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Eine Ursachenforschung nach der Entstehung von Devianz anhand des Labeling Approachs

Titel: Eine Ursachenforschung nach der Entstehung von Devianz anhand des Labeling Approachs

Hausarbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Ines Noller (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Aufgrund des zunehmenden kriminellen Verhaltens junger Menschen wird die Frage nach den Ursachen für Delinquenz in der Gesellschaft immer gegenwärtiger. Viele Kriminalsoziologische Theoretiker befassen sich mittlerweile damit die Gründe der Täter zu untersuchen. Die konformen Gesellschaftsmitglieder möchten verstehen können was in den oftmals minderjährigen Tätern vor sich geht und was sie dazu bewegt so brutal zu handeln, wie es im Februar 2011 der Fall war. Am Berliner U-Bahnhof Lichtenberg wurde ein 30 jähriger Mann von Jugendlichen, im Alter zwischen 14 und 17 Jahren ins Koma geprügelt. Die jungen Täter hatten es auf die Wertgegenstände des Opfers abgesehen und schränkten ihre Gewalt auch dann nicht ein, als dieses bereits wehrlos am Boden lag.
Mit sozialpsychologischen Ansätzen versuchen nun viele Ansätze der Kriminalsoziologie die inneren Beweggründe der Täter zu ergründen. Im Folgenden soll jedoch die Entwicklung von Devianz im Allgemeinen, nach ihren Ursachen außerhalb des Individuums, mit Hilfe des Labeling Approachs untersucht werden. Dieser soziologisch relativ junge Ansatz der Ursachenforschung von abweichendem Verhalten, fasst den „Täter weniger als Subjekt denn als ein Wesen (…), dessen Verhalten letztlich ein Produkt von Zuschreibung ist“ , auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Abweichendes Verhalten

2.1 Die normativorientierte Definition

2.2 Die erwartungsorientierte Definition

2.3 Die sanktionsoientierte Definition

3 Die Theorie des Labeling Aproach zur Entstehung von Devianz

3.1 Der Etikettierungs- oder Reaktionsansatz

3.2 Primäre und sekundäre Devianz

3.3 Modell der abweichenden Karriere

3.4 Makro- und mikrosoziologische Prozessaspekte

4 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung von abweichendem Verhalten nicht durch individuelle Ursachen, sondern durch soziologische Zuschreibungsprozesse. Im Fokus steht dabei die Anwendung des Labeling Approachs, um zu erklären, wie Individuen durch Reaktionen ihrer sozialen Umwelt und Kontrollinstanzen in eine deviante Identität gedrängt werden.

  • Grundlagen des Begriffs Devianz und verschiedene Definitionsansätze
  • Die Entstehung von Devianz als sozialer Zuschreibungsprozess (Labeling)
  • Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Devianz
  • Das Modell der abweichenden Karriere nach Howard S. Becker
  • Makro- und mikrosoziologische Aspekte der sozialen Kontrolle und Stigmatisierung

Auszug aus dem Buch

3.2 Primäre und sekundäre Devianz

Indem er den Prozess der Zuschreibung wieder aufgreift, schließt sich Edwin M. Lemert 1951 an Tannenbaums Theorie der Entwicklung abweichenden Verhaltens an. Jedoch unterscheidet er bei besagtem Prozess zwischen primärer und sekundärer Devianz. Primäre Devianz ist jedoch für die weitere Theorie des Labeling Approachs relativ uninteressant. Sie umfasst Handlungen die von der sozialen Umwelt zwar als abweichend bezeichnet werden könnten, von dieser jedoch gar nicht wahrgenommen werden. Oder sie wird zwar als „unerwünscht, aber im Ganzen [als] unbedenklich definiert“24. Durch Normdefinitionen bestimmte, primäre Abweichung vom normkonformen Verhalten, ist in der Gesellschaft nicht selten und kann unterschiedliche Ursachen haben. Erst die „soziale Umwelt durch ihre Reaktion und Definition [bestimmt], ob die betreffende Person auch eine abweichende Rolle zugeschrieben bekommt“25, mit welcher sie sich dann auch zu identifizieren beginnt. Ist dies der Fall, spricht Lemert von sekundärer Devianz.

