Der Todesengel und seine Kollegen: Josef Mengeles Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin


Bachelorarbeit, 2012

49 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Quellenlage

3. Biografie Mengeles

4. Entwicklung der „Rassenkunde“ und Eugenik

5. Das Kaiser-Wilhelm-Institut und Otmar von Verschuer

6. Mengeles Experimente in Auschwitz
6.1. Zwillingsforschung
6.2. Projekte „Spezifische Eiweißkörper“ und „Tuberkulose“
6.3. Projekt „Augenfarbe“
6.4. Experimentelle Therapie
6.5. Eigene Weiterbildung
6.6. Sammlung von Anomalien

7. Ergebnisse von Mengeles Versuchen

8. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Josef Mengele ist zu einer weltweit bekannten Symbolfigur für die Menschenversuche im Dritten Reich geworden. In vielen Veröffentlichungen wird allerdings der Eindruck erweckt, dass Mengele wahllos Eingriffe an Häftlingen vornahm, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrten. Dabei wird übersehen, dass Mengele in Kontakt mit Wissenschaftlern außerhalb des Lagers stand und teilweise in deren Auftrag handelte. Die vorliegende Arbeit untersucht diese Zusammenhänge.

Dies soll keineswegs einer Rechtfertigung von Mengeles Taten dienen. Die Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin verringert ja nicht Mengeles Schuld, sondern erweitert im Gegenteil den Kreis derer, die sich schuldig gemacht haben. Die Schuldfrage ist jedoch nicht Thema dieser Arbeit und soll in deren Verlauf auch nicht mehr erwähnt werden.

Zunächst soll die Quellenlage dargestellt werden. Es ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, Mengeles Versuche und seine Zusammenarbeit mit dem KWI[1] zu rekonstruieren, da nahezu der gesamte Schriftverkehr hierzu vernichtet worden ist. Nur durch die Einbeziehung von Zeugenaussagen und Sekundärquellen ergibt sich schließlich ein Gesamtbild.

Mengeles Lebensweg wird kurz zusammengefasst, um so den vielen legendenhaften Darstellungen, die sich in den Medien zu seiner Person finden, eine Rekonstruktion der Fakten entgegenzusetzen. Auch die Entwicklung des Kaiser-Wilhelm-Instituts, die Entstehung der neuen akademischen Fächer „Rassenkunde“ und „Eugenik“ sowie die Rolle von Mengeles Doktorvater Otmar von Verschuer werden kurz behandelt.

Im eigentlichen Hauptteil der Arbeit werden Mengeles Versuche in Auschwitz systematisch dargestellt. Wo immer sich aus den Quellen Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit dem KWI ergeben, werden diese hier aufgeführt. Auch die Frage nach den Ergebnissen von Mengeles Versuchen wird behandelt.

2. Quellenlage

In dieser Arbeit wurde versucht, soweit möglich auf Primärquellen[2] zu Mengeles Tätigkeit in Auschwitz zurückzugreifen, um so eine möglichst unverfälschte Darstellung der Geschehnisse zu erhalten. Auch das Kapitel über die Biographie Mengeles stützt sich teilweise auf Primärquellen. Hierzu wurde die SS-Akte Mengeles im Bundesarchiv Berlin eingesehen, die einen Lebenslauf Mengeles vom Juli 1940 enthält.[3] Ein weiterer Lebenslauf ist in der Literatur zum Thema Mengele als Faksimile abgebildet.[4]

Wo die Primärquellen nur unter erheblichen Schwierigkeiten zugänglich sind, musste jedoch auf Sekundärquellen zurückgegriffen werden. Dies gilt etwa für die wenigen noch erhaltenen Briefe aus dem Nachlass von Mengeles Doktorvater Otmar von Verschuer, aus denen sich eine Zusammenarbeit mit Mengele ableiten lässt. Diese Schriftstücke lagern im Universitätsarchiv Münster und können dort nur mit einer Genehmigung des Sohnes von Verschuers eingesehen werden.[5]

Auch das Tagebuch Mengeles, seine Briefe aus Südamerika an die Familie in Europa sowie seine Autobiografie gehören zu den mir derzeit nicht zugänglichen Quellen. Die Mengele-Biografien von Posner/Ware,[6] Völklein[7] und Keller[8] dienen hier als Sekundärquellen. Mengele hat allerdings von 1932 bis 1945 kein Tagebuch geführt,[9] so dass sich weder seine Hinwendung zum Nationalsozialismus noch seine Zeit in Auschwitz hieraus rekonstruieren lassen. Die Eintragungen können lediglich dazu dienen, einen gewissen Einblick in Mengeles Gedankenwelt und Lebenseinstellung zu erhalten.

Das Tagebuch wurde von Historikern auf seine Echtheit überprüft, und Uwe-Dietrich Adam („Judenpolitik im Dritten Reich“) erklärte es u.a. aufgrund von Detailwissen über Mengeles Leben, Kenntnissen aus dem Bereich der Medizin und Dialekteinschüben für authentisch.[10]

Mengeles Briefe aus Südamerika sind ab 1973 erhalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich eine Schreibmaschine angeschafft, so dass seine Familie nun die Briefe aufbewahrte. Die älteren, handschriftlichen Briefe hat die Familie vernichtet, Posner/Ware haben jedoch durch Gespräche mit Rolf und Irene Mengele deren Inhalt in Erfahrung gebracht.[11]

Posner/Ware führten außerdem in den 1980er Jahren Gespräche mit inzwischen verstorbenen Zeitzeugen und wurden so auch für deren Aussagen zur Sekundärquelle.[12]

Im Archiv von Auschwitz sind einige Schriftstücke erhalten, auf denen Mengele das SS-Hygiene-Institut in Rajsko mit bestimmten Laborarbeiten beauftragt: Eine Anfertigung histologischer Schnitte, die Untersuchung einer Blut- bzw. Urinprobe.[13] Ein Hinweis auf Dokumente, aus denen eine Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin ersichtlich wird, ergibt sich aus der Lektüre der verwendeten Literatur jedoch nicht, so dass auf einen Besuch im Archiv von Auschwitz verzichtet wurde.

