In der folgenden Seminararbeit wird das Thema Feind anhand des Auszugs der Israeliten aus Ägypten behandelt. Zuerst wird der Begriff des Feindes betrachtet und eine allgemeine Definition gegeben, im weiteren Verlauf wird die Begriffsdeutung nach Carl Schmitt aufgeführt und es erfolgt eine Darstellung von Feindbildern und deren Funktionen. Des Weiteren wird die Handlung des zweiten Buch Mose kurz wiedergegeben, die zum Vorgehen des Pharaos überleitet. Das Handeln des Pharaos wird gemäß der Begriffsbestimmung des Feindes Schmitts gedeutet und somit in die politische Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts eingeordnet. Es erfolgt auch eine Beschreibung, wozu sich der Pharao des Feindbildes, das er gegenüber den Israeliten schuf, bediente. Zudem wird sich herausstellen, zu welchem Zweck Gott den Pharao benötigte.
Abgerundet wird die Seminararbeit mit einem Fazit und der Beantwortung der Frage, ob man biblische Feindbilder auf die des 20. Jahrhunderts übertragen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
2.1. Feindbegriff nach Carl Schmitt
2.2. Das Feindbild
3. Kurze Zusammenfassung der Handlung
4. Das Handeln des Pharaos
5. Deutung unter Berücksichtigung der Begriffe Feind und Feindbild
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Wie definiert Carl Schmitt den Begriff des Feindes?
Carl Schmitt definiert den Feind im politischen Sinne als den „Anderen“, den Fremden, mit dem im Ernstfall ein existenzieller Konflikt möglich ist. Er unterscheidet dabei zwischen dem privaten Feind (inimicus) und dem öffentlichen Feind (hostis).
Welches Feindbild schuf der Pharao gegenüber den Israeliten?
Der Pharao instrumentalisierte die Israeliten als Bedrohung für die ägyptische Sicherheit und Identität, um seine Unterdrückungsmaßnahmen und die Versklavung politisch zu rechtfertigen.
Wie lässt sich das Handeln des Pharaos in die politische Ideengeschichte einordnen?
Das Handeln des Pharaos kann gemäß Schmitts Theorie als die Konstruktion eines öffentlichen Feindes gedeutet werden, um die eigene Macht zu festigen und die Gruppe nach innen zu einen.
Zu welchem Zweck benötigte Gott den Pharao in der biblischen Erzählung?
In der theologischen Deutung dient der Widerstand des Pharaos dazu, Gottes Macht und Herrlichkeit durch die Plagen und den Auszug (Exodus) für alle sichtbar zu offenbaren.
Lassen sich biblische Feindbilder auf das 20. Jahrhundert übertragen?
Die Arbeit zieht Parallelen zwischen der antiken Rhetorik der Ausgrenzung und modernen politischen Feindbildkonstruktionen, wie sie im 20. Jahrhundert zur Mobilisierung von Massen genutzt wurden.
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- Tina Wirth (Autor), 2012, Der Auszug des „Feindes“ aus Ägypten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197894