Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Theory of Science, Anthropology

Peter Petersens Jenaplan: Beispiel einer humanen Schule

Title: Peter Petersens Jenaplan: Beispiel einer humanen Schule

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: gut

Autor:in: Korina Solbach (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Viele Jugendliche erleben die Schulzeit lediglich als unvermeidbare Durchgangsstrecke zum späteren Erwerbsleben, weil die Schule die Kernfragen der jungen Menschen, ja der menschlichen Existenz kaum berühren. Fachwissen, Noten, Berechtigungsscheine, Konflikte mit unzufriedenen Eltern und Lehrern belasten immer mehr die Schul- und Entwicklungsjahre. Als Folge kann man neurotische Störungen, Schulangst und Schulverdrossenheit feststellen. Anstelle von Arbeitsfreude tritt Leistungsehrgeiz und Konkurrenzverhalten zwischen den Jugendlichen. Weniger anpassungsbereite Schüler lehnen sich gegen die Schulzwänge auf indem sie Wände verschmieren und Einrichtungen zerstören.

Aber Schulen können auch anders sein, indem sie den Jugendlichen ausreichende Freiräume geben, damit sie zur Eigentätigkeit, wie auch zu gemeinschaftlichen Unternehmungen angeregt werden. Kernpunkt bei der Schulreform ist die Auflockerung der Schule als Institution zu einer freien Lebensstätte der Jugend.

Peter Petersen gehört zu den Pädagogen die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Sozialform Schule erkannten und in Modellschulen umzusetzen versuchten. 1927 berichtete Petersen in Locarno auf dem IV. Kongreß des ,,Weltbundes für Erneuerung und Erziehung" über seinen Jenaer Schulversuch, und zwar unter dem ursprünglichen Thema ,,Die Universitätsschule in Jena als erste freie und allgemeine Volksschule". Von einigen Besuchern des Kongresses ist Petersens Bericht als ,,Jena-Plan" bezeichnet worden und seither unter diesem Namen bekannt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Leben und Werk im Umriß

2. Kennzeichnende Merkmale der „Lebensgemeinschaftsschule“

2.1 Stammgruppen statt Jahresklassen

2.2 Wochenarbeitsplan statt „Fetzenstundenplan“

2.3 Gruppenunterrichtliches Verfahren im Dienste der „Freien Arbeit“ und „persönlichen Bildung“

2.4 Kurse zur Sicherung des „Mindestwissens“

2.5 Feiern im Dienst der Gemeinschaftsbildung

2.6 Arbeits- und Leistungsberichte statt Zensuren

2.7 „Schulwohnstube“ als Raum für „soziale und sittliche Erziehung“

2.8 „Schulgemeinde“ als „Lebensstätte der Jugend“

3. Kritik und Gegenwartsbedeutung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Peter Petersens Jena-Plan als Modell einer humanen Schule, die das Ziel verfolgt, Bildung von lebensnahen Prinzipien aus zu gestalten und die Schule zu einer freien Lebensstätte für Jugendliche zu entwickeln.

  • Biografische Einordnung und pädagogischer Werdegang von Peter Petersen.
  • Strukturelle Merkmale der „Lebensgemeinschaftsschule“ (Stammgruppen, Wochenarbeitsplan).
  • Didaktische Konzepte wie freie Arbeit, Feierkultur und Schülermitbestimmung.
  • Kritische Reflexion der Anwendbarkeit und Gegenwartsbedeutung des Jena-Plans.

Auszug aus dem Buch

2.7. „Schulwohnstube“ als Raum für „soziale und sittliche Erziehung“

Für Petersen sind die herkömmlichen Schulbänke ein Symbol der „alten“ Schule. Diese, so meint Petersen, zwingen die Schüler ihre Aufmerksamkeit nach vorne auf die Tafel und den Lehrer zu richten. Schulbänke sind geradezu für einen Frontalunterricht geeicht. Die Unterrichtsformen und Arbeitsweisen der Jena-Plan-Schule erfordern eine andere Gestaltung des Raumes. Dieser sollte durch eine wohnliche Atmosphäre ausgezeichnet sein. Er soll den Charakter einer „Schulwohnstube“ annehmen, d.h. die Schulstube soll „so viel wie möglich vom Charakter eines schlichten Wohnraums“ haben, zugleich aber auch Arbeitsraum sein.

Mit neuen Sitzmöbeln allein ist es jedoch noch nicht möglich einen Klassenraum in eine „Schulwohnstube“ umzugestalten. Bedeutsamer als die äußere Ausstattung der Räume mit neuen Möbeln ist die Aufgabe, den Schülern den Raum als den ihren zu übertragen. Daher sollten sie den Raum mitgestalten z.B. indem sie Blumen mitbringen, Wandschmuck basteln und Anschauungsmaterial aus den Gruppenarbeiten aufstellen. Dabei geht Petersen davon aus, daß Kinder effektiver Arbeiten, wenn der Raum sie emotional anspricht und sie sich wohlfühlen. Zudem werden sie in „ihrem“ Raum auf Ordnung achten. Es entsteht eine Bindung zwischen den Kindern und „ihren“ Raum. Innerhalb des Raumes gilt das „Gesetz der Gruppe“, d.h.:

„Im Raume darf nur geschehen, was alle gemeinsam wollen und was das Zusammenleben und die Schularbeit in Ordnung, Sitte und Schönheit allen in diesem Raume gewährleisten.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entfremdung von Schule und Lebenswelt sowie die Entstehung des Jena-Plans als pädagogische Antwort auf schulische Reformbedürfnisse.