Neben diesen Schriftstücken gehören zu den Primärquellen auch die Aussagen von Überlebenden des Lagers Auschwitz. Ein großer Teil dieser Aussagen wurde der Staatsanwaltschaft Frankfurt a. M. zu Protokoll gegeben, die seit dem 17.04.1959 mit den strafrechtlichen Ermittlungen gegen Mengele betraut war.[14]

Für diese Arbeit wurde darauf verzichtet, den Archivbestand des Landgerichtes Frankfurt a. M. einzusehen.[15]

Andere Zeugenaussagen wurden im Beisein des deutschen Richters Horst von Glasenapp in den 1970er Jahren am ausländischen Wohnsitz der Zeugen von den dortigen Behörden gewonnen.[16] Ein kleiner Teil dieser Bestände konnte im Bundesarchiv, Außenstelle Ludwigsburg, bearbeitet werden.

In diesen Akten[17] werden typischerweise zunächst die Umstände beschrieben, unter denen der jeweilige Zeuge nach Auschwitz kam. Auch die Beschreibung einer Selektion durch Mengele ist häufig. Einige wenige Zeugen hatten von Mengeles Menschenversuchen gehört, eine tatsächliche Beschreibung der Versuche konnte in dem umfangreichen Bestand jedoch nicht mit einem vertretbaren Zeitaufwand gefunden werden. Hier stützt sich diese Arbeit also auf veröffentlichte Schriften.

In den meisten Fällen lässt sich nur durch die autobiographischen Berichte von Auschwitz-Überlebenden rekonstruieren, welche Versuche Mengele durchführte. Auch für die Zusammenarbeit zwischen Mengele und dem KWI sind diese Berichte oft die einzige Quelle, da die entsprechende Korrespondenz nicht mehr existiert.

Die Überlebenden hatten jedoch jeweils nur einen begrenzten Einblick in das Geschehen im Lager. Sie können die Ereignisse daher nur aus ihrer eigenen Perspektive schildern – etwa als Versuchsperson,[18] als Häftlingsarzt[19] oder als Funktionshäftling in Auschwitz.[20] Die Erinnerungen einfacher Häftlinge an Mengele beschränken sich meist auf eine Selektion.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass es sich nicht um unmittelbare Schriftquellen handelt, sondern die Ereignisse im Lager oft erst Monate oder Jahre nach der Befreiung niedergeschrieben wurden. Man kann zwar davon ausgehen, dass die Erinnerung an wichtige Ereignisse korrekt ist – genaue Details etwa zu Sendungen Mengeles an das KWI oder zu einzelnen Versuchsreihen sind jedoch nicht zu erwarten.

Mengele hat natürlich selbst Aufzeichnungen zu seinen Versuchen angefertigt. Bei seiner Flucht aus Auschwitz am 17.01.1945 hat er diese jedoch mitgenommen.[21] In seiner Autobiografie berichtet Mengele, dass er einen Kasten mit wissenschaftlichen Präparaten nach Argentinien gebracht hat, und Rolf Mengele nimmt an, dass hierzu auch die Aufzeichnungen aus Auschwitz gehörten. Der Verbleib dieses Materials ist unbekannt.[22]

Der Leiter des KWI, Otmar von Verschuer, übersiedelte 1945 von Berlin nach Solz, wo seine Familie ein Haus hatte. Er ließ seine Bibliothek und einen Teil seiner Unterlagen dorthin transportieren. Seine Mitarbeiter in Berlin hatten die ausdrückliche Anweisung, einen bestimmten Teil der dort befindlichen Unterlagen „im Falle eines Feindeinbruchs“ zu vernichten.[23]

Dies wird durch den Brief eines der Abteilungsleiter am KWI in Berlin, Hans Nachtsheim, bestätigt. Nachtsheim sichert von Verschuer in diesem Schreiben zu, sich rechtzeitig um die Vernichtung der Unterlagen zu kümmern – auch ohne weitere Anweisungen:

Durch Frl. Jarofski erfuhr ich, daß eine Menge Akten hier geblieben sind, die im Falle eines Feindeinbruchs vernichtet werden sollen bzw. müssen. […] Jedenfalls dürfen wir keinen zu späten Zeitpunkt für die Vernichtung wählen, und ich betrachte mich also als befugt, die diesbezügliche Entscheidung zu treffen.[24]

Es ist anzunehmen, dass die Korrespondenz mit Mengele zu dem Material gehörte, das auf diese Weise vernichtet worden ist.[25]

Die Rekonstruktion von Mengeles Zusammenarbeit mit dem KWI muss unter diesen Umständen also fragmentarisch bleiben.

3. Biografie Mengeles

Zahlreiche Veröffentlichungen befassen sich mit der Person Mengeles, wobei jedoch vieles davon in den Bereich der Legende gehört, beispielsweise Ray F. Waymires Buch „The Mengele Hoax“, das im Klappentext als Tatsachenbericht vorgestellt wird.

Waymire zufolge floh Mengele bei Kriegsende sozusagen „Erster Klasse“, d. h. er wurde direkt von Auschwitz aus mit einem Koffer voll Dollars, Pfund und Schweizer Franken nach München ausgeflogen und mit dem Auto die restlichen 12 km bis nach Rosenheim gebracht, wo er zunächst in einem Bauernhof Quartier bezog – nicht, ohne sicherzustellen, dass diese Unterkunft seinen Ansprüchen gerecht wurde.[26] Diese Schilderung ist noch nicht einmal geographisch korrekt. Die Entfernung von München nach Rosenheim beträgt etwa 60 km,[27] und der Bauernhof, auf dem Mengele nach dem Krieg als Knecht arbeitete, liegt in Mangolding,[28] etwa 15 km östlich von Rosenheim und somit noch weiter von München entfernt.[29]

Die Darstellung Waymires zeigt also bereits bei einem Blick in den Atlas die unzureichende Qualität der Recherche. Nicht in allen Fällen ist dies jedoch so offensichtlich wie hier. Andere Berichte können erst bei einem Vergleich mehrerer Quellen als ungenau oder falsch erkannt werden. Daher erscheint es angebracht, Mengeles Lebensweg an dieser Stelle kurz darzustellen.

