Sprachstandsdiagnoseinstrumente: MSS im Vergleich zu Hase - Screening oder Diagnostik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Was ist ein Test
1. 1. Screening
1. 2. Diagnostik (Langverfahren)

2. Vergleich MSS – Hase
2. 1. MSS ( Marburger Sprach- Screening )
2. 2. HASE ( Heidelberger Auditives Screening in der Einschulungsuntersuchung)

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Was ist ein Test

Ein Kind erwirbt „seine Sprache in individueller Eigenleistung aus einem gelungenen Zusammenspiel der Informationsverarbeitung von sozialen, sensomotorischen, genetischen, linguistischen und kognitiven Erfahrungen und Erlebnissen“ (Acker, Betina. Sprachverständnis und Sprachbegabung. Von der Analyse vorhandener Verfahren zu einem neuen Test. Verlag Empirische Pädagogik, Landau 2001. S. 8). Um zu überprüfen, ob ein Kind diese Fähigkeiten, sprich Sprache im allgemeinen Sinne, in einem vorgeschriebenen Maß besitzt, werden gewisse Tests bzw. Instrumente zur Verfügung gestellt. Das Marburger Sprachscreening, sowie Hase sind solche Sprachstandsdiagnoseinstrumente, die als Einstufungstest im Bereich Sprache für Kinder fungieren. Aber um zu bestimmen, welche Art von Tests diese Verfahren überhaupt sind, muss erst einmal geklärt werden, was ein Test ist.

Nach Birkel bezeichnet man einen Test allgemein als „Prüfverfahren, das unter gleichbleibenden Bedingungen objektiv (→ Objektivität), zuverlässig (→ Reliablilität) und gültig (→ Validität) Aufschluß über die Ausprägung eines oder mehrerer Persönlichkeitsmerkmale liefert“ (Birkel, Peter / Ingenkamp, Karlheinz. Hilfen zur Auswahl von Schultests. Hase & Koehler Verlag, Mainz 1976. S. 27). Ein Test sollte also möglichst alle 3 Gütekriterien erfüllen, um aussagekräftig zu sein.

„Die Objektivität eines Tests gibt an, in welchem Ausmaß die Testergebnisse vom Testanwender unabhängig sind“ (Bortz, Jürgen & Döring, Nicola (1995). Forschungsmethoden und Evaluation: für Human- und Sozialwissenschaftler. Springer Verlag. S. 180). Hierbei unterscheidet man noch zwischen der Durchführungsobjektivität (Anforderung und äußere Bedingungen werden gleich gehalten), der Auswertungsobjektivität (Unabhängigkeit des Testergebnis vom Untersucher bzw. Auswerter) und der Interpretationsobjektivität (verschiedene Beobachter interpretieren das Ergebnis unabhängig voneinander gleich) (vgl. Birkel; Ingenkamp. Hilfen zur Auswahl von Schultests. S. 29).

Da sowohl MSS als auch Hase standardisierte Verfahren sind, die von ausgebildeten Psychologen oder geschulten Testanweisern unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt und ausgewertet werden, ist in beiden Tests diese Objektivität gegeben.

„Die Reliabilität eines Test kennzeichnet den Grad der Genauigkeit, mit dem das geprüfte Merkmal gemessen wird“(Bortz & Döring (1995). S. 181). Um zu belegen, dass die Testverfahren zuverlässig sind, müsste bei dem selben Probanden beziehungsweise Kind immer wieder eine perfekte Korrelation bestehen. Das heißt, wenn der Test mehrfach durchgeführt wird, müsste immer das gleiche Ergebnis hervorkommen. Dies ist allerdings bei Testverfahren, die über das normale Screening hinausgehen, sprich einen diagnostischen Anteil besitzen, nicht möglich, da das Kind gleichzeitig die richtige Ausdrucksweise erlernt. Ob das nun bei MSS oder Hase der Fall ist, wird noch auf den folgenden Seiten geklärt werden.

