Bei der Silberamphore von Čertomlyk handelt es sich um eine silberne Vase die sowohl mit figürlichen Friesen als auch mit vegetabilen und ornamentalen Verzierungen geschmückt ist.
Das Interessante an den Verzierungen ist das Mittelfries mit den figürlichen Darstellungen von Menschen und Pferden. Über die Darstellungen und die Bedeutung dieses Figurenfrieses gibt eines eine Vielzahl von Interpretationsansätzen. So zum Beispiel von Ivan E. Zabelin , L. Stephani, Lappo-Danilevskij, I. Tolstoj und N. Kondakov, D. A. Mačinskij und von A. V. Simonenko. Im folgenden Text werde ich die Amphore genauer beschreiben und auf die Interpretationsansätze der genannten Personen eingehen. Trotz der Vielzahl der Theorien kann man bei keiner mit Sicherheit sagen, ob sie der Wahrheit oder dem Gedanken des Künstlers entspricht. Für eine festgelegte Meinung zu dem Mittelfries der Amphore fehlen zu viele Einzelheiten, wie die Seile, die von den Skythen benutzt wurden um die Pferde zu halten. Wären diese noch vorhanden, wäre die Interpretation sicherlich eindeutiger und würde nicht einen so großen Deutungsspielraum zulassen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HAUPTTEXT
3. ZUSAMMENFASSUNG
4. ANHANG
4.1 BIBLIOGRAFIE
4.2 BILDANHANG
4.2 BILDNACHWEIS
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Deutung der figürlichen Darstellungen auf der silbernen Amphore aus dem Kurgan von Čertomlyk auseinander, um die Bedeutung der Szenen im soziokulturellen Kontext der skythischen Nomaden zu ergründen.
- Archäologische Beschreibung und technische Analyse der Silberamphore
- Darstellung des Fundkontextes im Kurgan von Čertomlyk
- Gegenüberstellung verschiedener wissenschaftlicher Interpretationsansätze zum Figurenfries
- Untersuchung der Bedeutung von Pferden und deren Ausbildung bei den Skythen
Auszug aus dem Buch
2. Haupttext:
Čertomlyk liegt in der heutigen Ukraine im nördlichen Schwarzmeerraum. Der Ort liegt am Fluss Dnepro (Abb. 1). Heute ist dort ein künstlich angelegter Stausee2, an dem sich auch die nächst größere Stadt Nekropol‘ befindet. Sie ist ungefähr 30 km von Čertomlyk entfernt. Die ursprüngliche Bezeichnung der Anwohner für den Kurgan war Tolstaja Mogila, was so viel heißt wie ,,dicker Grabhügel‘‘3. Diese Bezeichnung für einen Grabhügel war jedoch keine Besonderheit. Von 1862 bis 1863 untersuchte Ivan E. Zabelin teilweise den Kurgan. Die späteren Nachuntersuchungen fanden zwischen 1979 und 1986 statt. Bis heute steht jedoch eine Untersuchung des gesamten Fundkomplexes aus.
Der Grabhügel war ungefähr 20 Meter hoch, in dessen Zentrum sich das Zentralgrab befindet. Durch einen Schacht gelangte man in die vier Kammern, die an den Ecken in den Boden des Schachtes getrieben wurden. Die königliche Beisetzung, die sich in diesem Grab befand, war bereits durch den Raubschacht geplündert, mit Ausnahme der kaschierten Nischen, die in die Wände der Kammern eingelassen waren und als Versteck dienten.
In der Kammer, durch die der Gang in die Hauptbestattung führte, wurde die Königin (oder auch Konkubine) des Herrschers und ein bewaffneter Diener bestattet. Dieser Raum wird in der Literatur als ,,Kammer 4‘‘ oder ,,Nordwestkammer‘‘4 (Abb. 2) bezeichnet. Diese Kammer 4 ist die Verlängerung von Kammer 5 und verbindet diesen mit einem Abstiegsschacht. Die Hauptbestattung der Nordwestkammer, also die der Frau, lag längs der Südwand und war West-Ost ausgerichtet. Knapp eineinhalb Meter nördlich von der Frau lag die Begleitperson. Nördlich von dieser standen, längs der Kammerwände vom Durchgang bis zum Abstiegsschacht, dreizehn Amphoren. Diese wurden teilweise vom zusammengestürzten Gewölbe zerdrückt. Daran anschließend, gleich neben dem Durchgang, stand die berühmte silberne Amphore von Čertomlyk (Kat. Nr 91)5. Alle Funde aus dem Kurgan wurden 1864 der Eremitage übergeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einleitung in das Thema der silbernen Amphore, ihrer Verzierungen und die wissenschaftliche Problematik der Interpretation des Figurenfrieses.
2. HAUPTTEXT: Beschreibung des Fundortes Čertomlyk, der Entdeckung sowie eine detaillierte technische und ikonographische Analyse der Amphore und ihrer Interpretationsgeschichte.
3. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der verschiedenen Thesen und die Feststellung der zentralen Bedeutung des Pferdes im Alltag der Skythen.
4. ANHANG: Auflistung der verwendeten Literatur, bildliche Dokumentation der Funde und die entsprechenden Nachweise.
Schlüsselwörter
Silberamphore, Čertomlyk, Kurgan, Skythen, Steppenvölker, Figurenfries, Archäologie, Eisenzeit, Pferdezucht, Interpretationsansätze, Ziselierung, Basma-Technik, Nordwestkammer, Stausee, Grabbeigaben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Analyse der Silberamphore aus dem Kurgan von Čertomlyk, insbesondere der Interpretation der darauf abgebildeten Figurenfriese.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Archäologie skythischer Grabhügel, die antike Metallverarbeitung und die Interpretation soziokultureller Praktiken (hier: Pferdezucht/Dressur) durch ikonographische Quellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Darstellungen auf der Amphore zu beschreiben und die verschiedenen wissenschaftlichen Deutungsansätze kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine archäologisch-kunsthistorische Beschreibung, vergleichende Analysen antiker Funde und eine Auswertung der bestehenden Fachliteratur zu den Interpretationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Einbettung des Fundortes, die Beschreibung des Kurgans, die technischen Details der Amphorenfertigung und eine detaillierte Analyse der einzelnen Szenen des Figurenfrieses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Silberamphore, Čertomlyk, Skythen, archäologische Analyse, Pferdedressur, Grabkomplex.
Was unterscheidet die „Mittelszene“ von den anderen Darstellungen?
Sie gilt als die interessanteste und diskussionswürdigste Szene, da sie vier Männer und ein Pferd in einer komplexen Interaktion zeigt, deren exakte Natur in der Forschung umstritten ist.
Warum ist die Interpretation der „Seilstellung“ in der Forschung so wichtig?
Die Art und Weise, wie die Seile um das Pferd geführt werden, dient den Forschern als primäres Indiz, um zu entscheiden, ob die Szene ein „Niederwerfen“, „Kastrieren“ oder ein „Dressurmanöver“ darstellt.
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- Anne Schwarz (Autor), 2009, Denkmäler der eurasischen Nomadenkulturen in der Eisenzeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195331