Josef Mengele wurde 1911 geboren. Sein Vater war seit 1907 Geschäftsführer der Landmaschinenfabrik Mengele,[30] die sich bis 1991 im Familienbesitz befand[31] und noch heute existiert.[32] Auch die Mutter hatte eine tragende Rolle im Unternehmen, jedoch traf der Vater, Karl Mengele, oft wichtige Entscheidungen alleine, was zu Mißstimmigkeiten führte, deren Zeuge Josef Mengele wurde.[33]

Mengele war ein durchschnittlicher Schüler, der auch politisch unauffällig war, d. h. dessen Einstellung sich nicht vom vorherrschenden Patriotismus der 1930er Jahre unterschied.[34] Er hatte zwei jüngere Brüder, Karl (1912-1949) und Alois (1914-1974),[35] der sich darauf vorbereitete, im Familienunternehmen tätig zu werden. Auch Josef Mengele hätte zwar Interesse an einem technischen Studium gehabt, aber sein Vater ging aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage in den 1930er Jahren nicht davon aus, zwei Söhne im Unternehmen beschäftigen zu können. Er stellte seinem ältesten Sohn die Wahl eines Studienfaches jedoch frei.[36]

Mengele schildert seine Überlegungen hierzu so:

Gab es also eine Reihe wohl zu erwägender Gründe, warum ich das technische Studium nicht wählte, so konnte ich leider keine solchen mobilisieren, die mir die Wahl eines anderen nahegelegt hätten.[37]

Er dachte dann zunächst an ein Studium der Zahnmedizin, entschied sich aber nach einem Gespräch mit seinem älteren Schulkameraden Julius Diesbach, der in München bereits Medizin studierte, ebenfalls für ein Studium der Humanmedizin, das er 1930 aufnahm.[38]

Während seines Studiums wurde Mengele mit der NS-Ideologie konfrontiert. Er besuchte Vorlesungen von Ernst Rüdin, einem der Mitbegründer des 1933 verabschiedeten Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und somit einem Vertreter der negativen Eugenik.[39] Und Mollison, bei dem Mengele seine erste Doktorarbeit, „Rassenmorphologische Untersuchung des vorderen Unterkieferabschnittes bei vier rassischen Gruppen“[40] verfasste, warnte vor den Gefahren für den „Volkscharakter“ durch das „Eindringen von Rassen asiatischer Herkunft“, womit er auch die Juden meinte.[41]

Es gibt bislang keine Untersuchungen darüber, inwieweit Mengeles Studienzeit zu seiner späteren überzeugt nationalsozialistischen Weltanschauung beigetragen hat. Jedenfalls war er bis 1933 noch kein Parteimitglied, trat jedoch 1937 in die NSDAP und 1938 in die Allgemeine SS ein.[42] Mitte 1940 wurde Mengele zur Wehrmacht einberufen und meldete sich wenig später freiwillig zur /> Waffen-SS.[43]

Seine Prüfung als Arzt bestand Mengele im Sommer 1936.[44] Ab Januar 1937 war er als Forschungsassistent am Reichsinstitut für Erbbiologie und Rassenhygiene in Frankfurt a. M. beschäftigt.[45] Dieses Institut, das 1927 gegründet wurde,[46] stand zu diesem Zeitpunkt unter der Leitung des Genetikers Otmar von Verschuer.

1938 promovierte Mengele in Frankfurt erneut,[47] diesmal bei von Verschuer mit dem Thema „Sippenuntersuchungen bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte“.[48] Diese Arbeit wurde mit „summa cum laude“ bewertet,[49] und von Verschuer ließ sich ab 1939 an der Universität hin und wieder von Mengele vertreten.[50]

Bereits während er noch für von Verschuer in Frankfurt tätig war, besuchte Mengele eine mehrmonatige Waffenausbildung der SS, vom 24.10.38 bis zum 21.01.39.[51] Ab November 1940 begleitete er die an der Ostfront eingesetzte SS-Divison Wiking als Truppenarzt. Mengele bekam das Eiserne Kreuz Erster und Zweiter Klasse verliehen[52] und trug diese Orden auch später während seiner Tätigkeit in Auschwitz stolz an der Uniform.[53]

Mitte Januar 1943 wurde Mengele wegen einer Verwundung nach Berlin ausgeflogen und war daraufhin im Innendienst tätig, wie von Verschuer an Eugen Fischer schreibt:

Vor wenigen Tagen ist mein Assistent Mengele in 2 Tagen von Salsk im Flugzeug nach Deutschland gekommen. Er hat bei der SS-Division „Wiking“ die ganzen Kämpfe mitgemacht, ist mit dem EK I ausgezeichnet und zunächst zu einer Dienststelle hier nach Berlin versetzt, so daß er daneben am Institut etwas tätig sein kann.[54]

Es fällt auf, dass Mengele nicht etwa primär darauf bedacht war, seine Verwundung[55] auszukurieren, sondern gleich an zwei Dienststellen tätig wurde. Ein derartiger Arbeitseifer und Ehrgeiz zeigte sich bei Mengele immer wieder. Bereits sein Schulfreund Julius Diesbach erinnert sich an diesen Charakterzug:

Josef war ein sehr ehrgeiziger junger Mann, der unter starkem Erfolgszwang stand. Er wollte seinen Ruf selbst begründen und nicht an den von der Familie bereits etablierten Ruf gebunden sein. Er wollte nicht einfach nur erfolgreich sein, sondern sich von der Masse abheben. Es war seine Leidenschaft, berühmt zu sein. Er erzählte mir einmal, daß ich eines Tages seinen Namen im Lexikon lesen würde.[56]

Einige Autoren erwähnen eine Tätigkeit Mengeles als Gutachter am Rasse- und Siedlungshauptamt der SS. Dort soll er über die „Eindeutschungsfähigkeit“ der Bevölkerung in den „Eingegliederten Ostgebieten“ entschieden haben.

Achim Trunk nimmt eine solche Tätigkeit für den Zeitraum von November 1940 bis etwa Anfang 1942 an.[57] Völklein ordnet Mengeles Gutachtertätigkeit dem Zeitraum von Juli 1942 bis Februar 1943 zu.[58] Posner und Ware vertreten die Auffassung, dass Mengele erst Ende 1942 ins Rasse- und Siedlungshaupt versetzt wurde.[59] Der oben zitierte Brief von Verschuers vom Januar 1943 lässt allerdings vermuten, dass Mengele bis zu diesem Zeitpunkt an der Front war. In diesem Brief wird außerdem erwähnt, dass es zwei Tage gedauert hat, Mengele auszufliegen, was einen häufigen Wechsel der Einsatzorte unwahrscheinlich macht.

Seinen Dienst in Auschwitz trat Mengele am 30.05.1943 an.[60] Er war zunächst Leitender Lagerarzt des „Zigeunerlagers“ (B II e). Dieser Lagerteil wurde im August 1944 liquidiert. Ab Oktober oder November 1944 war Mengele Leitender Lagerarzt im Männerkrankenbau (B II f), und im Dezember 1944 wurde er auch im SS-Truppenlazarett eingesetzt.[61]

Mengeles gepflegtes Erscheinungsbild und sein weitgehend emotionsloses Auftreten wird von Überlebenden in dieser und ähnlicher Form beschrieben:

Mengele ist mir in Erinnerung als eine sehr gut aussehende Erscheinung. Man konnte sagen, daß er sozusagen dem männlichen Schönheitsideal der damaligen Zeit entsprach. Er fiel auf durch seine große Sorgfalt in der Kleidung. Er wirkte regelrecht elegant. In seinem Verhalten war er distanziert, jedenfalls keineswegs brutal.[62]

Oft ging Mengele pfeifend durchs Lager.[63] Auch wenn er den Häftlingen höflich oder sogar freundlich begegnete, war es für diese aber nicht ratsam, ihm zu vertrauen. Überlebende des Lagers erinnern sich an zahlreiche Begebenheiten, bei denen der Tod auf Mengeles Veranlassung hin ähnlich überraschend kam wie in diesem Fall, in dem er selbst tötete:

Im Juli 1944 […] trat Dr. Mengele aus dem Raum des sogenannten Laboratoriums heraus und führte zwei schöne Jungen, ungarische Zwillinge, an der Hand. Er ging mit den Kindern und unterhielt sich lustig mit ihnen, was man genau von seinem Gesicht und von den Gesichtern der Kinder ablesen konnte. Die Kinder waren etwa sechs bis sieben Jahre alt. Plötzlich ließ Mengele die Hände der Kinder frei und deutete ihnen mit einer Geste [an], daß sie vor ihm zu gehen haben. Als die Kinder sich vor ihm nach vorne schoben, zog er seine Pistole und schoß den beiden in die Hinterköpfe.[64]

Dieser Gegensatz zwischen dem äußeren Eindruck, den Mengele vermittelte, und den Konsequenzen seiner Handlungen trug ihm den Beinamen „Todesengel“ ein.

Der amerikanische Psychiater Robert J. Lifton, der sich mit NS-Tätern beschäftigte,[65] versuchte ein solches Verhalten zu erklären. Lifton zufolge spalteten die NS-Täter, ebenso wie die Häftlinge, einen Teil ihrer Persönlichkeit ab, wodurch ein „ Auschwitz self “ enstand.[66] Hierbei handelte es sich um einen Schutzmechanismus der Psyche, der einen kompletten Zusammenbruch der Persönlichkeit verhinderte. Dieser Prozess, den Lifton „ doubling “ nennt, unterscheidet sich von Schizophrenie oder einer schizoiden Persönlichkeit.[67]

Zu Mengeles Einstellung gegenüber Juden äußerte sich dessen Sohn in einem Interview:

Penthouse: From reading his letters and your conversations with him, did your father view Jews like a typical anti-Semite?

[Rolf] Mengele: No. He had a theory that there were only two dominant races in the world – Aryan and Jewish – and it is a competition between them for dominance.[68]

Dass der Krieg mit einer Niederlage Deutschlands enden würde, erkannte Mengele offenbar früher als viele andere. Ella Lingens-Reiner, eine österreichische Häftlingsärztin, die in Auschwitz gezwungen war, für Mengele zu arbeiten, formuliert dies so:

In the summer of 1944 he often looked regretfully at the scientific material he had collected with the help of a large staff of prisoner-collaborators, and said with a laugh: „What a pity it will fall into the hands of the Bolsheviks!“[69]

In einem Fernsehbeitrag schildert Lingens-Reiner ein solches Gespräch mit Mengele noch etwas ausführlicher. Sie erinnert sich daran, dass Mengele ihr im September 1944 die „Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit“ zeigte, wobei es sich jedoch nur um unverfängliches Datenmaterial handelte und nicht etwa um seine kompletten Unterlagen. Dieses Verhalten Mengeles konnte sie sich zunächst nicht erklären, aber als Mengele fragte, „Na, ist das nicht schade, dass das jetzt alles den Bolschewiken in die Hände fallen wird?“, begriff sie, dass er bereits jetzt Entlastungszeugen suchte.[70]

Am 17.01.1945 floh Mengele aus Auschwitz.[71] Später geriet er in amerikanische Gefangenschaft, wurde jedoch bereits nach sechs Wochen, im August 1945, wieder freigelassen. Da er im Gegensatz zu den meisten anderen SS-Männern keine Tätowierung seiner Blutgruppe hatte, wurde er nicht als Mitglied der SS erkannt.[72]

Mengele versteckte sich zunächst für einige Wochen bei einem „SS-Kameraden“ in München und nahm im Oktober 1945 eine Stellung als Knecht auf dem Lechnerhof in Mangolding bei Rosenheim an.[73] Dort blieb er bis zum Sommer 1948.[74] Dann floh er mit Hilfe ortskundiger Fluchthelfer über den sogenannten „Rattenweg“ nach Südamerika. Seine Familie unterstützte diese Flucht finanziell, und Mengele unterzeichnete im Gegenzug eine notarielle Vereinbarung, mit der er auf seinen Erbteil am Familienunternehmen verzichtete.[75]

In Genua war Mengele wegen seiner Papiere, die auf den Namen Helmut Gregor ausgestellt waren, vier Tage in Haft. Der korrupte Beamte, der eigentlich Mengeles Ausreisevisum hätte ausstellen sollen, war verreist, und Mengele musste im Gefängnis auf dessen Rückkehr warten. Seine wirkliche Identität wurde jedoch auch hier, wie bereits zuvor in amerikanischer Gefangenschaft, nicht festgestellt.[76]

Mengele emigrierte zunächst nach Buenos Aires, wo er einige Jahre lang sogar unter seinem wirklichen Namen im Telefonbuch eingetragen war.[77] Er lebte während dieser Zeit vom Verkauf von Mengele-Landmaschinen, stellte Holzspielzeug her und war Teilhaber der Pharmafirma Fadro Farm.[78] Auch eine Beschäftigung in einer illegalen Abtreibungsklinik wird vermutet, denn Mengele wurde angeklagt, ohne Lizenz als Arzt praktiziert zu haben. Er kam jedoch gegen ein Bestechungsgeld von 500 Dollar frei.[79]

1956 flog Mengele in die Schweiz und verbrachte dort einen Skiurlaub mit seinem inzwischen zwölfjährigen Sohn Rolf,[80] seinem Neffen Karl-Heinz und Martha Mengele, der Witwe seines Bruders Karl, die er zwei Jahre später heiratete.[81]

Auch auf dieser Reise kam Mengele mit den Behörden in Kontakt, denn er hatte in München einen Verkehrsunfall mit einem Mietwagen. Die Polizei wollte seine südamerikanischen Identitätspapiere genauer überprüfen und bat ihn, München nicht zu verlassen. Es gelang seinem Vater jedoch, die Angelegenheit finanziell zu regeln. Mengele reiste am nächsten Tag ab und kehrte nie mehr nach Europa zurück.[82]

Erst ab 1959 bestand ein Haftbefehl gegen Mengele.[83] Er floh nach Paraguay und versteckte sich von nun an dort und in Brasilien bei Gleichgesinnten. Dabei verwendete er verschiedene Decknamen.[84]

Aus Mengeles Tagebuch geht hervor, dass er mit seinem Leben nicht zufrieden war. Er litt unter anderem an der Entfremdung von seiner Familie, außerdem an Schlafstörungen,[85] Alpträumen,[86] Depressionen (bis hin zu Selbstmord-gedanken)[87] und an Rückenschmerzen.[88] Mit denjenigen, die ihn versteckten, lebte er in Unfrieden.[89] Während Mengele sich ausgiebig mit seiner eigenen Befindlichkeit beschäftigte, tauchen in seinem Tagebuch keine Gedanken über seine Tätigkeit in Auschwitz auf.[90]

Mengeles Sohn Rolf besuchte seinen Vater 1977 in seinem Versteck in Brasilien und konfrontierte ihn mit seinen Taten während des Krieges. Der Vater wurde sehr böse und zeigte sich uneinsichtig, so dass Rolf Mengele dieses Thema nicht weiterverfolgte.[91]

1976 hatte Mengele einen ersten Schlaganfall, von dem er sich nach einigen Wochen wieder erholte.[92] Beim Baden im Meer bei Bertioga erlitt er am 7.2.1979 einen zweiten Schlaganfall. Einem Gleichgesinnten, Wolfram Bossert, gelang es zwar noch, Mengele an Land zu ziehen. Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos. Mengele wurde unter falschem Namen und in aller Eile bestattet.[93] Erst 1985 erfuhr die Öffentlichkeit von seinem Tod.[94]

Rolf Mengele brachte das Tagebuch seines Vaters 1980 nach Europa.[95]

4. Entwicklung der „Rassenkunde“ und Eugenik

Die Eugenik, d.h. die Verbindung von Genetik und Bevölkerungspolitik mit dem Ziel, das genetische Potential der Bevölkerung zu verbessern, wurde von Sir Francis Galton Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Man unterscheidet hier zwischen der gezielten Förderung wünschenswerter Eigenschaften (positive Eugenik) und einer Bekämpfung unerwünschter Eigenschaften (negative Eugenik). Zu diesen unerwünschten Eigenschaften gehören auch erblich bedingte Krankheiten.[96]

Die positive Eugenik fand zunächst vor allem in den angelsächsischen Ländern Anklang.[97] In Deutschland gab es zwar nach dem Ersten Weltkrieg ebenfalls eine eugenische Bewegung, diese konnte ihre Ziele jedoch zunächst noch nicht durchsetzen. Ein Gesetzesvorschlag, der eine eugenische Indikation für Sterilisationen und Abtreibungen ablehnte, führte 1918 im Reichstag zu einer heftigen Debatte. Zwar konnte dieses Gesetz letztendlich nicht verabschiedet werden, die lebhafte Diskussion zeigt jedoch, dass eugenische Maßnahmen zu diesem Zeitpunkt noch umstritten waren.[98]

Diese anfängliche Skepsis der Eugenik gegenüber wurde mit der christlichen Ethik begründet. Auch ein befürchteter Geburtenrückgang durch eugenische Maßnahmen spielte hierbei eine Rolle, denn durch den Ersten Weltkrieg war die Zahl der Geburten ohnehin bereits zurückgegangen.[99]

Der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Adolf von Harnack, forderte jedoch 1926 die Gründung eines Zentrums für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Deutschland, was er damit begründete, dass es in Schweden, Großbritannien und den USA bereits ähnliche Einrichtungen gab, die es zu übertreffen galt. Dieses neu zu gründende Institut sollte der Leitung Eugen Fischers unterstehen.[100]

Der Anthropologe und Mediziner Fischer war an der Vererbung spezifischer „Rassenmerkmale“ beim Menschen interessiert. Er hatte daher eine Forschungsreise in die damalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) unternommen, um dort die „Rehobother Bastards“ zu untersuchen.[101] 1913 hatte Fischer ein Buch über diese Nachkommen europäischer Väter und afrikanischer Mütter veröffentlicht.[102]

In seiner weiteren Forschung beschäftige sich Fischer mit Verbindungen von Juden und Nichtjuden. Er forderte, die menschliche Fortpflanzung gesetzlich zu regeln, um für eine „reine Vererbungslinie“ zu sorgen.[103] Derartige Gedanken wurden mit den Nürnberger Gesetzen 1935 ja tatsächlich geltendes Recht; Fischer kann also nicht nur als Vertreter, sondern sogar als Mitbegründer der NS-Ideologie angesehen werden.

Fischer war nicht nur als Institutsleiter in der Öffentlichkeit präsent, sondern er war auch einer der Autoren des zweibändigen Werkes „Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene“.[104] Dieses wurde im Fach „Rassenhygiene“, seit 1935 Bestandteil des Medizinstudiums und seit 1939 Pflichtfach, als Lehrbuch verwendet. Auch von Verschuers „Leitfaden der Rassenhygiene“ gehörte zum Lehrmaterial.[105]

Eugenik wurde nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland allerdings nicht nur gelehrt, sondern auch praktisch umgesetzt. Der Schwerpunkt lag hier, anders als in den angelsächsischen Ländern, vor allem auf der negativen Eugenik.[106] Der Gedanke, Krankheiten und Behinderungen auf bevölkerungspolitischem Weg bekämpfen zu können, war letztendlich die Ursache für Zwangssterilisationen Behinderter oder deren Tötung in der
„T4-Aktion“. Die Tatsache, dass sich auch ein angesehenes wissenschaftliches Institut wie das KWI mit Eugenik befasste, verlieh diesen Tötungsaktionen einen wissenschaftlichen Anstrich.

5. Das Kaiser-Wilhelm-Institut und Otmar von Verschuer

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wurde 1911 gegründet.[107] In den folgenden Jahren entstanden mehrere Tochterinstitute, die eine wichtige Stellung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft hatten, darunter 1927 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem. Zunächst wurde dieses von Eugen Fischer geleitet; von 1942-1945 unterstand es Otmar von Verschuer.[108] 1948 wurden die Räumlichkeiten des ehemaligen KWI von der Max-Planck-Gesellschaft übernommen.[109]

Mengeles Doktorvater Otmar von Verschuer habilitierte sich 1927 mit einer Arbeit über Zwillingsforschung.[110] Er war bis 1935 am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin tätig und verließ dieses, um in Frankfurt das Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene zu gründen.[111] 1942 übergab er dieses an seinen Nachfolger Heinrich Wilhelm Kratz (1897-1945)[112] und kehrte nach Berlin zurück, wo er nun das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik bis Kriegsende leitete.[113]

Von Verschuer veröffentlichte 1937 einen Artikel in der Zeitschrift Forschungen zur Judenfrage, der einen Einblick in seine Weltanschauung gibt.

Zunächst wird darin ein Gegensatz zwischen Deutschen und Juden erzeugt:

Juden und Deutsche sind in ihrer rassischen Abstammung völlig verschieden voneinander.[114]

Dann äußert sich von Verschuer ablehnend über „Mischehen“ aller Art, womit vor allem solche mit Juden gemeint sind.[115] Seine Position begründet er folgendermaßen:

Einkreuzung einer fremden Rasse in ein Volk führt zur Veränderung der biologischen Voraussetzungen, die der Eigenart dieses Volkes entsprechen, und aus welchen die arteigene Kultur entstanden ist.[116]

Von Verschuer versucht den Eindruck zu erwecken, die von ihm geäußerte Meinung sei wissenschaftlich begründet:

Unsere Haltung in der Rassenfrage wurzelt in den Erkenntnissen der Vererbungswissenschaft; unsere Haltung in der biologischen Judenfrage in dem Wissen um die Fremdrassigkeit der Juden.[117]

Er bedient sich also in diesem Artikel seiner Autorität als Wissenschaftler, um seine politische Meinung zu untermauern.

In seinem 1941 erschienenen „Leitfaden der Rassenhygiene“ geht von Verschuer noch weiter:

Die politische Forderung der Gegenwart ist eine neue Gesamtlösung des Judenproblems.[118]

Diese Formulierung ist ebenso unbestimmt wie Görings Forderung nach einer „Gesamtlösung der Judenfrage“ von 1941 – erst im Nachhinein kann der Leser erkennen, dass hiermit die Ermordung aller Juden gemeint war.

Von Verschuer zeigte nicht nur in seinen schriftlichen Äußerungen, sondern auch während seiner Tätigkeit als Gutachter für das Frankfurter Universitätsinstitut für Erbbiologie und Rassenhygiene seine national-sozialistische Gesinnung.

Bei den 448 Vaterschaftsgutachten, die dieses Institut zwischen 1935 und 1941 anfertigte, ging es immer wieder einmal um die Frage, ob „Rassenschande“ vorlag. In einem dieser Fälle kam von Verschuer zu dem Schluss, ein Kind habe jüdische Vorfahren gehabt, das Gericht entschied jedoch, dass es einer außerehelichen Beziehung entstamme und daher „rein arisch“ sei.[119]

Der Fall hätte hiermit für von Verschuer erledigt sein können. Er hatte seine Pflicht als Gutachter getan, und wenn das Gericht dieses Gutachten bei seiner Entscheidungsfindung nicht berücksichtigte, lag dies nicht mehr in von Verschuers Verantwortungsbereich. Er verfasste allerdings einen Beschwerde-brief an den Justizminister und nahm damit in Kauf, die betreffende Person angesichts der Judenpolitik des Dritten Reiches in große Schwierigkeiten zu bringen.[120]

Durch die Aufnahme seiner Tätigkeit als Forschungsassistent am Reichsinstitut für Erbbiologie und Rassenhygiene in Frankfurta. M. kam Mengele mit von Verschuer in Kontakt. Er promovierte bei ihm zum zweiten Mal, diesmal mit dem Thema „Sippenuntersuchungen bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte“[121] Außerdem unterstützte er von Verschuer bei der Erstellung von Gutachten auf anthropologischer Grundlage, die damals zum Nachweis der Vaterschaft verwendet wurden.[122]

[...]


[1] Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik, Berlin-Dahlem.

