Im Jahr 2010 ist durch die Geschehnisse zweier Festivals der Aspekt der Sicherheit der Besucher beim Eintritt unvorhergesehener Ereignisse in das öffentliche Interesse gerückt. Bei der Loveparade in Duisburg am 24.07.2010 kamen während einer Massenpanik 21 Menschen zu Tode, was dazu führte, dass die Sicherheitskonzepte sämtlicher folgenden Festivals überarbeitet werden mussten.
Das Berlin-Festival fand vom 09.-10. September 2010 statt. Es wurde aufgrund des sogenannten „Duisburg-Effekts“ nach einer polizeilichen Empfehlung durch den Veranstalter abgebrochen. Die Sicherheit der Festivalbesucher hatte in dieser Entscheidung Vorrang, führte jedoch zu einem hohen Imageschaden, wie sich auf der Facebookseite des BerlinFestivals anhand der Besucherkommentare erkennen lässt.
Im ersten Teil dieser Arbeit soll das Instrument „Risikomanagement“ als Teil des Projektmanagements dargestellt und seine Anwendung im Eventbereich beschrieben werden. Im zweiten Teil wird das Risikomanagement exemplarisch auf das Berlin Festival übertragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Projektmanagement im Eventbereich
2.1. Begriffserklärung „Projekt“ und „Projektmanagement“
3. Risikomanagement als Teil des (Event-)Projektmanagements
3.1. Der Risikobegriff
3.2. Risikomanagement
3.3. Der Risikomanagementprozess
3.3.1. Risikoidentifikation und –bewertung
3.3.2. Risikosteuerung- und kontrolle
3.3.3. Risikokommunikation
4. Einleitung
5. Eventspezifisches Risikomanagement am Beispiel Berlin Festival
5.1. Das Berlin Festival
5.2. Der Festivalabbruch
5.3. Risikoidentifikation und –bewertung
5.4. Risikosteuerung und –kontrolle
5.5. Risikokommunikation
6. Resümee
7. „ Wir wollen kompromissbereit und realistisch an erweiterten und alternativen Konzepten für das Berlin Festival arbeiten.“ - Die Veranstalter des Berlin Festivals
7.1. Line up Berlin Festival
7.2. Interview mit Herrn O.
8. Verzeichnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Risikomanagements als integralen Bestandteil der modernen Eventplanung, wobei das Berlin Festival 2010 als praxisorientiertes Fallbeispiel dient, um theoretische Konzepte auf reale Krisensituationen anzuwenden.
- Grundlagen des Projektmanagements im Veranstaltungssektor
- Methoden zur Risikoidentifikation und -bewertung
- Strategien zur Risikosteuerung und -kontrolle
- Bedeutung professioneller Risikokommunikation in Krisenzeiten
- Analyse des Festivalabbruchs am Beispiel Berlin Festival 2010
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Risikoidentifikation und –bewertung
Wie bereits erwähnt, ist das Ziel des Risikomanagements, ein Bewusstsein für das Risiko zu erzeugen. Infolgedessen ist „die Risikowahrnehmung [...] von wesentlicher Bedeutung für den Baustein der Risikoidentifikation, d.h. sie hat auch einen erheblichen Einfluss auf die Analyse, Bewertung und Steuerung von Risiken.“22 Dies bedeutet, dass der Risikomanagementprozess nur dann greifen kann, wenn die Risiken auch von Teammitgliedern wahrgenommen wurden und somit gesteuert werden können. Risikoidentifikation ist ein subjektiver Prozess, in welchem Erfahrungen, Werte und Wissen der Projektleitung von besonderer Bedeutung sind. Folglich bleibt dem Event immer ein Restbestand nicht wahrgenommener Risiken. Zur Risikoidentifikation gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden, die kombiniert miteinander angewandt werden können und somit die verbleibenden Restrisiken minimieren.
