Betrachtet man das historische Werden moderner Staaten ist es schlichtweg unmöglich, sich nicht mit der epochalen absolutistischen Herrschaftsstruktur auseinanderzusetzen, welche grob zwischen den Westfälischen Frieden von 1648 und der Französischen Revolution von 1789 eingeordnet wird. Diese aus demokratisch-aufgeklärter Sichtweise meist als unterdrückende und gänzlich abzulehnende Form der Machtausübung verschrien, fokussiert wohl grundlegend Ludwig XIV. Noch heute gilt jener damalige König Frankreichs nicht nur als selbsternannter Sonnenkönig, sondern gleichwohl als der absolute Herrscher par excellence. Unübersehbar ist sein Verdienst um den Absolutismus – betrachtet man das königliche Wirken und auch die zielstrebige Arbeit eines Kardinal Richelieu und seines Nachfolgers Kardinal Mazarin.
Doch der Auseinandersetzung mit dem französischen Absolutismus sei bereits an dieser Stelle genüge getan, soll sich diese Arbeit doch vielmehr mit den absolutistischen Ausprägungsformen der Reichsterritorien auseinandersetzen und auf diese Weise das Werk Ludwigs, als dem Leser bekanntes und zum Verständnis dieser Arbeit gleichsam erforderliches Fundament, auf Sachsen und Preußen Anwendung finden – zugleich wohl auch nichts vorweggenommen wird, wenn das absolutistische Frankreich mit seinen Merkmalen als Vorbild jener deutschen Herrscherhäuser als Leitfaden dieser Arbeit durchaus dienlich ist.
Um den Absolutismus Sachsens und Preußens herauszustellen, bedient sich diese Arbeit der Merkmale, welche der Absolutismus schon nach französischem Vorbild aufweist. Auf diese Weise werden die Staaten auf fünf Kriterien untersucht: der Zentralisierung der Staatsgewalt, des stehenden Heeres, der höfischen Repräsentation, der Staatskirche sowie des Merkantilismus. Diese Aspekte als Ansätze nehmend, bemüht sich die vorliegende Arbeit um die Herausstellung sozialer und wirtschaftlicher Besonderheiten der Reichsterritorien, die ihre Auswirkung auf die Verwirklichung der benannten Herrschaftsform hatten.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Absolutismus – einleitende Betrachtungen
2. Absolutismus in Sachsen
2.1 Zentralisierungsbestrebungen
2.2 Das stehende sächsische Heer
2.3 Höfische Repräsentation zum Wohle Sachsens
2.4 Ein Katholik regiert Lutheraner
2.5 Sächsischer Merkantilismus
3. Absolutismus in Sachsen
3.1 Die Entwicklung der Zentralisierung
3.2 Das stehende Heer als preußische Machtsäule
3.3 Höfische Repräsentation: geliebt und gehasst
3.4 Toleranz des Glaubens
3.5 Preußens wirtschaftliche Förderungen
4. Absolutismus zwischen beiden Staaten
5. Abschließende Gedanken: Absolutismus als Wegbereiter der Moderne
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Absolutismus in den deutschen Reichsterritorien Sachsen und Preußen als Wegbereiter für die Entstehung moderner staatlicher Strukturen betrachtet werden kann. Dabei werden die Herrschaftsformen dieser beiden Staaten anhand ihrer Ausprägungen und Machtstrukturen vergleichend analysiert.
- Zentralisierung der Staatsgewalt und Verwaltungsreformen
- Bedeutung des stehenden Heeres für die Machtsicherung
- Rolle der höfischen Repräsentation und Kulturförderung
- Wirtschaftspolitische Ansätze im Zeichen des Merkantilismus
- Religiöse Toleranz und staatliches Handeln
Auszug aus dem Buch
1. Der Absolutismus – einleitende Betrachtungen
Betrachtet man das historische Werden moderner Staaten ist es schlichtweg unmöglich, sich nicht mit der epochalen absolutistischen Herrschaftsstruktur auseinanderzusetzen, welche grob zwischen den Westfälischen Frieden von 1648 und der Französischen Revolution von 1789 eingeordnet wird. Diese aus demokratisch-aufgeklärter Sichtweise meist als unterdrückende und gänzlich abzulehnende Form der Machtausübung verschrien, fokussiert wohl grundlegend Ludwig XIV. Noch heute gilt jener damalige König Frankreichs nicht nur als selbsternannter Sonnenkönig, sondern gleichwohl als der absolute Herrscher par excellence. Unübersehbar ist sein Verdienst um den Absolutismus – betrachtet man das königliche Wirken und auch die zielstrebige Arbeit eines Kardinal Richelieu und seines Nachfolgers Kardinal Mazarin.
Doch der Auseinandersetzung mit dem französischen Absolutismus sei bereits an dieser Stelle genüge getan, soll sich diese Arbeit doch vielmehr mit den absolutistischen Ausprägungsformen der Reichsterritorien auseinandersetzen und auf diese Weise das Werk Ludwigs, als dem Leser bekanntes und zum Verständnis dieser Arbeit gleichsam erforderliches Fundament, auf Sachsen und Preußen Anwendung finden – zugleich wohl auch nichts vorweggenommen wird, wenn das absolutistische Frankreich mit seinen Merkmalen als Vorbild jener deutschen Herrscherhäuser als Leitfaden dieser Arbeit durchaus dienlich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Absolutismus – einleitende Betrachtungen: Diese Einleitung ordnet den Absolutismus historisch ein und definiert den Fokus der Untersuchung auf Sachsen und Preußen unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur.
2. Absolutismus in Sachsen: Das Kapitel beleuchtet die sächsische Herrschaftsform unter August dem Starken, insbesondere seine Zentralisierungsversuche und die wirtschaftliche Ausrichtung.
2.1 Zentralisierungsbestrebungen: Hier werden die administrativen Bemühungen des sächsischen Kurfürsten beschrieben, die Macht gegenüber den Ständen zu konsolidieren.
2.2 Das stehende sächsische Heer: Dieser Abschnitt thematisiert die Bestrebungen zur Vergrößerung des Militärs als Mittel zur Machtsicherung.
2.3 Höfische Repräsentation zum Wohle Sachsens: Es wird analysiert, wie Kultur und Repräsentation als politisches Instrument zur Machtfestigung genutzt wurden.
2.4 Ein Katholik regiert Lutheraner: Die Problematik der Konversion des Landesherrn und ihre Auswirkungen auf das soziale und religiöse Gefüge stehen hier im Mittelpunkt.
2.5 Sächsischer Merkantilismus: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftlichen Maßnahmen zur Steigerung der Staatseinnahmen nach französischem Vorbild.
3. Absolutismus in Sachsen: Dieses Kapitel setzt sich erneut mit der Entwicklung des Absolutismus auseinander und leitet den Vergleich zu Preußen ein.
3.1 Die Entwicklung der Zentralisierung: Hier wird die Etablierung einer zentralen Verwaltungsinstanz und der Wandel des Steuersystems in Preußen dargelegt.
3.2 Das stehende Heer als preußische Machtsäule: Die Bedeutung des Militärs in Preußen, insbesondere unter dem Soldatenkönig, bildet den inhaltlichen Kern.
3.3 Höfische Repräsentation: geliebt und gehasst: Dieser Teil betrachtet den Wandel der höfischen Kultur und ihre ökonomischen Implikationen.
3.4 Toleranz des Glaubens: Die religiöse Toleranzpolitik der Hohenzollern wird im Kontext der calvinistischen Minderheiten und der Ansiedlung von Protestanten analysiert.
3.5 Preußens wirtschaftliche Förderungen: Abschließend werden die merkantilistischen Eingriffe Friedrichs II. in die Wirtschaft und der Ausbau des Binnenmarktes erläutert.
4. Absolutismus zwischen beiden Staaten: Ein Vergleich der politischen Beziehungen und der gegenseitigen Beeinflussung von Sachsen und Preußen.
5. Abschließende Gedanken: Absolutismus als Wegbereiter der Moderne: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle des Absolutismus im historischen Wandel hin zur modernen staatlichen Ordnung.
Schlüsselwörter
Absolutismus, Sachsen, Preußen, Zentralisierung, Merkantilismus, Soldatenkönig, August der Starke, Hofhaltung, stehendes Heer, Glaubenstoleranz, Verwaltungsreform, Landesherr, Ständestaat, Modernisierung, Machtpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ausprägungen des Absolutismus in den deutschen Territorien Sachsen und Preußen und untersucht deren Bedeutung für die Entwicklung moderner Staatsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Zentralisierung der Verwaltung, der Aufbau stehender Heere, die Funktion höfischer Repräsentation, wirtschaftspolitische Maßnahmen und religiöse Toleranz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu ergründen, inwiefern der Absolutismus als Wegbereiter der Moderne betrachtet werden kann, indem ein Vergleich zwischen Sachsen und Preußen gezogen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende historische Analyse unter Einbeziehung einschlägiger Fachliteratur zur frühneuzeitlichen Geschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Absolutismus-Formen in Sachsen und Preußen, wobei spezifische Kriterien wie Wirtschaft, Militär und Zentralverwaltung gegenübergestellt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Absolutismus, Merkantilismus, Zentralisierung, Machtpolitik und der Vergleich zwischen den Dynastien Sachsens und der Hohenzollern.
Warum war die Konversion Augusts des Starken für Sachsen politisch bedeutsam?
Die Konversion war Voraussetzung für den Erwerb der polnischen Königskrone und verdeutlicht die machtpolitische Instrumentalisierung der Religion im absolutistischen Kontext.
Welche Rolle spielte das "Kantonsystem" für das preußische Militär?
Das Kantonsystem ermöglichte Friedrich Wilhelm I. die Rekrutierung von Soldaten ohne die Wirtschaft durch zu starke Zwangsrekrutierungen zu beeinträchtigen.
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- Eric Kresse (Author), 2010, Absolutismus auf Landesebene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198166