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Wie stand es um das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel am 8. Oktober 1973?

Título: Wie stand es um das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel am 8. Oktober 1973?

Trabajo Escrito , 2012 , 12 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Jan Jankowski (Autor)

Historia de Europa - Europa desde la Guerra Fría
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In dieser Hausarbeit geht es um die so genannten „Yom Kippur“ Krieg aus dem Oktober 1973. Ägyptische und syrische Truppen hatten am 6. Oktober 1973 israelische Stellungen auf der Sinaihalbinsel und auf den Golanhöhen angegriffen. Der 6. Oktober wurde ausgewählt, weil die israelis an diesem Tag das Yom Kippur Fest feierten und deshalb nur mit Verzögerung auf die Angriffe reagieren konnten. Der Einmarsch war von langer Hand geplant dennoch erklärten die arabischen Staaten, sie würden sich gegen israelische Aggressionen verteidigen.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel direkt nach dem Ausbruch des vierten Nahostkrieges zu untersuchen. Es geht um die Frage, welche Haltung die Bundesrepublik zum Staat Israel in dieser dramatischen Situation eingenommen hat. Stand man Israel als Bündnispartner zur Seite, blieb Deutschland neutral oder distanzierte sich die Bundesrepublik gar von Israel? Der 8. Oktober 1973 ist für die Beziehungen der beiden Staaten deshalb so interessant, weil die Israelis zu diesem Zeitpunkt von den arabischen Truppen in die Defensive gedrängt worden waren und damit rechnen mussten, eine Niederlage in diesem Krieg zu erleiden.

Um die deutsch-israelischen Beziehungen zu diesem Zeitpunkt zu untersuchen, werden im Folgenden zwei Quellen analysiert und anschließend verglichen. Analyse und Vergleich dieser beiden Quellen sind deshalb sinnvoll, weil es sich um Gesprächsprotokolle zwischen dem damaligen Bundesaußenminister Scheel und den Botschaftern einiger arabischer Staaten einerseits und dem Botschafter Israels andererseits handelt. Die arabischen Staaten haben das Verhältnis Deutschlands zu Israel seit der Gründung des jüdischen Staates beeinflusst und zeitweise sogar bestimmt. Die Haltung der Bundesrepublik zu den Arabern dürfte daher mindestens ebenso aufschlussreich für die Frage nach den deutsch-israelischen Beziehungen sein, wie die Notizen des Gesprächs zwischen Scheel und Ben-Horin.

In einem kurzen Fazit wird schließlich eine Aussage über das Verhältnis Deutschlands zu den Konfliktparteien getätigt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung der Quellen

2.1 Dokument 313: Gespräch des Bundesministers Scheel mit den Botschaftern arabischer Staaten

2.2 Dokument 314: Gespräch des Bundesministers Scheel mit dem israelischen Botschafter Ben-Horin

2.3 Vergleich der Quellen

2.4 Welche Erkenntnisse lassen sich für die deutsch-israelischen Beziehungen gewinnen?

3. Fazit

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Haltung der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Israel unmittelbar nach Ausbruch des Jom-Kippur-Krieges im Oktober 1973, um festzustellen, ob Deutschland eine neutrale Position einnahm, als Bündnispartner agierte oder sich von Israel distanzierte.

  • Analyse des deutsch-israelischen Verhältnisses im Kontext der Nahostkrise 1973.
  • Untersuchung diplomatischer Gesprächsprotokolle zwischen Außenminister Scheel und arabischen bzw. israelischen Vertretern.
  • Bewertung der deutschen Außenpolitik und deren Bemühen um Neutralität.
  • Herausarbeitung der gegensätzlichen Erwartungshaltungen der Konfliktparteien gegenüber der Bundesrepublik.
  • Einordnung der historischen Ereignisse in den Kontext der damaligen deutschen Außenpolitik.

Auszug aus dem Buch

2.3 Vergleich der Quellen

Die beiden Quellen sind sich sehr ähnlich, sowohl in ihrem Aufbau als auch vom Inhalt her. In beiden Quellen versuchen ausländische Diplomaten den deutschen Außenminister für ihre Sache zu gewinnen und scheitern.

Die Israelis (tatsächlich sind es zwei, denn der Gesandte Ben Ari war auch anwesend) gaben den Arabern die Schuld an dem Krieg und umgekehrt. Beide führten „Beweise“ für ihre These an, konnten den Außenminister, der sich selbstverständlich schon vorher mit dem Kanzler abgesprochen hatte, aber nicht beeindrucken. Beide Delegationen dürften sehr enttäuscht gewesen sein, weil sie sich wohl tatsächlich Hoffnung gemacht hatten, den Außenminister beeindrucken zu können. Es stellt sich die Frage, wer von beiden stärker enttäuscht wurde.

