Glaziale Erosions- und Akkumulationsformen


Seminararbeit, 2009

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Bedeutung des Begriffs „glazial“

3 Gletscherbewegung und glaziale Erosionsprozesse

4 Glaziale Erosionsformen
4.1 Glaziale Talformen
4.2 Rundhöcker
4.3 Karformen

5 Glaziale Akkumulationsformen
5.1 Geschiebe
5.2 Toteishohlformen und Sölle
5.3 Drumlins

6 Glazialformen im Alpenraum

7 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einflussbereiche von fluvialer und glazialer Erosion

Abbildung 2: Rundhöcker in einer Landschaft

Abbildung 3: Drumlins in einer Landschaft

Abbildung 4: Die glaziale Serie, Glazialformen im Zungenbecken des Inngletschers

1 Einleitung

Der Einfluß von Schnee, Eismassen und Gletschern auf die Landschaftsformen der Erde ist ein wichtiger Forschungsbereich in der Geomorphologie. Im Verlauf der Erdgeschichte war die Erdoberfläche unterschiedlich stark von Eis bedeckt. Der Wandel der vorherrschenden Klimabedingungen auf der Erde bedingt sowohl das Abschmelzen als auch die Ausdehnung der Eismassen. Aufgrund der globalen Erwärmung wird gegenwärtig der weltweite Rückgang der Eisbedeckung beobachtet. In den vergangenen Kaltzeiten herrschte hingegen die weiträumige Ausbreitung der Eismassen vor. Dabei hat das Eis formend auf die Erdoberfläche eingewirkt. Viele markante Landschaften, u.a. in Europa und Nordamerika, sind dadurch entstanden. Die Spuren, welche die Eismassen dort hinterlassen haben, treten auf unterschiedliche Art in Erscheinung. In den glazial geprägten Gebieten sind viele typische Formen bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Diese Gegebenheiten begünstigen sowohl die Erforschung der Gletscher als auch die Untersuchungen über den Einfluß von Gletscherbewegungen auf die Landschaft und das Relief.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den glazialen Erosions- und Akkumulationsformen und stellt eine Zusammenschau des glazialen Formenschatzes dar. Dabei wird ausschließlich auf Formen und Prozesse eingegangen die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Gletschereis stehen. Glazifluviale Formen und Prozesse werden nicht behandelt.

2 Die Bedeutung des Begriffs „glazial“

Nach Leser (2003:277) ist das Glazial ein klimatischer Zeitraum in dem Formenbildung durch Eiswirkung stattfindet. Der Begriff ist nicht gleichbedeutend mit eiszeitlich oder kaltzeitlich, da die unter Eisbedingungen entstandenen Formen und Sedimente auch vorzeitlich gebildet werden konnten oder gegenwärtig entstehen.

Insgesamt werden alle Formen und Prozesse die mit Gletschern in Verbindung stehen unter dem Oberbegriff glazial zusammengefaßt (Schreiner, 1997:3). Das Vorkommen von glazialen Erosions- und Akkumulationsformen beschränkt sich auf das Verbreitungsgebiet der Gletscher. Dieses Gebiet kann entsprechend der vorhandenen Glazialformen in das Abtragungs- und das Ablagerungsgebiet aufgeteilt werden (Ahnert, 2003:351).

3 Gletscherbewegung und glaziale Erosionsprozesse

Die Voraussetzungen zur Bildung von glazialen Erosions- und Akkumulationsformen sind Prozesse, die mit der Gletscherbewegung zusammenhängen. Bedeutsam für die Gletscherbewegung ist die Änderung des Aggregatzustands des Wassers von flüssig zu fest. Das Gletschereis besteht aus Eiskörnchen, die sich aus geschichteten Eisblättchen zusammensetzen. Bei einer Druckzunahme verschieben sich diese Blättchen und das Gletschereis schmilzt. Bei einer Druckabnahme gefriert das Wasser wieder. Dieser Vorgang wird als Regelation bezeichnet. Die Volumenänderung der Eiskörnchen infolge der Regelation führt zur Bewegung des Gletschereises (Fraedrich, 1996:12-13).

Das durch Verwitterung und Frostsprengung aufbereitete Gesteinsmaterial wird von einem vorrückendem Gletscher aufgenommen (Schreiner, 1997:12). Der Gletscher fungiert als eine Art Förderband. Nahezu unabhängig von Größe und Gewicht kann Schuttmaterial auf der Gletscheroberfläche und im Gletschereis ins Tal transportiert werden (Goudie, 2002:120). Die Erosion durch Gletschereis wird in drei verschiedene Prozesse gegliedert. Der Prozeß der Exaration beschreibt Vorgänge die beim Vorrücken des Gletschers ablaufen. Der Gletscher schiebt im Bereich der Gletscherstirn Gesteinsmaterial zusammen. Dieses wird durch Pressen und Bewegungsdruck verdichtet und gestaucht. Außerdem wird der Untergrund unregelmäßig vertieft.

Der Vorgang der Detersion bezeichnet die Glättung, Rundung und Ritzung der Gesteinsoberfläche über die der Gletscher fließt. Das mitgeführte Gesteinsmaterial innerhalb des Gletschereises verursacht zusätzlich Gletscherschrammen auf der Felsoberfläche. Anhand dieser Schrammen läßt sich die Bewegungsrichtung des Eises nachvollziehen. Unter dem Vorgang der Detraktion wird das Herausbrechen von Gesteinsmatrial durch die Zugkraft des Gletschers verstanden (Heinrich/Hergt, 2006:120). Kommt es zu einem Stillstand der Gletscherbewegung frieren Festgesteinsbereiche des Untergrundes an die Unterseite des Gletschers an. Wenn sich der Gletscher weiterbewegt werden diese Bereiche herausgebrochen und mit dem Eis abtransportiert (Leser, 2003:284).

Durch glaziale Erosionsprozesse kann eine Oberflächenerniedrigung von 2-3 Metern pro Jahrtausend erreicht werden. Gegenüber der fluvialen Erosionsleistung ist dies zehnmal so viel (Goudie, 2002:120).

4 Glaziale Erosionsformen

Landschaftsformen die durch glaziale Erosionsprozesse entstehen sind abhängig von verschiedenen Faktoren. Die Formenbildung wird durch die Eigenschaften des Gletschers, die Struktur des Grundgebirges, die Dauer der Vergletscherung und die Topographie bestimmt. Zu den formenden Eigenschaften des Gletschers zählen Mächtigkeit, Fließgeschwindigkeit, Fließrichtung und Temperatur des Eises. In Wechselwirkung dieser Faktoren entstehen jeweils unterschiedliche glaziale Erosionsformen (Sugden/John, 1976:168).

4.1 Glaziale Talformen

Trogtäler zählen zu den wichtigsten glazialen Erosionsformen. An der Entstehung dieser Talform sind sowohl fluviale als auch glaziale Erosionsprozesse beteiligt. Der Unterschied zwischen diesen beiden Erosionsprozessen liegt in der Größe der Fläche auf die das Wasser bzw. das Eis erosiv wirkt. Abbildung 1 zeigt die Querschnitte von zwei Tälern. Die linke Abbildung verdeutlicht, dass ein Fluß nur auf einen kleinen Teil des Talbodens erosiv wirkt. In der rechten Abbildung ist zu erkennen, dass ein Gletscher eine wesentlich größere Kontaktfläche mit der Taloberfläche hat. Im Gegensatz zur fluvialen Erosion erodiert der Gletscher nicht nur den Talboden, sondern auch die Talflanken

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Details

Titel
Glaziale Erosions- und Akkumulationsformen
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Grundseminar Physische Geographie
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V193463
ISBN (eBook)
9783656190523
ISBN (Buch)
9783656191889
Dateigröße
2699 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gletscher, Glaziale Formen
Arbeit zitieren
Bsc. Angewandte Geographie Benjamin Scholz (Autor:in), 2009, Glaziale Erosions- und Akkumulationsformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193463

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