„Viele Manager glauben mit der Größe des Tankers verringere sich die Gefahr des Absinkens“ (Barrie G., zitiert nach Picot, S. 237).
In Anlehnung an die Primärquelle Heike/Harald (2008):
Zum 1. Juli 1987 schufen Ford und Volkswagen, als mögliche Vorstufe der Fusion das Equity Joint Venture Autolatina. Aufgrund des rückläufigen brasilianischen Automobilmarkts und hoher Unternehmenssteuern steckten beide Unternehmen in den achtziger Jahren in einer schweren Krise. Die Idee der Zusammenarbeit bestand darin, ein operatives Abkommen zu schaffen, das den beiden Automobilunternehmen und den Kunden Vorteile bringen sollte. Das Gemeinschaftsunternehmen sollte ein Holding sein, unter der Ford und VW jeweils ihre Markenidentität beibehalten sollten. Beide Konzerne sollten weiterhin den Verkauf und Kundenservice ihrer eigenen Produkte besorgen und sich auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren. Angesichts der globalen Konkurrenzsituation hat sich das Unternehmen um die Expansion auf dem brasilianischen und argentinischen Markt entschieden. Gemeinsam kamen Ford und Volkswagen auf einen Marktanteil von 60 Prozent in Brasilien und auf knapp 30 Prozent in Argentinien. Im Zuge der schweren Krise beider Automobilunternehmen und vor dem Hintergrund der Globalisierung, sahen beide Vorteile in dem Joint Venture. Doch während der siebenjährigen Existenz hatte Autolatina mit zahlreichen Problemen zu kämpfen und so wurde erstmals in den neunziger Jahren der Nutzen des Gemeinschaftsunternehmens in Frage gestellt und später sogar aufgelöst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Projektanalyse
2.1 Theoretische Grundlagen
2.2 Instrumente der Projektanalyse
2.2.1 SWOT-Analyse
2.2.2 ABC-Analyse
2.2.3 Sensitivitätsanalyse
2.3 Anwendung der SWOT-Analyse
3 Projektlernen
3.1 Theoretische Grundlagen des Projektlernens
3.2 Organisationales Lernen
3.2.1 Lernen als die Adaption an veränderte Umwelten
3.2.2 Lernen als das Teilen von Annahmen
3.2.3 Lernen als die Veränderung und Erweiterung der organisationalen Wissensbasis
3.3 Komplementarität der Unternehmenskulturen und die Schlussfolgerung
4 Handlungsempfehlungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Scheitern des Joint Ventures „Autolatina“ zwischen Ford und Volkswagen, um grundlegende Mechanismen der Projektanalyse und des organisationalen Lernens zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie in Projekten gewonnenes Wissen systematisch erfasst und für künftige Vorhaben nutzbar gemacht werden kann.
- Grundlagen der Projektanalyse und deren Instrumente (SWOT, ABC, Sensitivität)
- Analyse der gescheiterten Kooperation „Autolatina“ mittels SWOT-Matrix
- Theoretische Ansätze des organisationalen Lernens
- Transformation von individuellem Wissen in die organisationale Wissensbasis
- Strategien zur Etablierung einer erfolgreichen Lernkultur in Projekten
Auszug aus dem Buch
2.2.1 SWOT-Analyse
Die SWOT-Analyse (S-Strenghts – Stärken, W-Weaknesses – Schwächen, O Opportunities – Chancen, T-Threads – Risiken), auch bekannt als Stärken/Schwächen Analyse, ist ein Instrument des strategischen Managements. Mit dieser Analyse lassen sich sowohl externe Einflussfaktoren als auch interne Prozesse eines Unternehmens zu einem Ergebnis zusammenfassen. Somit lässt sich aus den Stärken und Schwächen (interne Sicht) und den Chancen und Risiken (externe Sicht bzw. Einflüsse) nicht nur der Ist Zustand eines Unternehmens zeigen, sondern auch strategische Ziele können durch diese Analyse formuliert werden (Bundesministerium, 2010).
Bei der SWOT-Analyse wird oft die SWOT-Matrix verwendet, welches ein geeignetes Hilfsmittel zur Darstellung der gegenwärtigen Organisation mit ihren Entwicklungsmöglichkeiten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Fallbeispiel des gescheiterten Joint Ventures „Autolatina“ zwischen Ford und VW ein und stellt den geschichtlichen Kontext der Kooperation dar.
2 Projektanalyse: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Projektanalyse und stellt methodische Instrumente wie die SWOT-, ABC- und Sensitivitätsanalyse vor, um diese anschließend auf das Fallbeispiel anzuwenden.
3 Projektlernen: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Projektlernens sowie Konzepte des organisationalen Lernens erörtert, um zu verstehen, warum Wissensintegration in Projekten scheitern kann.
4 Handlungsempfehlungen: Der Abschnitt leitet aus den Erkenntnissen über das gescheiterte Projekt konkrete Empfehlungen ab, wie organisationale Lernprozesse zukünftig gefördert werden können.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Projektlernen als strategisch wichtigen Prozess in Unternehmen zu verankern.
Schlüsselwörter
Projektanalyse, Projektlernen, Autolatina, SWOT-Analyse, Organisationales Lernen, Wissensmanagement, Unternehmenskultur, Wissensbasis, Kooperation, Joint Venture, Innovationsfähigkeit, Lernkultur, Prozessmanagement, strategisches Management, Projektabwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum das Joint Venture „Autolatina“ gescheitert ist und wie man durch Methoden der Projektanalyse und des Projektlernens zukünftige Projekterfolge sichern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Durchführung einer fundierten Projektanalyse sowie die theoretische Fundierung und praktische Implementierung von organisationalem Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lösungsansätze zu entwickeln, um das aus gescheiterten Projekten gewonnene Wissen systematisch zu erfassen und für zukünftige Projekte nutzbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die Literaturanalyse zur Erarbeitung theoretischer Grundlagen sowie die Fallstudienanalyse mittels SWOT-Matrix, um das Beispiel „Autolatina“ zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Instrumente der Projektanalyse vorgestellt, das Scheitern von Autolatina analysiert und verschiedene Lerntheorien für Organisationen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Projektanalyse, Wissensmanagement, organisationales Lernen und Unternehmenskultur.
Welche Rolle spielt die „Komplementarität der Unternehmenskulturen“ bei Autolatina?
Die unterschiedlichen Kulturen führten zu Misstrauen und behinderten den Wissensaustausch, was laut Autor einer der Hauptgründe für das Scheitern des Gemeinschaftsunternehmens war.
Warum wird die „SWOT-Analyse“ zur Untersuchung von Autolatina verwendet?
Die SWOT-Analyse wird gewählt, da sie ein einfaches und überschaubares Instrument ist, um Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer Kooperation schnell und effizient zu identifizieren.
- Citar trabajo
- Bachelor of Science Alex Reimer (Autor), 2012, Projektanalyse und Projektlernen am Beispiel eines gescheiterten Joint-Ventures, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194702