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Fehldiagnose - Männer und Frauen sind anders krank?!

Title: Fehldiagnose - Männer und Frauen sind anders krank?!

Seminar Paper , 2008 , 11 Pages , Grade: 1

Autor:in: Doris Lindner (Author)

Social Work
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Männer und Frauen denken anders. Männer und Frauen verhalten sich anders. Männer und Frauen handeln anders. Männer und Frauen ………. . Also fühlen Männer und Frauen auch anders.

So passiert es also auch in der Medizin, dass die beiden Geschlechter unterschiedlich empfinden. Nicht nur, dass sie ihre Krankheit in anderer Art und Weise fühlen, sie beschreiben und erleben die Symptome der ein und derselben Krankheit in verschiedener Ausprägung. Beide verfügen über eine andere Wahrnehmung, was das Erleben und Fühlen einer Krankheit angeht. Bisher wurden die pharmakologischen Untersuchungen jedoch hauptsächlich an Männern durchgeführt, was dazu führte, dass Nebenwirkungen, Dosierungen und Wirkungen fast immer auf den männlichen Körper ausgerichtet sind.

Die Gender-Medizin, die sich mit den Unterschieden von Gesundheit und Erkrankung bei Männern und Frauen beschäftigt, macht es nun möglich Dosierung und Wirkung sowie Therapien speziell auf das Geschlecht abzustimmen.

Im Folgenden möchte ich mich mit den Grundsteinen der Gender-Medizin sowie mit ihren Erkenntnissen und Entwicklungen auseinandersetzen. Im ersten Punkt werde ich auf den jetzigen Tatbestand der Medizin und dessen Geschlecht eingehen. Weiters werde ich anhand eines praktischen Beispiels verdeutlichen, wie sich ein und dieselbe Krankheit zwischen den Geschlechtern unterschiedlich bemerkbar macht und verläuft. Abschließend gehe ich auf die Zukunftsvisionen der Gender-Medizin ein. Literarische Unterstützung hole ich mir dabei von Dr. Anna Maria Dieplinger und Dr. Angelika Voß, die beide den Begriff der Gender-Medizin sehr gut bearbeiten haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Medizin und ihr Geschlecht

2. Diagnose Mann ist nicht gleich Diagnose Frau - Krankheitsbilder im Vergleich

3. Die Zukunft der geschlechtsbezogenen Medizin

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der medizinischen Wahrnehmung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten. Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit einer Gender-Medizin aufzuzeigen, die über den bisherigen männlich geprägten medizinischen Standard hinausgeht, um eine patientengerechte Versorgung zu gewährleisten.

  • Die historische Dominanz des männlichen Organismus in der medizinischen Forschung.
  • Unterschiedliche Symptomwahrnehmung und -beschreibung bei Männern und Frauen.
  • Die Herausforderungen bei Diagnosen und Medikamentendosierungen im klinischen Alltag.
  • Zukunftsvisionen und notwendige Entwicklungen für eine geschlechtersensible Medizin.

Auszug aus dem Buch

2. Mann ≠ Frau – Krankheitsbilder im Vergleich

„Eine Frau hat unerklärliche Schmerzen. Sie fährt zur nächsten Notfallaufnahme und wird dort von einem Arzt untersucht. Dieser fragt sie nach den Symptomen und nach der Schmerzstelle. Sie sagt ihm, dass ihr der Rücken, die Schultern und der Nacken schmerzt. Der Arzt diagnostiziert daraufhin Verspannungen in der Hals- und Nackenmuskulatur und verschreibt ihr Massagen und ein Schmerzmittel. Zuhause merkt sie, dass die Schmerzen heftiger werden und die Medikamente nicht helfen. Sie schafft es nur mehr den Notarzt zu rufen. Diesem beschreibt sie dieselben Symptome. Die Frau hat Glück einen Mediziner vor sich zu haben, der über die Unterschiede von Symptombeschreibungen von Männern und Frauen Bescheid weiß. Er schreibt sofort ein EKG und teilt ihr die Diagnose Herzinfarkt mit.“