[2] Zur Definition von „Primärquellen“ und „Sekundärquellen“ siehe Ernst Opgenoorth, Günther Schulz: Einführung in das Studium der Neueren Geschichte. Paderborn u.a., 2001, S. 40 ff.

[3] BArch SSO, Mengele, Josef, 16.03.1911.

[4] Helena Kubica: „Dr. Mengele und seine Verbrechen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau“, in: Verlag Staatliches Auschwitz-Museum (Hrsg.): Hefte von Auschwitz 20, Oświęcim 1997, S.373.

[5] Hans-Peter Kröner: Von der Rassenhygiene zur Humangenetik. Stuttgart u.a., 1998, S. 5.

[6] Gerald L. Posner, John Ware: Mengele – Die Jagd auf den Todesengel. Berlin, 1993. (Engl. Originalausgabe: Mengele – The Complete Story. New York, 1986).

[7] Ulrich Völklein: Josef Mengele - Der Arzt von Auschwitz. Göttingen, 1999.

[8] Sven Keller: Günzburg und der Fall Josef Mengele – Die Heimatstadt und die Jagd nach dem NS-Verbrecher (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte). München, 2003.

Nur ein Teil dieses Werkes hat biographischen Charakter, der Rest befasst sich mit Günzburger Lokalgeschichte im Zusammenhang mit der Suche nach Mengele.

[9] Völklein, S. 68.

[10] N. N.: „So viele halfen ihm“, in: Bunte, 27/1985, S. 29.

[11] Posner/Ware, S. 125. Irene Mengele ist Mengeles erste Frau, von der er 1954 geschieden wurde. Rolf Mengele ist der gemeinsame Sohn. Siehe Keller, S. 193.

[12] Posner/Ware, S. 403 ff.

[13] Helena Kubica: „Dr. Mengele und seine Verbrechen im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau“, in: Verlag Staatliches Auschwitz-Museum (Hrsg.): Hefte von Auschwitz 20, Oświęcim 1997, S.394/395.

[14] Posner/Ware, S. 396.

[15] Diesen Archivstandort erwähnt Keller auf S. 195; auch durch Nachfrage beim Bundesarchiv, Außenstelle Ludwigsburg, wurde im August 2011 die Existenz dieses Archivbestands bestätigt.

[16] Posner/Ware, S. 49.

[17] BArch B 162/2699, B 162/2726, B 162/2727.

[18] z.B. Eva Mozes Kor.

[19] z.B. Miklós Nyizsli, Ella Lingens-Reiner.

[20] z.B. Joseph Neumann.

[21] Posner/Ware, S. 81.

[22] Posner/Ware, S. 118.

[23] Benno Müller-Hill: „Das Blut von Auschwitz und das Schweigen der Gelehrten“, in: Doris Kaufmann (Hrsg.): Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Göttingen 2000, S. 211.

[24] Ebd.

[25] Ebd.

[26] Ray F. Waymire: The Mengele Hoax. Nashville, 1990, S. 11-13.

[27] http://www.falk.de (18.08.11).

[28] Völklein, S. 202.

[29] Kilometerangabe errechnet durch Google Earth.

[30] Keller, S. 38.

[31] Keller, S.180.

[32] http://mengele.lely.com/de/home (18.08.11).

[33] Völklein, S. 42/43.

[34] Völklein, S. 50/51.

[35] Keller, S. 193.

[36] Völklein, S. 53/54.

[37] Sta F/M Az 4 Js 340/68, Aufz. Mengele, Heft 21: Studium I, S. 33, zitiert nach Keller, S. 80.

[38] Völklein, S. 54-56.

[39] Posner/Ware, S. 27.

[40] Veröffentlicht in: Gegenbaurs Morphologisches Jahrbuch, Band 79/1937, S. 60-117.

[41] Achim Trunk: Zweihundert Blutproben aus Auschwitz – Ein Forschungsvorhaben zwischen Anthropologie und Biochemie (1943-1945). Berlin, 2003, S. 11.

[42] Keller, S. 88.

[43] Völklein, S. 89/90.

[44] BArch SSO, Mengele, Josef, 16.03.1911, Bl. 2933.

[45] Völklein, S. 29.

[46] Carola Sachse (Hrsg.): Die Verbindung nach Auschwitz – Biowissenschaften und Menschenversuche an Kaiser-Wilhelm-Instituten. Göttingen, 2003, S. 19.

[47] BArch SSO, Mengele, Josef, 16.03.1911, Bl. 2933.

[48] Veröffentlicht in: Zeitschrift für menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre, Band 23, S.17-42.

[49] Zdenek Zofka: „Der KZ-Arzt Josef Mengele - Zur Typologie eines NS-Verbrechers“, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 34. Jg. 1986, S. 251.

[50] Völklein, S. 79.

[51] BArch, SSO Mengele, Josef, 16.03.1911.

[52] Völklein, S. 90.

[53] Posner/Ware, S. 43.

[54] Brief von Verschuers an Eugen Fischer, 25.01.1943, zitiert nach Keller, S. 23.

[55] Es wurde nirgends festgehalten, um welche Art von Verletzung es sich handelte.

[56] Posner/Ware, S. 22.

[57] Trunk: Zweihundert Blutproben aus Auschwitz, S. 12/13.

[58] Völklein, S. 91.

[59] Posner/Ware, S. 36.

[60] Völklein, S. 92.

[61] Kubica: „Dr. Mengele und seine Verbrechen im KL Auschwitz-Birkenau“, S.377/378.

[62] BArch B 162/2726, Bl. 000521, Zeugin Friedl Wolfstein.

[63] Völklein, S. 18.

[64] Völklein, S. 180, Zeugin Alina Szeminska.

[65] Siehe Lifton: The Nazi Doctors. New York, 1986.

[66] Lifton: The Nazi Doctors, S. 418-429.

[67] Ebd., S. 422/423.

[68] Gerald Posner: „Mengele's son: ‘I'm ashamed'”, in: Penthouse, U.S. Edition, August 1986, S.115.

[69] Ella Lingens-Reiner: Prisoner of Fear. London, 1948, S. 153.

