Die Relevanz der Idee der nachhaltigen Entwicklung für die berufliche Bildung


Hausarbeit, 2009

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Agenda

1. Vorbemerkung

2. Didaktik
2.1 Didaktik im Wandel der Zeit
2.2 Bildungstheoretische Modelle und ihre Repräsentanten

3. Nachhaltigkeit
3.1 Der Begriff Nachhaltigkeit und seine Historie
3.2 Kerngedanken der Idee einer nachhaltigen Bildung

4. Berufliche Bildung
4.1 Der Beruf und sein Stellenwert
4.2 Bedeutung der Idee der nachhaltigen Entwicklung für die berufliche Bildung
4.3 Möglichkeiten der Fortführung von Bildungsvorstellungen unter dem Aspekt der nachhaltigen Entwicklung in der beruflichen Bildung
4.4 Theoretische Probleme und Schwachstellen bei der Integration der Idee der nachhaltigen Entwicklung in die berufliche Bildung

5. Resümee

6. Literaturverzeichnis

1. Vorbemerkung

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück“

Laozi

Fast jeder kennt dieses alte chinesische Sprichwort oder hat es zumindest schon einmal gehört. Würde man versuchen diesem Sprichwort etwas Nachhaltigkeit „einzuhauchen“, so wäre man zunächst hocherfreut, dass es überhaupt noch Ströme gibt. Wir gehen weiter davon aus, dass diese biologisch einwandfrei sind. Weiter müsste man den Punkten: „Wer“ lernt „Wie“ und „Warum“ gegen den Strom zu rudern, aus jedem Blickwinkel betrachtet eine vollständige und allumfassende Erläuterung geben können. Zum letzten wäre noch die Frage „Wohin“ treibt man eigentlich zurück und „Wie“ können wir den Zustand des Stromes erhalten. All diese Fragen stehen plötzlich unter dem Aspekt der Betrachtungsweise der Nachhaltigkeit im Raum und man erahnt die enorme Komplexität dieser Thematik.

In meiner Hausarbeit möchte ich versuchen die Relevanz der Idee der nachhaltigen Entwicklung für die berufliche Bildung zu erläutern. Über die Geschichte der Didaktik und die Entstehung verschiedener bildungstheoretischer Modelle im ersten Teil der Arbeit möchte ich im zweiten Abschnitt den Begriff Nachhaltigkeit und seine Geschichte sowie den Kerngedanken der Idee einer nachhaltigen Bildung charakterisieren. Der Beruf und sein Stellenwert, die mögliche Fortführung von Bildungsvorstellungen sowie Bedeutung der Idee der nachhaltigen Entwicklung für die berufliche Bildung soll untersucht und Schwachstellen oder Probleme aufgezeigt werden. Im Resümee möchte ich noch einmal persönliche Gedankengänge und Schlussfolgerungen darlegen.

2. Didaktik

2.1 Die Didaktik im Wandel der Zeit

Didaktik wird vom griechischen Wort „didaskein“ abgeleitet und bedeutet: lehren, unterrichten, klar auseinandersetzen. Es befasst sich mit der allgemeinen Wissenschaft und Lehre vom Lehren und Lernen und zählt zu den Disziplinen der Pädagogik.[1] Im pädagogischen Sinne taucht das Wort erstmalig nachweisbar im 17. Jahrhundert auf und zwar indem Zusammenhang von Bestrebungen der „didaktischen Reformbewegung“. (Didactica magna 1657, Amos Comenius)[2]

Die erste vorläufige Definition für den Begriff „Didaktik“ wird von Siegfried Bernfeld geäußert. Bernfeld definiert Didaktik „im Sinne von Unterrichtslehre“[3]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde durch Erich Weniger eine neue Diskussion zum diesem Thema entfacht. Weniger bezeichnet die Didaktik als „Theorie der Bildungsinhalte und des Lehrplanes“.[4]

Nach Werner Jank und Hilbert Meyer befasst sich die Didaktik mit der Frage: „Wer? Was? Vom wem? Wie? Womit und wozu lernen soll?“ Didaktik wird verbunden mit „Theorie und Praxis des Lehren und Lernens“.[5]

Neben lerntheoretischer -, informationstheoretischer- kybernetische, konstruktivistische und kommunikative Didaktik zählt die bildungstheoretische Didaktik zu den ältesten didaktischen Formen. Diese enthält „ein Konzept der Unterrichtsvorbereitung auf der Grundlage einer „Theorie der Bildung“[6].

Da die Didaktik auf die Theorie der Bildung zurückzuführen ist, knüpft ihr Ansatz gleichzeitig an einem humanistischen Bildungsbegriff an. „Bildungstheoretische Didaktik wählt demzufolge den Begriff der Bildung zu ihrer zentralen Kategorie, weil er als unerlässlich angesehen wird, die pädagogische Intentionalität als solche auszudrücken und damit den Maßstab zu liefern, mit dem die Didaktik die ihr gestellten Aufgaben zu lösen hat.“[7]

Der Bildungsbegriff verweist auf ein Menschenbild, das schon Jean – Jacques Rousseau, Johann Heinrich Pestalozzi, Friedrich D.E. Schleichermacher, Johann Friedrich Herbart und vor allem Wilhelm von Humboldt verwendeten. „Bildung bedeutet danach: Freiheit, Selbstbestimmung, Autonomie, Mündigkeit, praktizierte Solidarität mit dem Schwächeren in der Gesellschaft und Gestaltung eines demokratischen Zusammenlebens.“[8] Im Bildungsbegriff finden sich die kulturellen Werte des Abendlandes wieder, die durch Bildung und Erziehung an die Folgegeneration weiter vermittelt werden. „Der Bildungsbegriff ist also eine regulative Idee für die Gestaltung von Prozessen des Lehren und Lernens.[9] Somit wird ein Maßstab gesetzt der ausschlaggebend darüber ist welche Inhalte gelehrt werden sollen oder eher auszublenden sind.[10]

2.2 Bildungstheoretische Modelle und ihre Repräsentanten

Die allgemeine Kennzeichnung bildungstheoretischer Modelle gliedert sich in vier Punkten auf.