Der Herzinfarkt ist die häufigste Todesursache bei Männern und Frauen. Der prozentuelle Anteil, mit 49,2 % bei den Frauen und 38,1 % bei den Männern, zeigt jedoch auch den großen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Frauen sterben häufiger an dieser Krankheit, da die Diagnose oft später gestellt wird und sie daher geringere Genesungschancen haben. Das liegt daran, dass sie die Symptome unspezifischer beschreiben und eine andere Wortwahl verwenden. Außerdem empfinden sie die Schmerzen bei weitem anders. Ein Mann spricht von einem Stechen in der Brust, Schmerzen in den Armen und einer Beklemmung im Brustkorb und vermittelt dem Arzt mit heftigem und gestikulierendem Sprechen seine dramatische Situation. Eine Frau hingegen nennt dem Arzt auch dieselben Symptome, doch oftmals ist für sie alles ganz anders. Sie vermittelt ihm Rückenschmerzen und Übelkeit. Spricht von Schmerzen im Kieferbereich, Sodbrennen und einem Drücken im Oberbauch. Während ihrer Beschreibung findet sie auch gleich die richtige Erklärung: „Ich habe heute zu viel im Garten gearbeitet – deshalb vielleicht die Schmerzen.“ Oft verlässt sich ein Arzt dann leider auf die selbstgestellte Diagnose.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Wahrnehmung von Krankheiten und führt in die Thematik der Gender-Medizin ein.

1. Die Medizin und ihr Geschlecht: Dieses Kapitel analysiert die historische Bevorzugung des männlichen Organismus als Prototyp in der medizinischen Forschung und Therapie.

2. Diagnose Mann ist nicht gleich Diagnose Frau - Krankheitsbilder im Vergleich: Hier wird anhand des Beispiels Herzinfarkt verdeutlicht, wie unterschiedlich sich Symptome zwischen den Geschlechtern äußern und zu welchen Konsequenzen dies in der medizinischen Praxis führt.

3. Die Zukunft der geschlechtsbezogenen Medizin: Das Kapitel skizziert die Ziele der Gender-Medizin und betont die Bedeutung einer individuellen Therapie, die biologische sowie soziale Faktoren gleichermaßen berücksichtigt.

Schlüsselwörter

Gender-Medizin, Geschlechtsunterschiede, Krankheitsbilder, Fehldiagnose, Herzinfarkt, Symptombeschreibung, Medikamentenwirkung, Gesundheitsforschung, geschlechtssensible Medizin, Frauengesundheit, Männergesundheit, klinische Studien, medizinische Versorgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Unterschiede in der medizinischen Behandlung von Männern und Frauen und plädiert für eine geschlechtersensible Medizin, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische medizinische Fixierung auf den männlichen Körper, geschlechtsspezifische Symptomwahrnehmung und notwendige Paradigmenwechsel in der Forschung und Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie geschlechterspezifische Faktoren die Diagnose und Behandlung maßgeblich beeinflussen und warum eine Angleichung der Versorgungsqualität notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung bestehender Studien, um die Diskrepanzen in der medizinischen Behandlung aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historische Ausgangslage der Medizin, ein praxisnahes Beispiel zum Herzinfarkt sowie zukünftige Visionen einer geschlechtsbezogenen Medizin erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Gender-Medizin, Geschlechtsunterschiede, Fehldiagnose und geschlechtssensible Versorgung zusammenfassen.

Warum kommt es bei Frauen häufiger zu Fehldiagnosen bei einem Herzinfarkt?

Frauen beschreiben Symptome oft unspezifischer und verwenden eine andere Wortwahl, die von Medizinern häufig falsch gedeutet wird, was die Diagnose erschwert.

Welche Rolle spielt das Medikamentendesign in der Gender-Medizin?

Da viele Medikamente primär an Männern getestet wurden, werden geschlechtsspezifische Unterschiede bei Körpergewicht, Fettanteil und Hormonhaushalt bei der Dosierung oft nicht ausreichend berücksichtigt.

Was fordert die Arbeit für die zukünftige medizinische Versorgung?

Es wird gefordert, bei der Patientenversorgung neben biologischen auch soziale Faktoren und die individuelle Biographie stärker in den Fokus zu rücken.

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Details

Title
Fehldiagnose - Männer und Frauen sind anders krank?!
College
University of Applied Sciences Linz
Grade
1
Author
Doris Lindner (Author)
Publication Year
2008
Pages
11
Catalog Number
V193049
ISBN (eBook)
9783656180371
ISBN (Book)
9783656181323
Language
German
Tags
Diagnose Männer Frauen Krankheit Fehldiagnose
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doris Lindner (Author), 2008, Fehldiagnose - Männer und Frauen sind anders krank?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193049
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