Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Recherche und Analyse bestehender Prognoseverfahren,sowie mit der Entwicklung eines Prognoseverfahrens. Als zentrales Anliegen wird die Entwicklung
eines Experimentaldesigns zur Wahlprognose verfolgt. Ziel des Verfahrens ist es den Wahlausgang für die Landtagswahl 2011 in Sachen-Anhalt möglichst genau zu prognostizieren. In diesem Experiment soll verglichen werden, ob eine Schätzung oder eine Auktion näher am tatsächlichen Wahlergebnis liegt. Außerdem soll durch die Analyse von Präferenzen und Schätzungen ein Rückschluss auf die Zahlungsbereitschaft in der Auktion gezogen werden.
Darüber hinaus soll überprüft werden, ob Teilnehmer mit höherem Politikwissen eine genauere Schätzung abgegeben haben als Teilnehmer mit niedrigerem Politikwissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zielsetzung und Hypothesen
3. Experimentalaufbau
4. Datenerhebung und Auswertung
5. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Genauigkeit verschiedener experimenteller Prognoseverfahren zur Vorhersage des Wahlausgangs der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2011. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob durch ein eigens entwickeltes Experimentaldesign, welches eine Kombination aus individuellen Schätzungen und einer speziellen Auktionsform umfasst, eine präzisere Prognose möglich ist als durch klassische Schätzverfahren, und inwieweit das Politikwissen der Teilnehmenden die Prognosequalität beeinflusst.
- Entwicklung eines Experimentaldesigns zur Wahlprognose
- Vergleich von Schätzverfahren und Auktionsmodellen (Zweitpreisauktion)
- Analyse des Einflusses von Politikwissen auf Prognosegenauigkeit
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Präferenzen und Auktionsverhalten
- Evaluierung der Anwendbarkeit experimenteller Methoden für Wahlprognosen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Prognose von Wahlausgängen erlangt auf Basis der Tatsache, dass sich das Parteienspektrum in Deutschland erweitert hat eine immer größere Bedeutung. In 11 von 16 Landesparlamenten sind mittlerweile fünf Parteien vertreten. Eine möglichst genaue Wahlprognose, um im Vorfeld mögliche Koalitionen aufzuzeigen, ist daher erforderlich. In Deutschland ist die Durchführung von Umfragen ein zentraler Bestandteil zur Vorhersage von Wahlergebnissen. Umfragen sind jedoch nicht ganz unumstritten, da einige Politiker ihnen vorwerfen, dass sie das Wahlergebnis beeinflussen können (Flath, 2006, S.3). Zudem ist die Durchführung von Umfragen, wie bspw. der Sonntagsumfrage kein wissenschaftliches Prognoseverfahren. Die Zahl wissenschaftlicher Prognosemodelle ist in Deutschland noch nicht sehr fortgeschritten, da hierzulande wie bereits erwähnt Umfragen einen großen Stellenwert besitzen (Groß, 2010, S.16). Zu herausragenden Prognosemodellen, welche bereits in Deutschland Anwendung fanden zählt zum einen die Durchführung von Wahlbörsen (Brüggelambert, 1999) und zum anderen die Entwicklung der so genannten „Zauberformel“ (Norpoth/Gschwend, 2004).
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Wahlprognose mittels eines Schätzverfahrens. Des Weiteren wird zur Prognose die Durchführung einer Auktion herangezogen. Für die Erlangung von Rückschlüssen bezüglich der Ergebnisse beider Verfahren werden die Erkenntnisse aus einem Fragebogen zum politischen Wissen und aus der Abgabe der persönlichen Präferenzen herangezogen. Darüber hinaus wird die Anwendbarkeit des Auktionsmodells mit der Wahlbörse und der „Zauberformel“ kurz vergleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung präziser Wahlprognosen in einem sich diversifizierenden Parteienspektrum und stellt die untersuchten Methoden (Schätzverfahren und Auktion) vor.
2. Zielsetzung und Hypothesen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Hypothesen, insbesondere den positiven Zusammenhang zwischen Politikwissen und Schätzgenauigkeit, sowie die Eignung der Auktion als Prognoseinstrument.
3. Experimentalaufbau: Hier wird das dreiteilige Experiment detailliert beschrieben, welches einen Fragebogen zur Politikwissen-Messung, eine Präferenzabgabe sowie eine Zweitpreisauktion umfasst.
4. Datenerhebung und Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Analyse der erhobenen Daten, testet die aufgestellten Hypothesen und vergleicht die Auktionsergebnisse mit tatsächlichen Wahlausgängen.
5. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtungen fassen die Erkenntnisse zusammen, diskutieren die Anwendbarkeit des Modells und weisen auf die Notwendigkeit einer größeren Stichprobe für zukünftige Forschungsarbeiten hin.
Schlüsselwörter
Wahlprognose, Landtagswahl, Sachsen-Anhalt, Experimentaldesign, Politikwissen, Zweitpreisauktion, Schätzverfahren, Präferenzen, Auktionsverhalten, Wahlergebnis, Prognosegenauigkeit, Scoringmodell, Experiment, Winner’s Curse, Prognosemodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Erprobung eines experimentellen Modells zur Prognose von Landtagswahlergebnissen unter Verwendung geringer Teilnehmerzahlen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Prognosegenauigkeit verschiedener Verfahren, den Einfluss des politischen Wissens auf Schätzungen sowie die Verhaltensanalyse in Auktionsmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, ein kostengünstiges und effizientes Prognosemodell zu entwickeln, das eine möglichst hohe Genauigkeit bei der Vorhersage von Wahlergebnissen erreicht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Studie verwendet ein experimentelles Design bestehend aus einer Kombination von Fragebögen, Schätzungen durch die Probanden und einer Zweitpreisauktion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung des experimentellen Ablaufs und die anschließende statistische Auswertung der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wahlprognose, Experimentaldesign, Zweitpreisauktion, Politikwissen, Prognosegenauigkeit und Präferenzen.
Wie wurde das Politikwissen der Probanden gemessen?
Das Politikwissen wurde mittels eines strukturierten Fragebogens erfasst und durch ein Scoringmodell bewertet, bei dem für korrekte Antworten Punkte vergeben wurden.
Warum wurde eine Zweitpreisauktion als Methode gewählt?
Die Zweitpreisauktion wurde gewählt, um Teilnehmer dazu zu motivieren, ihre tatsächliche Zahlungsbereitschaft (das Höchstgebot) abzugeben, was für eine effiziente Prognose essenziell ist.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science Philipp Richter (Autor:in), Kevin Kinne (Autor:in), 2011, Prognose Landtagswahlen Sachsen-Anhalt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198401