Im Zuge des sich verschärfenden globalen Wettbewerbs durch den verstärkten Markteintritt ausländischer Unternehmen (insbesondere aus den sogenannten „Emerging Countries“ wie den BRIC Staaten), stehen inländische Unternehmen unter Druck sich in ihrer Marktposition zu behaupten. Durch die Weltwirtschaftskrise hat sich diese Situation nun noch verschärft. Zwar genießen deutsche Produkte international einen ausgezeichneten Ruf, jedoch wäre es fatal sich alleine darauf verlassend am Markt behaupten zu wollen. Dies gilt insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die Produkte von den Kunden immer undifferenzierter wahrgenommen werden und somit letztendlich vor allem in Zeiten der Rezession, wie es nun der Fall ist, der Preis (und somit die Produktionskosten) das wichtigste Kaufkriterium darstellt. Eine Orientierung am Marktpreis erscheint somit für Unternehmen unabdingbar - hier stoßen jedoch die Cost-Plus Methode und die klassischen Kostensysteme an ihre Grenzen. Marktpreisorientierte Kostensysteme wie Target Costing (TC) und die Deckungs-beitrags¬rechnung (DBR) bieten Unternehmen die Möglichkeit einer marktorientierten Kosten- und Erfolgssteuerung. Dabei gehen TC und DBR methodisch betrachtet jedoch völlig unterschiedlich vor. Aufgrund der Gemeinsamkeit des Denkansatzes und der Zielrichtung von TC und DBR erscheint somit ein analytischer Vergleich der ansonsten bestehenden methodischen Unterschiede erforderlich, letztendlich auch um Unternehmen bezüglich der Anwendbarkeit dieser Systeme auf ihren Geschäftsbetrieb Anhaltspunkte liefern zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Systematik des Target Costing
2.1 Grundgedanken des Target Costing
2.2 Methodik des Target Costing
2.2.1 Überblick der Methoden
2.2.2 Produktplanungsprozess am Beispiel von Market Into Company
2.2.3 Erreichung der Target Costs durch Value Engineering
3. Merkmale der Deckungsbeitragsrechnung
3.1 Grundgedanken der Deckungsbeitragsrechnung
3.2 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung (Direct Costing)
3.3 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
3.4 Mehrdimensionale Deckungsbeitragsrechnung
4. Vergleichende Analyse
4.1 Grundlegender Überblick
4.2 Spezieller Überblick für die Praxisanwendung
4.2.1 Produkteinführung und Gestaltung
4.2.2 Anforderungen bei der Implementierung
4.3 Vergleich der Anwendbarkeit in verschiedenen Betriebsgrößen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht und vergleicht das Target Costing (TC) und die Deckungsbeitragsrechnung (DBR) als marktorientierte Kostenmanagementinstrumente. Das primäre Ziel ist es, die methodischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Ansätze aufzuzeigen und Unternehmen eine Entscheidungshilfe für die Anwendbarkeit in ihrem jeweiligen Geschäftsbetrieb zu bieten, insbesondere im Kontext von Wettbewerbsdruck und globalen Marktanforderungen.
- Grundlagen und Systematik des Target Costing
- Merkmale und Varianten der Deckungsbeitragsrechnung
- Analytischer Vergleich der Kostenmanagementphilosophien
- Praxisrelevanz und Implementierungsanforderungen
- Eignung der Methoden für unterschiedliche Betriebsgrößen
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Erreichung der Target Costs durch Value Engineering
VE beginnt mit einer Funktionsanalyse, die die Funktionen die für den Kunden von Bedeutung sind erfasst. Danach sind für diese Funktionen Zielkosten zu setzen, bzw. herunterzubrechen. Mögliche Instrumente hierfür stellen Quality Function Deployment und die Conjoint Analyse dar. Somit versucht VE bereits in der Planungsphase den für die Erfüllung der geforderten Funktionen nötigen Produktkomponenten Sollkosten vorzugeben. Dabei soll VE das endgültige Kostenbudget (das dann in der Summe mit den Target Costs übereinstimmt) so zuweisen, wie es der Bedeutung der Komponenten entspricht. VE sollte bereits ab der ersten Blaupause angewendet werden und stellt einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zur Erreichung der Target Costs dar. Sollte eine Abweichung zwischen Target Costs und der Summe der Sollkosten festgestellt werden, so wird nach Einsparungsmöglichkeiten (z.B. Elimination unnötiger Produktfunktionen) gesucht. Basierend auf diesen Verbesserungen wird eine neue Blaupause erstellt, und die Target Costs mit den neuen Kosten der Blaupause verglichen. In den weiter fortgeschrittenen Planungsphasen werden auch komplette Prototypen des Produktes zum Vergleich mit den Target Costs gebaut. Dieser Vorgang wiederholt sich bis ein finales, zur Produktion geeignetes Produktkonzept endstanden ist, bei dem die Target Costs erreicht wurden. Somit werden durch VE unnötige Funktionen erkannt und dabei gleichzeitig das Budget auf die wichtigen Funktionen konzentriert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den durch globalen Wettbewerb verursachten Druck auf deutsche Unternehmen und führt das Target Costing sowie die Deckungsbeitragsrechnung als marktorientierte Steuerungsinstrumente ein.
2. Systematik des Target Costing: Es wird die grundlegende Philosophie des Target Costing erläutert, das durch eine marktorientierte Zielkostenvorgabe und aktive Produktgestaltung in der Planungsphase zur Profitabilitätssicherung beiträgt.
3. Merkmale der Deckungsbeitragsrechnung: Dieser Abschnitt beschreibt die Deckungsbeitragsrechnung als marktorientierte Teilkostenrechnung, die durch die Trennung von fixen und variablen Kosten wichtige Informationen für die Unternehmenssteuerung liefert.
4. Vergleichende Analyse: Die Kapitel stellen die grundlegenden philosophischen und methodischen Unterschiede gegenüber und analysieren die Eignung beider Ansätze für verschiedene Unternehmensgrößen sowie die Anforderungen an deren Implementierung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt das Potenzial einer kombinierten Anwendung beider Systeme auf, um Stärken des Target Costing mit der analytischen Tiefe der Deckungsbeitragsrechnung zu verbinden.
Schlüsselwörter
Target Costing, Deckungsbeitragsrechnung, Kostenmanagement, Produktentwicklung, Marktorientierung, Value Engineering, Betriebsergebnis, Fixkostenzuordnung, Wettbewerbsfähigkeit, Prozesskostenrechnung, Profitabilität, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich zweier marktorientierter Kostenmanagementinstrumente: dem Target Costing und der Deckungsbeitragsrechnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Systematik, dem Vergleich der Philosophie hinter den Systemen, den Anforderungen bei der Implementierung sowie der Eignung für unterschiedliche Betriebsgrößen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die methodischen Unterschiede beider Ansätze darzustellen, um Unternehmen eine fundierte Basis für die Wahl des geeigneten Instruments zur Kosten- und Erfolgssteuerung zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die den Aufbau und die Methodik der betrachteten Kostensysteme systematisch aufbereitet und in einem analytischen Vergleich gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Systematik des Target Costing, die Merkmale der Deckungsbeitragsrechnung sowie eine detaillierte vergleichende Analyse beider Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Target Costing, Deckungsbeitragsrechnung, marktorientierte Kostensteuerung, Value Engineering und die Unterscheidung nach Unternehmensgrößen.
Wie unterscheidet sich die Philosophie des Target Costing von der Deckungsbeitragsrechnung?
Während das Target Costing aktiv bereits in der Planungsphase ansetzt, um Kosten auf Basis eines Marktpreises zu limitieren, bietet die Deckungsbeitragsrechnung vorrangig ein Instrument zur deskriptiven Analyse und Steuerung vorhandener Strukturen.
Warum ist die Implementierung des Target Costing für Mittelständler besonders herausfordernd?
Der hohe Aufwand, insbesondere für eine fundierte Marktforschung, sowie der Bedarf an interdisziplinärer Zusammenarbeit und kreativer Mitarbeitereinbindung stellen oft eine Hürde für die begrenzten Ressourcen mittelständischer Unternehmen dar.
Welchen Vorteil bietet eine kombinierte Anwendung der beiden Systeme?
Eine Kombination kann die Schwächen des Target Costing bei der Gemeinkostenverrechnung durch die Methodik der Deckungsbeitragsrechnung mildern, während die Deckungsbeitragsrechnung von einer aktiveren Produktkostensteuerung profitiert.
Welche Rolle spielt das Value Engineering im Target Costing?
Value Engineering dient als entscheidendes Instrument zur Funktionsanalyse und Kostensenkung, um sicherzustellen, dass das Produkt zu den festgelegten Zielkosten marktgerecht entwickelt werden kann.
- Quote paper
- Steffen Kraus (Author), 2010, Vergleichende Analyse zwischen Target Costing und Deckungsbeitragsrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194164