1) Ausgangspunkt bei der Erziehungswirklichkeit (Lehrgefüge und sein Bedingungen)
2) Begriffsbildung in Fühlung mit der Praxis und Ihren Intentionen
3) Durchgängige geschichtliche Auffassung von Wirklichkeit und Praxis
4) Vorraussetzung der Komplexität: Verzicht auf Ableitungsversuche aus wenigen obersten Prinzipien, Axiomen oder Grundwahrheiten

Diese vier Gesichtspunkte formen den bis heute gebliebenen Grundaufbau, der „…vereinzelt verbessert oder kritisch eingegrenzt wurde von stärker philosophischen orientierten Richtungen“.[11]

Wolfgang Klafki, Erich Weniger, Eduard Spranger sowie Herwig Blankertz zählen unter anderem zu den großen Repräsentanten der Bildungstheoretischen Didaktik.

Die pädagogische Idee nach Rousseau

„Wollte man alle Erzieher und Pädagogen aufzählen, die durch die Lehren Rousseaus beeinflusst worden sind, dann hätte man die Geschichte der ganzen modernen Pädagogik zu schreiben.“[12]

Jean – Jacques Rousseaus (geb. 28. Juni 1712 – 2. Juli 1778) war als Schriftsteller, Philosoph, Naturforscher, Komponist und Pädagoge tätig.

Rousseaus beschäftigte sich mit der Grundfrage nach der „Natur des Menschen“. Er geht davon aus, dass alle Eigenschaften eines Menschen im Laufe der „Menschheitsentwicklung“ erlernt werden und die jeder junge Mensch erlernen muss um in der zivilisierten Gesellschaft überleben und bestehen zu können. Rousseau ist der Auffassung dass ein so genannter „vorgesellschaftlicher Naturzustand des Menschen“[13] vorhanden ist und bezeichnet die Entwicklung des Menschen „vom Naturwesen zum Gesellschaftswesen“[14].

In seinem pädagogischen Hauptwerk „Emile oder über die Erziehung“, indem Rousseau zum ersten Mal die Erziehung „als einen eigenen Gegenstand“ thematisiert[15], wird die pädagogische Idee nicht als ein einheitlich in sich geschlossenen Systems dargestellt, sondern Rousseau trägt sie in einem offenen Philosophieren voller Paradoxien vor.

„…nicht mehr wie seine Vorgänger theoretische als einen Annex von Philosophie oder Theologie und inhaltlich- praktisch nicht mehr von irgendeiner religiösen oder politisch-gesellschaftlichen Funktion her,…“[16]

Die Aufgabe der Erziehung nach Rousseau soll „den natürlichen Menschen in Kultur und Gesellschaft einführen, ohne dass er seine Identität verlustig geht, und sie soll ihm zu einer Identität verhelfen,…“[17]

Rousseau arbeitete drei nebeneinander stehende Modelle aus:

1. Modell der öffentlichen Erziehung
2. Modell der natürlichen Erziehung
3. Modell der eigentlichen Erziehung

Seine Herausbildung toleranter und psychologischer Erziehungstheorien führte zu neuen Methoden der Kindererziehung und beeinflusste Pädagogen wie Johann Heinrich Pestalozzi. Rousseaus persönlicher Ansatz wirkte auf das Denken von Schriftstellern wie J.G. von Herder, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Seine politischen Überlegungen wirkten vor allem auf Immanuel Kant.

[...]


[1] Der Brock Haus, 2000, Weltbildverlag GmbH, 3 Bände Sonderauflage

[2] Blankertz, H., 1969: Theorien und Modelle der Didaktik

[3] Blankertz, H., 1969: Theorien und Modelle der Didaktik

[4] Blankertz, H., 1969: Theorien und Modelle der Didaktik

[5] Meyer, H., 1994: Didaktische Modelle

[6] Rebmann, K./Tenfelde, W./Uhe, E.: 2005, Berufs- und Wirtschaftspädagogik

[7] Blankertz, H., 1969: Theorien und Modelle der Didaktik

[8] Rebmann, K./Tenfelde, W./Uhe, E.: 2005, Berufs- und Wirtschaftspädagogik

[9] Rebmann, K./Tenfelde, W./Uhe, E.: 2005, Berufs- und Wirtschaftspädagogik

[10] Vgl. Rebmann, K./Tenfelde, W./Uhe, E.: 2005, Berufs- und Wirtschaftspädagogik

[11] Blankertz, H., 1969: Theorien und Modelle der Didaktik

[12] Davidson, T./ Butler, N.-M.:1970: Rousseau and Education According to Nature

[13] Böhm, W., 2004, 2.Auflage: Geschichte der Pädagogik

[14] Böhm, W., 2004, 2.Auflage: Geschichte der Pädagogik

[15] Böhm, W., 2004, 2.Auflage: Geschichte der Pädagogik

[16] Böhm, W., 2004, 2.Auflage: Geschichte der Pädagogik

[17] Böhm, W., 2004, 2.Auflage: Geschichte der Pädagogik

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Relevanz der Idee der nachhaltigen Entwicklung für die berufliche Bildung
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V195192
ISBN (eBook)
9783656209805
ISBN (Buch)
9783656210146
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
relevanz, idee, entwicklung, bildung
Arbeit zitieren
Katrin Schmidt (Autor), 2009, Die Relevanz der Idee der nachhaltigen Entwicklung für die berufliche Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195192

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