Fehldiagnose - Männer und Frauen sind anders krank?!


Seminararbeit, 2008
11 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Medizin und ihr Geschlecht

2. Diagnose Mann ist nicht gleich Diagnose Frau - Krankheitsbilder im Vergleich

3. Die Zukunft der geschlechtsbezogenen Medizin

Literaturverzeichnis/Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Wenn Laura, Linda, Elisabeth und Barbara zum Essen gehen
nennen sie sich gegenseitig Laura, Linda, Elisabeth und Barbara.
Wenn Markus, Peter, Robert und Herbert zum Essen gehen
nennen sie sich liebevoll Specki, King Kong, Schwellkopf und Penner.“

Männer und Frauen denken anders. Männer und Frauen verhalten sich anders. Männer und Frauen handeln anders. Männer und Frauen …. . Also fühlen Männer und Frauen auch anders.

So passiert es also auch in der Medizin, dass die beiden Geschlechter unterschiedlich empfinden. Nicht nur, dass sie ihre Krankheit in anderer Art und Weise fühlen, sie beschreiben und erleben die Symptome der ein und derselben Krankheit in verschiedener Ausprägung. Beide verfügen über eine andere Wahrnehmung, was das Erleben und Fühlen einer Krankheit angeht. Bisher wurden die pharmakologischen Untersuchungen jedoch hauptsächlich an Männern durchgeführt, was dazu führte, dass Nebenwirkungen, Dosierungen und Wirkungen fast immer auf den männlichen Körper ausgerichtet sind.

Die Gender-Medizin, die sich mit den Unterschieden von Gesundheit und Erkrankung bei Männern und Frauen beschäftigt, macht es nun möglich Dosierung und Wirkung sowie Therapien speziell auf das Geschlecht abzustimmen.

Im Folgenden möchte ich mich mit den Grundsteinen der Gender-Medizin sowie mit ihren Erkenntnissen und Entwicklungen auseinandersetzen. Im ersten Punkt werde ich auf den jetzigen Tatbestand der Medizin und dessen Geschlecht eingehen. Weiters werde ich anhand eines praktischen Beispiels verdeutlichen, wie sich ein und dieselbe Krankheit zwischen den Geschlechtern unterschiedlich bemerkbar macht und verläuft. Abschließend gehe ich auf die Zukunftsvisionen der Gender-Medizin ein. Literarische Unterstützung hole ich mir dabei von Dr. Anna Maria Dieplinger und Dr. Angelika Voß, die beide den Begriff der Gender-Medizin sehr gut bearbeiten haben.

1. Die Medizin und ihr Geschlecht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Über weite Zeiträume hinweg bestimmten in der universitären Medizin[1], die hauptsächlich in der Gender-Medizin verwendet wird, der junge männliche Organismus und der Körper den Ausgangspunkt medizinischer Fragestellungen sowie den Ausgangspunkt von Lösungsansätzen in Diagnose und Therapie. Der Mann stellte somit den Prototyp dar, an dem alles Wissenswerte über die Entstehung von Krankheiten, den Verlauf und deren Behandlung erfahren werden konnte. Als einzigen abweichenden Unterschied zum Mann wurde bei einer Frau damals das weibliche Geschlechtsorgan angesehen. Diese Ansicht trug unter anderem in den 70er Jahren zur Gründung von Frauengesundheitszentren und einer eigenen Frauengesundheitsforschung bei. Zu diesem Zeitpunkt z.B. war es für Ärzte und Ärztinnen noch karriereschädigend sich mit diskriminierenden Verhaltensweisen innerhalb der Medizin auseinander zu setzen.

Im Verlauf der vergangenen Jahre entwickelten sich die Sichtweisen der Medizin und der gesellschaftliche Gedanke über Mann und Frau (typische Verhaltensweisen der Geschlechter, biologische Unterschiede, …) zu einer grundlegenden anderen Betrachtung. Es wurde erkannt, dass die vorherrschende Meinung über das „So-Sein“ von Mann und Frau auch Auswirkung auf deren Gesundheit hat. Auslöser waren Studien, die erstmal das Herzinfarktrisiko an Frauen und Männern näher untersuchten. Hier wurde erkannt, dass der Großteil der klinischen Studien keine Frauen berücksichtigt. Auch Medikamente wurden kaum an Frauen getestet, obwohl verbreitet bekannt ist, dass der weibliche Organismus vielfachen Schwankungen, aufgrund unterschiedlicher Hormone, ausgesetzt ist. Weiters wurde im Verlauf dieser Studien überprüft, wie Frauen durch die Umwelt, Arbeit, häusliche Gewalt und durch die medizinische Unter- und Überversorgung krank werden und welche Strategien der Abwehr sie entwickeln. Diese Erkenntnisse trugen in der Frauenforschung einen großen Schritt bei.

Es entwickelte sich die geschlechtergerechte Medizin, die sich z.B. mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzt:

- Werden Männer und Frauen bei gleichen Erkrankungen gleich behandelt?
- Ist die Behandlung dem Geschlecht angemessen?
- Gelten die Informationen über Medikamente für beide Geschlechter?
- Wurden Frauen in der Medikamentenstudie berücksichtigt?
- Wurden Männer auf bestimmte Erkrankungen zu viel oder zu wenig untersucht?
- Warum leben Frauen länger und leiden gleichzeitig an mehreren Krankheiten?

Bei diesen Fragestellungen werden jedoch nicht nur biologische Faktoren berücksichtigt, sondern auch Verhaltensweisen von Mann und Frau, Lebens- und Arbeitsbedingungen und das Verhältnis zwischen Patient/in und Ärzten/innen mit eingeschlossen.

[...]


[1] vgl. Voß Angelika (2007): Frauen sind anders krank als Männer – Plädoyer für eine geschlechtsspezifische Medizin, München, S. 13 - 20

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Fehldiagnose - Männer und Frauen sind anders krank?!
Hochschule
Fachhochschule OberÖsterreich Standort Linz
Note
1
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V193049
ISBN (eBook)
9783656180371
ISBN (Buch)
9783656181323
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diagnose, Männer, Frauen, Krankheit, Fehldiagnose
Arbeit zitieren
Doris Lindner (Autor), 2008, Fehldiagnose - Männer und Frauen sind anders krank?!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193049

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