Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dem Thema „Soziale Bewegungen“ auseinander. Soziale Bewegungen sind ein Teil der Triebkräfte, die die soziale und sozialpolitische Entwicklung im 19. Jahrhundert anregte. Zentraler Gegenstand dieser Arbeit ist die Arbeiterbewegung in ihren drei Hauptsäulen als ausschlaggebende und nicht verzichtbare Triebkraft (vgl. Lampert/Althammer 2004,51). Die Einführung beleuchtet die Historie sozialer Bewegungen und liefert eine Definition sozialer Bewegungen. Im Hauptteil werden die drei Hauptsäulen der Arbeiterbewegung genannt- Politische Organisationen, Gewerkschaften, Genossenschaften- und näher erläutert. Ebenso erfolgt auch hierbei ein historischer Rückblick, vor allem aber auch die Entwicklung der einzelnen Parteien und Gewerkschaften, sowie Ziele der einzelnen Akteure.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Soziale Bewegungen - der Versuch einer Definition
1.2 Zur Geschichte sozialer Bewegungen in Deutschland
2. Drei Hauptsäulen der Arbeiterbewegung
2.1 Politische Organisationen
2.1.1 Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands
2.1.2 Christlich soziale Bewegungen und Parteien
2.1.3 Die liberale soziale Bewegung
2.2 Die Gewerkschaften
2.2.1 Sozialistische Gewerkschaften
2.2.2 Christliche Gewerkschaften
2.3 Die Genossenschaften
2.3.1 Die Konsumgenossenschaft
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Arbeiterbewegung als zentrale Triebkraft für die sozialen und sozialpolitischen Entwicklungen im 19. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie sich politische Organisationen, Gewerkschaften und Genossenschaften aus sozialen Bewegungen heraus entwickelten und welche Bedeutung sie für die Gestaltung unseres heutigen politischen Systems haben.
- Historische Einordnung sozialer Bewegungen in Deutschland
- Strukturen und Ziele der drei Hauptsäulen der Arbeiterbewegung
- Bedeutung der politischen Parteibildung im 19. Jahrhundert
- Funktionsweise und Zielsetzungen von Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften
- Zusammenhang zwischen historischer Arbeiterbewegung und heutiger Sozialpolitik
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands
Der von Ferdinand Lasalle 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) sowie die 1869 gegründete Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SdAP) von August Bebel und Willhelm Liebknecht, schlossen sich 1875 in Gotha zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands zusammen und „war von diesem Zeitpunkt an im 19. Jh. die einzige deutsche Arbeiterpartei.“ (Lampert/Althammer 2004, 52).
Die Forderungen der Partei waren radikal-demokratisch. Sie wollten den freien Staat und die sozialistische Gesellschaft herbeiführen, die Ausbeutung aufheben und jede soziale und politische Ungleichheit beseitigen. An den Reichstagswahlen 1877 erzielte die Partei nahezu 500.000 Stimmen und zwölf Mandate. Ihr schneller Wachstum veranlasste Bismarck im Mai 1878 einen Entwurf des Sozialistengesetzes im Reichstag vorzulegen. Das Gesetz sah vor, jede sozialdemokratische Vereinsbildung zu unterbinden, ferner unterband es die Versammlungstätigkeit und die Verbreitung von Druckschriften (vgl. Fenske 1994, 144). Der Entwurf wurde zunächst abgelehnt. Aufgrund des zweiten Attentats auf Kaiser Wilhelm I. billigte der Reichstag im Herbst 1878 die erneute die Vorlage des Gesetzes. Verstöße gegen das Gesetz wurden mit Gefängnis- und Zuchtstrafen sanktioniert, was dazu führte, dass viele Sozialisten unter dem repressiven Druck des Gesetzes emigrierten (vgl. Lampert/Althammer 2004, 53).
Zwar fiel 1881 die Zahl der Parlamentsstimmen auf 312.000, die Entwicklung der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands ließ sich auf diese Weise jedoch nicht behindern. Aus der letzten Wahl unter dem Sozialistengesetz (1890) gingen sie als stimmstärkste Partei hervor (vgl. Fenske 1994, 145). Nach dem Auslaufen des Sozialistengesetzes am 30. September 1890 trat die Partei wieder öffentlich auf und nannte sich nun „Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)“ (vgl. Fenske 1994, 145). Selbst Bismarck bestätigte im Nachhinein die politische Bedeutung der Arbeiterpartei, so gäbe es keine Fortschritte in der Sozialreform ohne die Sozialdemokratie (vgl. Lampert/Althammer 2004, 53).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieser Abschnitt definiert soziale Bewegungen als Netzwerke des Wandels und führt in das zentrale Thema der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert ein.
2. Drei Hauptsäulen der Arbeiterbewegung: Das Hauptkapitel untersucht die drei zentralen Organisationsformen – politische Parteien, Gewerkschaften und Genossenschaften – als essenzielle Akteure des gesellschaftlichen Wandels.
3. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz der historischen Bedeutung der Arbeiterbewegung für die Entwicklung der heutigen Demokratie und stellt kritische Fragen zum aktuellen Sozialstaatsprinzip.
Schlüsselwörter
Soziale Bewegungen, Arbeiterbewegung, Sozialpolitik, Industrialisierung, Proletariat, Parteigeschichte, Gewerkschaften, Genossenschaften, Konsumgenossenschaft, Sozialistengesetz, Demokratisierung, Kapitalismus, Märzrevolution, Sozialreform, politische Organisationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert als entscheidende Triebkraft für soziale und sozialpolitische Veränderungen in Deutschland.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die drei Hauptsäulen der Arbeiterbewegung: politische Organisationen, Gewerkschaften und Genossenschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese verschiedenen Organisationen entstanden sind, welche Ziele sie verfolgten und welchen Einfluss sie auf die heutige Sozialstruktur hatten.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte, historische Analyse, die auf Fachliteratur zur Sozialpolitik und zur Parteigeschichte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil detailliert die Entstehung der Arbeiterparteien (sozialistisch, christlich, liberal), die verschiedenen Gewerkschaftstypen sowie die Bedeutung der Genossenschaften als Instrumente zur Verbesserung der Lebensumstände.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Proletariat, Sozialistengesetz, Industrialisierung und politisches Engagement definieren.
Welche Rolle spielte das Sozialistengesetz für die SPD?
Das Gesetz unterdrückte die parteiliche Tätigkeit und Versammlungsfreiheit massiv, konnte aber langfristig das Wachstum und die politische Bedeutung der Partei nicht verhindern.
Warum waren Konsumgenossenschaften wichtig für Arbeiter?
Sie dienten als Massenorganisation zur Sicherung des Realeinkommens, schützten vor überteuerten Waren und erzogen zur wirtschaftlichen Haushaltsführung durch das Prinzip der Barzahlung.
- Citar trabajo
- Nina Chin (Autor), 2012, Triebkräfte der sozialpolitischen Entwicklung in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198360