Ein Blick auf die aufgestellten Forderungen zeigt, dass Israel deutlich mehr von der Bundesregierung gefordert hatte, nämlich den Standpunkt einzunehmen, dass ein Waffenstillstand nur unter Bedingungen möglich sei. Die arabischen Diplomaten wollten Deutschland dazu bewegen, die Israelis aufzufordern, sich sofort aus den besetzten Gebieten zurück zu ziehen. Scheel umging eine Antwort auf dieser Frage mit der Bemerkung, dass dadurch der Krieg nicht beendet werden würde. Sollte dies das tatsächliche Ziel der Araber gewesen sein, so haben sie es besser verpackt als die Israelis, denn sie vermieden eine direkte Aufforderung an den Minister. Ihre Hoffnung, durch die misslungene Rede des Bundeskanzlers irgendwelche Erfolge in dem Gespräch mit dem Außenminister zu erzielen war jedoch sehr optimistisch. Die sehr direkte Aufforderung des israelischen Botschafters hingegen wurde auf sehr direkte Weise abgelehnt. Taktisch gesehen war dies nicht besonders vorteilhaft, es zeigt jedoch eine Menge über das israelische Wahrnehmung in diesem Krieg und auch die Erwartungshaltung gegenüber der Bundesrepublik. Es wurde davon ausgegangen, dass Deutschland Israel zur Seite stehen würde.

Beide Gruppen versuchten also, die Bundesregierung zu einer Positionierung im Streit um die umkämpften Gebiete abzuringen. Beide scheiterten kläglich. Erstaunlich ist dabei der auffallend schroffe Ton, mit der der Außenminister den israelischen Botschafter zu Recht wies.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Jom-Kippur-Krieg ein und formuliert das Forschungsziel, die Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu Israel in dieser Krisensituation anhand von Quellen zu untersuchen.

2. Einordnung der Quellen: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft und Validität der herangezogenen Gesprächsprotokolle aus der Reihe „Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland“.

2.1 Dokument 313: Gespräch des Bundesministers Scheel mit den Botschaftern arabischer Staaten: Analyse des Gesprächs, in dem arabische Botschafter ihre Sicht auf den Kriegsausbruch darlegen und versuchen, die Bundesregierung zu einer pro-arabischen Position zu bewegen.

2.2 Dokument 314: Gespräch des Bundesministers Scheel mit dem israelischen Botschafter Ben-Horin: Untersuchung des parallel stattfindenden Gesprächs, in dem der israelische Botschafter die Schuldfrage thematisiert und deutsche Unterstützung einfordert.

2.3 Vergleich der Quellen: Gegenüberstellung der beiden diplomatischen Gespräche, wobei das Scheitern beider Delegationen beim Versuch einer Einflussnahme auf die deutsche Außenpolitik hervorgehoben wird.

2.4 Welche Erkenntnisse lassen sich für die deutsch-israelischen Beziehungen gewinnen?: Fazit der Quellenauswertung, das eine zunehmende Distanzierung der Bundesrepublik von Israel feststellt.

3. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Deutschland im Oktober 1973 kein „besonderes Verhältnis“ zu Israel pflegte und eine neutrale, distanzierte Haltung einnahm.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Dokumente und der ergänzenden Literatur.

Schlüsselwörter

Jom-Kippur-Krieg, Deutschland, Israel, Außenpolitik, Bundesrepublik Deutschland, Walter Scheel, Nahostkonflikt, Diplomatie, Gesprächsprotokolle, UN-Resolution 242, arabische Staaten, Neutralität, 1973, Nahost, Außenminister

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das deutsch-israelische Verhältnis am 8. Oktober 1973, direkt nach Ausbruch des Jom-Kippur-Krieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die außenpolitische Neutralität Deutschlands, die diplomatische Kommunikation in Krisenzeiten und die Erwartungshaltungen der Konfliktparteien gegenüber der Bundesrepublik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob die Bundesrepublik im Oktober 1973 eine klar pro-israelische, neutrale oder distanzierte Haltung gegenüber Israel einnahm.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine quellenkritische Analyse von Gesprächsprotokollen des Auswärtigen Amtes durch und vergleicht diese miteinander.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gesprächsinhalte von Bundesaußenminister Walter Scheel mit arabischen Botschaftern sowie dem israelischen Botschafter Ben-Horin und vergleicht deren Forderungen und die Reaktion Deutschlands.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Jom-Kippur-Krieg, deutsche Außenpolitik, Neutralität, Nahostkonflikt und diplomatische Protokolle.

Wie reagierte der deutsche Außenminister auf die Forderungen der arabischen Botschafter?

Scheel bemühte sich um eine offiziell neutrale Position und wich direkten Forderungen aus, indem er auf die notwendige Umsetzung der UN-Resolution 242 verwies.

Warum war Israel von der Haltung der Bundesrepublik enttäuscht?

Israel hatte mit einer eindeutigen Unterstützung durch die deutsche Regierung gerechnet, sah sich jedoch mit einer strikten Neutralität konfrontiert, die sogar als „schroff“ empfunden wurde.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Wie stand es um das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel am 8. Oktober 1973?
Universidad
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Historisches Seminar )
Curso
Deutsch-Israelische Beziehungen 1949-1995
Calificación
2,3
Autor
Jan Jankowski (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
12
No. de catálogo
V194224
ISBN (Ebook)
9783656195542
ISBN (Libro)
9783656196389
Idioma
Alemán
Etiqueta
Deutschland Israel Yom Kippur deutsch-israelische Beziehungen 1972
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jan Jankowski (Autor), 2012, Wie stand es um das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel am 8. Oktober 1973? , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194224
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