„Die Validität eines Tests gibt an, wie gut der Test in der Lage ist, genau das zu messen, was er zu messen vorgibt“ (Bortz & Döring (1995). S. 185). Ebenso wie die Reliabilität wird auch die Validität durch Korrelationkoeffizienten quantifiziert. Es müsste eine Korrelation über 0,6 bestehen, damit der Test wirklich valide ist. Diese Überprüfung ist jedoch nicht Thema dieser Hausarbeit und es wird daher nicht näher darauf eingegangen.

Testen bedeutet also, dass eine standardisierte Beobachtungssituation hergestellt wird, in der alle Probanden unter gleichen Bedingungen die gleichen Aufgabenstellungen zu lösen suchen. (vgl. Kleber, Eduard Werner. Tests in der Schule. Instrumente zur Gewinnung diagnostischer Informationen zur Lernsteuerung und Lernkontrolle. Ernst Reinhardt Verlag, München 1979. S. 12). Das Marburger Sprachsrceening, so wie Hase werden von geschulten Lehrern an Kindern angewandt (näheres unter Punkt 2). „ Das heißt, die Informationen, die ein Lehrer auf diese Weise über eine Person oder das jeweilige Leistungsniveau eines Schülers in einem konzipierten Lernprozeß, erhält, ist objektiv und mit Informationen von anderen Schülern, bzw. mit vorliegenden Erwartungswerten vergleichbar“ (Kleber (1979). S. 12).

1. 1. Screening

Der Begriff Screening, bedeutet frei übersetzt Selektion und wird häufig im medizinischen Sinne verwendet. Die CCI Conference on Preventive Aspects of Chronic Disease definiert Screening als „the presumptive identification of unrecognized disease or defect by the application of tests, examinations, or other procedures which can be applied rapidly.A screening test is not intended to be diagnostic“ (Wilson & Junger. principles and pratice of screening for diseas. World Health organisation, Geneva 1968. S. 11). Diese medizinisch fundierte Definition lässt sich jedoch gut auf ein Sprachscreening übertragen. Es sind Testverfahren, die eingesetzt werden um möglichst schnell gewisse Probanden, die nicht in einem bestimmten Normbereich liegen, auszusortieren. Dabei kann jedoch noch keine Diagnostik durchgeführt werden, wie in dem Zitat bereits erwähnt wurde. Um Zu überprüfen, ob Hase oder MSS nun Screeningverfahren sind (wie der Name es ja eigentlich vermuten lässt), muss geklärt werden, ob in irgendeiner Art und Weise Diagnostik durchgeführt wird beziehungsweise ob die Verfahren den „Auflagen“ eines Screenings entsprechen. Das heißt sie müssen ein reines Siebverfahren sein, das zeitökonomisch und präventiv ist und das ausschließlich zur Selektion von Kindern dient, die gewisse Probleme mit Sprache oder Sprachverständnis haben. Hierbei wird dann geprüft, wie die jeweiligen Kinder im Vergleich zum Leistungsniveau der Klasse beziehungsweise Gleichaltrigen abschneiden. Dies wird mit einfachen Fragen getestet, bei denen kein Förderansatz vorhanden ist. Der Test soll schnell Informationen über den momentanen Entwicklungszustand des Kindes liefern. Ist dieser unter einer vorgegeben Norm, weiß man, dass ein zusätzlicher Förderbedarf besteht. Wie die Förderung jedoch aussehen soll und ich welchen Bereichen ein erhöhter Bedarf besteht, wird in einem Screeningverfahren nicht festgelegt. Der Test sollte ein Zeitaufwand von 15 Minuten nicht überschreiten.

Der Vorteil eines Screenings ist, dass man möglichst schnell eine Großzahl von Probanden erfassen und bewerten kann beziehungsweise können mit solch einem Screening so gut wie alle Kinder erfasst werden. Es ist also präventiv, zeitökonomisch und von hoher Nützlichkeit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Sprachstandsdiagnoseinstrumente: MSS im Vergleich zu Hase - Screening oder Diagnostik
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V196945
ISBN (eBook)
9783656230670
ISBN (Buch)
9783656230755
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachstandsdiagnoseinstrumente, vergleich, hase, screening, diagnostik
Arbeit zitieren
Sebastian Theobald (Autor), 2010, Sprachstandsdiagnoseinstrumente: MSS im Vergleich zu Hase - Screening oder Diagnostik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196945

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