Die Herausforderungen der gegenwärtigen Didaktik liegen besonders darin, Unterrichtskonzepte für den gegenwärtigen Schulunterricht zu entwickeln, die verstärkt auf Erkenntnisse der Neurodidaktik aufbauen sowie die medialen Alltagsgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler gewinnbringend und lernzielorientiert in den Unterricht integrieren. Unter diesen Gesichtspunkten hat in den letzten Jahren vor allem die Arbeit mit Weblogs im Rahmen der Erstellung eines Online-Lesetagebuchs im Deutsch- bzw. Literaturunterricht sehr stark zugenommen. Die besondere Beschaffenheit dieses Mediums des sogenannten Web 2.0 ermöglicht es weit über die herkömmlichen Möglichkeiten des Literaturunterrichts hinaus, Informationen über einen Gegenstand zu vermitteln, Wissen und Fertigkeiten zu erwerben und schließlich mit anderen Schülerinnen und Schülern gemeinsam im Austausch Wissen zu teilen und Probleme zu lösen.
Wenn man Lehr- und Lernsituationen in virtuellen Umgebungen konzipiert, orientiert man sich an einem Instructional-Design-Modell (ID-Modell). Dieses besteht in der Regel aus einer Abfolge von Entwicklungsphasen wie Analyse, Konzeption, Entwicklung im engeren Sinne, Implementierung (Einsatz) und Evaluation. Wichtig ist dabei, dass das Verfahren der Evaluation einen besonderen Stellenwert einnimmt, weil es erstens formativ oder summativ Rückmeldung für die einzelnen Phasen des ID-Modells gibt und zweitens die Frage nach dem Mehrwert digitaler Medien im Hinblick auf Lernqualität und Lernerfolg beantworten möchte.
Die vorliegende Abschlussarbeit des vierten Moduls des Masterstudiengangs „Bildung und Medien“ verfolgt zwei wesentliche Ziele: Zum einen möchte sie das Potential für Lehrende und Lernende herausstellen, welches der Einsatz von Weblogs im Rahmen des Schulunterrichts - praxisnah vorgestellt anhand eines Online-Lesetagebuchs - mit sich bringt, und zum anderen möchte sie verdeutlichen, dass die volle Ausschöpfung dieses Potentials nur mittels geeigneter Evaluationskonzepte funktionieren kann.
Inhaltverzeichnis
1 Einleitung
2 Vom Lesetagebuch zum Online-Lesetagebuch in Form eines Weblogs
2.1 Das Lesetagebuch im „klassischen“ Literaturunterricht
2.2 Weblogs im eigentlichen Sinne
2.3 Einsatzmöglichkeiten von Weblogs in Lehr- und Lernsituationen
2.4 Der pädagogische Nutzen von Weblogs im Schulunterricht
2.5 Das Potential eines Online-Lesetagebuchs in Form eines Weblogs
3 Evaluationsmöglichkeiten von Online-Lesetagebüchern in Form von Weblogs
3.1 Der Einfluss des Mediums auf das Lernen
Erste Erkenntnis
3.2 Verfahrensweisen der Evaluation
Zweite Erkenntnis
3.3 Lernqualität und Lernerfolg
Dritte Erkenntnis
3.4 Evaluationskriterien
Vierte Erkenntnis
4 Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Welchen Nutzen haben Weblogs im Literaturunterricht?
Weblogs ermöglichen die Erstellung von Online-Lesetagebüchern, die den Austausch von Wissen fördern und mediale Alltagsgewohnheiten der Schüler lernzielorientiert integrieren.
Was ist ein Online-Lesetagebuch?
Es ist eine digitale Form des klassischen Lesetagebuchs, bei der Schüler ihre Lektüreerfahrungen in einem Weblog dokumentieren und mit anderen diskutieren können.
Was ist ein Instructional-Design-Modell (ID-Modell)?
Ein ID-Modell ist ein strukturierter Prozess zur Konzeption virtueller Lernumgebungen, bestehend aus Analyse, Konzeption, Entwicklung, Implementierung und Evaluation.
Warum ist die Evaluation von Weblogs im Unterricht wichtig?
Die Evaluation stellt sicher, dass digitale Medien einen echten Mehrwert für die Lernqualität und den Lernerfolg bieten und gibt Rückmeldung für die Optimierung des Unterrichts.
Welche Evaluationskriterien werden in der Arbeit genannt?
Die Arbeit beleuchtet Kriterien wie Lernqualität, Lernerfolg und den spezifischen Einfluss des Mediums auf den Wissenserwerb.
- Quote paper
- Dennis Nolte (Author), 2012, Evaluation von Weblogs in den Bildungswissenschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195622