Ursachen für eine sekundäre Abweichung ist also allein die, aufgrund eines bestimmten Verhaltens vorgenommene Rollenzuschreibungen der sozialen Umwelt, als Abweicher.26 Wird beispielsweise eine ältere, gepflegte Dame beim Schwarzfahren erwischt, so werden der Kontrolleur und die anderer Passagiere von Vergesslichkeit ausgehen. Wird jedoch ein etwas ungepflegter alkoholisierter Mann mittleren Alters in der gleichen Situation ertappt, so wird ihn seine Umwelt sofort als Schwarzfahren etikettieren. Werden derartige Erfahrungen der Rollenzuschreibung von einer Person vermehrt gemacht, so wird sie diese mit der Zeit „akzeptieren und das Verhalten danach ausrichten“27. Von jemanden dessen gesamtes „Leben und Identität um den Sachverhalt der Devianz organisiert sind“28, spricht man als einem Devianten. Die soziale Verbindlichkeit der Definition als deviant, ist „Bedingung für die Veränderung Lebensweise und des Selbstverständnisses“29, des abweichend Handelnden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kriminalsoziologie ein und stellt den Labeling Approach als theoretisches Instrument zur Erklärung abweichenden Verhaltens vor.

2 Abweichendes Verhalten: Hier werden zentrale Definitionen von Devianz (norm-, erwartungs- und sanktionsorientiert) diskutiert, um den Begriff soziologisch präzise zu fassen.

3 Die Theorie des Labeling Aproach zur Entstehung von Devianz: Das Hauptkapitel erläutert zentrale Konzepte der Labeling-Theorie, darunter den Etikettierungsansatz, das Modell der sekundären Devianz und das Karrieremodell nach Becker.

4 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung reflektiert die Anwendbarkeit der Theorie auf reale Fälle und betont die Grenzen des Labeling-Ansatzes bei der Erklärung extremer Brutalität.

Schlüsselwörter

Labeling Approach, Devianz, abweichendes Verhalten, soziale Zuschreibung, primäre Devianz, sekundäre Devianz, Stigmatisierung, Normsetzung, Normanwendung, Karrieremodell, soziale Kontrolle, Interaktion, Rollenzuschreibung, Kriminalsoziologie, Definitionsprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Untersuchung der Entstehung von abweichendem Verhalten und nutzt dafür den sogenannten Labeling Approach.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Definition von Devianz, die Bedeutung der sozialen Reaktion für die Identitätsbildung eines Abweichlers sowie die Mechanismen der Rollenzuschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass abweichendes Verhalten nicht zwingend aus dem Individuum selbst entspringt, sondern durch Zuschreibungsprozesse der sozialen Umwelt entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenführung verschiedener kriminalsoziologischer Ansätze, insbesondere des Labeling Approachs.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Devianz, das Modell der abweichenden Karriere nach Becker sowie makro- und mikrosoziologische Prozessaspekte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Labeling Approach, Devianz, Stigmatisierung, soziale Kontrolle, Rollenzuschreibung und Karrieremodell.

Welche Rolle spielt die "sekundäre Devianz" in diesem Modell?

Sekundäre Devianz beschreibt das Stadium, in dem eine Person die ihr zugeschriebene Rolle als "Abweichler" akzeptiert und ihr Verhalten und ihre Identität dauerhaft danach ausrichtet.

Warum unterscheidet der Autor zwischen "Normsetzung" und "Normanwendung"?

Die Unterscheidung verdeutlicht, dass allein die Existenz einer Norm nicht ausreicht, um jemanden als deviant zu definieren; erst die selektive Anwendung dieser Norm auf konkrete Individuen durch die soziale Umwelt führt zum Stigmatisierungsprozess.

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Details

Titel
Eine Ursachenforschung nach der Entstehung von Devianz anhand des Labeling Approachs
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,7
Autor
Ines Noller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V195132
ISBN (eBook)
9783656208129
ISBN (Buch)
9783656208556
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine ursachenforschung entstehung devianz labeling approachs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ines Noller (Autor:in), 2011, Eine Ursachenforschung nach der Entstehung von Devianz anhand des Labeling Approachs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195132
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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