1. Leben und Werk im Umriß: Dieses Kapitel zeichnet den biografischen Weg Petersens von seiner Kindheit in Nordfriesland bis hin zu seiner Arbeit an der Universität Jena nach.

2. Kennzeichnende Merkmale der „Lebensgemeinschaftsschule“: Hier werden die zentralen organisatorischen und pädagogischen Säulen des Konzepts, wie Stammgruppen und Wochenpläne, detailliert beschrieben.

2.1 Stammgruppen statt Jahresklassen: Es wird erläutert, wie das Prinzip des Altersstufenaufbaus das starre Klassensystem ersetzt und die Zusammenarbeit verschiedener Jahrgänge fördert.

2.2 Wochenarbeitsplan statt „Fetzenstundenplan“: Dieses Kapitel beschreibt den Ersatz des starren Stundenplans durch einen flexiblen Wochenarbeitsplan, der den natürlichen Arbeitsrhythmus berücksichtigt.

2.3 Gruppenunterrichtliches Verfahren im Dienste der „Freien Arbeit“ und „persönlichen Bildung“: Es wird die Bedeutung der Gruppenarbeit als Kern des selbstständigen Lernens und der gegenseitigen Unterstützung dargestellt.

2.4 Kurse zur Sicherung des „Mindestwissens“: Hier wird erklärt, wie Kurse trotz reformpädagogischer Freiheit die Vermittlung essenzieller Wissensbestände sicherstellen.

2.5 Feiern im Dienst der Gemeinschaftsbildung: Das Kapitel definiert den Stellenwert der Feier als wesentliches Element für die soziale und emotionale Gemeinschaft der Schule.

2.6 Arbeits- und Leistungsberichte statt Zensuren: Es wird aufgezeigt, wie der Verzicht auf Zensuren durch objektive und subjektive Berichte ersetzt wird, um den Arbeitswillen zu stärken.

2.7 „Schulwohnstube“ als Raum für „soziale und sittliche Erziehung“: Das Kapitel beschreibt den Klassenraum als wohnlichen Gestaltungsraum, der die soziale Bindung der Kinder fördert.

2.8 „Schulgemeinde“ als „Lebensstätte der Jugend“: Es wird die genossenschaftliche Selbstverwaltung der Schule durch Lehrer, Eltern und Schüler erläutert.

3. Kritik und Gegenwartsbedeutung: Dieser Abschnitt reflektiert die Anwendbarkeit des Jena-Plans unter modernen Bedingungen und hinterfragt kritisch einzelne Kernaspekte.

Schlüsselwörter

Jena-Plan, Peter Petersen, Reformpädagogik, Lebensgemeinschaftsschule, Stammgruppen, Wochenarbeitsplan, Freie Arbeit, Schulwohnstube, Gemeinschaftsbildung, Leistungsberichte, Schülermitbestimmung, soziale Erziehung, Schulreform, Didaktik, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das pädagogische Konzept des „Jena-Plans“ von Peter Petersen und dessen Umsetzung in der Praxis einer „Lebensgemeinschaftsschule“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den organisatorischen Strukturen wie Stammgruppen, der Gestaltung des Unterrichts durch Arbeitspläne sowie der sozialen Einbettung der Schule.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie der Jena-Plan als humane Alternative zum traditionellen Schulsystem gestaltet ist und welche reformpädagogischen Prinzipien ihm zugrunde liegen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit ist eine strukturierte Analyse und Zusammenfassung von Quellen und Schriften Peter Petersens, ergänzt durch pädagogische Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Petersens Lebensweg sowie eine detaillierte Ausarbeitung der acht wesentlichen Merkmale der Lebensgemeinschaftsschule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Reformpädagogik, Stammgruppen, Jena-Plan, Gemeinschaftsbildung und der Verzicht auf herkömmliche Zensuren.

Warum ist die Gestaltung als „Schulwohnstube“ für Petersen so wichtig?

Für Petersen dient die wohnliche Gestaltung des Raumes dazu, die emotionale Bindung der Schüler an ihren Arbeitsort zu stärken und eine Umgebung für soziale und sittliche Erziehung zu schaffen.

Wie unterscheidet sich die Versetzung im Jena-Plan von herkömmlichen Schulen?

Im Jena-Plan gibt es kein „Sitzenbleiben“; das Kind rückt nach einer dreijährigen Phase in die nächste Altersgruppe auf, wobei die allgemeine menschliche Reife für den Übergang entscheidend ist.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Peter Petersens Jenaplan: Beispiel einer humanen Schule
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Pädagogik)
Course
Seminar Pädagogik des Primar- und Sekundarbereichs
Grade
gut
Author
Korina Solbach (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V1963
ISBN (eBook)
9783638112130
Language
German
Tags
Jenaplan Peter Petersen Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Korina Solbach (Author), 2001, Peter Petersens Jenaplan: Beispiel einer humanen Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1963
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint