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John Deweys ästhetische Theorie und ihre pädagogische Bedeutung

Eine Analyse am Beispiel von Bertolt Brechts Dreigroschenoper

Title: John Deweys ästhetische Theorie und ihre pädagogische Bedeutung

Diploma Thesis , 2010 , 95 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl. Päd. Carina Riethmüller (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Kunst im Alltag, Kunst in der Erziehung – ergibt das einen sinnvollen Zusammenhang?
Diese Frage zu klären ist Hintergrund des vorliegenden Buchs.
Dabei wird die Ästhetikphilosophie Deweys vor dem Hintergrund seiner Philosophie des »experience« ausführlich erläutert, und schließlich mithilfe von Brechts Dreigroschenoper praktisch angewandt. Im Anschluss daran wird die ästhetische Theorie Deweys mit seiner Erziehungslehre zu einer Einheit verbunden.

Das Besondere an Deweys Ästhetikkonzeption ist, dass Kunst und Ästhetik hier nicht wie gewohnt abseits und außerhalb des gewöhnlichen Lebens verortet, sondern vielmehr als Teil alltäglicher, menschlicher Bedingungen angesehen werden. Vitale, vollkommen gelebte Situation, so wie Dewey sie in der Kunst verwirklicht sieht, stellen für ihn die einzig wahrhaft gelebten Momente dar.
Die Initiierung dieser vollständig gelebten Situationen in pädagogisch begleitete Lernvorgänge hat nicht nur das Potenzial, den Unterricht zu mehr Bedeutungszuwachs zu führen. Diese Art der Bildung vermag den SchülerInnen zudem eine ungeahnte Freude an Erfahrung und Bildung zu vermitteln, die dazu führt, dass sie die vitalen und bedeutungsvollen Momente ihres Lebens besser wahrnehmen, aktiv herbeiführen, genießen und in ihren Alltag integrieren können, was zwingend zu einer positiven Veränderung ihrer Lebenseinstellung führt, wodurch sich automatisch auch eine Verbesserung der Lebensqualität ergibt.
Diese zentrale These zu beweisen ist Ziel dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung....................................................................................................... 5

1. Deweys Philosophie des »experience«............................................................ 7

1.1. Deweys Entwurf einer experimentellen Philosophie............................................ 7

1.2. »Experience« und Natur.................................................................................. 10

1.2.1. Deweys Verständnis von »experience«........................................................... 10

1.2.2. Natur, Kultur und Sprache........................................................................... 13

1.2.3. Der riskante Charakter der Welt.................................................................... 15

1.3. Situation und Qualität..................................................................................... 18

1.4. Kontinuität und Interaktion als Grundprinzipien des »experience«....21

2. Deweys Ästhetikkonzeption............................................................................24

2.1. Das ästhetische »experience«........................................................................... 25

2.2. Kunst im Alltag.............................................................................................. 28

2.3. Ausdruck und Form........................................................................................ 31

2.3.1. Akt und Objekt des Ausdrucks...................................................................... 31

2.3.2. Form ......................................................................................................... 37

2.4. Ästhetische Qualität....................................................................................... 42

2.5. Kunst als Widerstandsbewältigung .................................................................. 44

3. Brechts Dreigroschenoper im Spiegel der Dewey’schen Ästhetikkonzeption ................................................................................................. 50

3.1. Entstehung und Inhalt der Dreigroschenoper....................................................50

3.2. Brechts episches Theater................................................................................. 54

3.3. Die Rolle von Sprache, Musik und Darstellung im Hinblick auf Handlung und Figuren....................................................................................................... 57

3.3.1. Dichtung und Musik..................................................................................... 59

3.3.2. Bühnenbild und Schauspiel.......................................................................... 66

3.4. Wirkungsgeschichte........................................................................................ 70

3.5. Brecht: Mensch, Künstler, Erzieher?................................................................ 73

4. Die Rolle der Ästhetik in Deweys Erziehungsphilosophie................80

4.1. Deweys allgemeine Theorie von Erziehung und Bildung...................................81

4.2. Deweys Fünferschritt-Modell erfolgreichen Lernens......................................... 85

4.3. Erziehung und Ästhetik.................................................................................. 87

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht die ästhetische Theorie des amerikanischen Philosophen John Dewey und überträgt diese auf die pädagogische Praxis sowie auf Bertolt Brechts Dreigroschenoper. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern Deweys Philosophie eine Grundlage für eine lebendige, bildende Kunsterfahrung bietet und wie sich diese Erkenntnisse in erziehungswissenschaftliche Kontexte integrieren lassen, um die Lebensqualität durch intellektuelles und emotionales Wachstum zu verbessern.

  • John Deweys pragmatische Philosophie des »experience«.
  • Die ästhetische Konzeption von Kunst, Ausdruck und Widerstandsbewältigung.
  • Bertolt Brechts episches Theater als Anwendungsbeispiel ästhetischer Theorie.
  • Die Synthese von Ästhetik und Erziehungsphilosophie zur Förderung lebenslangen Lernens.

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Form

Nachdem der Fokus zunächst auf dem kunstphilosophischen Aspekt des Ausdrucks lag, ist es nun notwendig, sich ebenfalls mit den Fragen der Form zu beschäftigen. Form und Ausdruck sind enge Weggefährten, denn Form kommt nicht allein dadurch zustande, dass im Prozess des Ausdrucks Material auf dynamische Art und Weise ausgewählt und angeordnet wird. Doch dies ist nicht gleichbedeutend damit, dass Ausdruck der Form hinzugefügt oder ihr gar, bildlich gesprochen, injiziert wird; ein Kunstwerk kann vielmehr nur als wahrhaft ästhetisch bezeichnet werden, wenn der Ausdruck in der Form wurzelt. (Vgl. Ames 1956: 85) Demnach können Ausdruck und Form nicht voneinander getrennt werden, ohne damit einen ästhetischen Bruch zu verursachen. Ames fasst das Phänomen in seinem Aufsatz What is Form? (1956) eindrucksvoll im Hinblick auf Sportarten zusammen:

„In boxing the flow of plan and plot is shown and masked by footwork, tip of head and ripple of the body, as well as by the logic of the gloves, and is what fans pay to see along with punishment and blood. So a cowboy in the saddle is a music of balance and motion.“ (Ebd.)

Demzufolge schlussfolgert er:

„Any man at his own work or fun, if it is fit for a man and he is good at it, will show the economy of effort and lack of strain that make for form. [...] form is what everyone strives for in trying to do anything well.“ (Ebd.)

Dewey beschreibt „Form“ sowohl als den Weg, als auch das Ziel des künstlerischen Prozesses.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Verbindung von Kunst und Alltag bei Dewey ein und begründet die Wahl von Brechts Werk als Anwendungsbeispiel.

1. Deweys Philosophie des »experience«: Es werden die Grundlagen der experimentellen Philosophie Deweys, der Naturbegriff und die Kontinuität des Erfahrungsprozesses erläutert.

2. Deweys Ästhetikkonzeption: Dieses Kapitel vertieft den Kunstbegriff Deweys, wobei Aspekte wie der ästhetische Ausdruck, die Form und die Funktion von Widerständen analysiert werden.

3. Brechts Dreigroschenoper im Spiegel der Dewey’schen Ästhetikkonzeption: Hier erfolgt die praktische Übertragung der ästhetischen Theorie auf Brechts episches Theater und dessen Wirkungsweise.

4. Die Rolle der Ästhetik in Deweys Erziehungsphilosophie: Abschließend wird gezeigt, wie Deweys ästhetisches Denken in sein pädagogisches Modell integriert werden kann, um Lernprozesse zu bereichern.

Schlüsselwörter

John Dewey, Bertolt Brecht, Ästhetik, Experience, Erziehungsphilosophie, Episches Theater, Ausdruck und Form, Widerstandsbewältigung, Pragmatismus, Dreigroschenoper, Kontinuität, Interaktion, Kunsterziehung, Ästhetische Erfahrung, Vermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ästhetische Philosophie von John Dewey und untersucht deren Anwendungspotenzial sowohl in der Erziehungswissenschaft als auch in der Interpretation von Kunst, konkret am Beispiel von Brechts Dreigroschenoper.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind Deweys pragmatische Erfahrungstheorie, seine Ästhetikkonzeption sowie Brechts Theaterkonzepte wie das epische Theater und der Verfremdungseffekt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Deweys theoretische Konzepte in die Praxis zu überführen, um zu belegen, dass Kunst ein wesentliches Instrument für Bildungsprozesse und die Verbesserung der Lebensqualität sein kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische, philosophisch-pädagogische Analyse, die Deweys Theorien mit der literaturwissenschaftlichen Betrachtung von Brechts Werk verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung Deweys, die detaillierte Darstellung seiner Ästhetik, eine Fallstudie zu Brechts Dreigroschenoper und die pädagogische Reflexion seiner Erziehungstheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Experience“, „Pragmatismus“, „Episches Theater“, „Ästhetische Erziehung“ und „Widerstandsbewältigung“ definiert.

Wie unterscheidet sich Deweys Kunstverständnis von traditionellen Ansätzen?

Im Gegensatz zur traditionellen Sicht, die Kunst als isoliertes, „übermenschliches“ Objekt betrachtet, sieht Dewey Kunst als einen alltäglichen, menschlichen Erfahrungsprozess, der aktiv in das Leben integriert ist.

Welchen Bezug stellt die Arbeit zwischen Brechts epischem Theater und Deweys Philosophie her?

Die Arbeit arbeitet Parallelen heraus, wie beide Denker das Publikum aktiv in den Prozess einbeziehen, gesellschaftliche Reflexion fordern und Kunst als Mittel zur aktiven Auseinandersetzung mit der Realität begreifen.

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Details

Title
John Deweys ästhetische Theorie und ihre pädagogische Bedeutung
Subtitle
Eine Analyse am Beispiel von Bertolt Brechts Dreigroschenoper
College
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,3
Author
Dipl. Päd. Carina Riethmüller (Author)
Publication Year
2010
Pages
95
Catalog Number
V197554
ISBN (eBook)
9783656237648
ISBN (Book)
9783656239260
Language
German
Tags
John Dewey Amerikanischer Pragmatismus Pragmatismus Erfahrung Kunst Erziehung Bildung Philosophie Ästhetik experience Bertolt Brecht Dreigroschenoper Episches Theater Verfremdungseffekt Ästhetikphilosophie ästhetische Erfahrung ästhetisches experience
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Päd. Carina Riethmüller (Author), 2010, John Deweys ästhetische Theorie und ihre pädagogische Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197554
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