Eine Analyse des Verhaltensmodells „Theory of Planned Behavior“ von Icek Ajzen und seine Anwendbarkeit auf die Verwaltungsreformen in Deutschland


Bachelorarbeit, 2012
43 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Grafikverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der „Theory of Planned Behavior“
2.1 Die Theorie des überlegten Handelns
2.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens „Theory of Planned Behavior“
2.2.1 Einflussfaktoren der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle
2.3 Das Konzept der Theory of Planned Behavior
2.4 Detaillierte Erklärung der einzelnen Komponenten des Modells

3. Öffentlicher Sektor und New Public Management
3.1 Herkunft des New Public Managements
3.2 Die Basis für das New Public Management: Ein funktionierender Staat
3.3 Die Legitimation des Staates für seine Handlungen
3.4 Der Staat und seine Verwaltung
3.5 Aufgaben der öffentlichen Verwaltung
3.6 Grundprämissen des NPM

4. Das Neue Steuerungsmodell am Beispiel der Hansestadt Hamburg
4.1 Detaillierte Änderungen der Hansestadt Hamburg
4.2 Verwaltungsmodernisierung in Hamburg und die „Theory of Planned Behavior“
4.2.1 E-Government
4.2.2 Akzeptanzfaktoren von E-Government

5. Anwendbarkeit der „Theory of Planned Behavior“ auf das Neue Steuerungsmodell und ihr mögliches Scheitern
5.1 Auswirkungen der Verwaltungsreform auf die Beamten
5.2 Positionswechsel im Neuen Steuerungsmodell unter dem Aspekt der „Theory of Planned Behavior“
5.3 Gesellschaftskritische Sicht zum Neuen Steuerungsmodell und die Reaktion der Macher des neuen Steuerungsmodells

6. Fazit

Literaturverzeichnis.

Abbildungs- und Grafikverzeichnis

Abbildung 1: Modell „Theorie des überlegten Handelns“

Abbildung 2: Modell „Theory of Planned Behavior

Abbildung 3: Neuausrichtung der Verwaltung

Abbildung 4: Vision des E-Governments

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die „Theory of Planned Behavior“ (TpB) von Icek Ajzen1 verdeutlicht mit wenigen Variablen, wie das menschliche Verhalten beeinflusst werden kann. Die Verwaltungsreform im Sinne des Neuen Steuerungsmodells repräsentiert ein spezifisches Verhalten, was als Zielverhalten des Modells gesehen werden kann. Die Anwendung dieses Verhaltensmodells gibt Hinweise, welche Bewegründe die Macher des Neuen Steuerungsmodells beeinflusst haben. Denn Individuen haben konkrete Vorstellungen und Wahrnehmungen ihrer Umwelt und wollen diese in die Realität umsetzten. Diese Vorstellungen und Wahrnehmungen bilden eine Verhaltensabsicht und werden dann zum Bewegrund des Handelns. Verhaltensabsichten können sehr gut mit der TpB erklärt werden. Im Folgenden wird die Fragestellung untersucht inwieweit das Modell der TpB auf die Verwaltungsreform angewendet werden kann. Dabei werden nur einzelne Aspekte der Verwaltungsreform versucht mit der TpB zu erklären. Dazu gehören die Einführung von E-Government im Verlaufe der Verwaltungsmodernisierung und die Auswirkungen des Neuen Steuerungsmodells auf die Gruppe der Beteiligten, welche durch die Verwaltungsbeamten dargestellt wird. Die Verwaltungsreform wurde von den Politikern eingeführt und dementsprechend werden auch sie mit in der Analyse mit einbezogen, genauso wie die Bürger die durch die Modernisierung die Effekte des Neuen Steuerungsmodells mitbekommen.

2. Die Entstehung der „Theory of Planned Behavior“

Im folgenden Kapitel wird die Entstehung der Theory of Planned Behavior erläutert. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Theorie des überlegten Handelns der Vorläufer der Theorie des geplanten Verhaltens ist. Außerdem werden weiter Einflussfaktoren, die das menschliche Verhalten beeinflussen, aufgeführt.

2.1 Die Theorie des überlegten Handelns

Die Theorie des überlegten Handelns wurde von Icek Ajzen und Martin Fishbein2 entwickelt sie sollte eine Vorhersage der Handlungen von Personen darstellen und weshalb sie über die Ausführung oder Unterlassung nachdenken. Für diese Theorie war entscheidend, dass ein Verhalten nur dann vorhergesagt werden kann, wenn die Faktoren gefunden werden, die die Verhaltensintentionen determinieren. Diese Theorie sollte die Vorhersage von Handlungen erklären und wieso Menschen über ihre Ausführung oder Unterlassung nachdenken. Die Theorie des überlegten Handelns beschreibt den Zusammenhang zwischen Meinungen (Beliefs), Einstellungen, Verhaltensintentionen und tatsächlichem Verhalten. Der Theorie zu Folge werden Handlungen von der Intention gesteuert. Somit hat den größten Einfluss auf das Verhalten die Intention einer Person, eine bestimmte Handlung auszuführen oder zu unterlassen.3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Modell „Theorie des überlegten Handelns“ (Quelle: SOCIOWEB ONLINE 2002)

Frey, Stahlberg und Gollwitzer4 beschreiben, dass nach der Theorie des überlegten Handelns (Abb.1) die Verhaltensintention eines Menschen von zwei wesentlichen Faktoren beeinflusst werden, das ist zum einen die Einstellungskomponente und die soziale/ subjektive Normkomponente. Die beiden Komponenten sind unabhängig voneinander, somit wäre eine additive Verknüpfung möglich. Die Einstellungskomponente „Einstellung gegenüber dem Verhalten - Attitude toward the behavior“ beschreibt, ob die Verrichtung eines bestimmten Verhaltens von der handelnden Person als positiv oder negativ bewertet wird. Die Subjektive Norm hingegen bezieht sich auf die individuelle Wahrnehmung des sozialen Umfeldes, das Verhalten durchzuführen oder zu unterlassen. Somit beschreibt die Theorie, dass Personen ein Verhalten immer dann ausführen, wenn sie glauben, dass es positiv bewertet wird. Dabei hängt das Gewicht der beiden Komponenten von der jeweiligen Situation ab und kann mal mehr und mal weniger Einfluss nehmen. Wenn beispielsweise relevante Personen fehlen, dann wird der Einstellungsdeterminante ein sehr hoher Wert beigemessen. Doch wenn die Person sehr stark in einer sozialen Gruppe integriert ist, dann kann in diesem Fall der soziale Druck bzw. die subjektive Norm den größeren Einfluss auf die Handlung nehmen5. „Nach der Theorie des überlegten Handelns wird die Einstellung gegenüber einem Verhalten von aktuellen Überzeugungen (Beliefs) in Bezug auf dieses Verhalten determiniert. Diese Verhaltensüberzeugungen beziehen sich auf die Auftretenswahrscheinlichkeit potentieller Konsequenzen der Verhaltensausführung (z.B. werden intensive Prüfungsvorbereitungen mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Prüfungsnoten nach sich ziehen).“6

2.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens „Theory of Planned Behavior“

Die Theorie des geplanten Verhaltens ist eine Weiterführung der Theorie des überlegten Handelns. Die neue Komponente, die in dieses Modell einfließt ist „perceived behavioral control“. Diese Ergänzung berücksichtigt, inwiefern das vorherzusagende Verhalten überhaupt von der handelnden Person kontrolliert werden kann. Denn die Intention, als einziger Faktor, ist für das Verhalten nicht ausreichend, wenn die persönliche Kontrolle eingeschränkt ist. Die Ausführung einer Verhaltensausführung wird nicht durch Intentionen gesteuert. Die Intention stellt nur ein Versuch der Verhaltensausführung dar. Wenn das Verhalten nicht auftritt, dann hat sich entweder die Intention geändert oder die Person hat keine Kontrolle mehr über die Verhaltensrealisierung. Zur Verhaltensvorhersage ist daher wichtig zu wissen, ob die Person die Kontrolle über ihr Verhalten wahrnimmt und auch tatsächlich ausüben kann. Die Verhaltenskontrolle als neue Komponente des Modells unterscheidet noch einmal zwischen einer tatsächlichen und wahrgenommenen Verhaltenskontrolle. Die tatsächliche Verhaltenskontrolle ist nicht einfach zu ermitteln, aber die wahrgenommene hingegen schon. Denn die wahrgenommene Verhaltenskontrolle ist die Überzeugung einer Person, wie leicht oder schwierig ein Verhalten für die Person auszuführen ist. Das bedeutet, je mehr Ressourcen, Fertigkeiten und Verhaltensmöglichkeiten eine Person glaubt zu besitzen, desto größer wird die wahrgenommene Kontrolle über das Verhalten sein. Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle basiert auf Eigenerfahrungen und Beobachtungen von anderen Personen.7

Die neuen Komponenten des Modells haben zwei möglich Einflussmöglichkeiten. Zum einen sind Personen trotz sehr positiver Einstellung und einer positiven subjektiven Norm nicht bereit ein Verhalten zu zeigen, wenn sie sich aufgrund mangelnder Ressourcen oder externen Hindernisse nicht im Stande sehen ein bestimmtes Verhalten zu vollziehen. Dem zufolge wirkt die wahrgenommene Verhaltenskontrolle direkt auf die Entscheidungskomponente in Bezug auf das geplante Verhalten. Eine weitere Einflussmöglichkeit bezieht sich darauf, dass angenommen wird, dass ein direkter Einfluss auf das Verhalten entsteht. Dieses entsteht durch die tatsächliche Kontrolle auf das Verhalten.

2.2.1 Einflussfaktoren der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle Interne Faktoren

Interindividuelle Unterschiede

„Menschen unterscheiden sich in ihrer Fähigkeit, Kontrolle über eigene Handlungen auszuüben und Kontrollmöglichkeiten in angemessener Weise wahrzunehmen.“8 Somit ist ein Verhalten nur dann realisierbar, wenn die Person glaubt eine Kontrolle über das

Verhalten zu haben. Personen, die nicht daran glauben, dass sie eine Kontrolle haben, sind weniger motiviert ein bestimmtes Verhalten durchzuführen. So können einige Personen nie ein bestimmtes Verhalten ausführen, weil sie pessimistisch an die Situation herangehen.9 Es herrscht also die Erwartung, dass ein Verhalten vorzugsweise nur dann ausgeführt wird, wenn es eine Aussicht auf Erfolg hat.

Informationen, Fertigkeiten und F ä higkeiten

Weiterhin glauben viele Personen, dass sie bestimmte Informationen, Fertigkeiten und Fähigkeiten haben müssen, um eine bestimmte Handlung durchzuführen.10

Selbstdisziplin und Willensst ä rke

Selbstdisziplin und Willensstärke sind weitere wichtige Eigenschaften, um ein bestimmtes Verhaltensziel durchzuführen. Es gibt verschiedene Ziele, die Menschen haben, aber meist haben sie nicht genug Disziplin und Willensstärke das Ziel zu erreichen. Denn sich nur bemühen reicht nicht, sondern es muss ein fester Wille bestehen.11 „Menschen mit hoher Willenskraft und Selbstdisziplin gehen möglicherweise von vornherein davon aus, hohe Kontrolle über ihr Verhalten zu besitzen, und werden deshalb bei positiven Einstellungen und subjektiv wahrgenommenen Normen eher entsprechende Verhaltensintentionen entwickeln.“12 Diese Personen sind dann eher in der Lage, eine gefasste Absicht in ein tatsächliches Verhalten umzuwandeln.

Zw ä nge und Gewohnheiten

Manche Personen können gewisse Zwänge, wie z.B. ständiges Nachdenken über Situationen, Händewaschzwang etc. nicht ablegen, trotz einer anderen Intention. Denn über diese Verhaltensweise hat die Person wenig Kontrolle, weil es unbewusst passiert.13 Diese Gewohnheiten haben einen direkten Einfluss auf das Verhalten und werden im Modell durch die „wahrgenommene Handlungskontrolle“ dargestellt.

Externe Faktoren

Manchen Personen mangelt es einfach an bestimmten externen Faktoren eine Handlung auszuüben, weil der Zeitpunkt ungünstig ist, sie keine nötigen Ressourcen haben oder das Geld fehlt. Auch das Verhalten anderer Personen kann die Ausführung des Verhaltens verhindern. Um ein bestimmtes beabsichtigtes Verhalten auszuüben sind viele interne und externe Faktoren, wie eben beschrieben, maßgeblich. Im Modell des geplanten Verhaltens befindet sich das Element „wahrgenommene Verhaltenskontrolle“. Diese Variable beschreibt, dass das Verhalten einerseits direkt und indirekt über die Verhaltensintention beeinflusst wird.

2.3 Das Konzept der Theory of Planned Behavior

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Modell „Theory of Planned Behavior“ (Quelle: Ajzen Online 2006)

Die Abbildung 2 zeigt das Modell der Theory of Planned Behavior (im folgenenden TpB) mit seinen einzelnen Aspekten und ihrer Zusammenwirkung. Die Pfeile zeigen die Einflussrichtungen an und der gestrichelte Pfeil zeigt die tatsächliche Kontrolle durch die wahrgenommene Kontrolle. In der Kurzfassung erklärt dieses Modell das Verhalten (Behavior) als eine Folge von der Absicht (Intention). Die Absicht (Intention) wiederum wird beeinflusst durch die drei Elemente Behavioral Beliefs und Attitude Toward the Behavior, also die Einstellung gegenüber dem Verhalten, Normative Beliefs und Subjective Norm, der empfundene soziale Druck und dem Element Control Beliefs und Perceived Behavioral Control, somit der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle.

2.4 Detaillierte Erklärung der einzelnen Komponenten des Modells

Die Erklärung der einzelnen Elemente des Modells der TpB14 stammen alle aus dem Englischen von der Homepage von Icek Ajzen15 und wurden ins Deutsche übersetzt.

Behavioral Beliefs

Dieses Konstrukt meint Verhaltensbezogene Überzeugungen, die das Verhalten von Interesse mit den erwarteten Ergebnissen verbindet. Es ist der subjektive Glauben, dass ein bestimmtes Verhalten ein bestimmtes Ergebnis erzielt. Obwohl eine Person viele verschiedene Verhaltensmuster in sich trägt, wird zu einem bestimmten Augenblick nur eine kleine Anzahl davon offenbart. Dieses Verhalten wird zugänglich, wenn eine vorherrschende Einstellung gegenüber einem bestimmten Verhalten, welches in Kombination mit den subjektiven Werten einhergeht, zu einem erwarteten Ergebnis führen soll. Die Auswertung der Ergebnisse wird in direktem Verhältnis zur subjektiven Wahrscheinlichkeit gestellt, so dass das Verhalten die Ergebnisse in Frage stellt.

Attitude Toward the Behavior

Die Einstellung gegenüber einem bestimmten Verhalten ist das Ausmaß, in dem die Leistung über das Verhalten positiv oder negativ bewertet wird. Nach Angaben des Erwartung WertModells, bei der die Einstellung gegenüber einem Verhalten durch die Gesamtmenge des zugänglichen Verhaltensglaubens verknüpft wird und dem Verhalten zu verschiedenen Ergebnissen und anderen Attributen bestimmt wird. Dieses Erwartungs-Wert-Modell16 erklärt die Motivation ein spezielles Verhalten auszuführen und die Konsequenzen, die dabei herbeigeführt werden. Insbesondere wird die Stärke von jedem Glauben (b) durch die Auswertung (e) der Ergebnisse oder Attribute gewichtet, und die Produkte werden zusammengefasst, wie in der folgenden Gleichung gezeigt wird.

Normative Beliefs

Normative Überzeugungen beziehen sich auf die wahrgenommene Verhaltenserwartungen von wichtiger Bezugspunkten wie Einzelpersonen oder Gruppen, die Ehepartner, Familie, Freunde, und abhängig von der Bevölkerung das gelernte Verhalten von Lehrern, Ärzten, Betreuern und Mitarbeitern. Es wird davon ausgegangen, dass diese normativen Überzeugungen, in Kombination mit der Motivation der Person, sich mit den verschiedenen Referenten erfüllen und die vorherrschende subjektive Norm bestimmen. Die subjektive Norm steht in direktem Verhältnis zur subjektiven Wahrscheinlichkeit der Person, die glaubt sich so zu verhalten wie es vom Referenten erwartet wird.

Subjective Norm

Die subjektive Norm bezeichnet den wahrgenommenen sozialen Druck, sich entweder für oder gegen ein Verhalten zu engagieren. Analog zum Erwartungs-Wert-Modell Verhalten, wird davon ausgegangen, dass die subjektive Norm durch die gesamte Menge der zugänglichen normativen Überzeugungen und den Erwartungen wichtiger Referenten bestimmt wird. Insbesondere wird die Stärke jeglicher normativen Weltanschauung (n) durch Motivation, dieser nachzukommen (m) mit Gewichtung der Referenten zusammengefasst, wie in der folgenden Gleichung dargestellt:

Control Beliefs

Control Beliefs haben mit dem wahrgenommenen Vorhandensein von Faktoren zu tun, die die Leistung eines Verhaltens erleichtern oder behindern. Es wird davon ausgegangen, dass diese Kontrollüberzeugungen, in Kombination mit den wahrgenommenen einzelnen Steuerfaktoren, die vorherrschende wahrgenommene Verhaltenskontrolle bestimmen. Insbesondere trägt die wahrgenommene Leistung jedes Steuerfaktors dazu bei, ein Verhalten zu erleichtern oder zu behindern. Dieses steht in direktem Verhältnis zwischen der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle und der subjektiven Wahrscheinlichkeit der Person, dass die Kontrolle dieses Faktors vorhanden ist.

Perceived Behavioral Control

Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle bezieht sich auf die Wahrnehmung von Fähigkeiten von Personen, ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Analog zum Erwartungs Wert-Modell der Einstellung, wird davon ausgegangen, dass die wahrgenommene Verhaltenskontrolle durch die gesamte Menge der zugänglichen Steuerüberzeugungen bestimmt wird, den Überzeugungen über das Vorhandensein von Faktoren, die eine Leistung erleichtern oder behindern können. Die folgende Gleichung zeigt insbesondere, wie die Stärke jedes Steuerelementes die Weltanschauung (c) durch die wahrgenommene Leistung (p) zusammenfasst. Ein genaues Abbild der tatsächlichen Verhaltenskontrolle reflektiert somit, die Absicht mit der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle ein bestimmtes Verhalten vorherzusagen.

Intention

Die Intention ist ein Hinweis auf die Bereitschaft einer Person, ein bestimmtes Verhalten auszuführen und dieses gilt als der unmittelbare Vorläufer des Verhaltens. Die Absicht basiert auf der Einstellung der Person gegenüber dem Verhalten, der subjektiver Norm und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle in Bezug auf das Verhalten und dem Interesse der Gesellschaft.

Behavior

Das Verhalten stellt eine Absicht dar, die in einer bestimmten Situation in Bezug auf ein bestimmtes Ziel beobachtet werden kann. Einzelne Verhaltensbeobachtungen können in unterschiedlichen Kontexten und Zeiten zusammengerechnet werden, um einen repräsentativen Maßstab für das Verhalten zu produzieren. In der „Theory of Planned Behavior“ ist das Verhalten eine Funktion kompatibler Intentionen und Wahrnehmungen der Verhaltenskontrolle. Konzeptionell wird die wahrgenommene Verhaltenskontrolle erwartet, so dass die Wirkung der Absicht das Verhalten lenkt, damit eine günstige Absicht des Verhaltens produziert wird. In der Praxis wurde festgestellt, dass die Intention und die Wahrnehmung der Verhaltenssteuerung Hauptauswirkungen auf das Verhalten haben, aber keine signifikante Interaktion.

Es kann zusammengefasst werden, dass Menschen ein spezifisches Verhalten immer dann ausführen, wenn ihre eigene persönliche Bewertung dieses Verhalten als positiv erachtet (Einstellung) und sie davon ausgehen können, dass wichtige Bezugspersonen (sozialer Druck) diesem Verhalten zustimmen und wenn die notwendigen Ressourcen und Aussichten vorhanden sind (Verhaltenskontrolle).

3. Öffentlicher Sektor und New Public Management

Unter dem Begriff Verwaltungsreformen hat sich der Begriff „New Public Management“ etabliert. Dabei bezeichnet New Public Management die Modernisierung öffentlicher Einrichtungen und neue Formen öffentlicher Verwaltungsführung. In Deutschland wurden diese Reformen auch als „Neues Steuerungsmodell“ bezeichnet. In der New Public Management Bewegung stehen die Institutionen der öffentlichen Verwaltung und ihr Umfeld im Mittelpunkt.17 Diese Reformbewegung des öffentlichen Sektors wurde in vielen Industriestaaten vollzogen. Hauptziel dieses Modernisierungsprozesses ist die Umänderung bürokratischer Systeme in zielorientierte und wirksame Dienstleistungssysteme. New Public Management, Neues Steuerungsmodell oder die Wirkungsorientierte Verwaltungsführung bezeichnet ein Modell für die öffentlichen Verwaltung und der Politik, welches zur Steigerung von Effektivität, Bürgerorientierung, Effizienz und Wirtschaftlichkeit führen soll. Dabei sollen die Anforderungen für eine globale Wissensgesellschaft dadurch gesteigert werden, indem eine neue Verantwortungsteilung zwischen Politik und Verwaltung angestrebt wird. Die Verwaltungsbereiche sollen im Sinne eines Wirtschaftskonzerns gesteuert werden und eine Dezentrale Gesamtverantwortung soll den Wettbewerb fördern. In Deutschland wird New Public Management auch als „Neues Steuerungsmodell“ bezeichnet. In der Schweiz und in Österreich wird es „Wirkungsorientierte Verwaltungsführung“ bezeichnet und in den Niederlanden ist es bekannt als „Tilburger Modell“.18

Dabei geht es um die Loslösung von Normen geprägter Steuerung eines Verwaltungsmanagements. Das New Public Management steht für eine weltweite Reformbewegung von Staat und Verwaltung und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

- starke Markt- und Wettbewerbsorientierung
- Outcome- und Outputorientierung (Ziel- und Ergebnisorientierte Steuerung)
- dezentrale Grundstrukturen

[...]


1 Ajzen Online 2006

2 Ajzen 1985

3 Vgl. Frey, Stahlberg, Gollwitzer 2001

4 Vgl. Frey,Stahlberg,Gollwitzer,2001, S. 369

5 vgl. Frey, Stahlberg, Gollwitzer,2001, S. 369

6 Frey, Stahlberg,Gollwitzer,2001, S. 369

7 Vgl. Frey, Stahlberg,Gollwitzer,2001, S. 379

8 Frey, Stahlberg, Gollwitzer, 2001, S. 381

9 Vgl. Frey, Stahlberg, Gollwitzer, 2001, S. 382

10 Vgl. Frey, Stahlberg, Gollwitzer, 2001, S. 382

11 Vgl. Frey, Stahlberg, Gollwitzer, 2001, S. 382

12 Frey, Stahlberg, Gollwitzer, 2001, S. 382

13 Vgl. Frey, Stahlberg, Gollwitzer, 2001, S. 382

14 Ajzen Online 2006

15 Ajzen Online 2006

16 Vgl. Atkins 1975

17 Vgl. Schedler, Preoller 2011

18 Vgl. OLEV 2012

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Eine Analyse des Verhaltensmodells „Theory of Planned Behavior“ von Icek Ajzen und seine Anwendbarkeit auf die Verwaltungsreformen in Deutschland
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Public Management
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
43
Katalognummer
V193882
ISBN (eBook)
9783656193890
ISBN (Buch)
9783656193982
Dateigröße
695 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Public Management, Verhaltensmodell, Theory of Planned Behavior, Icek Ajzen, Verwaltungsreformen
Arbeit zitieren
Abdul-Ah. Zakarwal (Autor), 2012, Eine Analyse des Verhaltensmodells „Theory of Planned Behavior“ von Icek Ajzen und seine Anwendbarkeit auf die Verwaltungsreformen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193882

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