponenten des wirtschaftlichen Austauschs und untersucht Plattners Organisationsformen anhand des Fallbeispiels der Möbelindustrie von Cuanajo, Mexiko.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten bei der Anwendung der klassischen Theorie auf die Länder der Dritten Welt zusammen und betont die Notwendigkeit, informelle Institutionen und alternative Überwindungsstrategien stärker zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Transaktionskostentheorie, Neue Institutionenökonomik, Entwicklungsländer, Schwellenländer, Faktorspezifität, Vertragsökonomik, Opportunismus, informelle Institutionen, Organisationsformen, Möbelindustrie Cuanajo, wirtschaftliche Entwicklung, Marktstrukturen, bilaterale Handelsbeziehungen, Transaktionskosten, Institutionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Anwendbarkeit der Transaktionskostentheorie auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Neuen Institutionenökonomik, die Analyse von Marktversagen durch hohe Transaktionskosten sowie die Rolle informeller Netzwerke bei der wirtschaftlichen Organisation.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum theoretische Modelle der vertikalen Integration in Entwicklungsländern oft durch abweichende, bilaterale oder informelle Strukturen ersetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine Fallstudie (Möbelindustrie in Cuanajo, Mexiko) empirisch illustriert und kritisch evaluiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Institutionenökonomik, eine detaillierte Erläuterung der Transaktionskostentheorie und eine darauf folgende Anwendung auf spezifische ökonomische Austauschbeziehungen in Entwicklungsländern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Transaktionskostentheorie, Faktorspezifität, Entwicklungsländer, Institutionen, Opportunismus und informelle Wirtschaftsbeziehungen.

Warum ist die Möbelindustrie in Cuanajo ein geeignetes Fallbeispiel?

Sie verdeutlicht, dass trotz theoretischer Vorhersagen (hohe Faktorspezifität müsste zu großen Firmen führen) vor Ort kleine Familienbetriebe dominieren, um das hohe Risiko und die externen Kosten der Illegalität zu minimieren.

Welche Rolle spielt die "Faktorspezifität" im Kontext von Cuanajo?

Obwohl eine Spezialisierung stattgefunden hat, zwingt das Umfeld die Akteure dazu, auf langfristige, persönliche Beziehungen auszuweichen, anstatt durch große, vertikal integrierte Unternehmen zu agieren.

Wie wirken sich "Contract Costs" auf die lokale Wirtschaft in Cuanajo aus?

Aufgrund fehlender Rechtssicherheit werden keine formalen Verträge geschlossen, sondern mündliche Absprachen und soziale Vertrauensmechanismen genutzt, um Transaktionen trotz hoher Kosten abzuwickeln.

Excerpt out of 30 pages  - scroll top

Details

Title
Die Transaktionskostentheorie und ihre Anwendung auf die wirtschaftliche Entwicklung von Entwicklungs- und Schwellenländern
College
University of Cologne  (Institut für Ethnologie)
Course
Hauptseminar: Theorien ökonomischen Handelns
Grade
1,0
Author
Jenny Filon (Author)
Publication Year
2010
Pages
30
Catalog Number
V192577
ISBN (eBook)
9783656175360
ISBN (Book)
9783656176008
Language
German
Tags
Transaktionskosten Entwicklungsländer Schwellenländer Transaktionskostentheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Filon (Author), 2010, Die Transaktionskostentheorie und ihre Anwendung auf die wirtschaftliche Entwicklung von Entwicklungs- und Schwellenländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192577
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint