Die Umsetzung des Lernfeldkonzeptes für den Ausbildungsberuf „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“ in Sachsen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Das Lernfeld als Verbindung von Handlungs- und Fachsystematik
2.1 Das Lernfeldkonzept
2.2 Handlungsfelder in IT- und Medienberufen
2.3 Kurzcharakteristik des Ausbildungsberufes „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“ in Sachsen
2.4 Lernfelder des Ausbildungsberufes „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“

3 Die Organisation des Unterrichtes als Erfolgsfaktor des Lernfeldkonzeptes
3.1 Organisation der Rahmenbedingungen in der Schule
3.2 Zusammenarbeit der Lehrkräfte

4 Planung und Durchführung des Unterrichts
4.1 Unterrichtsplanung
4.2 Durchführung des Unterrichtes
4.3. Gruppenunterricht
4.5 Beispiel eines Lernfeldes mit Lernsituationen

5 Leistungsbewertung und Prüfungen
5.1 Zeugnisse und Leistungsnachweise
5.2 Zwischenprüfung
5.3 Die Abschlussprüfung
5.4 Evaluationsergebnisse

Quellenangaben

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Neukonzeptionen der Fachrichtungen im „ Ausbildungsberuf Mediengestalter Digital und Print“ Bildquelle: Zentralfachausschuss Berufsbildung Druck und Medien

Abbildung 2: Stundentafel des Ausbildungsberufes „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“ für die Klassenstufen 1 bis 3. Bildquelle: Sächsisches Ministerium für Kultus (2001)

Abbildung 3: Fachsystematik vs. Handlungssystematik. Bildquelle: Sächsisches Ministerium für Kultus (2001)

Abbildung 4: Beispiel eines Lernfeldes. Bildquelle: Sächsisches Ministerium für Kultus (2001)

Abbildung 5: Abschlussprüfung - Durchführungsbeispiele. Bildquelle: Zentral- Fachausschuss Berufsbildung

Abbildung 6: Einschätzung einzelner Elemente der Abschlussprüfung. Bildquelle: Zentral- Fachausschuss Berufsbildung

Abbildung 7: Zeit für die praktische Prüfung. Bildquelle: Zentral-Fachausschuss Berufsbildung

Abbildung 8: Einschätzung des Verhältnisses von Aufwand zu Aussagekraft der praktischen Prüfung. Bildquelle: Zentral-Fachausschuss Berufsbildung

Abbildung 9 Eischätzung des Verhältnisses von Aufwand zu Aussagekraft der theoretischen Prüfung. Bildquelle: Zentral-Fachausschuss Berufsbildung

1 Problemstellung

Die Entwicklung zahlreicher neuer Berufsbilder insbesondere in den IT- und Medienberufen ist gravierenden Änderungen ausgesetzt, denen Entscheidungsträger, Berufsschullehrer und Trainer nur neue Konzepte und Maßnahmen entgegensetzen können. An die Stelle von wissenschaftssystematischen Fächern treten aus beruflichen Handlungsprozessen entwickelte Lernfelder.

Zu den 1998 neu geschaffenen, bzw. neu geordneten

- Medienberufen gehören insbesondere:
- Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien
- Fachangestellte) für Medien- und Informationsdienste
- Mediengestalter/in für Bild und Ton
- Verlagskaufmann/-kauffrau
- Kaufmann/Kauffrau für audiovisuelle Medien.

Zur „Familie“ der Informations-und Telekommunikationsberufe gehören:

- Informations- und Telekommunikationssystem-Elektroniker/in, Fachinformatiker/in
- Fachrichtung: Anwendungsentwicklung
- Fachrichtung: Systemintegration,
- Informatikkaufmann/-kauffrau

Informations- und Telekommunikationssystem- Kaufmann/Kauffrau (Krenz & Meyer & Werner 2004, S.141).

Als größte Herausforderung in den Bereichen dieser Ausbildungsberufe können genannt werden:

Medienberufe sind in besonderer Weise von der rasanten Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien betroffen. Web- Technologien und E-Business stellen momentan die bedeutendsten Wachstumsfelder dar.

Adäquat dazu beginnt eine Vergrößerung der betrieblichen Ausbildungskapazitäten für Medienberufe.

Daraus ergibt sich ein erhöhter Bedarf an qualifizierten Trainern und Ausbildern (vgl. Tiemeyer & Schulte 2002, S.2).

Die Kultusministerkonferenz macht folgende Vorgabe:

„Die Rahmenlehrpläne der Kultusministerkonferenz sind nach Lernfeldern strukturiert.Lernfelder sind durch Ziel, Inhalte und Zeitrichtwerte beschriebene thematische Einheiten,die an berufliche Aufgabenstellungen und Handlungsfeldern orientiert sind und denGeschäfts- und Arbeitsprozess reflektieren. Aus der Gesamtheit aller Lernfelder ergibt sichder Beitrag der Berufsschule zur Berufsqualifikation. In besonderen Fällen können innerhalb von Lernfeldern Themenbereiche unter fachwissenschaftlichen Gesichtspunkten vorgesehenwerden. In jedem Fall ist auch für solche Einheiten der Zusammenhang mit demArbeitsprozess deutlich zu machen. Damit stellt das Lernfeldkonzept gegenüber demfächerstrukturierten Unterricht für den Handelnden eine Veränderung der Perspektive dar(Sekretariat der Kultusministerkonferenz, 2007).“

Das Konzept der Handlungsorientierung und die offenen Lehrpläne stehen hier im Vordergrund. Durch die so entstandenen Freiräume bieten sich Chancen für die Akteure, aber auch Erfordernisse um diese Räume letztendlich mit Inhalten zu füllen. Hierbei ist es wichtig, dass die verschiedenen Lernorte miteinander kooperieren und entsprechende Verfahren der Abstimmung und der Zusammenarbeit entwickelt werden. Zu den Vorzügen, die sich dabei entwickeln können gehören eine praxisnahe Ausgestaltung der Lehrpläne und eine exaktere Verteilung der Schwerpunktaufgaben zwischen den Bildungsakteuren. Eines der Hauptziele der Berufsschule ist es, die Handlungskompetenz der Auszubildenden zu fördern und somit die Bereitschaft des Auszubildenden sich in gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Situationen professionell, bewusst und sozial zu verhalten (vgl. Tiemeyer & Schulte 2002, S.2). Weiterhin hat die Berufsschule zum Ziel, die berufliche Flexibilität zu fördern, die Bereitschaft zur beruflichen Fortbildung zu wecken und die Fähigkeit zur individuellen Lebensgestaltung zu fördern (vgl. KMK 2007, S.9).

Die Berufsschule muss zur Erreichung dieser Ziele:

- den Unterricht in einer Form darbieten, die Handlungsorientierung betont;
- berufs- und berufsfeldübergreifende Qualifikationen vermitteln und dabei notwendige Spezialisierungen berücksichtigen;
- um unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen gerecht werden, ein differenziertes und flexibles Bildungsangebot gewährleisten;
- Einblicke in verschiedene Formen von Berufstätigkeit vermitteln, einschließlich unternehmerischer Selbstständigkeit, um so eine selbstverantwortliche Zukunftsplanung zu unterstützen;
- Behinderte und Benachteiligte im Rahmen ihrer Möglichkeiten umfassend stützen und fördern.
- auf die Umweltbedrohungen und Unfallgefahren hinweisen, die bei der Berufsausübung und der privaten Lebensführung auftreten können (ebd. S.10).

Diese Ziele sind auf die Entwicklung von Handlungskompetenz ausgerichtet, diese Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen Fachkompetenz, Humankompetenz und Sozialkompetenz.

Fachkompetenz bezeichnet auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme selbstständig, zielorientiert, sachgerecht und methodengeleitet zu lösen.

Humankompetenz bezeichnet die Fähigkeit die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu analysieren, zu rekapitulieren und zu bewerten, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und weiterzuentwickeln. Dazu gehören vor die Entwicklung durchdachter Wertvorstellungen.

Sozialkompetenz ist die Bereitschaft und die Fähigkeit soziale Beziehungen zu gestalten und zu leben. Dabei insbesondere die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität (ebd. S.11).

2 Das Lernfeld als Verbindung von Handlungs- und Fachsystematik

2.1 Das Lernfeldkonzept

Bereits mit Beginn der 1990-er Jahre erwies sich der der Handlungsorientierte Unterricht in deutschen Berufsschulen als Zukunftsfähige Methode. Dieser an die Leittextmethode angelehnte Ansatz begründete sich mit dem von den Betrieben erhobenen Anspruch der Förderung von Schlüsselqualifikationen. Durch die Etablierung in der Praxis und mit zunehmender Differenzierung entfaltete sich ein eigenes Konzept, dass sich fächerübergreifend darstellt und sich mit komplexen beruflichen Problemstellungen befasst, welche von den Auszubildenden zunächst theoretisch erschlossen und dann praktisch umgesetzt werden müssen (Tenberg 2006, S.66).

Im Jahre 1995 mit der Entscheidung des Ausschusses Berufliche Bildung der Kultusministerkonferenz (KMK), eine Neustrukturierung der der Rahmenlehrpläne für die Berufsschule durchzuführen taten sich für die Mitglieder der Rahmenplanausschüsse neue Herausforderungen auf: es musste ein neues, nur umrissenes Konzept so konkretisiert werden, das die Lernfelder im Schulalltag bestehen können (Bader 2004, S.11).

In der KMK-Handreichung werden folgende Grundsätze zur Gestaltung von Lernprozessen in der Berufsschule vorgegeben:

"Lernen in der Berufsschule vollzieht sich grundsätzlich in Beziehung auf konkretes,berufliches Handeln sowie in vielfältigen gedanklichen Operationen, auch gedanklichemNachvollziehen von Handlungen anderer. Dieses Lernen ist vor allem an die Reflexion der Vollzüge des Handelns (des Handlungsplans, des Ablaufs, der Ergebnisse) gebunden. Mitdieser gedanklichen Durchdringung beruflicher Arbeit werden die Voraussetzungen für dasLernen in und aus der Arbeit geschaffen. Dies bedeutet für den Rahmenlehrplan, dass dieBeschreibung der Ziele und die Auswahl der Inhalte berufsbezogen erfolgen. Auf derGrundlage lerntheoretischer und didaktischer Erkenntnisse werden in einem pragmatischen

Ansatz für die Gestaltung handlungsorientierten Unterrichts folgende Orientierungspunktegenannt:

- Didaktische Bezugspunkte sind Situationen, die für die Berufsausübung bedeutsam sind(Lernen für Handeln).
- Den Ausgangspunkt des Lernens bilden Handlungen, möglichst selbst ausgeführt oder aber gedanklich nachvollzogen (Lernen durch Handeln).
- Handlungen müssen von den Lernenden möglichst selbständig geplant, durchgeführt,überprüft, ggf. korrigiert und schließlich bewertet werden.
- Handlungen sollten ein ganzheitliches Erfassen der beruflichen Wirklichkeit fördern, z.B.technische, sicherheitstechnische,ökonomische, rechtliche,ökologische, soziale Aspekte einbeziehen.
- Handlungen müssen in die Erfahrungen der Lernenden integriert und in Bezug auf ihre gesellschaftlichen Auswirkungen reflektiert werden.
- Handlungen sollen auch soziale Prozesse, z. B. der Interessenerklärung oder derKonfliktbewältigung, einbeziehen.

Handlungsorientierter Unterricht ist ein didaktisches Konzept, das fach- undhandlungssystematische Strukturen miteinander verschränkt. Es lässt sich durchunterschiedliche Unterrichtsmethoden verwirklichen." (KMK 2000, S. 10)

Lernfelder stellen sich als aufbereitete Handlungsfelder dar, die nicht mehr Unterrichtsfächer, sondern konkrete Handlungssituationen als Ordnungssystem des Lehrplanes voranstellen, ohne sich jedoch in besonderen Fällen die Systematisierung von thematischen Einheiten auszuschließen. Hierbei stellt sich eine deutliche Verschiebung von der Fachsystematik zur Handlungssystematik dar (Kremer 2003, S.2)

2.2 Handlungsfelder in IT- und Medienberufen

Die speziellen Handlungsfelder der IT- und Medienberufe können vorrangig durch zwei Momente beschrieben: das Einsatzgebiet und die auszuführenden Tätigkeiten. Für alle ITund Medienberufe werden die Felder folgendermaßen beschrieben:

IT- und Medienfachleute sind tätig

- bei Softwarefirmen aller Größen und Fachsparten,
- bei Computerherstellern (Personal-Computer, Client-Server-Systeme, Terminalsysteme),
- bei Herstellern von Telekommunikationsprodukten und Betreibern von Datennetzen,
- bei Verlagen, die Multimedia-Produkte vermarkten,
- bei Mobilfunkherstellern, Netzbetreibern und Telefongesellschaften
- in Zentralen Datenverarbeitungsabteilungen von IT-Anwenderunternehmen
- in Systemhäusern und Rechenzentren von Handel-Industrie und Verwaltung
- in Studios und Büros von Verlagen, Grafikbetrieben und Multimedia-Agenturen. Sie arbeiten im Team mit verschiedenen Fachkräften aus dem Medienbereich.

[...]

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Details

Titel
Die Umsetzung des Lernfeldkonzeptes für den Ausbildungsberuf „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“ in Sachsen
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Berufs- und Betriebspädagogik)
Veranstaltung
Lernen in Lernfeldern
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
30
Katalognummer
V195395
ISBN (eBook)
9783656215332
ISBN (Buch)
9783656216407
Dateigröße
947 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernfeldkonzept
Arbeit zitieren
Dirk Adam (Autor), 2012, Die Umsetzung des Lernfeldkonzeptes für den Ausbildungsberuf „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“ in Sachsen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195395

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