Brainstorming, Mind-Mapping, Delphi-Technik, Szenario-Technik, Vergleichsbetrachtungen, SWOT-Analyse sowie die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse. Letztere, kurz FMEA genannt, ist die „am weitesten verbreitete Methode, um präventiv Risiken und Fehlerquellen [...] in der Entwicklung, Prozessplanung und Umsetzung festzustellen und zu quantifizieren.“23 Sowohl die FMEA als auch die Szenario-Technik eignen sich besonders für die Risikoidentifikation in Event-Projekten. Die FMEA setzt Kennzahlen ein, welche der Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite angenommener Risiken und der Wirksamkeit gewählter Gegenmaßnahmen24 zugeordnet werden. Daraus lässt sich eine Risiko Prioritätszahl ermitteln, die anzeigt, welche Notwendigkeit des Handelns besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Sicherheitsrelevanz von Festivals nach den Ereignissen von 2010 ein und skizziert das Vorgehen der Arbeit.
2. Projektmanagement im Eventbereich: Das Kapitel definiert den Projektbegriff im kulturellen Sektor und leitet daraus die Notwendigkeit für strukturiertes Projektmanagement ab.
3. Risikomanagement als Teil des (Event-)Projektmanagements: Es werden der Risikobegriff, die Zielsetzung des Risikomanagements sowie die zentralen Phasen des Prozesses erläutert.
4. Einleitung: Überleitung zum praktischen Teil der Arbeit, in dem die Theorie auf das konkrete Fallbeispiel angewendet wird.
5. Eventspezifisches Risikomanagement am Beispiel Berlin Festival: Das Kapitel analysiert den Abbruch des Berlin Festivals 2010 anhand der zuvor definierten Kriterien des Risikomanagements.
6. Resümee: Eine abschließende Betrachtung, die betont, dass Risikomanagement trotz professioneller Planung immer nur Restrisiken mindern kann und die Sicherheit oberste Priorität hat.
7. „ Wir wollen kompromissbereit und realistisch an erweiterten und alternativen Konzepten für das Berlin Festival arbeiten.“ - Die Veranstalter des Berlin Festivals: Ein dokumentarisches Zitat der Veranstalter als Ausblick auf die zukünftige Konzeption.
7.1. Line up Berlin Festival: Übersicht über den Zeitplan und das Programm des Festivals.
7.2. Interview mit Herrn O.: Ein fachspezifisches Interview zur Praxis des Risikomanagements vor Ort.
8. Verzeichnisse: Zusammenstellung aller verwendeten Quellen und Abbildungen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Eventplanung, Projektmanagement, Berlin Festival, Festivalabbruch, Sicherheitskonzept, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikokommunikation, Szenario-Technik, Veranstaltungsmanagement, Massenpanik, Notfallplanung, Krisenkommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle des Risikomanagements innerhalb des Projektmanagements speziell für den Eventbereich und veranschaulicht dies durch eine Fallstudie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Identifikation, Bewertung und Steuerung von Risiken sowie der Bedeutung der Kommunikation in Krisensituationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Risikomanagement als Instrument die Sicherheit bei Events erhöhen kann, auch wenn Restrisiken unvermeidbar bleiben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und einer fallbasierten Analyse des Berlin Festivals 2010 unter Anwendung von FMEA- und Szenario-Techniken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Risikomanagement-Prozesse und einen praktischen Teil, der diese Prozesse auf das Berlin Festival anwendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Risikomanagement, Eventplanung, Sicherheitskonzept und Krisenkommunikation beschreiben.
Warum musste das Berlin Festival 2010 abgebrochen werden?
Der Abbruch erfolgte aufgrund eines unkontrollierbaren Menschenandrangs vor einer der Bühnen, was die Veranstalter in Absprache mit der Polizei aus Sicherheitsgründen veranlasste.
Wie wurde die Risikokommunikation beim Berlin Festival bewertet?
Die Kommunikation nach dem Abbruch wird als vorbildlich eingestuft, da die Veranstalter proaktiv und direkt auf die Besucher zugingen.
- Arbeit zitieren
- B.A. of Media Management Kim Kapischke (Autor:in), 2011, Risikomanagement als Bestandteil des Projektmanagements in der Eventplanung am Beispiel des Berlin Festivals 2010, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195711