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Kochrezeptsammlungen des Spätmittelalters

Das Kochbuch aus der Stiftsbibliothek Michaelbeuern (Man. chart. 81)

Title: Kochrezeptsammlungen des Spätmittelalters

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dorothea Bernhard (Author)

German Studies - Linguistics
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Ohne Zweifel lässt sich behaupten, dass Essen und Kochen – und dessen Verschriftlichung in Form von Rezepten und ganzen Kochbüchern – mehr sind, als die reine Befriedigung eines körperlichen Bedürfnisses. Vielmehr sollten Rezepte auch verstanden werden, als ein kultur- und sozialhistorischer Spiegel ihrer Zeit. Womöglich banal erscheinende Kochrezepte können uns heute viel mehr verraten als gemeinhin angenommen. Bedauerlicherweise ist der heutige Forschungsstand bezüglich der Kochrezeptliteratur noch immer nicht vergleichbar mit dem anderer Fachbereiche. Die Ursache hierfür ist die in Deutschland vergleichsweise spät3 einsetzende Erforschung von Fachliteratur – zu der die Rezepte zählen – im Allgemeinen. Trotz zunehmender Behandlung des Themas, sind erst ca. die Hälfte der bekannten aus dem Mittelalter stammenden deutschsprachigen Kochbücher überhaupt ediert bzw. teils kommentiert und untersucht. Dies ist besonders schade, da im europäischen Vergleich die deutschsprachigen Rezeptüberlieferungen in der Tat rein zahlentechnisch den größten Teil einnehmen. So sich denn doch in der Germanistik jemand mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt hat, wurden bedauerlicherweise Reflexionen über den Zusammenhang von Kultur und Ernährung unterlassen; man beschränkte sich vornehmlich auf reine Beschreibungen.
Ziel dieser Arbeit waren also zunächst einige kulturhistorische Betrachtungen zum Thema, die u.a. folgende Punkte beinhalten: Entstehung und Bedeutung von Kochrezeptsammlungen, eine kurze Entwicklungsgeschichte des Kochrezepts, Ernährungsgewohnheiten im Spätmittelalter, eine grobe Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Rezepthandschriften sowie Überlegungen zu Autoren, Rezipienten und Zweck der Rezepte. Daran schließen sich Untersuchungen zur Sprache der Kochbücher des Spätmittelalters allgemein sowie speziell im sogenannten Kochbuch aus der Stiftsbibliothek Michaelbeuern (Man. chart. 81) an. In dem Teil, der sich explizit der Handschrift widmet, stellt – nach einer formellen Betrachtung des Manuskripts – eine sprachliche Analyse vor allem Auffälligkeiten in den Mittelpunkt: Neben einer Darstellung, inwieweit sich Merkmale des Frühneuhochdeutschen finden, wird auf in Rezepten deutlich gehäuft auftretende sprachliche Phänomene hingewiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kulturhistorische Betrachtung

2.1 Ernährungsgewohnheiten im Spätmittelalter

2.2 Zur Entstehung und Bedeutung von Kochrezeptsammlungen: Überlegungen zu Autoren, Rezipienten und Zweck der Rezepte

2.3 Entwicklungsgeschichte der Textsorte Kochrezept

2.4 Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Rezepthandschriften

2.4.1. Zeitliche Verteilung

2.4.2 Räumliche Verteilung

3. Untersuchungen zur Sprache der Kochbücher des Spätmittelalters

3.1 Allgemeines

3.2 Das Kochbuch aus der Stiftsbibliothek Michaelbeuern (Man. chart. 81)

3.2.1 Beschreibung der Handschrift und der Rezeptsammlung

3.2.2 Überlegungen zu Entstehungsort und -zeit der Rezepte

3.2.3 Das Frühneuhochdeutsche in den Rezepten

3.2.4 Spezifische (sprachliche) Auffälligkeiten in den Rezepten

4. Der nächste Schritt: das gedruckte Kochbuch

Zielsetzung und Forschungsfragen

Die Arbeit analysiert die kulturhistorische Bedeutung und sprachliche Struktur spätmittelalterlicher Kochrezepte, mit einem besonderen Fokus auf das Kochbuch aus der Stiftsbibliothek Michaelbeuern (Man. chart. 81), um dessen Entstehungskontext und sprachliche Merkmale im Übergang zum Frühneuhochdeutschen zu bestimmen.

  • Kulturhistorische Einordnung der spätmittelalterlichen Ernährungsgewohnheiten und Kochrezeptsammlungen.
  • Untersuchung der Entwicklungsgeschichte und Standardisierung der Textsorte "Kochrezept".
  • Sprachwissenschaftliche Analyse des Manuskripts "Man. chart. 81" hinsichtlich Dialekt und syntaktischer Strukturen.
  • Evaluation des Übergangs von handschriftlichen zu gedruckten Kochbüchern und deren Folgen für die Rezeptstruktur.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Beschreibung der Handschrift und der Rezeptsammlung

Es handelt sich bei der Handschrift um eine Sammelhandschrift mit theologischem und fachliterarischem Inhalt im Umfang von 230 Blatt Papier (213-217 x 147-150), womöglich aus Salzburg stammend. Zeitlich entstanden die Texte wohl teils im 3. Drittel des 14. Jahrhunderts sowie teils um die Mitte des 15. Jahrhunderts (siehe 3.2.2). Einige Angaben zum äußeren Erscheinungsbild sollen eine bessere Einschätzung der Entstehungsumstände der Handschrift ermöglichen:

Es finden sich folgende Wasserzeichen: Waage, Kreise, Ochsenkopf mit einkonturiger Stange und Blume, Turm und Glocke.

