Hosea (auch: Hoschea, in der Vulgata Osee) war ein biblischer Prophet, der etwa zwischen 750 und 725 v. Chr. im Nordreich Israel wirkte. Das ihm zugeschriebene gleichnamige Buch eröffnet die Reihe des Zwölfprophetenbuchs im Tanach, der hebräisch-aramäischen Bibel, mit der Geschichte über ein Gottesbild, das Hosea auf der Grundlage der eigenen leidvollen Liebeserfahrung entwickelte, und das die verzweifelte Liebe zu Israel darstellt.
Anders als bei dem etwa zeitgleich auftretenden Propheten Amos wird von Hosea keine ausdrückliche Berufung berichtet. Seine Prophetie ist überwiegend Kultkritik, verrät genaue Kenntnis der Opferpraxis und stellt die Exodustradition in den Vordergrund. Man hat deshalb vermutet, dass Hosea mit oppositionellen Priestern im Nordreich verbunden war, die den Synkretismus bekämpften und – ähnlich wie schon die vorherigen Propheten Elija und Elischa – die exklusive Verehrung JHWHs gegen eine ausgleichende, den kanaanäischen Baalskult einbeziehende Religionspolitik der Könige durchzusetzen versuchten. Diese Politik wird im Deuteronomistischen Geschichtswerk stereotyp als „Sünde Jerobeams" für den Untergang des Nordreichs verantwortlich gemacht.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einerseits die Ehemetaphorik von Hosea zu untersuchen und andererseits auch eine psychoanalytische Beleuchtung durchzuführen. Die grundlegend verwendete Literatur ist das Alte Testament (Einheitsübersetzung) und von Andreas Weider (Ehemetaphorik in prophetischer Verkündigung und von Alfred Allwohn (Die Ehe des Propheten Hosea in psychoanalytischer Beleuchtung).
Inhaltverzeichnis
1. Einleitung
2. Ehemetaphorik in Hosea 1-3
2.1. Hosea 1
2.1.1. Einleitung
2.1.2. Text und Interpretation nach Weider
2.1.3. Zusammenfassung Hosea 1
2.2. Hosea 2
2.2.1. Einleitung
2.2.2. Text und Interpretationen nach Weider
2.2.3. Zusammenfassung Hosea 2
2.3. Hosea 3
2.3.1. Einleitung
2.3.2. Text und Interpretationen nach Wieder
2.3.3. Zusammenfassung Hosea 3
3. Psychoanalytische Beleuchtung der Ehe Hoseas
3.1. Die Ekstase
3.2. Die Geneigtheit
3.3. Der Jahweeifer
3.4. Zusammenfassung Hosea 3
4. Schlussfolgerung
5. Quellen
6. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wer war der Prophet Hosea?
Hosea wirkte im 8. Jahrhundert v. Chr. im Nordreich Israel und ist bekannt für seine Kritik am religiösen Synkretismus und der Abkehr von JHWH.
Was bedeutet die „Ehemetaphorik“ im Buch Hosea?
Hoseas eigene schmerzhafte Ehe mit einer untreuen Frau dient als Symbol für das Verhältnis zwischen Gott (JHWH) und dem untreuen Volk Israel.
Was wird in Hosea Kapitel 1-3 beschrieben?
Diese Kapitel enthalten die Erzählung über Hoseas Heirat, die Geburt seiner Kinder mit symbolischen Namen und die Wiederaufnahme seiner Frau als Zeichen der Liebe Gottes.
Was ist der psychoanalytische Ansatz bei Hosea?
Die Arbeit untersucht Hoseas Handeln unter Aspekten wie Ekstase und religiösem Eifer, um die psychologische Tiefe seiner prophetischen Erfahrung zu beleuchten.
Gegen welchen Kult richtete sich Hoseas Kritik?
Hosea bekämpfte vor allem den kanaanäischen Baalskult und die Vermischung (Synkretismus) der israelitischen Religion mit fremden Bräuchen.
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- DI.Mag.Dr. Robert Fischer Dr. (Author), 2012, Prophetische Texte II – Hosea 1-3, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197134