Die Rezension beschäftigt sich mit einem Ausschnitt aus der „Einführung in die Medienwissenschaft“ von Werner Faulstich und setzt sich kritisch mit seinen Ansichten und Aussagen auseinander.
Faulstich, Werner (2002): Begriffswirrwarr und Metaphernsalat. In: Einführung in die Me-dienwissenschaft Fink. München
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffswirrwarr und Metaphernsalat: Kritik am Medienbegriff
2.1 Kategorisierungen als Problem
2.2 Marshall McLuhan und die Medientheorie
3. Annäherung an den Medienbegriff
3.1 Einteilung in vier Oberbegriffe
3.2 Institutionelle Systemdefinition
4. Kritische Würdigung und Fazit
5. Aktueller Forschungsdiskurs zu Medienkompetenz
Zielsetzung & Themen der Rezension
Die vorliegende Rezension befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung von Werner Faulstich mit dem unpräzisen Gebrauch des Medienbegriffs in der aktuellen medienwissenschaftlichen Literatur, wobei die Forschungsfrage nach einer präzisen und wissenschaftlich fundierten Definition von Medien im Zentrum steht.
- Kritik an der wissenschaftlichen Qualität aktueller Medieneinführungen
- Auseinandersetzung mit Marshall McLuhan als "Vater der modernen Medientheorie"
- Einteilung der Medien in Primär-, Sekundär-, Tertiär- und Quartärmedien
- Entwicklung einer eigenen Definition des Begriffs "Medium"
- Vergleich mit aktuellen Diskursen zur Medienkompetenz bei Baacke und Maurer
Auszug aus dem Buch
Die Primärmedien (Menschmedien)
Früher gab es so unterschiedliche Menschmedien wie das Opferritual, den Tanz, den Priester mit seinen Ausdifferenzierungen (Schamane, Zauberer, Medizinmann, Prophet, Seher) oder den Sänger, den Hofnarren, den Erzähler und den Ausrufer. Heute gibt es nur noch das Theater.
Die Sekundärmedien (Schreib- und Druckmedien): Nach dem Niedergang u.a. der Wand, der Rolle oder des Kalenders in früheren Jahrhunderten sind das heute vor allem die Zeitung, die Zeitschrift, der Brief, das Flugblatt, das Plakat und das Heft.
Die Tertiärmedien (elektronische Medien): Fotografie, Hörfunk, Schallplatte/Tonträger, Film, Video und Fernsehen, auch das Telefon mit Fax und Handy, die heute vielfach bereits in digitalisierter Gestalt auftreten.
Schließlich die Quartärmedien (digitale Medien): Darunter fallen der Computer, Multimedia, E-Mail, das World Wide Web, das Chat und das Intranet. Sie werden heute (fälschlicherweise) mit dem Begriff Internet in einen Topf geworfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung benennt die grundlegenden Fragen nach der Bedeutung von Medien und Medienwissenschaft, die den Ausgangspunkt der Argumentation bilden.
2. Begriffswirrwarr und Metaphernsalat: Kritik am Medienbegriff: Dieses Kapitel thematisiert Faulstichs Kritik an aktuellen medientheoretischen Einführungen und stellt seine Auseinandersetzung mit der Rolle von Marshall McLuhan dar.
3. Annäherung an den Medienbegriff: Hier wird Faulstichs eigene Systematisierung von Medien in vier Kategorien sowie seine formale Definition eines Mediums als institutionalisiertes System erläutert.
4. Kritische Würdigung und Fazit: In diesem Teil erfolgt eine kritische Reflexion über die Methodik des Autors, wobei insbesondere die mangelnde Belegführung und die eigene Inkonsistenz im Umgang mit Modellen hervorgehoben werden.
5. Aktueller Forschungsdiskurs zu Medienkompetenz: Dieses Kapitel ordnet die Erkenntnisse in den weiteren medienpädagogischen Kontext ein und diskutiert ergänzende Definitionsansätze von Dieter Baacke und Björn Maurer.
Schlüsselwörter
Medienwissenschaft, Medienbegriff, Medientheorie, Medienkompetenz, Werner Faulstich, Marshall McLuhan, Primärmedien, Sekundärmedien, Tertiärmedien, Quartärmedien, Wissensvermittlung, Definition, Systemtheorie, Medienpädagogik, Kommunikationskanal
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit ist eine Rezension des Aufsatzes "Begriffswirrwarr und Metaphernsalat" von Werner Faulstich, in der die medienwissenschaftliche Fundierung des Medienbegriffs kritisch hinterfragt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Rezension behandelt die Probleme der Begriffsdefinition in der Medienwissenschaft, die Kategorisierung von Medientypen und die kritische Abgrenzung gegenüber etablierten Medientheoretikern wie Marshall McLuhan.
Was ist das primäre Ziel der Rezension?
Das Ziel ist es, Faulstichs Argumentationsweise zu analysieren, seine Definition von "Medium" zu prüfen und eine kritische Einschätzung zur wissenschaftlichen Qualität seines Beitrags zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Rezensent nutzt eine textkritische Methode, indem er Faulstichs Argumente anhand der vorliegenden Quelle analysiert, logische Schwachstellen aufdeckt und diese mit ergänzenden theoretischen Ansätzen aus der Medienpädagogik abgleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der von Faulstich kritisierten Missstände, seine vierstufige Medieneinteilung sowie eine Reflexion über die Glaubwürdigkeit des Autors angesichts fehlender Belege für seine Thesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienwissenschaft, Medienbegriff, Medientheorie, Systemdefinition und Medienkompetenz charakterisiert.
Warum übt der Rezensent Kritik an Faulstichs Vorgehen gegenüber anderen Autoren?
Die Kritik entzündet sich daran, dass Faulstich anderen Forschern mangelnde wissenschaftliche Präzision vorwirft, dabei aber selbst Modelle übernimmt, ohne deren Quellen zu nennen, und Belege für seine eigene Argumentation schuldig bleibt.
Wie bewertet die Arbeit die Definition von Medienkompetenz durch Baacke und Maurer im Vergleich zu Faulstich?
Die Rezension sieht in den Ansätzen von Baacke und Maurer klarere, auf den Punkt formulierte Definitionen, die den von Faulstich postulierten Kriterien für wissenschaftliche Präzision deutlich näher kommen als sein eigener Definitionsentwurf.
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- Manuela Drews (Autor), 2012, Rezension: „Begriffswirrwarr und Metaphernsalat“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196074