Abweichungen: Nach Bl. 26 sind zehn unfoliierte Bll. eingebunden, Bl. 41 ist herausgeschnitten und durch ein unfoliiertes Blatt ersetzt.

Der Schriftraum ist einspaltig von 1r-27r, 30r-65r, 152r-157r und 180v-220v sowie zweispaltig von 29r-29v, 67r-151v und 159r-180r; Schriftraum sowie Zeilen stark wechselnd. Es findet ein ungeordneter Wechsel zwischen Tinten-, Griffel- und Bleistift-rahmung statt. Schreiber: 16r-25r Notula des 3. Drittels 14. Jh. von einer Hand. Ansonsten Bastarda von mehreren Händen. Jahreszahlen finden sich nur vereinzelt in Form einer Datierung (29vb: 1451) und einer Nennung (40r: 1444).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Kochbüchern als kulturhistorische Quelle und Skizzierung der Forschungsabsichten.

2. Kulturhistorische Betrachtung: Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen, Ernährungsgewohnheiten und der Entstehung von Kochrezepten im Spätmittelalter.

3. Untersuchungen zur Sprache der Kochbücher des Spätmittelalters: Sprachwissenschaftliche Untersuchung der Kochsprache und detaillierte Analyse der Handschrift aus Michaelbeuern.

4. Der nächste Schritt: das gedruckte Kochbuch: Darstellung des textuellen Wandels durch den Buchdruck und der Entwicklung hin zum modernen Kochbuch.

Schlüsselwörter

Kochrezepte, Spätmittelalter, Michaelbeuern, Handschrift, Ernährungsgewohnheiten, Frühneuhochdeutsch, Textsortenanalyse, Küchensprache, Kulturgeschichte, Man. chart. 81, Syntax, Dialekt, Kulinarik, Buchdruck, Fachliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Kochrezeptsammlungen des Spätmittelalters, wobei sie das Kochbuch aus der Stiftsbibliothek Michaelbeuern als Fallbeispiel nutzt, um sprachliche und kulturhistorische Aspekte zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die kulturhistorische Einordnung von Kochrezepten, die Entwicklung der Kochrezept-Textsorte sowie die sprachwissenschaftliche Beschreibung spätmittelalterlicher Fachsprache.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die formelle und sprachliche Untersuchung der Handschrift Man. chart. 81 Erkenntnisse über deren Entstehungszeit, den Entstehungsort und die sprachliche Prägung zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologische Analyse durchgeführt, die Editionen und Handschriftenvergleiche (Parallelüberlieferung) nutzt sowie sprachwissenschaftliche Kriterien wie Vokalismus und Syntax anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine kulturhistorische Betrachtung, eine Untersuchung zur Sprache in Kochbüchern und eine spezifische Analyse des Manuskripts aus Michaelbeuern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kochrezepte, Spätmittelalter, Michaelbeuern, Handschrift, Ernährungsgewohnheiten, Frühneuhochdeutsch und Fachliteratur.

Warum wird das Kochbuch aus Michaelbeuern als zentrales Objekt gewählt?

Es dient als konkretes Beispiel einer Sammelhandschrift, deren Entstehungsort und zeitliche Einordnung durch detaillierte sprachliche und inhaltliche Analysen diskutiert werden können.

Welche Rolle spielt die Parallelüberlieferung für die Ergebnisse?

Die Parallelüberlieferung ermöglicht Rückschlüsse auf die Verbreitung von Rezepten und stützt die Vermutung, dass das Michaelbeuerner Kochbuch vor Ort und nicht als bloße Kopie entstand.

Wie hat sich die Form der Kochrezepte über die Zeit verändert?

Die Rezepte entwickelten sich von kurzen, unstrukturierten Anweisungen hin zu einer standardisierten Dreiteilung (Überschrift, Zutatenliste, Zubereitung), die sich erst mit dem Buchdruck festigte.

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Details

Title
Kochrezeptsammlungen des Spätmittelalters
Subtitle
Das Kochbuch aus der Stiftsbibliothek Michaelbeuern (Man. chart. 81)
College
Dresden Technical University  (Lehrstuhl für Germanistische Linguistik und Sprachgeschichte)
Course
Seminar Deutsche Texte des Spätmittelalters
Grade
1,0
Author
Dorothea Bernhard (Author)
Publication Year
2012
Pages
37
Catalog Number
V192825
ISBN (eBook)
9783656179528
ISBN (Book)
9783656179818
Language
German
Tags
Spätmittelalter Rezepte Rezeptsammlungen Frühneuhochdeutsch Ernährung Rezepthandschriften Manuskripte Kochbuch Essen Geschichte Entwicklung Sprache Essgewohnheiten Speisen Fastenregeln Diätetik Humoralpathologie Kochen Entstehung Imitationsgericht Schaugericht Fastenspeisen Tradierung Stiftsbibliothek Michaelbeuern Man. chart. 81 Willst du Esskultur Rezipienten Autoren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dorothea Bernhard (Author), 2012, Kochrezeptsammlungen des Spätmittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192825
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