Der Finanzsektor ist im Umbruch: ein immer schärfer werdender Wettbewerb an den globalen Märkten, rückläufige Kapitalmärkte, steigende Kundenbedürfnisse und nicht zuletzt die Subprimekrise setzten die Banken stark unter Druck. Somit stellen viele Banken ihren traditionellen Aufbau mehr denn je in Frage und ziehen eine Neuausrichtung ihres bisherigen Geschäftsmodells in Betracht. So rückt auch Outsourcing immer stärker in den Fokus der Banken. Im Zuge der Neuausrichtung konzentrieren sich die Banken wieder zunehmend auf ihre Kernkompetenzen und Lagern andere Geschäftsfelder aus. Hierbei gilt der Leitsatz: Die Kosten müssen gesenkt werden und die Qualität soll gleichzeitig steigen. Dabei kommt es sogar zur Auslagerung von ganzen Geschäftsprozessen. Diese Outsourcing-Strategie nennt man Business Process Outsourcing oder kurz BPO. In den letzten Jahren verzeichnete Outsourcing im Bankensektor hervorragende Wachstumsraten und auch in Zukunft wird ein Anhalten des Trends prognostiziert. Das derzeitig hohe Potential liegt unter anderem auch an der Gegebenheit, dass der Bankensektor in puncto Arbeitsteilung einen immensen Aufholungsbedarf gegenüber der Industrie hat, beispielsweise der Automobilbranche. Dies kann man unter anderem an der Fertigungstiefe erkennen. Während in der Automobilbranche seit einigen Jahren schon mit einer Fertigungstiefe von ca. 25% gearbeitet wird, liegt die Fertigungstiefe im Bankensektor bei rund 70%. Diese Zahlen geben einen Hinweis auf die deutlichen Potentiale die vor allem im Bankensektor stecken. Wobei zu berücksichtigen ist, dass sich die Verwendung der industriellen Branchen als Benchmark, aufgrund ihrer Produkt und Leistungsunterschiede zum Bankensektor, nicht direkt eignen. Dennoch kann man die langjährigen Erfahrungen, die zweifelsohne in der Industrie bestehen, auf eine Vielzahl von bankspezifischen Prozessen anwenden. Ein weiterer Faktor, für die recht positiven Prognosen, die im Bezug auf Business Process Outsourcing getroffen werden, ist die Tatsache, dass sich rund 80% aller Kundenanfragen um recht einfache Transaktionen handeln, wie z.B. Überweisungen etc. Diese Finanzprozesse lassen sich sehr gut digitalisieren, bündeln, standardisieren und somit sehr gut outsourcen. Dieser Vorgang wird noch weiter durch die ständige Weiterentwicklung der IT-Systeme und der Informationstechnologie gefördert.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition von Outsourcing
2.2 Definition Business Process Outsourcing
2.3 Historie Outsourcing
3. Outsourcing im Bankensektor
3.1 Treiber des Outsourcings
3.1.1 Zunehmender Wettbewerb
3.1.2 Hoher Kostendruck
3.1.3 Hohe Anforderungen
3.1.4 Risikoreduzierung
3.2 Auslagerbare Bereiche
4. Sourcing-Portfolio der DZ BANK Gruppe
4.1 Porträt DZ BANK Gruppe
4.2 Rolle der DZ BANK AG im Netzwerk
4.3 Netzwerkpartner
4.3.1 dwpbank
4.3.2 Equens
4.3.3 FIDUCIA/ GAD
4.3.4 Attrax
5. Outsourcing der Wertpapierabwicklung am Beispiel des DZ BANK Fullservice
5.1 Phasen des Wertpapiergeschäfts
5.2 DZ BANK Fullservice
5.2.1 Beratung und Vertrieb
5.2.2 Frontend/ Multikanal-Plattform
5.2.3 Handel und Brokerage
5.2.4 Orderrouting/ Orderbearbeitung
5.2.5 Orderabrechnung
5.2.6 Clearing & Settlement
5.2.7 Depotservice & Custody
5.3 Chancen und Risiken
5.3.1 Chancen
5.3.2 Risiken
5.4 Präventive Auswahlhilfen zur Reduktion der Risiken
5.5 Entscheidung
6. Zukunftsaussichten und Potentiale
6.1 Fazit
Quellenverzeichnis
Bücher
Zeitschriftenaufsätze
Broschüren
Präsentationen
Internet
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Business Process Outsourcing (BPO) im Bankensektor?
BPO bezeichnet die Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse an externe Dienstleister, um Kosten zu senken und die Qualität durch Spezialisierung zu steigern.
Warum ist die Fertigungstiefe im Bankensektor so hoch?
Im Vergleich zur Industrie (ca. 25%) liegt die Fertigungstiefe bei Banken bei rund 70%, was auf einen hohen Nachholbedarf bei der Arbeitsteilung und großes Outsourcing-Potenzial hindeutet.
Welche Faktoren treiben das Outsourcing bei Banken voran?
Wesentliche Treiber sind der zunehmende Wettbewerb, hoher Kostendruck (z.B. durch die Subprimekrise), steigende Kundenanforderungen und das Ziel der Risikoreduzierung.
Welche Bankprozesse eignen sich besonders gut für BPO?
Einfache, standardisierbare Transaktionen wie Überweisungen, die rund 80% der Kundenanfragen ausmachen, lassen sich durch moderne IT-Systeme sehr gut digitalisieren und auslagern.
Welches Praxisbeispiel für Outsourcing wird in der Arbeit genannt?
Die Arbeit analysiert das Sourcing-Portfolio der DZ BANK Gruppe und das Beispiel der Wertpapierabwicklung über den DZ BANK Fullservice.
Welche Chancen bietet BPO für Finanzinstitute?
Neben der Kostenersparnis ermöglicht BPO den Banken, sich wieder verstärkt auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und von der Expertise spezialisierter Netzwerkpartner zu profitieren.
- Citation du texte
- Dietmar Pongratz (Auteur), 2008, Wandel im Bankensektor durch Business Process Outsourcing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194994