Die Prinzipatszeit begann 27 v. Chr. mit der Machtübertragung von Caesar durch sein Testament auf dessen Neffen C. Octavius/Augustus (Regierungszeit 27 v. Chr.-14 n. Chr.), der von den Soldaten begeistert begrüßt wurde1. Aber diese Herrschaft ruhte auf einem Gründungsakt revolutionärer Willkür, einzig und allein seine Soldaten verschafften ihm Ämter und Vollmachten2. So begann ab hier die Zeit, in der das Prinzipat von der Loyalität der Soldaten abhing. Während Mommsen zurückschaut und der Verfall des Römischen Reiches unter Augustus noch nicht ersichtlich ist, so beginnt doch ab der Regierungszeit (98-117 n. Chr.) des Marcus Ulpius Traianus, in der die größte Ausdehnung des Reiches zu verzeichnen war, der allmähliche Zerfall des Imperiums. Traian hatte Armenien, Mesopotamien und Dakien erobert, wodurch das Römische Reich immense Ausdehnungen im Osten erfuhr, die nahezu unmöglich waren, mit einem einzigen Kaiser zu überblicken. Zur Zeit des 2. Jahrhunderts begann eine ernste Krise. Alamannen, Burgunden, Franken, Goten, Langobarden, Markomannen, Sachsen, Karpen und Heruler hatten sich an den nördlichen und östlichen Grenzen des Römischen Reiches angesiedelt. Aber ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. bewegten sich diese Germanenstämme in den Westen, um dort zu plündern. Durch die Größe des Römischen Reichs war es für den Kaiser unmöglich an allen Grenzen gleichzeitig zu sein. Unter Mark Aurel wurden lang anhaltende Kriege gegen die Markomannen geführt, aber eine endgültige Phase des Friedens war noch lange nicht abzusehen. Zu Beginn des 3. Jahrhunderts fielen die Germanen, nachdem sie sich zu einer vereinten Macht zusammengeschlossen hatten, in das Römische Reich ein. An Rhein, Donau und Euphrat bildeten sich gewichtige Krisenherde, die das Reich in unablässiger Unruhe hielten.
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG
2. DIE AUSGANGSSITUATION IM RÖMISCHEN REICH
3. URSACHEN FÜR DIE KRISE DES RÖMISCHEN REICHES IM 3. JAHRHUNDERT
3.1. Die Barbareneinfälle und der Wunsch nach Kaisernähe
3.2. Die Bedrohung im Osten und die Auswirkungen der Gefangennahme Vale- rians
3.3. Die Gründung des Gallischen Sonderreichs
4. DAS GALLISCHE SONDERREICH
5. FAZIT UND AUSBLICK
LITERATURVERZEICHNIS
Häufig gestellte Fragen
Was war das Gallische Sonderreich?
Das Gallische Sonderreich (Imperium Galliarum) war eine Abspaltung vom Römischen Reich im 3. Jahrhundert, die als Reaktion auf die Instabilität und mangelnde Kaisernähe entstand.
Warum geriet das Römische Reich im 3. Jahrhundert in eine Krise?
Hauptursachen waren massive Barbareneinfälle (z. B. Alamannen, Franken), die Bedrohung durch die Sassaniden im Osten und die Gefangennahme des Kaisers Valerian.
Welche Rolle spielten die Soldaten für die Kaiserherrschaft?
Seit Augustus ruhte das Prinzipat auf der Loyalität der Soldaten; sie waren oft diejenigen, die Kaiser ausriefen oder stürzten (Soldatenkaiser).
Warum war die Größe des Reiches ein Problem?
Nach der maximalen Ausdehnung unter Traian war es für einen einzigen Kaiser unmöglich, alle Krisenherde an Rhein, Donau und Euphrat gleichzeitig zu kontrollieren.
Was war der Wunsch nach „Kaisernähe“?
Die Provinzen benötigten die Anwesenheit des Kaisers vor Ort, um militärische Verteidigung und politische Stabilität gegen die eindringenden Germanenstämme zu gewährleisten.
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- Josephine Ottersbach (Autor), 2008, Die Gründung des Gallischen Sonderreichs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196888