Die Entwicklung zahlreicher neuer Berufsbilder insbesondere in den IT- und Medienberufen
ist gravierenden Änderungen ausgesetzt, denen Entscheidungsträger, Berufsschullehrer
und Trainer nur neue Konzepte und Maßnahmen entgegensetzen können. An die Stelle
von wissenschaftssystematischen Fächern treten aus beruflichen Handlungsprozessen
entwickelte Lernfelder.[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Das Lernfeld als Verbindung von Handlungs- und Fachsystematik
2.1 Das Lernfeldkonzept
2.2 Handlungsfelder in IT- und Medienberufen
2.3 Kurzcharakteristik des Ausbildungsberufes „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“ in Sachsen
2.4 Lernfelder des Ausbildungsberufes „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“
3 Die Organisation des Unterrichtes als Erfolgsfaktor des Lernfeldkonzeptes
3.1 Organisation der Rahmenbedingungen in der Schule
3.2 Zusammenarbeit der Lehrkräfte
4 Planung und Durchführung des Unterrichts
4.1 Unterrichtsplanung
4.2 Durchführung des Unterrichtes
4.3. Gruppenunterricht
4.5 Beispiel eines Lernfeldes mit Lernsituationen
5 Leistungsbewertung und Prüfungen
5.1 Zeugnisse und Leistungsnachweise
5.2 Zwischenprüfung
5.3 Die Abschlussprüfung
5.4 Evaluationsergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Implementierung und Organisation des Lernfeldkonzepts im sächsischen Ausbildungsberuf "Mediengestalter für Digital- und Printmedien". Der Fokus liegt dabei auf der Verzahnung von beruflicher Handlungssystematik und schulischer Wissensvermittlung sowie der Analyse von Evaluationsergebnissen zu den durchgeführten Prüfungsmodellen.
- Grundlagen des Lernfeldkonzepts und der Handlungsorientierung
- Organisatorische Anforderungen an Schulen und Lehrkräfteteams
- Didaktische Planung und Durchführung handlungsorientierten Unterrichts
- Besonderheiten und Herausforderungen des Gruppenunterrichts
- Evaluation der Zwischen- und Abschlussprüfungen
Auszug aus dem Buch
4.3. Gruppenunterricht
Gruppenunterricht als spezielle Form erfordert zum einen, dass sich die Lernenden in Kleingruppen organisieren und zum anderen dass sie eigenständig arbeiten und lernen. Durch den hohen Grad an Schüleraktivierung wird eine hohe Intensität bei der Durchführung der Lernaufgaben erreicht. Dies hat eine nachhaltige Lernwirkung bei fachlichen Inhalten zur Folge und bei übergeordneten Lernzielen wie Selbstständigkeit, personaler und sozialer Kompetenzen, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Problemlösefähigkeit. Durch die Bewertung als Gruppenleistung bieten sich hier zusätzliche Lernchancen zur Förderung der Kritikfähigkeit (ebd., S.186).
Insbesondere Kleingruppenarbeit sei sowohl bei der Reproduktion von Wissen, als auch bei der der Beherrschung geistiger Arbeitstechniken den anderen Unterrichtsformen weit überlegen. Durch die enge Kontaktstruktur sei auch ein kooperativeres, kohäsives und disziplinierteres Verhalten nachweisbar, weiterhin die Steigerung der Leistungspersönlichkeit, Arbeitsintelligenz und Verhaltenssteuerung ebenso, wie das Kontaktverhalten, die Sozialaktivität, Selbstreflexion und die Einsicht in die eigene Rolle. Gefühlsorientierung, Initiative und Rollenflexibilität würden zunehmen, genau wie die Koordinations- und Kommunikationsfähigkeiten. Gehemmtheit, Nervosität und Ängste hingegen würden reduziert (vgl. Terhart 2000, S.160f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Beschreibung der notwendigen Umstellung von wissenschaftssystematischen Fächern auf Lernfelder aufgrund rascher technologischer Entwicklungen.
2 Das Lernfeld als Verbindung von Handlungs- und Fachsystematik: Theoretische Herleitung des Lernfeldkonzepts und Definition spezifischer Handlungsfelder in IT- und Medienberufen.
3 Die Organisation des Unterrichtes als Erfolgsfaktor des Lernfeldkonzeptes: Darstellung der administrativen Anforderungen an Schulleitung und der Notwendigkeit der Zusammenarbeit in Lehrerteams.
4 Planung und Durchführung des Unterrichts: Analyse methodischer Ansätze zur Gestaltung handlungsorientierter Lehrprozesse und der besonderen Rolle des Gruppenunterrichts.
5 Leistungsbewertung und Prüfungen: Untersuchung der prüfungsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie Evaluation der Erfahrungen mit den Abschlussprüfungsmodellen.
Schlüsselwörter
Lernfeldkonzept, Mediengestalter, Handlungsorientierung, Berufsschule, Sachsen, Unterrichtsorganisation, Gruppenunterricht, Fachkompetenz, Handlungskompetenz, Leistungsbewertung, Abschlussprüfung, Didaktik, Medienberufe, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der erfolgreichen Implementierung des Lernfeldkonzepts im sächsischen Bildungssystem für den Ausbildungsberuf „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Handlungsorientierung, die schulorganisatorische Umsetzung, methodische Unterrichtsformen und die Qualitätssicherung durch Prüfungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie das Lernfeldkonzept in Sachsen in die schulische Praxis überführt wurde und welche Erfolgsfaktoren bei der Organisation sowie der Prüfungsvorbereitung dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse von KMK-Handreichungen, Lehrplänen und Evaluationsstudien des BIBB basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die didaktische Planung, die Zusammenarbeit von Lehrkräften sowie die Vor- und Nachteile verschiedener Unterrichtsmethoden wie des Gruppenunterrichts detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Lernfeldkonzept, Handlungsorientierung, Kompetenzentwicklung, Mediengestalter und berufliche Bildung.
Wie bewerten die Prüfungsausschüsse die Abschlussprüfung?
Die Prüfungsausschüsse bewerten das Prüfungsmodell überwiegend positiv, bemängeln jedoch in Teilen die knappen Zeitvorgaben für die praktische Durchführung.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit im Lernfeldkonzept?
Gruppenarbeit wird als wesentliches Element zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur Steigerung der Problemlösefähigkeit angesehen, birgt jedoch bei heterogenen Gruppen Risiken für die Gruppendynamik.
Wie geht die Arbeit mit dem Thema "Konzeptionelle Phase" in Prüfungen um?
Das Dokument thematisiert die konzeptionelle Phase als kritischen Bereich, bei dem aufgrund der unbeaufsichtigten Durchführung Täuschungspotenziale gesehen werden, weshalb eine Anpassung der Zeitrahmen diskutiert wird.
- Citar trabajo
- Dirk Adam (Autor), 2012, Die Umsetzung des Lernfeldkonzeptes für den Ausbildungsberuf „Mediengestalter für Digital- und Printmedien“ in Sachsen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195395