Fragt man einen Einwohner Siegens nach seiner Meinung über den Fischbacherberg und seine Bewohner so wird man eher selten etwas Positives hören. Zu sehr haben die Negativmeldungen und die schon von weitem sichtbaren Hochhäuser das schlechte Image des Stadtteils über die Jahre geprägt. Günstige Mieten die eben die anzogen die sich nicht mehr leisten konnten, kaum vorhandene Infrastruktur, nichts das die Bewohner anderer Siegener Stadtteile anlocken kann. Die Nachrichten von Bandenkriminalität und Vandalismus- ein sozialer Brennpunkt wie aus dem Lehrbuch. Dies alles trägt nicht dazu bei das Ansehen eines Stadtteils zu steigern.
Ganz im Gegensatz dazu steht das Selbstbildnis der Anwohner. Man wohne gerne am Waldrand, viel getan habe sich, man schätze die Nachbarschaft wie auch überall anders.
Natürlich sei nicht alles perfekt aber wo sei es das schon. Warum der Rest Siegens so ein schlechtes Bild von ihrem zu Hause hat, das können sich die Bewohner nicht immer erklären.
Auch wenn der Fischbacherberg in Siegens Norden kein sehr alter Stadtteil ist, so haben er und seine Anwohner seit seiner Erschließung einiges erlebt. Verschiedenste Nutzungen und
wechselnde Bewohnergruppen haben ihn geprägt und zu dem gemacht was er ist. Anfang der Neunziger Jahre prägte ein Name diese Art des Stadtgebietes: die „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ entstanden. Ein Programm, das sich zum Ziel gesetzt hatte Projekte zu
unterstützen die sich handlungsübergreifend lokalen Problemen widmen. Dabei lassen sie die betroffenen Bewohner nicht außen vor, sondern beziehen sie in die Problemlösung mit ein.
Diese Hausarbeit soll sich mit der Wirkung der Programme „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ sowie „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt“ auf den Fischbacherberg und seine Bewohner auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Entstehungsgeschichte und Entwicklung bis heute
1.1 Die Entstehung des Fischbacherbergs
1.2 Zivile Entwicklung am Fischbacherberg
1.3 Die neunziger Jahre- Abzug der Belgier und Einstieg in das Länderprogramm
1.4 Der Fischbacherberg heute - demographischer Wandel und seine Folgen
2. Die soziale Stadt
2.1 Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf/ Stadtteile mit besonderem
2.2 Einstieg des Fischbacherbergs in das Programm Stadtteile mit besonderem
2.3 Die Projekte
2.4 Verlauf und Entwicklung der Projekte
2.5 Jugendarbeit
2.6 Beteiligung der Anwohner
3. Heutiges Leben am Fischbacherberg
3.1 Ende der Förderung Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf- Soziale Stadt /
3.2 Teilnahme der Anwohner an den Projekten
3.3 Heutiger Stand der Projekte und deren Fortsetzung
Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit evaluiert die Auswirkungen der Förderprogramme „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ und „Soziale Stadt“ auf den Siegener Stadtteil Fischbacherberg. Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern städtebauliche und soziale Maßnahmen dazu beigetragen haben, das negative Image des Stadtteils aufzubrechen, die Lebensqualität der Anwohner zu steigern und eine nachhaltige Verstetigung der Projekte zu erreichen.