[70] Ella Lingens-Reiner in Guido Knopp: Hitlers Helfer II – Mengele, der Todesarzt. ZDF, 1998, 00:30-00:31.

[71] Posner/Ware, S. 81.

[72] Keller, S. 46.

[73] Völklein, S. 201/202.

[74] Völklein, S. 225.

[75] Völklein, S. 225-227.

[76] Keller, S. 50.

[77] Hitlers Helfer II – Mengele, der Todesarzt, 00:45.

[78] Völklein, S. 242, 248, 250.

[79] Posner/Ware, 149.

[80] Geb.: 16.03.1944. Keller, S. 193.

[81] Bunte 27/1985, „So viele halfen ihm“, S. 32.

[82] Posner/Ware, S. 144.

[83] Keller, S. 53.

[84] Völklein, S. 256-304.

[85] Völklein, S. 284/285, 287.

[86] Bunte 30/1985, „Von Reue keine Spur“, S. 114.

[87] Völklein, S. 284/285.

[88] Investigative Reports: The Mystery of Josef Mengele. A&E, 1986, 00:46.

[89] Völklein, S. 284/285.

[90] Völklein, S. 32.

[91] Gerald Posner: „Mengele's Son: 'I'm ashamed.'”, in: Penthouse, U.S. Edition, August 1986, S.112, 114.

[92] Völklein, S. 296.

[93] Völklein, S. 301-306.

[94] Jornal do Brasil, 7.6.1985, „Polícia paulista exuma ossada que diz ser de Mengele“.

[95] Posner/Ware, S. 352/353.

[96] Kubica: „Dr. Mengele und seine Verbrechen im KL Auschwitz-Birkenau“, S.371.

[97] Ebd.

[98] Peter Weingart: „German Eugenics between Science and Politics”, in: Osiris, 2nd Series, Vol.5: Science in Germany, S. 261.

[99] Ebd.

[100] Weingart: „German Eugenics between Science and Politics”, S. 263.

[101] Weingart: „German Eugenics between Science and Politics”, S. 263.

[102] Eugen Fischer: Die Rehobother Bastards und das Bastardisierungsproblem beim Menschen. Jena, 1913.

[103] Weingart: „German Eugenics between Science and Politics”, S. 263/264.

[104] Erwin Baur, Eugen Fischer, Fritz Lenz: Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene. München, 1923.

[105] Otmar von Verschuer: Leitfaden der Rassenhygiene. Leipzig 1941, Vorwort o.S.

[106] Kubica: „Dr. Mengele und seine Verbrechen im KL Auschwitz-Birkenau“, S.371.

[107] Susanne Heim, Carola Sachse, Mark Walker: The Kaiser Wilhelm Society under National Socialism. Cambridge, 2009, S. 1.

[108] Carola Sachse, Benoît Massin: „Biowissenschaftliche Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten und die Verbrechen des NS-Regimes“, in: Vorabdrucke aus dem Forschungsprogramm: „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im National-sozialismus“, Berlin, 2000, S. 7.

[109] Carola Sachse (Hrsg.): Die Verbindung nach Auschwitz, S. 7.

[110] Otmar von Verschuer: „Die vererbungsbiologische Zwillingsforschung. Ihre biologischen Grundlagen – Studien an 102 eineiigen und 45 gleichgeschlechtlichen zweieiigen Zwillings- und an 2 Drillingspaaren“, in: Ergebnisse der inneren Medizin und Kinderheilkunde 31, 1927, S. 35-120. Die Arbeit wurde nicht eingesehen und fehlt daher im Literaturverzeichnis.

[111] Weingart: „German Eugenics between Science and Politics“, S. 267.

[112] Peter Sandner: Das Frankfurter „Universitätsinstitut für Erbbiologie und Rassenhygiene“, in: Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Jan. 1988, S. 90/91.

[113] Sachse/Massin: „Biowissenschaftliche Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten und die Verbrechen des NS-Regimes“, S. 7.

[114] Otmar von Verschuer: „Was kann der Historiker, der Genealoge und der Statistiker zur Erforschung des biologischen Problems der Judenfrage beitragen?“, in: Forschungen zur Judenfrage, Band 2/1937, S. 216/217.

[115] Verschuer: „Was kann der Historiker, der Genealoge und der Statistiker zur Erforschung des biologischen Problems der Judenfrage beitragen?“, S. 217.

[116] Ebd., S. 222.

[117] Ebd., S. 218.

[118] Verschuer: Leitfaden der Rassenhygiene, S. 127.

[119] Müller-Hill: „Das Blut von Auschwitz und das Schweigen der Gelehrten“, S. 194/195.

[120] Müller-Hill: „Das Blut von Auschwitz und das Schweigen der Gelehrten“, S. 195.

[121] Veröffentlicht in: Zeitschrift für menschliche Vererbungs- und Konstitutionslehre 23, 1939, S.17-43.

[122] Trunk: Zweihundert Blutproben aus Auschwitz, S. 11/12.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Der Todesengel und seine Kollegen: Josef Mengeles Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
49
Katalognummer
V194360
ISBN (eBook)
9783656197089
ISBN (Buch)
9783656197652
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Josef Mengele ist zu einer Symbolfigur für die Menschenversuche im Dritten Reich geworden. Oft wird der Eindruck erweckt, dass Mengele wahllos Eingriffe an Häftlingen vornahm, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrten. Dabei wird übersehen, dass Mengele in Kontakt mit Wissenschaftlern außerhalb des Lagers stand und teilweise in deren Auftrag handelte. Die vorliegende Arbeit untersucht diese Zusammenhänge.
Schlagworte
Mengele;, KWI;, Kaiser-Wilhelm-Institut;, von Verschuer;, Rassenkunde;, Eugenik;, Menschenversuche;, Auschwitz;, Liliputaner;, Zigeuner;, Noma;, Nyiszli, Zwillinge;, Zwillingsforschung;, Augenfarbe;, Spezifische Eiweißkörper, Typhus;, TBC;, Tuberkulose;, Abderhalden, Genetik
Arbeit zitieren
Petra Fischbäck (Autor), 2012, Der Todesengel und seine Kollegen: Josef Mengeles Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194360

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