Fernsehen und kindliche Entwicklung


Hausarbeit, 2002

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

3. Die Entwicklung der Wahrnehmung
3.1 Grundmotorische Entwicklung in der ersten Lebensjahren
3.2 Die Entwicklung der Sinne.
3.3 Die Wahrnehmung von Objekten.
3.4 Die Wahrnehmung der Zeit
3.5 Die soziale Wahrnehmung.

4. Effekte des Fernsehens
4.1 Die Reizüberflutung
4.2 Die Gewaltverherrlichung

5. Auswirkungen des Fernsehens (Krankheitsbilder)
5.1 Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität
5.2 Ängste und Aggressionen

6. Ausblick – Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Interaktives Fernsehen, Satelliten Fernsehen, die Entwicklung der Computer-Industrie, kurz gesagt, die Entwicklung moderner Bildmedien kennzeichnen die letzten zwei Jahrzehnte.

Zwei Fernsehgeräte in einem Haushalt mit mehreren dutzend Programmen sind in der heutigen Zeit keine Seltenheit mehr. Der Zugriff auf Datenmaterial sexistischer oder gewalttätiger Art wird einem über das Internet leicht gemacht.

Das, was wir heute vorfinden, hat mit dem Begriff Fernsehen in den Fünfziger oder Sechziger Jahren nichts mehr gemein. Es ist vielmehr zu einem Grundstoff oder besser gesagt zu einem Grundelement unseres täglichen Lebens geworden, von dem wir nicht einmal wissen, zu welchen "chemischen, psychischen oder physischen Reaktionen" es fähig ist. So beklagen Lehrer einen stetigen Anstieg von Gewaltbereitschaft unter den Schülern, sowie mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Eltern wundern sich über plötzlich auftretende Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen.

Mit dem Fortschritt der Technologie und der Entwicklung moderner Bildmedien hat sich eine neue Kommunikationsform gebildet, eine zweite Welt, mit anderen sozialen, moralischen und physikalischen Gegebenheiten - die Beta-Welt.

Diese Arbeit soll darstellen, wie sich die Mediatisierung auf das Verhalten von Kindern auswirkt.

Sind alle Kinder, die täglich mehrere Stunden fernsehen aggressiv? Wovon hängt es ab, wie stark die Gewalteindrücke des Fernsehens Einfluss auf die Aggression bei einem Kind hat?

2. Begriffsdefinition

Alpha-Welt

Hierunter wird die reale Welt verstanden, in der physikalische Gesetze herrschen, die Welt in der wir leben, wo wir die Möglichkeit haben in Geschehen einzugreifen und Dinge zu verändern.

Beta-Welt

Diese wurde geschaffen durch den enormen Fortschritt der Technologie (interaktives Fernsehen, Cyberspace und interaktive Computernetze). Es besteht keine Möglichkeit auf ein Geschehen oder einen Ablauf Einfluss zu nehmen. Wir haben weder die Möglichkeit zu reagieren noch mit jemanden zu interagieren.[1]

3. Die Entwicklung des Kindes und seine Wahrnehmung

Der Begriff Physik ist kein fester Bestandteil der Beta-Welt. Kein heranwachsendes Kind muss den Umgang mit den Gesetzen der Physik besonders erlernen, denn diese Gesetze sind uns von Anbeginn der Zeit mitgegeben. Aus diesem Grunde werden sie auch so rasch erlernt. In dieser neuen Welt, der Beta-Welt, ist eine Raffung und Dehnung der Zeit nun auf einmal möglich geworden. „Das Kleinkind findet in der Beta-Welt die Realitäten und Gesetzmäßigkeiten der realen Welt, der Alpha-Welt, durcheinander gewirbelt vor und oft kann es die physikalischen Gesetze und Spielregeln der einen TV-Sendung in der nächsten gar nicht mehr wieder finden“[2]

Niemals würde ein Kind das Fahrrad fahren so schnell erlernen, wenn sich die Gesetze der Schwerkraft täglich ändern würden. Aber im Zeitalter der Beta-Welt sind diese physikalischen Gesetze nicht mehr so unumgänglich. Erwachsene können dem nur mit Verständnislosigkeit gegenüber treten, da sie ihre Alpha-Welt schon vollständig aufgebaut haben und die Beta-Welt bestenfalls als Zugabe erleben, die sie nicht mehr wesentlich verändern wird. Ein heranwachsendes Kind allerdings wird in der Beta-Welt mit Ereignissen konfrontiert, die es sich nicht erklären kann. Beta-Kinder müssen die unüberschaubare Menge an Wahrnehmungen über sich ergehen lassen und haben keine Möglichkeit, auf , die sich im TV abspielen zu reagieren oder mit Ihnen zu interagieren.

„Reading is a two-way process (…) television viewing is a one-way street“[3]

3.1 Grundmotorische Entwicklung in der ersten Lebensjahren

Unter Grundmotorik versteht man, die Entwicklungsstufen im der Bewegung, die für alle Kinder gleich sind unabhängig von Rasse, Geografie, Kultur oder sozialem Status. Die grundmotorische Entwicklung hat eine feste immer gleich ablaufende Reihenfolge. Sie muss erlernt werden und entwickelt sich aus eigenem Antrieb heraus, den jedes Kind hat. Unterschieden wird in grobmotorische Grundmotorik und feinmotorische Grundmotorik. Zur grobmotorischen Grundmotorik werden Bewegungen gezählt z.B. wenn ein Kind den Kopf hebt, krabbelt oder aus der Rückenlage auf den Bauch dreht. Zur feinmotorischen Grundmotorik gehören Augen, Mund, Hand, Stimme und Mimik. Die Augen folgen neugierig der Bewegung eines farbigen Objekts. Es bewegt den Kopf in die Richtung von Geräuschen oder Stimme und Mimik gibt uns Auskunft über die Verfassung des Kindes. In der Grundmotorik ist wichtig, dass die Reihenfolge eingehalten wird und keine Phasen übersprungen werden. Hat ein Kind beispielsweise nicht gekrabbelt, hat es nicht die Kreuzbewegung automatisieren können. Bei Kreuzbewegungen werden im gleichen Moment Körperteile auf der rechten und linken Körperseite entgegengesetzt bewegt. So wird die Koordination beider Körperhälften erlernt und geübt. Die Wichtigkeit dieser Entwicklung wird erst unter der Berücksichtigung der Funktion des Gehirns deutlich, denn die Bewegungen der rechten Körperseite werden zu achtzig Prozent durch Nervenzellen der linken Großhirnrinde gesteuert. Hingegen steuert die rechte Großhirnrinde vorwiegend Bewegungen der linken Körperhälfte. So wiederholen Kinder beispielsweise ihre Bewegung z.B. Krabbeln oder nach dem Umfallen wieder aufstehen solange, bis sie ihn automatisiert haben und er dann letztendlich gespeichert wird. Die linke Gehirnhälfte ist bei den meisten Menschen verantwortlich, für die Sprache, den Zugang zu Zahlen und Sitz des logischen Denkens und des Abstraktionsvermögens. Die rechte Gehirnhälfte hingegen ist zuständig für künstlerische Begabung, Kreativität, Vorstellungskraft und Einsicht. Die Koordinierung der Gehirnhälften und Körperhälften ist wichtig; so ist z.B. für das Erlernen von Lesen und Schreiben Vorstellungskraft und Kreativität (auf der rechten Seite) notwendig. Gleichzeitig sind für diese Fähigkeiten aber auch das Abstraktionsvermögen und logisches Denken (auf der linken Seite) erforderlich.[4]

[...]


[1] (Quelle: Millner, Michael, Das Beta Kind, 1. Auflage, Bern 1996, S. 13-18)

[2] (Quelle: Millner, Michael, Das Beta Kind, 1. Auflage, Bern 1996, S. 21)

[3] (Quelle: Winn, Marie, Die Droge im Wohnzimmer, Hamburg 1984, S. 82)

[4] (Quelle: www.medizinfinfo.de, Entwicklung der Grundmotorik, URL: http://www.medizinfo.de/Kinder/Entwicklung/Grundmotorik.shtml, 18.06.02)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Fernsehen und kindliche Entwicklung
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Interdisziplinärer Grundkurs
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V19618
ISBN (eBook)
9783638236973
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mediatisierung und Fernsehen und deren Einfluss auf Kinder. Von der Wahrnehmung der Sinne bis zu den negativen Einflüssen des Fernsehens in Bezug auf das Verhalten von Kindern.
Schlagworte
Fernsehen, Entwicklung, Interdisziplinärer, Grundkurs
Arbeit zitieren
Andre Rothe (Autor), 2002, Fernsehen und kindliche Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19618

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