- Historische Entwicklung und bauliche Transformation des Fischbacherbergs
- Strukturen und Ziele der Programme „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“ und „Soziale Stadt“
- Partizipationsansätze und soziale Integration der Anwohnerschaft
- Herausforderungen in der Jugendarbeit und Kriminalprävention
- Erfolgsfaktoren und Verstetigungsproblematiken nach Ende der staatlichen Förderung
Auszug aus dem Buch
1.1 Die Entstehung des Fischbacherbergs
Die Bewirtschaftung des Fischbacherbergs geht weit zurück. Erst als reiner Hauberg genutzt, suchte man später erfolglos nach Eisenerz und nutzte ihn zuletzt um 1900 als Sandhalde für die anfallenden Schlacken der Verhüttungsstätten. Der umgangssprachlich genannte „Sandhöppel“, wuchs so im Laufe der Jahre um viele Meter an und überragte zuweilen den eigentlichen Gipfel des Berges. Dank einer frühen „Recyclingidee“ schrumpfte der „Sandhöppel“ bereits während des Ersten Weltkrieges wieder, da der manganhaltige Sand abgebaut und wiederverwertet wurde. Noch einige Jahrzehnte später wurde der Sand wiederrum verwendet, diesmal als „Grundstoff für Bausand“. (Werner Wallwey, Kleine Chronik rund um den Fischbacherberg, Datum unbekannt)
Erst 1933 rückte der Fischbacherberg im Rahmen der Remilitarisierung des Deutschen Reiches in den Fokus städtebaulicher Planungen. Bis 1937 entstand eine aus sechs Haupt sowie zahlreichen Nebengebäuden und Stallungen bestehende Kasernenanlage, die im Oktober desselben Jahres in Betrieb genommen wurde. Ebenfalls wurde eine Zufahrtsstraße gebaut, mit der die Neubauten erschlossen wurden. Damit begann, wenn auch mit militärischem Hintergrund, die Besiedelung des Fischbacherbergs.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das schlechte Image des Fischbacherbergs aus der Sicht Außenstehender und das gegensätzliche Selbstbildnis der Anwohner, was zur Forschungsfrage nach den Ursachen und Auflösungsstrategien führt.
1 Entstehungsgeschichte und Entwicklung bis heute: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Stadtteils von der militärischen Nutzung bis zum demographischen Wandel nach.
2. Die soziale Stadt: Hier wird der theoretische und programmatische Rahmen der Städtebauförderung erläutert und der Einstieg des Fischbacherbergs in diese Programme detailliert dargestellt.
3. Heutiges Leben am Fischbacherberg: Das Schlusskapitel widmet sich der Verstetigungsproblematik nach Auslaufen der Fördergelder und beleuchtet aktuelle Projekte wie das Erfahrungsfeld „Schön und gut“.
Schlüsselwörter
Stadterneuerung, Soziale Stadt, Fischbacherberg, Siegen, Stadtteilentwicklung, Bürgerbeteiligung, Wohnumfeld, Sanierung, Integrationspolitik, Verstetigung, Demographischer Wandel, Sozialer Brennpunkt, Stadtteilbüro, Jugendarbeit, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung des Siegener Stadtteils Fischbacherberg im Kontext staatlicher Förderprogramme zur Stadterneuerung und sozialen Aufwertung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der baulichen Sanierung, dem Belegungsmanagement, der Förderung der sozialen Infrastruktur und der Beteiligung der Anwohner an Erneuerungsprozessen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es zu evaluieren, ob und wie die Maßnahmen der „Sozialen Stadt“ das Leben am Fischbacherberg verbessert haben und wie die Verstetigung dieser Projekte nach Förderende gelingen kann.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse stadtplanerischer Dokumente, Fachliteratur und ergänzenden Befragungen der Anwohner vor Ort.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die Implementierung der Handlungskonzepte, spezifische Projekte wie das Stadtteilcafe und die Jugendarbeit sowie die Partizipationsmechanismen der Bewohner.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stadterneuerung, Soziale Stadt, Verstetigung und Partizipation geprägt.
Wie wurde das Imageproblem des Stadtteils adressiert?
Durch die Entwicklung eines Logos mit Motto, eine Imagebroschüre, die Herausgabe einer Stadtteilzeitung sowie intensive Öffentlichkeitsarbeit sollte das Bild des Stadtteils nach außen korrigiert werden.
Welche Bedeutung hat das „Erfahrungsfeld Schön und gut“ für den Stadtteil?
Es fungiert als zentrales Modellprojekt, das auf dem ehemaligen Schießstandgelände entsteht, um Jugendlichen berufliche Perspektiven zu bieten und das Wohnumfeld durch Sport- und Freizeitmöglichkeiten aufzuwerten.
Warum ist die Verstetigung der Projekte ein kritisches Thema?
Da die staatlichen Fördergelder zeitlich befristet sind, besteht die Gefahr, dass aufgebaute Strukturen und Unterstützungsangebote ohne neue Finanzierungsträger oder kommunales Engagement wegbrechen.
- Citar trabajo
- Diana Salzmann (Autor), 2012, Der Fischbacherberg in Siegen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193309